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Ärger mit Eltern wegen Weihnachten

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Ich hatte das so verstanden, dass deine Eltern (oder entscheidet da alles dein Vater allein?) sich entschieden haben, deinen Bruder mit Familie einzuladen. Dann ist es doch klar, dass er Tickets kauft, wenn er eingeladen wird, oder? Denn wenn er sich durch das Kaufen von Tickets selbst eingeladen hätte, würdest du deinem Vater doch nicht vorwerfen, dass er sich für deinen Bruder und gegen dich entschieden hat - ?

Ich weiß es nicht genau, wie rum das war. Als ich im Nachgang mit meiner Mutter darüber gesprochen habe meinte sie, mein Bruder habe schon vorher die nicht stornierbaren Bahnfahrkarten gekauft.

Kann gut möglich sein, dass mein Vater ihn dazu animiert hat.

So organisatorische Dinge macht überwiegend mein Vater. Meine Mutter ist eher still. Für sie tut mir das auch leid. An ihren letzten beiden Geburtstagen war ich aber immer da!
 
Ich habe das Gefühl, dass ich für ihn aus religiöser Sicht weniger wert bin, weil ich keine Familie habe. Und das zeigt er mir halt immer.

Ich kenne diese Einstellung bei vielen Christen, dass Verheiratete angeblich Gott besser gehorchen als "egoistische" Singles. Das ist biblisch gesehen nicht korrekt. Der Apostel Paulus hat sogar dazu geraten, dass man unverheiratet bleiben soll, damit man mehr Zeit für Gott hat. Wer jedoch nicht enthaltsam leben kann, der solle laut Paulus heiraten.

1. Kor 7:

32 Ich will aber, dass ihr ohne Sorgen seid! Der Unverheiratete ist für die Sache des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefällt;
33 der Verheiratete aber sorgt für die Dinge der Welt, wie er der Frau gefällt.
34 Es ist ein Unterschied zwischen der Ehefrau und der Jungfrau. Die Unverheiratete ist besorgt um die Sache des Herrn, dass sie heilig sei sowohl am Leib als auch am Geist; die Verheiratete aber sorgt für die Dinge der Welt, wie sie dem Mann gefällt.
35 Das sage ich aber zu eurem eigenen Nutzen, nicht um euch eine Schlinge um den Hals zu werfen, sondern um des Anstandes willen, und damit ihr ohne Ablenkung beständig beim Herrn bleiben könnt.
...
38 Also, wer verheiratet, handelt recht, wer aber nicht verheiratet, handelt besser.
 
Meinem Vater hat das gar nicht gefallen. Sowohl, dass ich am Heiligabend nicht da bin, als auch dass ich mich erdreiste, über das Familienfest in den Urlaub zu fliegen. Er sei sehr enttäuscht, dass ich mit ihm vorher nicht darüber gesprochen und ihm um Erlaubnis gebeten habe.
Du bist fast 30 und musst noch deinen Vater um Erlaubnis fragen, wie du Weihnachten gestaltest? Höchste Zeit, dass er lernt, dass du kein Kind mehr bist.

Als Diakon der Gemeinde waren meinem Vater und auch meiner Mutter die Weihnachtstage als Familie immer heilig.
Mir sind die Weihnachtstage auch heilig. Ich bin ebenfalls katholisch wie dein Vater. Aber ich habe immer gesagt, auch schon zu Lebzeiten meines Partners:
"Weihnachten ist kein verkitschtes "Fest der Liebe", auch kein "Familienfest", bei dem sich Familien selbst zelebrieren. Weihnachten ist das Fest der Geburt Christi (das Fest, wohlgemerkt, nicht das historische Datum). Und Jesus hat sich vorrangig um die Außenseiter der Gesellschaft gekümmert, die gerade nicht in einen Familienverband oder was auch immer integriert waren."

Und weil ich schon sehr lange so denke, werde ich auch in diesem Jahr Weihnachten feiern, wenn auch ganz allein. Obwohl mein Partner erst vor einem halben Jahr plötzlich verstorben ist. Sein viel zu früher Tod ist für mich sehr traurig, ändert aber nichts an Weihnachten und verdirbt mir das Fest auch nicht. Ich werde dieses Jahr zwar wahrscheinlich auf einen Weihnachtsbaum verzichten, weil mir das zu aufwendig ist und außer mir ja niemand den Baum sehen würde (damit handele ich sogar im Sinne meines verstorbenen Partners, der überhaupt keinen Wert auf einen Baum legte. Wenn er es aus dem Jenseits könnte, würde wahrscheinlich sogar sagen: "Da musste ich erst sterben, damit du endlich keinen Weihnachtsbaum mehr machst! Das ist doch sowieso ein heidnischer Brauch." 😉). Aber ich werde trotzdem ein wenig dekorieren und Weihnachten auch begehen.

Ich sagte meinem Vater, dass es ihm als Christ doch gefallen müsse, wenn obdachlosen Menschen am Heiligen Abend etwas Gutes getan werde. Er erwiderte darauf, dass das Essen auch ohne meinen Einsatz organisiert würde.
Ganz "toll", diese Reaktion deines Vaters. Überaus christlich. Dein Vater scheint ein typischer Heuchler und Pharisäer zu sein, wenn er das so bewertet. Ihm geht es offensichtlich nur darum, nach außen hin vor dem Pfarrer und der Kirchengemeinde gut dazustehen. Er, der ach so tolle Diakon und "engagierte" Christ mit der erzkatholischen Vorzeigebilderbuchfamilie. Hat er sich überhaupt jemals ernsthaft inhaltlich mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt, oder plappert er nur irgendwelche Dogmen der Amtskirche nach, ohne ab und zu auch mal einen Blick in die Bibel zu werfen?

Im Übrigen kann dein Vater zu Weihnachten mindestens ebenso gut ohne dich auskommen wie die Obdachlosen. Das hat er 2000 ja bereits eindrucksvoll bewiesen.

Als ich meinem Vater das mit Weihnachten vor zwei Jahren nochmal sagte und er mir nicht etwas vom Weihnachten als das Familienfest vorheucheln solle, wurde er sehr laut. Das sei damals eine Ausnahmesituation gewesen und bla bla.
Tja, wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an. War es etwa christlich, ausgerechnet denjenigen Sohn auszuladen, der dadurch an Weihnachten ganz allein war? Auch anstelle deines Bruders hätte ich dir gegenüber ein schlechtes Gewissen gehabt.

Ich fragte meinen Vater dann, ob er meinem Bruder denselben Vortrag zum Fest der Familie gehalten habe oder ob ich es wieder sei, der seine Doppelmoral zu hören bekomme. Er legte dann ohne weiteren Kommentar auf.
Kindisch, gerade für einen 60-Jährigen. Ich bin im selben Alter wie dein Vater. In wenigen Monaten werde ich auch 60, so Gott will.

Haltet ihr die Reaktionen von mir und meinem Vater beide für in Ordnung oder glaubt ihr, dass er oder ich mich falsch verhalten haben?

Ich habe die Sorge, dass das Band zu meiner Familie komplett reißen könnte. Aber er war es ja, der mich vor zwei Jahren ausgeschlossen hat. Ich würde nur mal erwarten, dass er mich dafür um Entschuldigung bittet oder zumindest sagt, dass ihm das Leid tut. Da kam aber bislang nichts...
Dein Vater will immer noch Macht über dich ausüben und dich beherrschen. Er stellt seine Art, seinen Glauben zu praktizieren, nicht im Ansatz infrage. Er fragt sich auch nicht, ob es wirklich dem entspricht, was Jesus gepredigt hat. Er will, dass alles beim Alten bleibt.

Vielleicht ist tatsächlich eine Zeitlang Funkstille und Knatsch. Aber die andere Alternative wäre, dass du dich ewig von deinem Vater wie ein kleiner Junge behandeln lassen musst.

Er kann sich ja beim Gemeindepfarrer über dich beklagen. 😉 Ein vernünftiger Pfarrer wird ihm schon sagen, dass er sich selber nicht korrekt verhalten hat. Es gibt gute und aufgeschlossene Pfarrer. Leider aber auch weltfremde.

Meine Erfahrung ist die, dass man auch um den Glauben und die Art, wie man ihn praktiziert, immer wieder neu ringen muss. Es gibt Phasen einer Gottesferne und dann auch wieder Phasen einer Gottesnähe. Aber diese Phasen halten den Glauben lebendig, weil man immer wieder neue Erfahrungen macht. In althergebrachten Vorstellungen zu erstarren, ist nie richtig. Man kann Gott nicht "fassen" und man wird von ihm auch immer wieder daraufhin geprüft, wie man mit bestimmen Situationen umgeht. Gott stellt unsere Art zu glauben immer wieder infrage, damit wir uns auch im Glauben weiterentwickeln. Dein Vater ist längst in Ritualen erstarrt. Er möchte vor sich selbst, vor anderen Verwandten, vor der Nachbarschaft, dem Pfarrer und der Kirchengemeinde als guter Katholik dastehen, der alles richtig gemacht hat und daher von Gott mit dem "Erfolg" einer "glücklichen", "harmonischen" Familie belohnt wird. Er fragt sich aber gar nicht mehr, ob das, was er da praktiziert, überhaupt dem entspricht, was Jesus gelehrt hat. Lügen und Heuchelei, nur seine eigene Sichtweise gelten lassen und etwas tun, nur um nach außen gut dazustehen, sind Verhaltensweisen, die Jesus gar nicht leiden konnte bzw. kann. Jedenfalls gibt es genügend Stellen in den Evangelien, die deutlich darauf schließen lassen.

Ich vermisse bei deinem Vater vor allem, dass er auch einmal versucht, deine Sichtweise zu verstehen.

Das 4. Gebot bedeutet nicht, dass man sich als Erwachsener von seinen Eltern wie ein unmündiges Kind behandeln lassen muss und nichts tun darf, was ihnen nicht in den Kram passt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schau mal auf deine Hände. Mach eine Faust. Versuche, etwas zu greifen.

Wenn du etwas neues mit deinen Händen greifen möchtest, musst du die Faust zunächst lösen.

Du hast sehr viel Zeit allein verbracht, unglücklich, verletzt, einsam.

In deinem Unglück hattest du begonnen, Rachegedanken zu spinnen, wie du die verletzen kannst, die dir weh getan haben.

Das ist menschlich verständlich, kommt aber bei denen, an denen du dich rächen willst, trotzdem verständlicherweise nicht gut an.

Lass deinen Zorn und Groll los, dann kannst du etwas neues beginnen.

Es ist ein sehr schöner Gedanke von dir gewesen, dass du an Heiligabend für Obdachlose da sein willst.



So, wie du das schreibst, finde ich diese Auffassung deines Vaters ziemlich absurd.

Dein Bruder soll mehr Wert haben als du, weil er verheiratet ist und als Familienoberhaupt seiner eigenen Familie nun seiner Ehefrau sagen darf/soll/muss, wo es lang geht?

Das finde ich persönlich ziemlich absurd. Was ist deine Meinung dazu?



Wie siehst du dich? Als Schaf deines Vaters, als ein Wesen, dem von deinem Vater der rechte Weg gezeigt werden muss?

Es kommt mir so vor, als würde dein Vater seine Familie als Herde brauchen, um sein Selbstbild als Hirte aufrecht zu erhalten.

Versuch es mal so zu sehen: hätte dein Vater dich nicht verletzt, würdest du dich vielleicht immer noch bemühen, sein artiges Schaf zu sein.

Nun bist du frei, deinen eigenen Weg zu gehen.

Du hast deinen Vater so verletzt wie er dich verletzt hat, jetzt seid ihr quitt.

Genieße deinen Urlaub, denk in Ruhe über alles nach. Lass deinen Zorn los, deinen Groll. Deine Rache hast du jetzt gehabt, lass es damit gut sein.

Vielleicht, wenn du deinen Weg weiter gehst, kommst du irgendwann dazu, dass du einfach so glücklich bist, da zu sein, wo du bist, so glücklich, der zu sein, der du bist, dass du zurück schaust und sagst, dass das sogar diese Verletzung wert war.

Denn sonst hättest du vielleicht einen anderen Weg eingeschlagen.

Und lange vorher wird sich dein Zorn so abgekühlt haben, dass du wieder frei bist, deinem Vater und deinem Bruder zu begegnen - ohne, dass du das Bedürfnis nach Rechtfertigung hast oder nach Rache oder ihrer Anerkennung - einfach, weil du selbst mit dir im Reinen bist.

Danke für deinen Beitrag. Ich stelle mir aber die Frage, ob ich mit Menschen, für die ich keinen Wert besitze, überhaupt Kontakt noch Kontakt haben möchte. Wenn ich meinem Vater nicht mal eine -ernstgemeinte- Entschuldigung wert bin. Da wird bei jedem Treffen das Gefühl mitschwingen, was damals passiert ist und dass es meinem Vater und meinem Bruder komplett egal ist und das wird dann jedes Mal wieder das negative Gefühl in mir wecken.

Ich war mit der Sache eigentlich schon wieder halbwegs im Reinen. Bis dann von meinem Vater am Telefon wieder diese ganzen Vorwürfe kamen...
 
Wäre es denn ein Kompromiss zu sagen, dass ihr Weihnachten einfach am 6. Januar nachfeiert? Da sind die heiligen 3 Könige, die orthodoxen Christen feiern ja erst da. An diesem Tag wärst du vom Urlaub zurück und dein Bruder und seine Familie könnten es vielleicht ebenfalls einrichten. (Edit: oder lade deine Eltern zu deinem Obdachlosenfest ein, die könnten da doch mithelfen, das stünde deinem Vater als Diakon doch recht gut).

Ich kann dich da schon verstehen. Du hast das Gefühl, für jeden die 2. Geige zu spielen und hättest gern zumindest eine Entschuldigung gehört. Und seien wir mal ehrlich - zumindest beim Urlaub ist doch durchaus auch eine gehörige Portion Trotz mit dabei.

Ich würde dir raten, dennoch einen Schritt auf deine Familie zuzugehen. Ich fürchte, deine Eltern stammen (wie meine auch) noch aus einer Generation, in welcher "was sollen die Leute nur denken" noch eine große Rolle spielt und die es auch nie gelernt haben, sich bei Kindern (als erstes) zu entschuldigen. Meine sind auch so. Aber bisher war es eigentlich immer so, dass meine Eltern sich sehr wohl entschuldigen und über ihr Verhalten nachdenken konnten, wenn ich den ersten Schritt auf sie zuging. Ich glaube, in dieser Generation hat man es einfach noch nicht so sehr gelernt, seinen Stolz auch mal beiseite zu schieben, als unsere Generation es (zum Glück) tat.

Weißt du, vor ein paar Jahren hatten ich und meine Mutter kurz vor Weihnachten so richtig, richtig Krach. Ebenso weil ich mich von ihr bevormundet fühlte (allerdings aus anderen Gründen). Auch ich hatte zunächst gesagt, dass ich Weihnachten nicht kommen würde. An Heiligabend hatte ich mich dann jedoch kurzfristig nochmals anders entschieden, unter anderem weil ich mitbekam, dass mein Vater - welcher für die Situation gar nichts konnte - fast noch mehr darunter litt als meine Mutter (der der Streit durchaus sehr an die Nieren ging, auch wenn es ihr schwerfiel, es zuzugeben).

Wir hatten Heiligabend nach der Kirche dann sehr viel geredet und ich habe meinen Standpunkt klar gemacht. Eben dass ich mich manchmal wie ein kleines Kind behandelt fühlte, was das in mir auslöst und dass es künftig einige Regeln gäbe, etwa einige Gebiete, in welchen ich es ihnen künftig verbiete, sich einzumischen. Meine Mutter hatte dann auch ein Einsehen, dass sie es zwar gut gemeint hatte, ihr Verhalten aber falsch war. Wir hatten uns dann gegenseitig für unsere Sturköpfigkeit entschuldigt. Seit diesem Tag an wurde ich dann auch als Erwachsene behandelt, wohl auch, weil ich den Konflikt erwachsen löste und nicht wie ein trotziges Kind.

Ich denke, ihr braucht einfach auch mal so ein Gespräch, und zwar gemeinsam am Tisch oder auf dem Sofa, nicht am Telefon (wo man sich zu leicht missversteht). Ich denke, dein Problem ist, dass dein Vater in euch einfach all die Zeit noch seine beiden kleinen Kinder sah, die er großzog. Auch als ihr erwachsen wart und dazu gehörte es dann auch, dass er euch (vermutlich unterbewusst) bevormundete. Als dein Bruder heiratete, wurde deinem Vater wohl klar, dass er kein Kind mehr ist. Bei dir ist das (noch) nicht geschehen (und auch hier eher unterbewusst und nicht aus Böswilligkeit dir gegenüber). Vielleicht trauert er den alten Zeiten auch schlicht hinterher und es fällt ihm bei dir leichter, noch das Kind in dir zu sehen, als bei deinem Bruder.

So sehr ich deinen Ärger und Trotz verstehen kann, er bringt dich nicht weiter. Was du brauchst ist ein eingehendes Gespräch mit deinem Vater. In welchem du ihm erklärst, wie du dich fühlst (so wie du es hier erklärt hast). Und zwar ohne große Vorwürfe, eben nur, wie es in dir drin aussieht. Und dass du dir wünschen würdest, dass er in dir - wie bei deinem Bruder - künftig auch mehr den erwachsenen Mann als seinen kleinen Sohn sieht.

Danke dir für deinen sehr schönen Beitrag. Da hast du meine Eltern richtig gut beschrieben und eingeschätzt. Sind deine Eltern um die 60 wie meine oder jünger/älter?

Du hast natürlich vollkommen recht. Beim Urlaub war schon etwas Trotz dabei - einerseits. Andererseits wollte ich meinem Vater aber auch zeigen, dass nicht alles nach seiner Pfeife tanzt.

Wahrscheinlich hast du recht. Ein klärendes Gespräch wäre sinnvoll. Vielleicht verzeiht mein Vater mir auch nicht den Kirchenaustritt... Ich weiß aber gar nicht, wie ich das Gespräch anfangen sollte. Ich habe meinen Vater in den letzten zwei Jahren vielleicht vier Mal gesehen. Früher war ich schon zwei bis drei Mal im Monat da - mal nach der Arbeit oder so.

Kommt es da jetzt nicht merkwürdig rüber, wenn ich jetzt Dinge von vor zwei Jahren klären will?
 
Die Frage ist ja ob sich der ganze Ärger so lohnt , auf Dauer.

Das geht ja schon bald zwei Jahre so. Ich habe da viel Sitzfleisch. Ich weiß einfach nicht, ob es nach diesen zwei Jahren wieder so werden kann wie früher...

Was mich nur belastet ist, dass ich niemanden habe, mit dem ich mal so reden kann. Keine Freunde mehr, sehr angespanntes Verhältnis zu meiner Familie und seit bald zwei Jahren keine Kollegen mehr. Nur noch meine Chefin, die aber am anderen Ende vom Deutschland sitzt und mit der ich 15 Minuten in der Woche Jour Fixe habe...
 
Danke für deinen Beitrag. Ich stelle mir aber die Frage, ob ich mit Menschen, für die ich keinen Wert besitze, überhaupt Kontakt noch Kontakt haben möchte. Wenn ich meinem Vater nicht mal eine -ernstgemeinte- Entschuldigung wert bin. Da wird bei jedem Treffen das Gefühl mitschwingen, was damals passiert ist und dass es meinem Vater und meinem Bruder komplett egal ist und das wird dann jedes Mal wieder das negative Gefühl in mir wecken.

Ich war mit der Sache eigentlich schon wieder halbwegs im Reinen. Bis dann von meinem Vater am Telefon wieder diese ganzen Vorwürfe kamen...

Wenn du keinen Wert hättest für deinen Vater, hätte er nicht geweint, als du ihm gesagt hast, dass du nicht zu seinem Geburtstag kommst.

Dann hätte er dich nicht eingeladen diese Weihnachten, dann hätte er nicht argumentiert, dass du kommen sollst, dann wäre er nicht sprachlos gewesen vor deinem Zorn und deinen Vorwürfen.

Ich denke, dass dich dein Vater liebt.

Er ist ein starrköpfiger, alter Mann, der an Hierarchien glaubt, an die Rangordnung von Vater und Sohn, von Mann und Frau.

Darum bringt er es nicht über sich, zuzugeben, dass er Unrecht hatte, um Verzeihung zu bitten.

Das zumindest denke ich.

Wenn du kannst, dann verzichte auf einen Versuch, ihm das abzuringen.

Aus Grossmut, aus Liebe, vielleicht auch aus deinem Verständnis von Christentum.

Gönn dir die Pause, die du brauchst, gib euch beiden Zeit, damit eure Verletzungen heilen können.

Da draußen gibt es eine ganze Welt, die du entdecken kannst.
 
Wenn du keinen Wert hättest für deinen Vater, hätte er nicht geweint, als du ihm gesagt hast, dass du nicht zu seinem Geburtstag kommst.

Dann hätte er dich nicht eingeladen diese Weihnachten, dann hätte er nicht argumentiert, dass du kommen sollst, dann wäre er nicht sprachlos gewesen vor deinem Zorn und deinen Vorwürfen.

Ich denke, dass dich dein Vater liebt.

Er ist ein starrköpfiger, alter Mann, der an Hierarchien glaubt, an die Rangordnung von Vater und Sohn, von Mann und Frau.

Darum bringt er es nicht über sich, zuzugeben, dass er Unrecht hatte, um Verzeihung zu bitten.

Das zumindest denke ich.

Wenn du kannst, dann verzichte auf einen Versuch, ihm das abzuringen.

Aus Grossmut, aus Liebe, vielleicht auch aus deinem Verständnis von Christentum.

Gönn dir die Pause, die du brauchst, gib euch beiden Zeit, damit eure Verletzungen heilen können.

Da draußen gibt es eine ganze Welt, die du entdecken kannst.

Vielleicht hast du recht. Aber wie sollen die Verletzungen heilen, wenn ich mir immer Vorwürfe anhören muss, wenn ich mir Zeit für mich nehme und den Feiern fortbleibe? Das löst ja jedes Mal wieder die Wunden auf.

Ich weiß einfach nicht, wie ich das aufbereitet bekommen soll... Das seit bald drei Jahren alleine zuhause rumhocken (ich bin sehr viel unterwegs, aber halt immer alleine) hat mich emotional komplett erkalten lassen.

Heute war ich nochmal auf dem Stammtisch, wo ich seit 1 1/2 Jahren keinen Anschluss finde. Menschenmengen und der Lärm von Menschen stressen mich mittlerweile richtig. Und wenn es nur ein Gespräch von zwei Personen in der Bahn oder im Café ist, das ich höre. Ich würde dann am liebsten wegrennen...

Es ist fürchterlich... Und ich verstehe mich selbst nicht mehr. Ich möchte wieder Anschluss finden und zeitgleich stressen mich andere Menschen nur noch. Ich verstehe nicht, warum mich das stresst. Ich will nicht, dass mich das stresst.
 
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