Ist schon komisch, dass dieses Thema von 2008 jetzt wieder auftaucht, bin nämlich grad mittendrin und hab mich deshalb erst kürzlich in einem Selbsthilfeforum angemeldet.
Bin grad am Verarbeiten meiner (ungewollten) Trennung und landete dabei vor gut zwei Wochen bei diesem Thema durch eine an mich gestellte Frage, inwieweit ich mein Verschulden am Scheitern unserer 17-jährigen Ehe einschätze.
Und glaubt mir, ich habe mich in den letzten 9 Monaten zermartert deswegen, wie sonst halt auch immer.
Mein ganzes Wesen, mein Weltbild, mein Lebensmodell von Familie wurde auf den Kopf gestellt und zunichte geredet - es war einfach nur schlimm und fast hätte er mich wieder dazu gebracht, einfach nur "ja, du hast Recht" zu sagen, nur, damit Ruhe ist.
Aber bei einem Punkt, nämlich mein finanzielles Gebahren, da hab ich mit Hilfe einer Freundin endlich mal nachzurechnen angefangen und das Ergebnis (schwarz auf weiß) hat mich plötzlich kritischer werden lassen.
Jetzt, wo alles zu spät ist, hab ich angefangen, mich zu wehren - Wahnsinn, kann mir das manchmal gar nicht verzeihen, vor allem wegen der Kinder.
Vielleicht hätt ich früher schon mal ihn hinterfragen müssen und nicht immer mich, dann hätte ich stichhaltigere Argumente parat gehabt, denn mein Beteuern war nichts Wert, war zu oft zu sprachlos und konnte nichts entgegensetzen.
Mithilfe meines Therapeuten und googlen kam ich auch auf das Thema Narzissmus, wobei ich anscheinend auch ein perfektes "Opfer" dafür war.
Diese Erkenntnis macht mir sehr zu schaffen und ändert aber trotzdem nichts mehr an der Tatsache, dass er sein Leben lieber mit einer Frau verbringt, die seine Anwesenheit auch verdient.
Und ich weiß auch, dass die neue Frau ihn nie so erleben wird wie wir drei ihn erleben mussten, wenn er mal wieder austickte.
Und doch verbindet mich immer noch so viel mit ihm, grad wegen der Höhen und Tiefen.
Denke mir jetzt oft, wenn ich auf dieses Muster vielleicht schon früher gekommen wäre, vielleicht wären wir noch zusammen, vielleicht hätten wir es auch zusammen geschafft...
Hätt ich, wär ich, tät ich,...
Und, obwohl dieses Thema so schmerzhafte Erkenntnisse mit sich bringt, tut es mir gut, mich damit zu beschäftigen, denn so hoffe ich, kann ich meinen Selbstwert wieder da hin bringen, wo er mal war, nämlich bei mir!
Und ich hoffe, dass ich dadurch auch lerne, besser loszulassen, dass endlich diese blöde Idealisierung aufhört.
Meine Kinder sind da schon viel weiter als ich, ist schon verkehrt.
Und ich hoffe, dass ich, auch wenn sich der Traum von einer klassischen Familie leider niemals mehr erfüllen wird, zumindest hellhöriger werde und mich nicht aus einem "Beziehungsnotstand" heraus an den erst besten hänge, der wieder meine "mütterlichen" Wesenszüge braucht und mich wieder bis auf`s Letzte aussaugt.
Lerne erst jetzt so vorzu, mich von ihm abzugrenzen trotz der gemeinsamen Kinder und mir gelingt es immer öfter, nur leider eben noch nicht finanziell, aber da bin ich auch schon dabei, das Bestmögliche für unsere Zukunft bzgl. Beruf zu finden, auch, wenn das leider bedeutet, dass ich meinen geliebten Vormittagsjob aufgeben muss.
Möchte mich selbst dabei mit Hilfe des Therapeuten wieder zurückbekommen, denn ich ahne, dass ich ok bin und meine Wertvorstellungen richtig sind.
Und ich weiß, dass ich ausdauernd bin, das hab ich lange genug bewiesen 😀.
Liebe Grüße, reflect 🙂