Hallo Mikenull,
Da es kaum glaublich ist, das jeder Säugling quai ein "Gott-Gen" von Geburt aus in sich trägt - kann auch dieser Gedanke nur von außen kommen. Natürlich, wenn der Säugling zuerst mal zu sich kommt, wird er plötzlich die ganze Natur um sich herum wahrnehmen und sich fragen, welcher listige Schöpfer sich soviel Zeug einfallen ließ.
Ich hatte geschrieben, es ist unlogisch, dass die Idee von Gott anerzogen ist. Damit meinte ich nicht, dass es ein Gott-Gen gibt. Das wäre wirklich schwer vorstellbar, das stimmt. Ich meinte die Problematik aus der Erkenntnistheorie. In diesem Zusammenhang denke ich, dass es fraglich ist, ob Gott eine Idee sein kann, die sich Menschen ausgedacht haben können.
Es gibt ja einen gewissen Rahmen, in dem Menschen denken. Zum Beispiel kann man sich seine Umgebung nicht vorstellen, wenn man sie sich nicht in einem dreidimensionalen Raum vorstellt. Vier Dimensionen kann man sich schon nicht mehr anschaulich machen. Trotzdem geht die Physik inzwischen davon aus, dass es tatsächlich sehr viel mehr Dimensionen gibt - 21 oder 23 glaub ich.
Raum und Zeit sind darum etwas, was man als Mensch zum denken braucht - ohne gehts nicht. Genauso ist es mit Kausalität. Man kann sich nicht vorstellen, dass etwas ohne Ursache passiert. Wenn ein Apfel vom Baum fällt, dann passiert das durch die Schwerkraft. Sich vorzustellen, dass ein Apfel ohne eine Ursache vom Baum fällt wäre für uns problematisch.
Ein anderes Beispiel wäre das Prinzip entweder-oder. Man kann sich zum Beispiel nur vorstellen, dass eine Frau entweder Schwanger ist, oder nicht. Das sie gleichzeitig einerseits schwanger, andererseits aber nicht schwanger ist - das wäre nicht vorstellbar. Elektronen sind nach dem gegenwärtigen Modell aber gleichzeitig einerseits Materie und andererseits Wellen.
Die Frage, ob es "Ursache und Wirkung" und "entweder - oder " wirklich gibt, oder ob es nur Prinzipen in unserem Denken sind, werden Menschen in mit letzter Sicherheit nie beurteilen können, weil wir ausserhalb dieser Prinzipien nicht nachdenken können. Genauso ist die Frage woher diese Prinzipien kommen nicht zu beantworten.
Weil man diese Prinzipien aber zum denken benötigt, müssen sie schon vorhanden sein, wenn wir anfangen zu denken - denn es ist nicht vorstellbar, dass man sich das womit man denkt selbst ausdenkt. Vorher und nachher, und dass von nix auch nur nix kommen kann sind ja wieder Prinzipien unseres Denkens.
Die Frage ist, ob der Begriff oder die Idee "Gott" auch ein solches Prinzip ist, das zum Denken benötigt wird. So wie EuFrank es sehr schon beschrieben hat, steht Gott der Natur gegenüber. Ist es nicht naheliegend, die Idee "Gott" als Prinzip zu sehen, ohne das die Grenzen des menschenmöglichen Denkens für den Menschen selbst nicht vorstellbar sind?
Das man als Mensch denkt, ist evident - nur ist es inkonsequent sich vorzustellen, dass durch Denken der Anfang und die Grenzen des Denkens selbst hergestellt werden. Hierbei würde eine Ursache fehlen. Und genau dort setzt die Idee "Gott" an. Diese Idee ist darum aus meiner Sicht zu elementar um anerzogen zu sein. Ob es Gott wirklich gibt oder nicht, kann darum durch Denken auch nicht erfasst werden.
@ Rübe, die Frage wäre doch eher, wie lange es schon Menschen gibt, die an Gott glauben, oder?