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Alleinesein lernen als Lektion des Lebens

Ein sehr gutes und wichtiges Thema! Danke dir dafür.
Ich konnte sehr gut allein sein (was in diesem Falle meint: ohne Menschen).
Bis zum Tod meines Hundes...
Seitdem kämpfe ich jeden Tag gegen Suizidgedanken an, spüre Einsamkeit, die ich vorher so nicht kannte und vor allem eine komplette Sinnlosigkeit meines Daseins.
Erstaunlich, was so ein kleiner Hund an Lebensinhalt und -sinn ausfüllen kann.
Aber auch, was mit seinem Tod endet und dem eigenen Dasein jeden Sinn ind Inhalt nimmt.
 
Ja, aber was ist die Norm?
Ich weiß es nicht....wüsste aber auch nicht, was es mir bringen würde, wenn ich wüsste, wo ich theoretisch auf einer Skala von 1-10 im Vergleich zu anderen stehen würde.

Maßgeblich für mich selbst ist, wie ich das empfinde...und wenn Vergleich....ob die Verbindung zu mehr selbst stärker oder schlechter geworden ist.
 
Ich weiß es nicht....wüsste aber auch nicht, was es mir bringen würde, wenn ich wüsste, wo ich theoretisch auf einer Skala von 1-10 im Vergleich zu anderen stehen würde.

Maßgeblich für mich selbst ist, wie ich das empfinde...und wenn Vergleich....ob die Verbindung zu mehr selbst stärker oder schlechter geworden ist.
Für mich passt die Aussage daher ganz gut, am Du zum Ich werden. Weil nur in Kontakt zu und mit anderen lernen wir uns ja kennen und damit mit uns selbst verbinden.

Aber auch da kann man wieder sagen, was für ein Du sollte es sein.
Es gibt Menschen die trennen uns von uns selbst. Dann ist vorbei mit der Verbundenheit zu sich selbst.
Selbstaufgabe um der Verbundenheit zu anderen wegen, dann läuft auch was falsch.
Die Befürchtung sich im Du zu verlieren, ist auch so eine Sache weswegen man das Allein sein bevorzugt.
 
Viele, mit denen ich spreche, haben riesige Angst vor dem Alleinesein. Wenn sie alleine sind, geht es ihnen schlecht, sie wissen nichts mit sich, mit ihrer Zeit anzufangen. Sie leiden dann regelrecht.

Deshalb erscheint es mir total wichtig, das Alleinesein zu lernen mit dem Ziel, dass es einem auch in solchen Phasen gut geht. Ich finde dies eine wichtige Lektion, die bestenfalls jeder von uns irgenwann lernen sollte.

Was sagt ihr dazu?
Ich finde es ist ein großer Unterschied ob man alleine ist oder einsam. Deswegen verstehe ich deinen Thread eventuell schonmal nicht.
Aber weil du nach Meinungen gefragt hast:
ich persönlich empfinde "alleine sein" im Sinne von fern von Gruppen(-meinungen) oft als heilsam, mir gibt das viel Kraft und die Fähigkeit mich auf meine Stärken besinnen zu können, was anderen Menschen zu Gute kommen kann. Aber nur jenen die mir am Herzen liegen halt und allen die nicht nerven mit "das muss". Ich persönlich kenne auch keine "Langeweile", also mag daran liegen dass ich langsam bin, aber mir mangelt es andauernd eher an Zeit gefühlt. Nix muss, außer sterben imho. Sry falls das arrogant klingt. Ich finde es total übel, dass es kaum erlaubt ist lange "alleine" zu sein, weil dauernd irgendwas zu tun ist angeblich, z,B. "Arbeit". :-D
Von daher ist "alleine" sein / nicht verfügbar sein / offline sein ein absolutes Luxusgut meiner Meinung nach mittlerweile. Was ich total unmenschlich finde ist aber Einsamkeit. Ich z.B. kann mich in Gruppen sehr wohl extrem einsam fühlen, besonders wenn ich Lohnarbeit nachgehe - weil dies hoch wertgeschätzt wird, sobald hoch entlohnt. Eine tiefere Sinnfrage scheint sich da zu erübrigen im kollektiven Irrsinn von bedruckten Papierscheinchen. Wahrscheinlich ist das aber bei jedem/jeder unterschiedlich. Mir persönlich geben Gruppen oft wenig, weil ich dauernd das Gefühl habe nicht ich sein zu dürfen (was natürlich Käse ist, kommt auf die Gruppe an, i know). just my #2cents
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe nicht alles gelesen.

Ich denke, es gibt viele Menschen, die das Alleinsein nicht üben müssen, geschuldet ihren Lebensumständen.

Es ist auch ein Unterschied, ob ich das Alleinsein bewusst wähle oder ob es von außen auf mich zukommt z.B. durch Tod des Partners oder seines einzigen Tieres. Im letzteren Fall wird man brutal und ungwollt mit dem Alleinsein konfrontiert. Sofern man kein soziales Umfeld hat, kann das ganz sicher zu Einsamkeit führen.

Wie Menschen damit umgehen, das Alleinsein zu gestalten, ist so unterschiedlich wie jeder von uns anders ist. Ich habe die Erfahrung, dass positive Menschen, die sich selbst mögen, in sich ruhen, bei sich angekommen sind und viele Interessen haben, sehr gut alleine sein können, das sogar brauchen, um die Akkus wieder aufzuladen.

Ich persönlich liebe das Alleinsein, brauche Zeit für meine Hobbys und auch Zeit zum Nachdenken. Ich habe aber viele soziale Kontakte, die brauche ich genauso wie das Alleinsein.

Einsamkeitsgefühle habe fast nie.

Letzte Woche hatte ich 3 Feiern und habe gemerkt, dass ich mich sehr auf ein paar ruhige Tage, nur für mich, freue.
 
Es ist auch ein Unterschied, ob ich das Alleinsein bewusst wähle oder ob es von außen auf mich zukommt z.B. durch Tod des Partners oder seines einzigen Tieres. Im letzteren Fall wird man brutal und ungwollt mit dem Alleinsein konfrontiert. Sofern man kein soziales Umfeld hat, kann das ganz sicher zu Einsamkeit führen.
Das finde ich auch.
Früher hätte ich wahrscheinlich gesagt, och kann gut alleine sein.
Als ich meinen Mann verlor, war zusätzlich die schwere Corona Zeit, wo soziale Kontakte richtig schwierig oder sogar verboten waren.
Und obwohl theorethisch meine Kinder noch zu Hause waren, habe ich mich so allein gefühlt wie nie und war richtig einsam.
Es ist schon besser geworden, aber ab und zu holt mich die Einsamkeit auch wieder ein.
 
Ich hörte mal den Begriff Menschheitsfamilie.
Das gibt es auf jeden Fall.
Sich zu exklusiv zu machen, zu hohe Standarts zu setzten, zu viele Grenzen , führt dann zu Einsamkeit. Weil es kommt keiner mehr wirklich an einen ran und dadurch kann keine Verbundenheit entstehen.
Wenn ich u.a. denke, ich bin ganz anders als andere, führt das zu dem Gefühl der Vereinzelung und damit Einsamkeit,- auch in Gesellschaft anderer.
Auch da bin ich ganz auf Deiner Seite.
Eben gerade hier im HR...wenn man da oft liest...Threads über Freundschaft, die infrage gestellt wird...uff. Da geht es nicht um Verbundenheit, da geht es um "eingeforderte" Verbindlichkeit. Ein Wahnsinnsunterschied. (Unausgesprochene) Erwartungen und Grenzen. Mir wird da oft ganz anders.

Ich komme ja vom Dorf, wohne da schon lange und habe obendrein einen recht kommunikativen Job.
An mangelnder Ansprache fehlt es mir gewiß nicht. Aber trotzdem kenne ich auch die Lebenslagen, in denen man trotz Gesellschaft so alleine ist wie in den Anden. Sich so fühlt.

Als ich krank wurde, haben wir oft einen Kurort aufgesucht und als dort eine Wohnung günstig zu verkaufen war, habe ich zugeschlagen. Der Ort ist jetzt nicht irre weit weg von meinem Daheim, aber auch nicht gerade um die Ecke. Mittlerweile verbringe ich ungefähr die Hälfte des Jahres dort. Mein Mann kommt am Wochenende, wenn ich da bin, aber unter der Woche bin ich oft alleine. Das ist mir ganz recht. Ich fühle mich pudelwohl so (teils geht mir mein Umfeld schon ab, aber das ist nicht so schlimm). Ich habe auch dort Bekanntschaften und sogar Freundschaften geschlossen, nur habe ich da dank der Situation die Möglichkeit, auch einfach nicht "verfügbar" zu sein. Manche aus meinem Umfeld können das gar nicht verstehen.

Ich bin seeeehr oft in der angeschlossenen Therme. Man hat da echt wahr irre Möglichkeiten an Kontakt, wenn man das möchte oder auch nicht, wenn man das nicht möchte. Hollerzweig hat hier in dem Thread zwei Posts gemacht, die den Nagel völlig auf den Kopf treffen, nämlich
Es reicht doch schon, wenn man jemanden Fremden anspricht, falls man wen zum Reden braucht, es reicht, wenn man das Sorgentelefon in Anspruch nimmt- das wäre zb bereits ein Teil eines Netzwerkes, auch die Pfleger in einem Heim wären das, auch die Nachbarn, ebenso die ganzen Bekannten, die man kennenlernt unterwegs und die lieben Leute, die sich zu einem gesellen während man unterwegs ist. Wer bereit ist für Austausch, der wird immer so jemanden finden.

glaub, es ist gut, wenn man sich zusammenfügt und Beziehungen eingeht, wo der Komfort natürlich genutzt werden kann von BEIDEN Seiten. Ich biete mich an als Kamerad und hab zugleich dann selber einen.
Es war schon soo oft so.
Man redet mit wildfremden Leuten, weil es halt gerade passt. Nicht, weil man so ein guter Mensch ist. Da hört man Lebensgeschichten und Schicksale...da kann man auch persönlich profitieren davon. Und trotzdem ist es schon öfters der Fall gewesen, daß das anscheinend genau das war, was die Person gebraucht hat. Einmal habe ich eine Postkarte bekommen unter meiner Tür durchgeschoben. "Wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her." Das hing bei meiner Großmutter als Stickbild in der Küche. Danke, dass du mein Lichtlein warst, als es um mich dunkel war."...und so ging es weiter, die ganze Postkarte war eng beschrieben. Dabei habe ich gar nichts besonderes gemacht. Es hat mir sogar ein wenig Angst gemacht.
 
Sich zu exklusiv zu machen, zu hohe Standarts zu setzten, zu viele Grenzen , führt dann zu Einsamkeit. Weil es kommt keiner mehr wirklich an einen ran und dadurch kann keine Verbundenheit entstehen.

Natürlich liegt es an dem Überlegen über sich und andere Menschen, aber wie kann man das ändern, aufheben, endlich ablegen?

Bei uns hat einmal die evangelische Kirche dazu aufgerufen, sich ehrenamtlich um einsame Menschen zu kümmern. Mir wurde eine alte Frau "zugeteilt", jene wohnte in einem Sechsparteien-Miethaus, seit über fünfzig Jahren und das in einem eher kleinen Ort. ""Niemand half ihr Kohlen aus dem Keller zu holen, keiner befasste sich mit ihr, sie klagte über mangelnde Hilfeleistung""
Sie hatte ein Leben lang Zeit, sich anzufreunden im Haus und hat das versäumt und nun klagt sie.

Einsame könnten sich fragen, was brauchts, um nicht abzutriften in solche Befindlichkeit, wo ich mich verlassen fühle und übergangen?
Bei dieser Frau war eindeutig zu sehen, sie selber hat das verursacht, indem sie Wände aufgestellt hat zwischen sich und ihren Mitbewohnern.
Keiner würde ihr abschlagen, eine Tüte in den dritten Stock zu tragen. Jeder würde ihr natürlich ab und an auch Kohlen vom Keller holen, dafür brauchts doch nur eine Bitte und ein entsprechendes Danken.
 

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