Ich hörte mal den Begriff Menschheitsfamilie.
Das gibt es auf jeden Fall.
Sich zu exklusiv zu machen, zu hohe Standarts zu setzten, zu viele Grenzen , führt dann zu Einsamkeit. Weil es kommt keiner mehr wirklich an einen ran und dadurch kann keine Verbundenheit entstehen.
Wenn ich u.a. denke, ich bin ganz anders als andere, führt das zu dem Gefühl der Vereinzelung und damit Einsamkeit,- auch in Gesellschaft anderer.
Auch da bin ich ganz auf Deiner Seite.
Eben gerade hier im HR...wenn man da oft liest...Threads über Freundschaft, die infrage gestellt wird...uff. Da geht es nicht um Verbundenheit, da geht es um "eingeforderte" Verbindlichkeit. Ein Wahnsinnsunterschied. (Unausgesprochene) Erwartungen und Grenzen. Mir wird da oft ganz anders.
Ich komme ja vom Dorf, wohne da schon lange und habe obendrein einen recht kommunikativen Job.
An mangelnder Ansprache fehlt es mir gewiß nicht. Aber trotzdem kenne ich auch die Lebenslagen, in denen man trotz Gesellschaft so alleine ist wie in den Anden. Sich so fühlt.
Als ich krank wurde, haben wir oft einen Kurort aufgesucht und als dort eine Wohnung günstig zu verkaufen war, habe ich zugeschlagen. Der Ort ist jetzt nicht irre weit weg von meinem Daheim, aber auch nicht gerade um die Ecke. Mittlerweile verbringe ich ungefähr die Hälfte des Jahres dort. Mein Mann kommt am Wochenende, wenn ich da bin, aber unter der Woche bin ich oft alleine. Das ist mir ganz recht. Ich fühle mich pudelwohl so (teils geht mir mein Umfeld schon ab, aber das ist nicht so schlimm). Ich habe auch dort Bekanntschaften und sogar Freundschaften geschlossen, nur habe ich da dank der Situation die Möglichkeit, auch einfach nicht "verfügbar" zu sein. Manche aus meinem Umfeld können das gar nicht verstehen.
Ich bin seeeehr oft in der angeschlossenen Therme. Man hat da echt wahr irre Möglichkeiten an Kontakt, wenn man das möchte oder auch nicht, wenn man das nicht möchte. Hollerzweig hat hier in dem Thread zwei Posts gemacht, die den Nagel völlig auf den Kopf treffen, nämlich
Es reicht doch schon, wenn man jemanden Fremden anspricht, falls man wen zum Reden braucht, es reicht, wenn man das Sorgentelefon in Anspruch nimmt- das wäre zb bereits ein Teil eines Netzwerkes, auch die Pfleger in einem Heim wären das, auch die Nachbarn, ebenso die ganzen Bekannten, die man kennenlernt unterwegs und die lieben Leute, die sich zu einem gesellen während man unterwegs ist. Wer bereit ist für Austausch, der wird immer so jemanden finden.
glaub, es ist gut, wenn man sich zusammenfügt und Beziehungen eingeht, wo der Komfort natürlich genutzt werden kann von BEIDEN Seiten. Ich biete mich an als Kamerad und hab zugleich dann selber einen.
Es war schon soo oft so.
Man redet mit wildfremden Leuten, weil es halt gerade passt. Nicht, weil man so ein guter Mensch ist. Da hört man Lebensgeschichten und Schicksale...da kann man auch persönlich profitieren davon. Und trotzdem ist es schon öfters der Fall gewesen, daß das anscheinend genau das war, was die Person gebraucht hat. Einmal habe ich eine Postkarte bekommen unter meiner Tür durchgeschoben. "Wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her." Das hing bei meiner Großmutter als Stickbild in der Küche. Danke, dass du mein Lichtlein warst, als es um mich dunkel war."...und so ging es weiter, die ganze Postkarte war eng beschrieben. Dabei habe ich gar nichts besonderes gemacht. Es hat mir sogar ein wenig Angst gemacht.