@JimGmail:
Bei mir war der Leidensdruck auch schon viel früher so groß, dass ich einige Therapien machte und in meiner Verzweiflung sogar zu einem Geistheiler ging, zu dem mich immer meine Schwester brachte.
Mit meinem inneren Kind wurde ich aber in keiner der Therapien wissentlich konfrontiert. Deswegen würde mich mal interessieren, was für eine Therapie das genau war, der du dich unterzogen hattest? Und wie war das vor dieser Therapie? Meintest du da, dass es an dir lag, wie sich deine Eltern dir gegenüber verhielten?
In einem Krankenbericht vor 20 Jahren attestierte man mir ein "Schwanken zwischen narzißtischen Größenphantasien und Selbstentwertungsmechanismen".
Danke für deine längere Antwort, wobei ich aber nicht weiß, ob das, was dir so gut geholfen hat, auch in meinem Fall der Schlüssel ist. Es sei denn, dass ich unbewusst immer noch in mir eine Schuld trage - was mich aber wundert, dass es bei dir doch recht schnell ging mit der Auf-Lösung des Glaubenssatzes.
Wie wurde dir denn bei den Familientreffen klar, dass du nicht dazu gehörst und weiterhin von deinen Eltern und Geschwistern "irgendwie" ausgeschlossen wirst? Gibt es eigentlich Kontaktversuche von Seiten deiner Eltern und Geschwister?
Ich verstehe schon, warum Klärung wichtig ist, um seinen Frieden mit der Vergangenheit machen zu können, aber die Frage ist, ob es in jedem Fall für die eigene Situation ausreicht, zu erkennen, dass man für das, was damals passiert ist, nicht schuldig ist.
Ich gebe meinen Eltern keine Schuld dafür, dass sie nie über Gefühle sprechen konnten, aber ich hätte mir mehr Interesse für mich, Aufmerksamkeit und Zuwendung gewünscht. Vielleicht waren sie dazu ja nicht in der Lage, ich weiß es nicht. Wie schon erwähnt, war mein Verhältnis zu meinem Stiefvater nicht besonders - und es wurde angespannter, je älter ich wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er in mir ein Weichei sah, weswegen er auch so zu mir war, wie er war. Ich selbst aber weiß, dass so mancher in meiner Lage schon damals Suizid begangen hätte.