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Mein Freund tut mir nicht gut...

  • Starter*in Starter*in Kissandera
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    freund
Liebe Kissandera,

Du hast die richtige Lösung offenbar schon gefunden. Ich hätte Dir auch empfohlen, einfach mal eine Pause von ihm zu machen. So ersparst Du Dir jetzt, in der sowieso schon sehr anstrengenden Zeit, stressige Beziehungsgespräche.
Übrigens: Ich dachte beim Lesen auch an eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Lass Dich nicht fertig machen.

Ganz liebe Grüße,
Linda
 
Hallo Kissandera,

bitte entschuldige, wenn ich mich an Deinen Thread dran hänge, aber mir geht es momentan fast genauso mit meinem Partner. Er wird immer überheblicher mir gegenüber, lässt kaum noch ein gutes Haar an mir, kritisiert ständig herum und treibt mich richtig in die Enge (Methode: mache ich Vorschläge zu irgendwelchen Themen, werden diese von ihm als schlecht oder unbrauchbar abgeurteilt. Er trifft dann selber eigene Vorschläge, die über jede Kritik erhaben sind. Als nächsten Schritt wirft er mir vor, ich würde ja nie eigene Entscheidungen treffen und ich wäre total unselbständig). An den >Wochenenden, an denen wir uns sehen fühle ich mich teilweise schon wie in einem Assessment-Center und bin dementsprechend angespannt.

Auf den Begriff der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung bin ich auch inzwischen gestoßen. Da könnte was dran sein.

Zur Zeit versuche ich grade, mich emotional ein wenig zu distanzieren, um mich selbst zu schützen. Aber es ist schwierig, da er dann urplötzlich wieder auf Kuscheln und Liebsein umschaltet, und so bin ich jedesmal ziemlich hin- und hergerissen...
 
Hallo Knuddel40,

ist doch kein Thema. Gerade wenn es Dir ähnlich geht, hab ich mit meinem Thread doch was Gutes bewirkt, denn nun kannst Du auch Dein Herz ausschütten.

Ich kann Dir das sehr gut nachfühlen, dass Du angespannt ist, mir kommt es manchmal so vor, als seien die Wochenenden mit meinem Freund der reinste Drahtseilakt. Es ist manchmal sehr anstrengend für mich, denn ich muss mich hüten, auch nur ein falsches Wort zu sagen.

Und dass Dein Freund über jede Kritik erhaben ist, aber selbst überkritisch ist, dieses Statement hätte ich auch selbst schreiben können.

Es ist gut, dass Du Dich distanziert hast. Das habe ich auch getan. Ich habe ihn sozusagen "auf Bewährung" gesetzt. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass es so nicht weiter geht und dass ich mich bei meinem Partner wohlfühlen können möchte.
Ich verstehe nur zu gut, wie sehr Du hin- und hergerissen bist. Das ist bei uns ähnlich. Aber wenn die Wolke-7-Phasen immer weniger werden und die Zeiten, in denen er Dir "nicht gut tut" zu überwiegen beginnen, ist es an der Zeit, etwas zu ändern. Und das bist Du ja anscheinend im Moment im Begriff zu tun.

Mein Rat an Dich: sei Dir selbst ausnahmsweise mal die Nächste. Denk an Dich und schütze Dich. Er hat nicht das Recht, Dich so zu behandeln. Wenn er jemanden braucht, an dem er sich abreagieren kann oder denn er niedermachen kann, um selbst besser dazu stehen, dann soll er sich einen Sandsack in die Wohnung hängen.
Du hast eine solche Behandlung genauso wenig verdient wie ich.

Ich wünsche Dir, dass Du Dich bald wieder besser fühlst.
Solchen Personen wie unseren Partnern MUSS man die gelbe Karte zeigen. Und wenn das nicht wirkt, dann bleibt uns nicht anderes übrig, als sie vom Platz zu schicken.

Kissandera
 
Wenn ich ihm sage, dass ich eine Entschuldigung dafür erwarte, weil er mich so schlecht behandelt hat und dass ich deswegen sehr verletzt bin, dann antwortet er, er habe allen Grund gehabt, sauer zu sein und ich solle mir doch mal Gedanken darüber machen, was in IHM vorgehe.

Frag Dich mal, warum Du Dich so behandeln lässt. Dafür gibt es Gründe. Bei einer anderen Person könnte er sein perfides Spiel wahrscheinlich so nicht spielen.
 
Hallo Kissandera,

vielen Dank für Deine Einschätzung und Deinen Rat. Ich wünsch uns beiden, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen...

@Cora68:
Warum lässt man sich so ein Verhalten eigentlich gefallen? Das ist eine Frage, die ich mir auch ständig stelle. Ich glaube, in so einem Fall treffen zwei Persönlichkeitsmuster aufeinander, die sich (im negativen Sinne) gegenseitig ergänzen. Auf der einen Seite die Person, die zu Überheblichkeit, Dominanz und Narzissmus neigt. Auf der anderen Seite der/diejenige, der/die möglicherweise sowieso zu latenten Selbstzweifeln neigt. Bei mir ist das jedenfalls so. Treffe ich auf einen wohlmeinenden, unaufgeregten, freundlichen Partner, dann kann ich zur Hochform auflaufen, ich fühle mich wohl, traue mir immer mehr zu, werde selbstbewusster und zufriedener. (Ähnlich fühle und verhalte ich mich übrigens auch, wenn ich Single bin). Treffe ich hingegen auf einen narzisstischen Partner, dann werden in mir psychische Vorgänge ausgelöst, die zum allmählichen Rückzug, zunehmender Inaktivität/Passivität und abnehmendem Selbstwertgefühl führen, was den Partner wiederum in seinen Ansichten bestätigt. Es entsteht also eine negative Rückkoppelung mit dem Ergebnis, dass ich immer "kleiner" werde, und sich mein Partner immer mehr aufplustert.

Ich denke, als Single bin ich besser dran als in solch einer Beziehung.

Aus Berichten meines Partners über seine früheren Beziehungsversuche schließe ich übrigens, dass es mit ihm keineswegs besser funktioniert, wenn man nicht nachgiebig reagiert. In diesen Fällen führte es anscheinend bislang jedesmal nach relativ kurzer Zeit zu heftigen Streitigkeiten und einem jähen Ende der Beziehung.

@Linda:
Zitat: "Aber ich finde, Ihr beide hört Euch sehr gesund an. Ihr bezieht das Verhalten Eurer Freunde nicht auf Euch - im Gegensdatz zu mir damals."

Danke für die positive Einschätzung, aber es fällt mir zunehmend schwer, die ständigen Vorwürfe nicht persönlich zu nehmen. Allmählich sickert doch der Gedanke durch, es könnte was dran sein an seiner Kritik...
 
Einen Aspekt meiner Beziehung hab ich noch gar nicht erwähnt. Immer wieder droht er mit Trennung, weil es angeblich mit mir nicht mehr auszuhalten wäre und er keine Lust mehr hätte, mit einem derart unselbständigen Menschen wie mir zusammen zu sein. Diesen Drohungen folgt dann jedesmal eine Liste von Forderungen mir gegenüber. Würde ich diese in Zukunft erfüllen, dann könnte er nochmal von einer Trennung absehen... Diese Forderungen trägt er in einem kühl-sachlichen, beinahe eisigen Tonfall vor. Es ist wirklich gruselig...

Zum Glück habe ich schon eine ziemlich lange, gut funktionierende Beziehung sowie eine zweijährige Singlezeit hinter mir um zu wissen, dass man mir ganz gut klarkommen kann und dass ich trotz der angeblichen Unselbständigkeit auch allein ganz gut zurecht komme. Daran erinnere ich mich dann jedesmal, wenn sein Gemecker wieder zu heftig wird...
 
Ich möchte mal einen ganz anderen Denkanstoß dazugeben, allerdings eher zu den letzten Posts, zum Thema 'narzistische Persönlichkeitsstörung'.
Mein Freund leidet unter dieser Krankheit. Er ist reflektiert genug um zu wissen, daß er bei bestimmten Situationen in ein 'altes Muster' reinfällt, das ihn dann umschließt, zu bestimmtem Verhalten zwingt und dem er sich nicht entziehen kann. Das passiert immer, wenn alte Ängste im Alltag durch (für andere Menschen) Kleinigkeiten quasi 'angetriggert' werden. Zum Beispiel hatten wir lange Zeit das Problem, daß ich mir mal Blumen gewünscht hätte (das Beispiel soll die Harmlosgkeit verdeutlichen, mit dem bei ihm Triggerpoints stimuliert werden). Das habe ich ihm gesagt. Sofort ging die Mauer bei ihm runter, seine ganze Körperspannung veränderte sich. Er machte mir klar, daß er NUR dann Blumen schenken würde, wenn ER will und WANN er will. Und sollte ich das von ihm ERWARTEN, dann würde ich sie NIE bekommen. Er ließe sich nie zu irgendetwas zwingen.
Man kann sich vorstellen, wie sich so eine Haltung in Situationen auswirkt, in denen es um echte Konflikte geht. Wir hatten gerade vor kurzem einen sehr heftigen Streit, in dem mich ein paar Tage lang vollkommen der Mut verlassen hat, ich nur noch das Schlechte sehen konnte.

Wiederrum ist es so, daß man mit einem (liebenden) Menschen mit narzistischer Persönlichkeitsstörung eine derart intensive Zweisamkeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung erleben kann wie kaum mit einem 'normalen' Menschen. Das ist etwas sehr Schönes.

Ich möchte die Problematik keinesfalls verharmlosen. Wir hatten große Probleme und konnten sie auch nur immer wieder lösen, weil uns beide eine starke Liebe verbindet. Ich habe gelernt, seine 'Triggerpunkte' recht gut zu umgehen. Wenn er durch seine Umwelt in einem 'Schub' befindet, muss ich ein paar Tage sehr beherrscht sein, vorsichtig, vielleicht sogar ihm aus den Weg gehen. So kommt es nur noch selten zum Streit. Und er ist mir unendlich dankbar dafür, daß ich das alles für ihn tue.

Dennoch schafft er es (noch) nicht, sich beispielsweise einer Therapie zu unterziehen. Das ist wohl das größte Problem bei dieser Erkrankung, daß die Erkrankten während eines Schubs nicht erkennen können, daß MIT IHNEN SELBST etwas nicht stimmt. Ist der Schub vorbei, wird alles verharmlost oder verdrängt.

Wißt ihr, ich war auch schon mal 10 Jahre verheiratet, hatte danach 14 Jahre lang Kurzbeziehungen (bis 1 Jahr) die ich immer wieder dann beendet habe, wenn ich das Gefühl hatte auf eine 'Macke' gestoßen zu sein, mit der ich 'nicht leben' kann.

Meine Erfahrung ist: irgendwas ist immer. Früher oder später triffst du bei jedem Menschen auf dessen schwarze, dunkle Seite. Jeder hat die. 'Schlussmachen' ist nicht das Mittel, das zu einer wirklich dauerhaften und stabilen Beziehung führt. Das wollte ich gern mal so generell losgeworden sein, weil mir immer wieder auffällt (nicht nur auf diesem Board) wie schnell immer mit dem Rat 'hey, mach SOFORT Schluss' beigekommen wird. Ich bin kein Freund von diesem Rat, es sei denn, es wird geschlagen oder schwere Suchten sind im Spiel.

Dies sollte jetzt kein Post in Richtung 'Narzisten sind TOLL' sein, versteht mich bitte nicht falsch, ich will auch niemanden auf die Füße treten. Ich wollte anhand meines Beispiels zeigen, daß meines Erachtens alles gemeinsam gelöst werden kann. Vorausgesetzt, man liebt sich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die narzistische Persönlichkeitsstörung wurde ihm diagnostiziert; allerdings hat er sich - wie bereits erwähnt - nicht auf eine Therapie eingelassen, weil er der Meinung ist 'sich selbst therapieren zu können'.

Zudem habe ich einige Termine bei einer Psychologin gehabt, um meine Beziehungsfähigkeit unter die Lupe zu nehmen, an der ich anfangs gezweifelt hatte. Das ist zwar immer so eine Sache, weil sie ihre Ferndiagnose nur aufgrund meiner subjektiven Berichterstattung stellen konnte (die zwar meiner Meinung nach bemüht objektiv und emotionslos war; ich wollte keine Streicheleinheiten indem ich mich auskotze, ich wollte echte Erklärungen - allerdings ist und bleibt alles, wovon ich berichte, MEINE persönliche Wahrnehmung, in der sich aber halt auch IMMER mein persönliches Konfliktpotential spiegelt!).

Die Psychologin hat mir zudem gesagt, daß es die verbriefte Meinung der Fachwelt sei, daß ein Narzist nicht wirklich bindungsfähig ist.

Gottseidank bin ich Querkopf genug, daß ich mir immer eine eigene Meinung bilden will... 🙂
 

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