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Als Mann schwieriger neue Freunde mit Substanz zu finden

So richtig verstehe ich aber nicht woran das liegt.
Die Generation unserer Eltern und Großeltern haben auch Vollzeit gearbeitet, teils selbst Häuser gebaut, nebenbei noch am Auto geschraubt, Onkel Georg das Bad gefliest, dazu noch Ehrenamt gehabt und bei uns gingen fast täglich Freunde und Bekannte der Eltern ein und aus, deren Leben genauso "voll" war...
Vielleicht liegt das an den modernen Zeiten? Heute haben wir so viele Möglichkeiten uns zu beschäftigen. Und Maschinen übernehmen mit der Zeit immer mehr Dinge. Was für Beschäftigungen haben Leute damals gehabt neben der Arbeit? Also Dinge, die man alleine machen konnte? Sicherlich weniger als heutzutage. Damals hat das alleine für viele sicher nicht gereicht. Um mehr Abwechslung ins Leben zu bringen musste man gesellig sein. Heute gibt es dagegen superviele Alternativen und Möglichkeiten.

Oder man ist generell fauler und träger geworden. Während man damals noch auf den Feldern schuften musste, Bewegung hatte und aktiv sein musste, kann man heute einfach eine Büroarbeit machen und überall mit dem Auto hinfahren. Heutzutage muss man schon aktiv Sport machen oder ins Fitnessstudio gehen, um sich aktiv und lebendig zu fühlen.

Dazu kommt, dass es uns in Deutschland gut geht. Was für "harte" Zeiten müssen wir überhaupt überstehen, so im Vergleich zu armen Ländern? Darum meckern viele über sinnlose Dinge, wenn sie in Kneipen zusammensitzen. Es gibt für solche Leute sonst nichts Sinnvolles mehr zu bequatschen.

Und anstatt mit Menschen zu reden und von ihnen zu lernen, kann man das meiste auf Wikipedia etc. nachlesen. Man kann sich theoretisch eine Expertise aneignen, ohne überhaupt mit jemandem reden zu müssen. Also ab einem gewissen Alter natürlich.

Und mit der ganzen Vielfalt, driftet man auch weiter auseinander. Es wird schwieriger Gleichgesinnte zu finden, weil jeder andere Interessen hat. In einer Welt mit wenigen Möglichkeiten dagegen, wäre man gezwungen, das beste aus dem Wenigen zu machen. Man würde eher Gleichgesinnte finden.

Heute muss man nicht mehr unbedingt Freundschaften haben und pflegen, man kann auch alleine gut auskommen und sich sicher fühlen. Und man muss sich auch die Frage stellen, ob die Menschen damals überhaupt glücklicher waren?

Das wären so meine Gedanken dazu. 🙂 Ich glaube, dass all diese Faktoren ineinandergreifen.
 
Was mir auch noch aufgefallen ist.
Früher (als ich jünger war) da hat man gemeinsam über Themen und Gott und die Welt geredet, mit seinen Freunden.
Heute labert jeder nur über sich selbst.
Keiner hört mehr zu.
Sondern es ist nur noch ein Abwarten, bis man selber endlich wieder reden kann...
Ich frage mich, ob das auch an den modernen Zeiten und am Internet liegt? Aufgrund von Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube, Reddit und Foren wie diesem, ist man gewohnt einfach nur überall seine Meinung zu kommentieren und das scheint sich auf das echte Leben zu übertragen? Oft nur noch Monologe anstatt Dialoge.

Kann es sein, dass auch mit reinspielt, dass bei Männern ganz schnell die Sexualität in die Quere kommt? Ich kann mich erinnern, dass das irgendwann immer zum Problem wurde. Ich spreche jetzt natürlich von der Mann-Frau-Konstellation als Freundschaft. Einfach nur Spaß haben ohne Sex war einfach schlecht möglich.
Ich kann nicht für andere Männer sprechen, aber hier mal die Sichtweise von einem Aro-Ace-Mann. 🙂 Wenn ich so zurückblicke, hatte ich meist weibliche Kontakte. So gefühlt... 85 % weibliche und 15 % männliche Kontakte. Es gibt Ausnahmen, aber die meisten Männer empfinde ich als emotionslos und desinteressiert. Weil ich selbst sehr gefühlvoll und offen bin, fühlte ich mich meist leer und unerfüllt mit männlichen Kontakten. Mit Frauen dagegen war es immer ganz anders. Sie waren oft offener und fröhlicher, wodurch man direkt auf einer Wellenlänge war. Ich hatte immer den Eindruck, dass Frauen gut zwischen Freundschaften und Partnerschaften trennen können. Wenn ich sie in die Freundeszone steckte, wurde das immer respektiert und war dann auch kein Thema mehr. Es ist mir nur einmal passiert, dass ich mich mit einer Frau traf, die dann plötzlich Händchen halten wollte und heimlich Fotos von mir machte.

Als Single sind diese Freundschaften natürlich kein Problem, aber wenn man in einer Partnerschaft ist, muss man sich auf eine gehörige Portion Eifersucht bereit machen... 😅 Das wird wohl auch meistens so sein.

Am Ende hatte ich die schönste Freundschaft aber trotz allem mit einem Mann, mit einem Autisten. Er war sehr klug, lieb und loyal - genau die richtige Mischung. 😊
 
Ich frage mich, ob das auch an den modernen Zeiten und am Internet liegt? Aufgrund von Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube, Reddit und Foren wie diesem, ist man gewohnt einfach nur überall seine Meinung zu kommentieren und das scheint sich auf das echte Leben zu übertragen? Oft nur noch Monologe anstatt Dialoge.


Ich kann nicht für andere Männer sprechen, aber hier mal die Sichtweise von einem Aro-Ace-Mann. 🙂 Wenn ich so zurückblicke, hatte ich meist weibliche Kontakte. So gefühlt... 85 % weibliche und 15 % männliche Kontakte. Es gibt Ausnahmen, aber die meisten Männer empfinde ich als emotionslos und desinteressiert. Weil ich selbst sehr gefühlvoll und offen bin, fühlte ich mich meist leer und unerfüllt mit männlichen Kontakten. Mit Frauen dagegen war es immer ganz anders. Sie waren oft offener und fröhlicher, wodurch man direkt auf einer Wellenlänge war. Ich hatte immer den Eindruck, dass Frauen gut zwischen Freundschaften und Partnerschaften trennen können. Wenn ich sie in die Freundeszone steckte, wurde das immer respektiert und war dann auch kein Thema mehr. Es ist mir nur einmal passiert, dass ich mich mit einer Frau traf, die dann plötzlich Händchen halten wollte und heimlich Fotos von mir machte.

Als Single sind diese Freundschaften natürlich kein Problem, aber wenn man in einer Partnerschaft ist, muss man sich auf eine gehörige Portion Eifersucht bereit machen... 😅 Das wird wohl auch meistens so sein.

Am Ende hatte ich die schönste Freundschaft aber trotz allem mit einem Mann, mit einem Autisten. Er war sehr klug, lieb und loyal - genau die richtige Mischung. 😊


Meine Ex Freundin konfrontierte mich immer wieder mit der Frage, wieso ich lieber mit Frauen spreche als mit Männern. Gebetsmühlenartig gab ich ihr zu verstehen, dass ich mit den allermeisten Männern außer "saufen gehen" (was ich nicht tue) kaum Themen finde. Und die meisten Männer eigentlich nur alkoholisiert in einer Gruppe Dummschmus babbeln wollen. Da das nicht mein Anspruch ist, halte ich mich aus solchen Gruppen fern. Hat sie nie verstanden. Interessanterweise konnte ich auch mit Frauen auf freundschaftlicher Basis deutlich bessere Gespräche führen, meistens zu gute, so dass es zu Dramen und Eifersucht kam, also daher habe ich mir irgendwann vorgenommen, keine weiblichen Freundschaften mehr zu pflegen, weil es spätestens dann ein Ende nimmt, wenn man in einer Beziehung ist und keine Freundin wird es mögen, wenn man zu dritte um die Häuser zieht und dann plötzlich irgend eine weibliche Bekannte im Schlepptau hat, zugegeben, ja das kann komisch sein.

Deswegen habe ich keine weiblichen tiefen langjährigen Freundschaften mehr, die sind alle ständig zerbrochen, sobald eine Beziehung im Spiel war. Und daher investiere ich hier nichts mehr - bedauerlicherweise.

Aber ja, es ist tatsächlich so, dass ich auch in meinem Umfeld die typischen Männerfreundschaften eher als Sauf-Gemeinschaften wahrnehme. In seltenen Fällen eben funktionelle Zweckgemeinschaften, damit man irgendwas nicht alleine machen muss, zb Abends in den Club gehen oder sowas. Aber Frauen machen das allermeiste deutlich geplanter, intensiver und erleben Dinge auch ganz anders.

Das kann man nicht vergleichen. Wenn dir lieber Te also deine Freundin irgendwas rät oder kritisch sieht, tut sie das halt aus weiblicher Sicht und als Mann kann ich dir sagen, sind die meisten Männer ohne feste Partnerschaft, Familie und Co. eher allein als das Frauen sind. Gerade im Alter schaffen es irgendwie viele Männer nicht, wirkliche Freundschaften rüber zu nehmen in die Familienphase. Ich meine jetzt echte Freundschaften, nicht den Kumpel, der mal kurz hilft, den Baum zu sägen oder mit dem man mal einen saufen geht. Ich meine echte Freunde, die für einen emotional verfügbar sind, wenns einem dreckig geht. Das ist sehr sehr selten der Fall. Das darf man nicht mit den Cliquen verwechseln, die gemeinsam zur Weihnachtszeit da stehen, Glühwein schlürfen und sch gegenseitig verarschen. Das sind für mich keine Freundschaften.
 
Bin offen für Tipps aller Art

Ich bin zwar kein Mann, aber mein Ex zb hat regen Austausch mit anderen Männern, wirklich, wirklich gute Zusammengehörigkeit und beste langjährige Freundschaften. Er lebt zwar alleine, ich höre aber beim Telefonieren, was er alles so unternimmt- sie haben zusammen einen Imkerverein, sie haben gemeinsam einen Fischteich, sie bauen miteinander einen Pferdestall auf bei einem seiner Kumpels, beim nächsten hilft er immer zu Mittag in dessen Lokal aus, er stellt jetzt Seifen her, nebenher bäckt er für seine Nichte gerne Torten, weil er das auch gern macht- also im Grunde wird gemeinsam gewerkelt, er ist bei Projekten dabei, während dieser und nebenher wird Zusammengesessen und gequatscht, getratscht, gegrillt, Spaß gemacht.
Mein Freund ist auch der Typ, der mit Freud immer mithilft, also irgendwie scheinen diese Freundschaften am nettesten zu sein, wo es ein "Zusammenhelfen" gibt, zugleich werden bei solchen Zusammenkünften viele Sachen ausgemacht, wie gemeinsam auf Schitour gehen, gemeinsam Radfahren, er ist auch bei einem Verein seit Schulzeit, wo man sich immer schon nach dem Training trifft und auch da viel zusammen unternimmt.
Geh halt in eine Gruppe, wo man sich regelmässig trifft, nimm halt auch Teil an einem Projekt. Je öfter man sich sieht, umso vertrauter wird man sich, um so lieber ist man sich. Das hat doch mit Zugehörigkeit zu tun, wir sind Teil einer Gemeinschaft und verbringen viel Zeit miteinander. Automatisch kommts dann doch zu Kameradschaft und zu Lachen miteinander, auch zu ernsthaften Gesprächen.
 
Meine Ex Freundin konfrontierte mich immer wieder mit der Frage, wieso ich lieber mit Frauen spreche als mit Männern. Gebetsmühlenartig gab ich ihr zu verstehen, dass ich mit den allermeisten Männern außer "saufen gehen" (was ich nicht tue) kaum Themen finde. Und die meisten Männer eigentlich nur alkoholisiert in einer Gruppe Dummschmus babbeln wollen. Da das nicht mein Anspruch ist, halte ich mich aus solchen Gruppen fern.
Wäre auch nichts für mich, kann ich nachvollziehen.

Deswegen habe ich keine weiblichen tiefen langjährigen Freundschaften mehr, die sind alle ständig zerbrochen, sobald eine Beziehung im Spiel war. Und daher investiere ich hier nichts mehr - bedauerlicherweise.
Es ist Schade, aber verständlich. Wenn man dann jedes Mal diese großen Verluste hinnehmen muss, geht das auch auf das eigene Wohlergehen.

Aber ja, es ist tatsächlich so, dass ich auch in meinem Umfeld die typischen Männerfreundschaften eher als Sauf-Gemeinschaften wahrnehme. In seltenen Fällen eben funktionelle Zweckgemeinschaften, damit man irgendwas nicht alleine machen muss, zb Abends in den Club gehen oder sowas. Aber Frauen machen das allermeiste deutlich geplanter, intensiver und erleben Dinge auch ganz anders.
Allerdings. Von meinem Umfeld kenne ich das auch nur so mit den Sauf-Gemeinschaften. Mit Frauen ist es wirklich ganz anders dagegen. Einfach lebhafter, lustiger. Sie sind aufmerksam und achten auf Details. Man wird auch überwiegend nur von Frauen angesprochen, wenn man so unterwegs ist.

Ich muss sagen, je älter ich wurde, desto leichter fiel mir das Alleinsein. Wenn jetzt Leute kommen und gehen, dann kann ich das ohne Problem akzeptieren. Aber ich bin auch extrem introvertiert, von daher sind meine Bedürfnisse dahingehend sowieso praktisch Null. Ich glaube emotional spüre ich auch keine Anhänglichkeit mehr bei Menschen und lebe einfach für den Moment. Das kommt aber auch dadurch, dass man meist nie man selbst sein durfte. Irgendwas ist am Ende ja immer "falsch". Man ist zu nett, zu langweilig, nicht männlich genug, zu anhänglich, zu distanziert, zu still, man redet zu viel... Das ist mir alles zu blöd und mir ist es wichtig wirklich als ich selbst zu leben, ohne Verstellerei und so.
 
Beispiel. Ich war letzte Woche Samstag auf einer Weihnachtsfeier dieses Vereins (Leichtathletik), saß mit drei Männern an einem Tisch. Ich glaub man hat mich mal kurz gefragt, was ich beruflich mache, dann war es das auch, fast jeder hat über Politik gemeckert, die Teuerung der Lebensmittel, und was weiß ich. Wäre ich nicht interessiert gewesen, hätte man nach 10min auch schweigend da gehockt.
Das ist auch das, was mich im "Erwachsenenleben" so dermaßen ankotzt.
Es geht nur immer um den Job. Ist das mal nicht Thema, dann wird man mit politischen Themen zugemüllt. Aber das Hauptthema ist immer die Arbeit.
In meinen Zwanzigern hatte ich nen großen Freundeskreis und wir haben über ALLES geredet, und hier und da natürlich auch mal über den Job, aber das war vielleicht 5% der Gesamtdiskussionen.
Heute ist das Thema omnipräsent.
Mir hängt das zum Hals raus.
Die Detailfragen, die dich letztlich doch dazu bewogen haben, in deinem Projekt, dich für diesen oder jenen Werkstoff zu entscheiden, gehen mir am Hintern vorbei. Zumal ich aus einem ganz anderen beruflichen Feld komme und 80% von dem, was du da redest, nicht einmal verstehe...
Sollte es mal Gott sei Dank nicht ums eins der oben genannten Themenfelder gehen, dann artet alles in einem riesengroßen Schwanzvergleich aus.
Die ekelhafteste Prahlerei ist mir lange im Ohr hängengeblieben.
"Weißt du eigentlich, wo man in San Francisco am besten Frühstücken gehen kann?".
Da bleibt mir die Spucke weg.

Das Schlimme ist auch, dass man keine Möglichkeit hat, solche Dinge mit einem Gespräch aus dem Weg zu räumen. Habe das zweimal probiert, im Laufe meines Lebens. Obwohl ich meine Worte sehr sorgfältig gewählt habe und 10 mal betont habe, dass es nicht böse gemeint ist und ich mir einfach wünschen würde, das wir auch mal über andere Themen reden, markierte jedes dieser Gespräche das Ende der besagten Freundschaften.
Hinterher wurde mir dann zugetragen, wie hinter meinem Rücken über mich hergezogen wurde.
"Er ist ja nur neidisch"
"Man darf ja gar nichts mehr sagen"
"Er will mir den Mund verbieten"
"..Wenn das so ist, dann kann er mich mal.."
und vieles mehr..

hinterher schrieb ich noch jedem eine WA (den Männern) und es kam keine Antwort zurück, lediglich ein Daumen Hoch auf meine Nachricht. Also komplettes Desinteresse.

Kenne ich gut.
Oder Leute die 4 Tage brauchen, bis sie sich mal dazu bequemen, mit nem Einzeiler, zu antworten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mich ist das gerade sehr spannend zu lesen hier.
Ich als Frau habe in meinem Leben meistens eher männliche Freundschaften gehabt. Ohne irgendwelche Hintergedanken oder so.
Einfach nur, weil sich für mich die Freundschaften zu Männern besser angefühlt haben aus mit Frauen.

Frauen waren mir immer zu... Anstrengend. Zu viel Zickenkrieg, oft hinten rum, zuviel Drama, schickimicki-Gedöns, Vergleiche, Wettbewerb, zu viel stundenlange Analysen über Zeugs oder nicht anwesende Personen, Geschwafel, "alle immer ganzzzzzz toll"-Getue.... Zu wenig Ehrlichkeit, zu wenig Direktheit für mein Bedürfnis. Ich mag es einfach, direkt, ohne Umschweife. Ich mach mich auch mal dreckig beim Paintball, buddel, packe mit an oder oder... Ich mag handfeste Aktivitäten. Und ich mag nicht immer über jemanden reden, der nicht dabei ist oder mit stundenlang Monologe über die Arbeit bzw wie Jemand die Welt mit seiner Arbeit rettet hören. Ich mag auch nicht ständig drüber reden, was bei mir auf Arbeit abgeht. Männer können da oft besser abschalten und Unterhaltungen über Gott und die Welt führen.

In den letzten Jahren bin ich dann tatsächlich in die "Frauenfalle" getappt. Ich habe mich auf intensive Kontakte eingelassen und wurde nun nach Jahren, in denen ich gegeben habe und versucht habe anzupassen (was für'n Fehler!), enttäuscht. Natürlich mag das zum einen daran liegen, dass ich mich weiterentwickelt habe und nun auch mal "nein" gesagt habe, aber auch das tief in mir Verankerte hat sich bemerkbar gemacht. Mein Mann war schon völlig verwundert, dass ich die Jahre überhaupt durchgehalten habe und mich drauf eingelassen habe, dass ich naiv war zu glauben, dass es diesmal anders sein könnte. Ich habe sogar versucht jene Frauen mit in eine Aktivitätengruppe zu integrieren, um ihnen zu zeigen, was ich so mag. Hat nur semi geklappt. So lange ich die Aktivitäten der Frauen mitgemacht habe, war alles gut. Wollte ich mal etwas anderes, etwas das mehr meinem Naturell entspricht machen, wurde es schwierig... Sie hatte dann keine Zeit oder schlimmer: sind mitgekommen und haben "Schippe" gezogen, schlechte Laune verbreitet... Statt einfach ehrlich zu sagen " hey, sry. Aber das ist mir nix." Ich habe es hoch angerechnet, wenn die Aktivitäten ausprobiert wurden und mich gefreut, aber oft kam dann Gejammer oder Gemecker, das hat die Freude meinerseits dann wieder getötet... Da sind Männer anders gestrickt.
Zumindest in meinem Umfeld.

Nach meinem Fall (oder meiner Befreiung?) war ich eine Zeitlang einsam.
Es war ein komisches Gefühl. Ich musste mich neu sortieren.
Meinen inneren Kompass wiederfinden und schauen, wer ich jetzt eigentlich bin und was ich will.

Neue Kontakte finden, ist schwierig.
Das hat auch mit unserer schnelllebigen Wegwerfgesellschaft zu tun.
Jemand kennen lernen heißt auch Arbeit investiert. Dazu sind viele nicht bereit, ist der Start "komisch ", wird schnell weiter gezogen...
Und viele scheinen sich ihrer Einsamkeit nicht bewusst zu sein, da sie durch die sozialen Medien abgelenkt sind und dem trügerischen Gefühl erliegen, sie seien nicht einsam. Durch die Medien scheint sich die Definition von Freundschaft auch verschoben zu haben.

Ich für mich habe angefangen nicht mehr aktiv zu suchen. Ich nehme was kommt und bin dankbar für das, was ich habe.
Meine Familie, meine Aktivitätengruppe für Paintball, gemeinsame Abende und co, Kollegen auf Arbeit mit denen man mal rumblödeln kann, die Nachbarn für'n Plausch...
Ich bleibe oft auf der Straße (oder beim Einkaufen) stehen und unterhalte mich mit (älteren) Menschen, dabei sind schon wunderschöne Unterhaltungen entstanden... Zufällige Spaziergänge im Wald oder Kiez... Auch sowas kann einen erfüllen.

Ich habe gelernt mit mir auch mit wenigen Freunden im Reinen zu sein. Ein Prozess, der nicht ganz leicht und durchaus schmerzhaft war...

Darf ich fragen, lieber TE, was du mit Substanz meinst?
Was verstehst du darunter?
 
Was genau vermisst du?
Vermisst du überhaupt etwas oder willst du mit deiner Freundin etwas gleichziehen?
Sie scheint eben der geselligere Typ zu sein.

Würdest du gerne jemanden finden, mit dem du weggehen kannst?
So liest es sich für mich.
Gezielt danach suchen über diverse Seiten wie nebenan.de?
 
Also die Feststellung kann ich teilen. Aber nur bedingt. Meine (Ex) mit der ich jetzt derzeit wieder in der Anbahnung bin, hat zb einen ziemlich großen Kreis, den sie als Freundeskreis bezeichnet. Ich schätze 20 Leute. Ich habe sie oft mit diesen Leuten erlebt. Darunter Männer und Frauen. Meist saß man schweigend da, stieß an, oder erzählte sich recht stumpfsinnige, eher oberflächliche Geschichten, die man mal erlebt hat.

Zb war man gemeinsam mal in einem Nachtclub, zwei Autos wurden abgeschleppt, weil sie im Haltverbot standen. Das ganze war wohl schon eine Weile her, also vor meiner/unserer Zeit. Ich fand das weder komisch, jedenfalls war diese Anekdote es in meinen Augen nicht wert, dass man sich jetzt stundenlang darüber kaputt lachte. Ich fand es weder super witzig noch unterhaltsam. Das waren halt so die Gespräche, eher flach.

Für mich waren das Bekanntschaften. Freunde sind für mich Menschen, die mich wirklich kennen und damit meine ich nicht solche Geschichten, sondern mich in meiner Persönlichkeit. Meine (Ex) Freundin ließ sich schwer in die Karten schauen, also von Freunden sprechen, naja.

Ich hatte zeitweise auch das Gefühl, weil sie mir immer vorwarf, ich hätte ja keine Freunde und dies und das.....dass ich da irgendwie mit halten müsse, mit ziehen müsste oder sowas. Ich befand mich unfreiwillig in einem Wettbewerb. Als die Beziehung zu Ende ging, fühlte ich, dass ich sowas einfach nicht brauchte.

Übrigens, sie erzählte mir immer wie wahnsinnig toll die Treffen mit ihren Freunden seien, ich hatte bei ihr immer einen grundsätzlich unzufriedenen Eindruck, eher das Gefühl, sie rede sich das schön. Das war einfach mein Gefühl. Ich hatte das Gefühl, sogar ohne diese zig Freundschaften glücklicher zu sein als sie.

Aber zum Weggehen, auch mal in einen Club, gibt es diese bereits genannten Apps, wobei Meet5 eher 60plus anspricht als dein Alter, lieber TE.
 
@UlliK
Wahre Worte, mein Freund.

Ich musste etwas schmunzeln, als ich hier im Thread so sinngemäß Loblieder auf weibliche Freundschaften gehört habe.
Meiner Erfahrung nach, wechseln viele (not all, not all) Frauen, ihre Freundschaften häufiger als so mancher Kerl seine Unterhosen...
Meine Frau wurde da letztens in so ne "Mädels"-Gruppe hinzugefügt.
Alle das gleiche Pastellfarbene Familybild drin, barfuß im Einheitslook und "glücklich"..sämtliche Themen ausschließlich an der Oberfläche und so dermaßen „fake“, dass man Brechreiz bekommt.
Ja, da wird vielleicht teils weniger gesoffen, als in Männerrunden, aber diese Beziehungen sind auch nur seichte Gewässer. Nichts anderes.

Jemand hat mal zu mir gesagt "ein Freund, zumindest ein echter, ist jemand den man nachts anruft, wenn man ne Leiche verschwinden lassen muss".
Ganz so extrem sehe ich es nicht.
Aber der Grundgedanke ist schon richtig.
Freunde sind füreinander da, gerade wenns hart auf hart kommt und auch mal Aufwand erfordert und dem man vertrauen kann. Dazu gehören halt auch gewisse Basics, die mit einer prinzipiellen Erreichbarkeit einhergehen und dem Willen sich aufeinander einzulassen.
Alles andere sind bestenfalls lose Bekanntschaften (wogegen natürlich nichts einzuwenden ist und die immer noch besser als "nichts" sind)
Wenn jemand nur willens ist, mit mir Zeit zu verbringen, wenn er gerade absolut nichts anderes bzw. "besseres" zu tun hat, dann vergeht mir ganz schnell die Lust.
Schon klar, dass die Frau und Kids immer an erster Stelle sind, ist ja bei mir auch so, aber bitte erzähl mir nicht, dass du nicht mal hin und wieder auf nen Kaffee oder Bierchen bei mir vorbeikommen kannst, weil du die Kids ins Bett bringen musst. Das schafft Mama schon auch mal einmal im Monat alleine..

eher das Gefühl, sie rede sich das schön

Ich verstehe genau was du meinst und bin auch schon zu ähnlichen Einschätzungen gekommen.
 

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