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Alkohol, Scham und Perspektivlos - Was kann ich nur tun?

Nachtkauz96

Neues Mitglied
Hallo Leute, habe mir hier angemeldet da ich nicht weiß wie ich jetzt am besten vorgehen soll. Mich plagen die schlimmsten Gewissensbisse und Schuldgefühle, die ich nicht mehr ertragen kann. Sorry dafür schon mal, wenn der Text lang ausfällt.

Ich bin 23 Jahre alt, männlich und wohne seit fast 3 Jahren alleine. Aufgrund psychischer Probleme bin ich arbeitslos und weiß nicht was ich mit mir anfangen soll. Ich bin zutiefst unzufrieden mit meiner Situation, habe aber gleichzeitig nicht die Kraft diese zu verbessern. Die Trennung meiner einzigen Beziehung, die nunmehr 2 Jahre zurückliegt, belastet mich immernoch mal mehr mal weniger.

Seit 2 Monaten trinke ich wieder viel Alkohol, nach dem ich 6 Monate lang abstinent war wegen Panikattacken, die aber wieder weggegangen sind. Eigentlich wollte ich nicht mehr anfangen mit dem trinken und war auch total stolz auf mich dass ich trocken bin. Doch leider wurde ich immer frustrierter und habe zum allen Übel auch noch die Fähigkeit verloren nachts richtig zu schlafen.

Dies und die Perspektiosihkeit führten dazu, dass ich wieder Lust bekam auf Alkohol. Anfangs hatte ich noch ein schlechtes Gewissen gehabt, als ich mir eine Flasche Bier genehmigt habe.

Doch dieses schlechte Gewissen verflog recht schnell und mittlerweile trinke ich jeden Tag und das mehr als je zu vor. Kurz vor Ladenschluss hole ich mir meine 6 Flaschen Bier und sitze meistens so bis 2,3 Uhr morgens auf der Couch. (Wenn ich noch mehr Bier hätte in dem Moment, hätte ich auch weiter getrunken. Darum gehe ich nur kurz vor Ladenschluss einkaufen und hole mir nur max. 6 Flaschen. Muss mir regelrecht Grenzen setzten, sonst trinke ich alles was ich in mich hinein bekomme.) Das sind noch die "normalen" Tage.

Doch seit gut einem Monat bin ich mehrmals die Woche auch ziemlich Betrunken. Dann trinke ich gerne Mal auch 10-15 Flaschen. Manchmal fließt auch Schnapps. Den darauffolgenden Tag verbringe ich die ganze Zeit im Bett mit den schlimmsten Schuldgefühlen und warte bis mein Kater endlich verschwindet.

Meistens trinke ich allein bei mir in der Wohnung. Da kann ich mich noch benehmen. Aber wenn zB. Irgendwelche Bekannten vorbeikommen, dann verliere ich alle Hemmungen. Mache laut Musik an (Die Polizei war schon 2 Mal bei mir). Und ich rede viel Blödsinn. Im Laufe des Abends werde ich immer aggressiver und sehr streitlustig. Fange an zu beleidigen. Gestern zB habe ich meine "Kumpels" einfach so rausgeschmissen aus meiner Wohnung, weil ich agressiv wurde und habe denen noch Beleidigungen und Anschuldigungen an den Kopf geworfen. Und auch noch böse Nachrichten mit dem Handy hinterhergeschickt. Der eine meinte (war natürlich auch betrunken), dass das ganze noch ein "Nachspiel" haben wird.

Ich finde das im Nachhinein ziemlich schade, da gestern auch ein alter Kumpel mit dabei war, den ich seit über 5 Jahren nicht mehr gesehen habe. Und anfangs war alles super doch ich musste unbedingt zum A******* werden. Er wird sich wahrscheinlich nie wieder mehr bei mir melden.

Und nun sitze ich hier und weiß nicht was ich tun soll. Das mit den Kumpels tut mir sehr leid und bei den Nachbarn bin ich wahrscheinlich auch unten durch. Mein ganzes Leben scheint so ausweglos geworden zu sein. Ich habe keinen blassen Schimmer wie ich das alles jetzt wieder geradebiegen soll. Ich schäme mich.
 

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
Kann ich verstehen.
So viel ungelebtes Leben, so viel Verschwendung.
Aber du siehst es ein, und das ist schonmal gut!
Wenn du seit drei Jahren alleine lebst und nichts arbeitest - wer finanziert dir das?
Du musst auf die eigenen Füße kommen.
Mach eine Ausbildung zum Pflegehelfer oder in einem anderen mangelberuf und trinke konsequent NICHTS mehr, was Alkohol enthält.
Sonst kommen zu den bereits vorhandenen problemen auch noch ein dicker Bierbauch und die komplette soziale Isolation.
Von leber und Hirn ganz zu schweigen.
Benutze auch die gescheiterte Beziehung von vor zwei jahren nicht mehr als Erklärungsmuster für die sauferei.
Jeder hat mal Liebeskummer. das gehört dazu.
Schmeiß den Alk weg und informiere dich über die Ausbildung zum Pflegehelfer.
Da kommst du unter Leute, hast eine Aufgabe, Geld und lernst auch eine neue Frau kennen.
 

TomTurbo

Aktives Mitglied
Kaufe die nächste Woche nicht 6 Flaschen, sondern 5. Dann die nächste Woche 4.
Trinke dazwischen immer wieder Mineralwasser, denn Bier macht paradoxerweise durstig. (Weil es die Ausscheidung von Wasser anregt)

Suche etwas, wie du zu dir selber findest. Bei mir hilft Sport: Krafttraining, laufen. Vielleicht hilft das bei dir auch? Du kannst ja ganz klein anfangen.
Oder es ist für dich ein spannendes Buch oder ein Bastelprojekt.
Lange Spaziergänge können auch helfen, die Gedanken zu ordnen und einen Menschen wieder auf die richtige Schiene zu setzen.
 

Schokoschnute

Aktives Mitglied
Hallo Nachtkauz96;

Es ist Gut das dir Bewusst bist,das du in einer Sackgasse bist, ein Muster was sich immer wiederholen wird,wenn Du nicht Konzentriert dran arbeitest.
Aber alleine wird das wohl nix..

Es tut mir sehr Leid das du schon so Jung so gravierende Probleme hast,..die natürlich auch eine tiefere Ursache haben.
Im Internet steht viel über "Abhängigkeiten",mach dich mal etwas schlauer.
Du bist Krank.Suchtkrank und vielleicht sogar mehr, das ist nicht ohne.

Du medikamentierst dich quasi selber mit dem Alkohol und schluckst und schluckst herunter, ..herzufinden "was du eigentlich" so herunterschluckst (Psychisch) das wäre Wichtig herauzufinden und Du suchst nach Hilfe:)
Das ist sehr Gut. Geb Dich nie nie auf..
DU bist WICHTIG.

Ich denke ,Du brauchst Halt und Unterstützung damit du Dich dauerhaft Stabiliesieren kannst.
Die Sucht danach wirst du immer behalten,..dennoch kann man lernen gut damit zu Leben,das ist aber ein längerer Weg..

Ich rate Dir dringend wenn du etwas Verändern willst, Dich an eine "ambulanten Suchtherapie" zu wenden "in deiner Region", (google).

Keine Angst ,keiner schreibt Dir etwas vor.
Sie kommen zu Dir nach Hause und mit ihnen zusammen kannst du einen Weg/Informationen usw neu finden.
(..tolle Sache und wird Dir Gut tun, ich spreche aus Erfahrungen )

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Glück.
Immer dran bleiben und viel viel Geduld,auch nach Niederlagen oder kleinen Rückfällen.

Alles wird Gut und gräme Dich nicht so doll , dein werdegang im Moment ist Klassisch und es gibt Lösungen,höre sie dir an.

Lieben Gruß
Schokoschnutte*
 
G

Gelöscht 115281

Gast
Hallo Leute, habe mir hier angemeldet da ich nicht weiß wie ich jetzt am besten vorgehen soll. Mich plagen die schlimmsten Gewissensbisse und Schuldgefühle, die ich nicht mehr ertragen kann. Sorry dafür schon mal, wenn der Text lang ausfällt.

Ich bin 23 Jahre alt, männlich und wohne seit fast 3 Jahren alleine. Aufgrund psychischer Probleme bin ich arbeitslos und weiß nicht was ich mit mir anfangen soll. Ich bin zutiefst unzufrieden mit meiner Situation, habe aber gleichzeitig nicht die Kraft diese zu verbessern. Die Trennung meiner einzigen Beziehung, die nunmehr 2 Jahre zurückliegt, belastet mich immernoch mal mehr mal weniger.

Seit 2 Monaten trinke ich wieder viel Alkohol, nach dem ich 6 Monate lang abstinent war wegen Panikattacken, die aber wieder weggegangen sind. Eigentlich wollte ich nicht mehr anfangen mit dem trinken und war auch total stolz auf mich dass ich trocken bin. Doch leider wurde ich immer frustrierter und habe zum allen Übel auch noch die Fähigkeit verloren nachts richtig zu schlafen.

Dies und die Perspektiosihkeit führten dazu, dass ich wieder Lust bekam auf Alkohol. Anfangs hatte ich noch ein schlechtes Gewissen gehabt, als ich mir eine Flasche Bier genehmigt habe.

Doch dieses schlechte Gewissen verflog recht schnell und mittlerweile trinke ich jeden Tag und das mehr als je zu vor. Kurz vor Ladenschluss hole ich mir meine 6 Flaschen Bier und sitze meistens so bis 2,3 Uhr morgens auf der Couch. (Wenn ich noch mehr Bier hätte in dem Moment, hätte ich auch weiter getrunken. Darum gehe ich nur kurz vor Ladenschluss einkaufen und hole mir nur max. 6 Flaschen. Muss mir regelrecht Grenzen setzten, sonst trinke ich alles was ich in mich hinein bekomme.) Das sind noch die "normalen" Tage.

Doch seit gut einem Monat bin ich mehrmals die Woche auch ziemlich Betrunken. Dann trinke ich gerne Mal auch 10-15 Flaschen. Manchmal fließt auch Schnapps. Den darauffolgenden Tag verbringe ich die ganze Zeit im Bett mit den schlimmsten Schuldgefühlen und warte bis mein Kater endlich verschwindet.

Meistens trinke ich allein bei mir in der Wohnung. Da kann ich mich noch benehmen. Aber wenn zB. Irgendwelche Bekannten vorbeikommen, dann verliere ich alle Hemmungen. Mache laut Musik an (Die Polizei war schon 2 Mal bei mir). Und ich rede viel Blödsinn. Im Laufe des Abends werde ich immer aggressiver und sehr streitlustig. Fange an zu beleidigen. Gestern zB habe ich meine "Kumpels" einfach so rausgeschmissen aus meiner Wohnung, weil ich agressiv wurde und habe denen noch Beleidigungen und Anschuldigungen an den Kopf geworfen. Und auch noch böse Nachrichten mit dem Handy hinterhergeschickt. Der eine meinte (war natürlich auch betrunken), dass das ganze noch ein "Nachspiel" haben wird.

Ich finde das im Nachhinein ziemlich schade, da gestern auch ein alter Kumpel mit dabei war, den ich seit über 5 Jahren nicht mehr gesehen habe. Und anfangs war alles super doch ich musste unbedingt zum A******* werden. Er wird sich wahrscheinlich nie wieder mehr bei mir melden.

Und nun sitze ich hier und weiß nicht was ich tun soll. Das mit den Kumpels tut mir sehr leid und bei den Nachbarn bin ich wahrscheinlich auch unten durch. Mein ganzes Leben scheint so ausweglos geworden zu sein. Ich habe keinen blassen Schimmer wie ich das alles jetzt wieder geradebiegen soll. Ich schäme mich.
Du musst unbedingt eine Therpaie machen! Alkoholismus ist eine ernsthafte Krankheit. Du bist noch sehr jung du hast noch alle Chancen.
 
S

SoNicht

Gast
Und nun sitze ich hier und weiß nicht was ich tun soll.
Das weist du schon, gibt ja nur 2 Möglichkeiten.

 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

nichtLiam

Mitglied
Wie nahe stehen Dir denn deine Freunde? Versuch Dir doch mal einen von denen auszuwählen und diesen über deine Situation aufzuklären. Für mich sieht das danach aus, dass dich deine "Freunde" nicht so gut kennen oder denen es komplett egal ist, wenn Du in solchen Alkohol-Situationen versinkst. Teile denen mit, dass dein jetziges Wohlbefinden nicht ganz optimal ist und dass Du oft zum Alkohol neigst. Sicherlich werden deine Freunde dann eine Reaktion darauf zeigen und Dich ab und an mal von einem Bier abhalten und besser auf deine Grenzen acht nehmen. Vielleicht bleibt der Alkohol einen Abend auch mal im örtlichen Supermarkt und ihr macht euch einen Abend ohne Drogen? Besser wäre es für Dich und vielleicht auch deine Freunde, welche dann nicht mit blöden Dingen konfrontiert werden, welche Du am Ende bereust.
 

Nachtkauz96

Neues Mitglied
Danke für die Antworten 👍

Habe einen Realschulabschluss. Dieser liegt aber jetzt auch schon einige Jahre zurück. Nach der Realschule war ich noch ein Jahr auf einer Art Handelsschule, die ich allerdings mit nem Abgangszeugnis abgeschlossen habe. (War meine Kifferzeit). War vor 4 Jahren in einer offenen Psychiatrie für paar Monate.
Meinen Führerschein habe ich leider nie zu Ende gemacht, da ich die ganze Zeit drauf war. Zwischendurch immer Mal wieder Praktika gemacht und als Helfer im Verkauf gearbeitet.

Naja und Freunde... Das sind alles Leute, die sich irgenwann melden und dann vorbeikommen.
Und da ich einsam bin und mein betrunkenes Hirn auf mehr Alk hofft, stimme ich dem Treffen halt zu. Aber nein, enge Kontakte sind das nicht, obwohl man sich schon Jahre kennt. Aber sonst hat man sich nicht viel zu sagen. Manchmal sieht man sich auch ein ganzes Jahr nicht.
Einzig die Leute, die eine Stadt weiter wohnen, könnte ich noch als "Freunde" bezeichen. Aber auch hier wird getrunken. Doch bei diesen Leuten werde ich nicht agressiv, selbst wenn ich sehr betrunken bin.

Ich kann mich an fast kein einziges Treffen erinnern in den letzten Jahren, wo kein Alkohol geflossen ist oder andere Dinge konsumiert wurden. Ich betrachte den Alk irgendwie auch als sozialen "Klebstoff". Sonst hat man sich ja nichts zu sagen. Ohne fühle ich mich nicht wohl in sozialen Situationen und mit der Leere kann ich dann ebenso wenig umgehen.
Nur wenn ich eine bestimmte Grenze überschreite mit dem trinken, dann kippt alles ins Gegenteilige um.

Ihr spricht hier immer wieder Mal von Alkoholismus und Krankheit.
Es fällt mir schwer mich als Alkoholiker zu sehen. Ich meine ein Alkoholiker trinkt doch von morgen früh bis spät abends und dann auch Schnaps und zig Flaschen Bier. Er schwitzt und zittert, wenn er nichts hat. Das tu ich ja nicht.
Meine Kumpels sehen mich auch nicht so. Da gibt es einen, der trinkt locker Mal 2 Sixpacks und fährt noch Fahrrad. Und ich liege den ganzen Tag im Bett oder auf der Couch, weil ich voll verkatert bin. Außerdem kann ich ja auch Mal paar Tage darauf verzichten und zuletzt diese 6 Monate, auch wenn ich zugeben muss, daran immer wieder mal gedacht zu haben.
 
A

Alböguhl

Gast
Wie nahe stehen Dir denn deine Freunde? Versuch Dir doch mal einen von denen auszuwählen und diesen über deine Situation aufzuklären. Für mich sieht das danach aus, dass dich deine "Freunde" nicht so gut kennen oder denen es komplett egal ist, wenn Du in solchen Alkohol-Situationen versinkst. Teile denen mit, dass dein jetziges Wohlbefinden nicht ganz optimal ist und dass Du oft zum Alkohol neigst. Sicherlich werden deine Freunde dann eine Reaktion darauf zeigen und Dich ab und an mal von einem Bier abhalten und besser auf deine Grenzen acht nehmen. Vielleicht bleibt der Alkohol einen Abend auch mal im örtlichen Supermarkt und ihr macht euch einen Abend ohne Drogen? Besser wäre es für Dich und vielleicht auch deine Freunde, welche dann nicht mit blöden Dingen konfrontiert werden, welche Du am Ende bereust.
Wenn das mal so einfach wäre und ginge.
Ein Abend ohne Alkohol Drogen, hab ich mal ein halbes Jahr gemacht und dann....Alkohol ist die einzige Droge, bei der du dich rechtfertigen musst, wenn du sie NICHT nimmst.
"Bekomme ich ein Bier?" "Nein, Alkohol ist was für Leute, die es sich leisten können, Gehirnzellen zu verlieren." "Und?" "Beweisführung abgeschlossen..."
War ja auch nur da wo getrunken wurde , das waren die Freunde, haben mich höchstens noch animiert, mit ähnlichen Aussagen wie sie alle tätigen die saufen wollen.
Da hilft nur die 180 Grad Drehung um das zu beenden.
Man kapieret es, will es, oder nicht.
Dazwischen ist nichts, wie bei Schwangerschaften, halb schwanger gibt es auch nicht!
Das Ende beim saufen ist gewiss, auch ohne Abhängigkeit trinken sich viele Tot oder in den Korsakow.
Die einen früher, die andern später, die häufigste Ursache des Korsakow-Syndroms ist ein jahrelanger übermäßiger Alkoholkonsum.
Bei den Wohlhabenden >Genießern wird das oft als Altersdemenz oder Alzheimer ( getarnt ).
 

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