Was ich mir die ganze Zeit beim Lesen denke: Dass du dich in eine möglichst gute Position bringen solltest. Was das Geschäft, was die Kinder und das Sorgerecht usw. angeht. Ich würde vorher mit einem Scheidungsanwalt sprechen. Und für jeden Lebensbereich überlegen, wer wo wie am längeren Hebel sitzt, was deine Verhandlungsposition ist und wie du sie verbessern kannst. Zum Beispiel dass du sicherstellst, dass du Zugriff auf die Zahlen und die Konten des Geschäfts hast und nicht von heute auf morgen ausgebootet werden kannst. Dass du z.B. Geld aus dem Geschäft nimmst, bis die Lage geklärt ist. Dass du vielleicht mit dem Kind, das mehr dir zuneigt, sprichst, ob es vielleicht zu dir ziehen will. Dass du dir vielleicht einen Job suchst oder zumindest einen Nebenjob oder ein neues Geschäft aufbaust. Vielleicht sogar ihr Konkurrenz machen, wenn ihr euch nicht einigt? Oder ihr das Geschäft kaputtmachen, so dass du sagen kannst: Wenn du mich in die Armut stürzt, tue ich dasselbe mit dir, und glaub mir, die Kinder werden mich dann nicht davon abhalten.
Warum ich so denke: Nicht weil du fies und intrigant usw. sein sollst, aber weil du schon geschrieben hast, dass sie nicht einsichtig sein wird und keine Empathie zeigt. So wie du sie beschrieben hast, würde ich nicht davon ausgehen, dass das alles fair, einvernehmlich und konfliktfrei ablaufen wird. Sie wird vielleicht wissen, welche Knöpfe sie bei dir drücken muss und wie sie dir Angst macht, so dass du nachgibst. Es sollte eher umgekehrt sein, dass du Druckmittel in der Hand hast. Und vielleicht solltest du das Gespräch als Rollenspiel vorbereiten, mit einer befreundeten Frau zum Beispiel. Bisher hat sie dich immer dahin gekriegt, wo sie dich haben wollte. Ich hab die Sorge, dass du wieder zu nachgiebig und gutmütig bist. Dass Gedanken wie "das ist doch würdelos, darüber zu streiten" oder "ich werde jetzt nicht wütend" etc. dich dazu bringen, zu nachgiebig zu sein. Im Moment magst du sie irgendwo auch noch, aber das kann auch schnell vorbei sein, wenn der Streit richtig losgeht.
Im Moment hast du noch den Vorteil des Überraschungseffekts. Wenn die Karten erst mal auf dem Tisch liegen, kommt ihre bessere Ausgangsposition zum Tragen.