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45 Jahre, sozial isoliert und verzweifelt

@Ondina:

Und was soll dieser Betreuer dann für mich machen? Kochen, putzen, aufräumen, einkaufen, hauswirtschaften? Das kann ich ja alles allein, auch wenn ich oft keine Motivation dafür habe.
Es geht ja nicht darum, dass das Angebot nicht immer so "prall" ist, sondern, dass solche Angebote wie erwähnt nur in Anspruch genommen werden können, wenn man ein Klient ist.
 
@Martyn:

Mal ehrlich, ich wüsste nicht, inwieweit ich da irgendetwas erwarten könnte, was mich auch nur ein Stückchen weiterbringt. Das mag für Neulinge ganz interessant sein, die noch keine Erfahrungen mit Therapien gesammelt haben, aber ich bin ja in diesen Dingen nicht unerfahren. Es wäre nur Zeitverschwendung, auch wenn ich aktuell Zeit genug habe, die ich nicht sinnvoller verwende.
 
@Mondsonne:

Ja, daran habe ich auch schon gedacht, einen Chor zu suchen, in dem ich mitsingen kann. Hauptsache, ich komme raus und unter Menschen. Danke für deinen Hinweis.
Das mit dem Psychoanalytiker werde ich auch in Angriff nehmen. Ich schätze aber mal, dass auch hier die Kapazitäten erschöpft sind. Kürzlich rief ich bei meiner Neurologin an, bei der ich schon etliche Jahre nicht war. Ich wollte mich länger krankschreiben lassen (meine Hausärztin schrieb mich nur für drei Wochen krank), aber am Telefon sagte man mir dann, dass die Praxis überlastet ist und einen Aufnahmestopp verhängt hat.
 
Das mit dem Chor ist eine gute Idee.
Hab da irgendwann mal ein Bericht gehört, dass Singen im Chor sich positiv auf die Stimmung bzgl. Depressionen auswirken kann.
Gruß Jim
 
@JimGmail:

Bei mir war der Leidensdruck auch schon viel früher so groß, dass ich einige Therapien machte und in meiner Verzweiflung sogar zu einem Geistheiler ging, zu dem mich immer meine Schwester brachte.
Mit meinem inneren Kind wurde ich aber in keiner der Therapien wissentlich konfrontiert. Deswegen würde mich mal interessieren, was für eine Therapie das genau war, der du dich unterzogen hattest? Und wie war das vor dieser Therapie? Meintest du da, dass es an dir lag, wie sich deine Eltern dir gegenüber verhielten?
In einem Krankenbericht vor 20 Jahren attestierte man mir ein "Schwanken zwischen narzißtischen Größenphantasien und Selbstentwertungsmechanismen".
Danke für deine längere Antwort, wobei ich aber nicht weiß, ob das, was dir so gut geholfen hat, auch in meinem Fall der Schlüssel ist. Es sei denn, dass ich unbewusst immer noch in mir eine Schuld trage - was mich aber wundert, dass es bei dir doch recht schnell ging mit der Auf-Lösung des Glaubenssatzes.
Wie wurde dir denn bei den Familientreffen klar, dass du nicht dazu gehörst und weiterhin von deinen Eltern und Geschwistern "irgendwie" ausgeschlossen wirst? Gibt es eigentlich Kontaktversuche von Seiten deiner Eltern und Geschwister?
Ich verstehe schon, warum Klärung wichtig ist, um seinen Frieden mit der Vergangenheit machen zu können, aber die Frage ist, ob es in jedem Fall für die eigene Situation ausreicht, zu erkennen, dass man für das, was damals passiert ist, nicht schuldig ist.
Ich gebe meinen Eltern keine Schuld dafür, dass sie nie über Gefühle sprechen konnten, aber ich hätte mir mehr Interesse für mich, Aufmerksamkeit und Zuwendung gewünscht. Vielleicht waren sie dazu ja nicht in der Lage, ich weiß es nicht. Wie schon erwähnt, war mein Verhältnis zu meinem Stiefvater nicht besonders - und es wurde angespannter, je älter ich wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er in mir ein Weichei sah, weswegen er auch so zu mir war, wie er war. Ich selbst aber weiß, dass so mancher in meiner Lage schon damals Suizid begangen hätte.
 
Hallo Depriman45,

wenn ich es richtig verstanden habe, hast du schon Therapien hinter dir, die dir nicht geholfen haben. Was glaubst du, woran das lag? Ich würde dir ja auch raten, dich wieder in Therapie zu begeben, doch anhand deiner Vorgeschichte bezweifel ich, dass das viel bringen wird. Daher wäre es erst mal wichtiger zu ergründen, warum die bisherigen Therapieversuche nicht gefruchtet haben.
 
@Blaumeise:

Ich denke einfach, das liegt daran, dass ich eine Beziehung brauche und eine Therapie mir diese nicht ersetzen kann. Und ja, ich weiß, dass eine Beziehung kein Allheilmittel ist, wobei es aber auf die Beziehung ankommt.
Warum die bisherigen Therapien nicht gefruchtet haben, liegt wohl daran, dass sie mir meine Einsamkeit bzw. meine soziale Isolation nicht nehmen konnten - und das geht wohl mit keiner Therapie.
 
@Blaumeise:

Ich denke einfach, das liegt daran, dass ich eine Beziehung brauche und eine Therapie mir diese nicht ersetzen kann. Und ja, ich weiß, dass eine Beziehung kein Allheilmittel ist, wobei es aber auf die Beziehung ankommt.
Warum die bisherigen Therapien nicht gefruchtet haben, liegt wohl daran, dass sie mir meine Einsamkeit bzw. meine soziale Isolation nicht nehmen konnten - und das geht wohl mit keiner Therapie.
Dein Wunsch ist also, aus der Isolation herauszukommen - eine Beziehung zu haben, Freunde usw. Eine Therapie (Verhaltenstherapie wäre hier ideal) kann dir da letztendlich nur Wege aufzeigen, wie du das erreichen kannst. Gehen musst du aber den Weg selbst. Heißt: Es ist auch viel Initiative von deiner Seite gefragt, um etwas an deiner Situation zu verändern. Andere Therapieformen, wie Tiefenpsychologie oder gar Psychoanalyse, werden dir kaum weiterhelfen können, wenn du dir Veränderung wünscht. Denn letztere Therapieformen helfen dir nur deine Vergangenheit zu verstehen (vereinfacht ausgedrückt) wohingegen die Verhaltenstherapie eher im Hier und Jetzt ansetzt und der Gestaltung der persönlichen Zukunft.
 
@Blaumeise:

Ja, natürlich will ich aus der Isolation rauskommen - wer will denn schon isoliert sein? Verhaltenstherapie finde ich für mich nicht ideal. Um mich in für mich neue und Angst auslösende Situationen zu begeben, brauche ich doch keinen Therapeuten, das könnte ich auch allein. Außerdem habe ich schon damals Verhaltenstherapie gemacht - allerdings muss ich hierbei erwähnen, dass ich da noch keine medikamentöse Behandlung hatte und ich erst kürzlich Antidepressiva nehme, die ich nun auch wirklich für einige Wochen und ggf. länger nehmen werde, wenn sie bei mir anschlagen. Vielleicht hätte ich das damals schon machen sollen.
Wenn Therapieformen wie Psychoanalyse nur dabei helfen, die Vergangenheit zu verstehen, warum macht man dann so eine Therapie, wenn sie ja dann sinnlos erscheint und das Leben in keiner Weise positiv verändert?
 

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