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Frusttagebuch: Mutter

Da wird gerne ein Grund gefunden, warum der Steuerberater ungeeignet ist oder das nicht geht.
ersetze "gerne" durch "ständig" 😉

Das ist oft der Kerninhalt unserer Unterhaltung, dass meine Mutter ein Problem hat und dann alle Lösungen von ihr als ungeeignet dargestellt werden, teils sogar mit absurden Gründen. Wenn ich sie früher habe reden lassen, konnte sie problemlos 1-2 Stunden nur darüber reden, was sie bezüglich eines Themas nicht kann. "ich kann nicht" ist eh ihr lieblingssatz.

Mein Highlight war, dass sie mal eine eigentliche perfekte Wohnung nicht nehmen "konnte" weil es dort nur eine normale braune Tonne und keine große gab ... und das ginge ja nicht weil sie so viel Bioabfall der Tiere wegen habe.

Ich habe sowas früher alles mit ihr durchgekaut, ihr Adressen von Ärzten, Maklern oder auch Steuerberatern rausgesucht. Ich habe sie teils zu den Terminen hingefahren. Jedem hat sie ihre "Leidensgeschichte" aufgetischt. Das eigentliche Thema war ihr jedes Mal relativ egal und sie meckerte über alle Personen, die ich ausgesucht habe, teils über belanglose Dinge wie dass ein Makler ein unangenehme Stimme hätte oder eine nicht deutsch aussehende Sekretärin.

Für meine Mutter ist alles und jeder ungeeignet und nichts geht.
Aber auf solche Diskussionen mit ihr lasse ich mich nicht mehr ein. Das ist ja Teil der Strategie, dass sich als hilflos und jeden anderen Menschen als böse darstellt. Dass sie als Ausrede alles "nicht kann" und sich deswegen jedes Sonderrecht wie das Parken auf einem Schwerbehindertenplatz herausnimmt. Sie will diese Opferrolle, diese Sonderrolle, diese "ich bin was besseres" Rolle.

Natürlich ist das toxisch und eklig. Wenn sie gegen Migranten hetzt, gegen Nachbarn, gegen Ärzte oder gegen Menschen die Sozialleistungen erhalten, wo sie selber rund 25 Jahre Bürgergeld erhalten hat. Aber sie selber "konnte" ja nicht anders. Alle anderen aber sollen gefälligst. Deswegen habe ich schon vor längerem die Regel aufgestellt, dass ich mit ihr über keine Gesellschaftsthemen sprechen will. Sie weiß das zwar und führt keine langen Diskussionen triggert es aber dennoch immer wieder an. Für sie ist es ein ganze zentrales Denken, dass sie besser sei als andere Menschen.

Sie ist der empathische, tierliebe, familienliebende, soziale, vegetarisch, moralische, vorbildliche Mensch. Und sie lässt es ständig raushängen, sei es durch abfällige Bemerkungen über andere Menschen, Selbsterhöhung oder herausgenommende Sonderrechte.

Du hast Recht, der Steuerberater ist in ihren Augen ungeeignet. Tja..... ihr Problem, nicht meines!
 
Habe ein ähnliches Problem, nur anders:

Meine Mutter ist eine Perfektionistin und Materialistin vor dem Herrn, ich aber nicht. Das führt zu allerlei Unmut, Geschrei und Aggressionen. Besonders schön ist das auf jeden Fall nicht.
 
Andreas

An diesem Konflikt mit deiner Mutter sehe ich bei Dir einen sehr grossen Anteil.

Du bist VIEL ZU GUTMÜTIG und ZU WENIG ABGEGRENZT.

Du hast sie VIEL ZU ERNST UND WORTWÖRTLICH GENOMMEN.

Du hättest zu deiner Mutter sagen können oder innerlich denken können..:

Ich bin nicht dein Friseur oder dein Mülleimer für deinen ganz Schrott und Tschüss.
Auch bin ich nicht dein Psychiater welcher für dieses ganze
Seelenmüll Wasserfall
Gequake
bezahlt wird.

Sie quält dich mit ihren sinnlosen selbstmitleidigen und selbstherrlichen Sätzen und du leidest auf eine masochistische Weise.

Wo bleibt deine Wut
und dein Selbstschutz. ?

Du hast es nicht gelernt mehr an dich selber und deinen eigenen Selbstschutz und Abgrenzung zu denken.

Du denkst jetzt daran....aber immer noch viel zu wenig.

Nimm das Gequatsche deiner Mutter nicht ernst...in ein Ohr rein und in das andere Ohr raus.

Rede nur sehr kurz mit ihr.

Ob sie jammert und dir Vorwürfe macht ist komplett egal.

Ihr Gejammer soll sie ihrem Therapeuten erzählen den sie nie nehmen würde.

Ich bekomme schon beim Lesen von deinem Text über das Gequatsche deiner Mutter
Kopfschmerzen... so irre ist sie.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solche Mütter vom Typ wie die von @Andreas900 hier neigen dazu, sich sozial von der Umwelt zu isolieren und sich dann voll auf ihre Kinder oder gar ihr einziges Kind zu fixieren, von dem sie dann alle emotionale Arbeit für sich erwarten.

Sie fühlen sich den anderen Menschen da draußen überlegen, haben aber in Wirklichkeit Komplexe und ein mangelndes Selbstwertgefühl, was sie sich aber nie eingestehen würden. Dann bleibt ihnen nur das Kind.

Charakterstarke, sensible und tiefsinnige, gewissenhafte Menschen wie der TE hier tun sich dann erfahrungsgemäß schwer in der Abgrenzung.

Die besondere Herausforderung ist ja auch, dass die rationale Einsicht einen noch lange nicht von der emotionalen Schwerstarbeit der gesunden Abgrenzung befreit. Letztere ist um Zehnerpotenzen schwerer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solche Mütter vom Typ wie die von @Andreas900 hier neigen dazu, sich sozial von der Umwelt zu isolieren und sich dann voll auf ihre Kinder oder gar ihr einziges Kind zu fixieren, von dem sie dann alle emotionale Arbeit für sich erwarten.

Sie fühlen sich den anderen Menschen da draußen überlegen, haben aber in Wirklichkeit Komplexe und ein mangelndes Selbstwertgefühl, was sie sich aber nie eingestehen würden. Dann bleibt ihnen nur das Kind.

Charakterstarke, sensible und tiefsinnige, gewissenhafte Menschen wie der TE hier tun sich dann erfahrungsgemäß schwer in der Abgrenzung.

Die besondere Herausforderung ist ja auch, dass die rationale Einsicht einen noch lange nicht von der emotionalen Schwerstarbeit der gesunden Abgrenzung befreit. Letztere ist um Zehnerpotenzen schwerer.
Du beschreibst es sehr gut cafard.
Ja jede Abgrenzung ist für mich schwer.

Gestern hatte ich mein wöchentliches Telefonat und ich machte den Fehler zu erwähnen, dass ich gesundheitlich gerade etwas angeschlagen bin. Meine Mutter bot mir sofort an zu helfen. Soweit ja ganz nett und gut.
Als ich ihr aber sagte, dass ich gut versorgt bin und nur etwas Ruhe brauche, setzte sie nach. Ich solle bloß sagen wenn ich Hilfe bräuchte und mir sei ja von meiner Oma immer beigebracht worden nicht um Hilfe zu fragen.
Echt jetzt? Muss sie jetzt den emotionale Topf aufmachen und wieder auf die Vergangenheit anspielen?
Natürlich wiederholte sie ihr Angebot mir zu helfen und diese Anspielung auf die Vergangenheit 4(!) mal im Gespräch. Auf dieses Weise fühlte es sich nicht mehr wie ein Hilfeangebot, sondern ich kam wieder in die Situation mich abgrenzen zu müssen, praktisch erkämpfen zu müssen, dass sie nicht meine Krankheit für einen Besuch missbraucht. Ich war nachdem sie das vierte Mal fragte echte kurz davor ins Telefon zu brüllen: "Kapiers endlich!" und aufzulegen.

Diese Taktik kenne ich nur zu gut. Sie fragt oder bittet nach etwas und wenn man nein sagt, fragt oder bittet sie immer wieder. Manchmal 10 mal in einem Gespräch, manchmal 100 mal über Jahre. Nach dem Tod meiner Oma, hat sie mich vermutlich auch 100 mal um Geld gebeten, anfangs direkt, dann subtiler, Zitat "Hach wenn ich nur 200 € mehr im Monat hätte könnte ich mein Haus behalten und dir das später vererben, du bist schließlich mein Sohn"
Aber wenn ich sie nach dem 100sten Mal darauf anspreche, dass sie es schon zig Mal gemacht hat und es endlich lassen soll, hat es plötzlich "vergessen" dass sie schonmal danach gefragt hat oder schaltet auf emotionalen Angriff "du bist aber empathielos, man wird doch wohl noch fragen dürfen"

Und am Ende des Tages ist sie natürlich die Gute (die doch nur mal gefragt hat) und ich der Böse (der es abgelehnt hat).

Vielleicht werde ich das in einem separaten Thread aufgreifen, aber ich habe inzwischen therapeutische Hilfe gesucht und mich einer Psychologin gegenüber auch mal aussprechen können. Das ganze Thema "Abgrenzen" begleitet mich mein Leben lang. Ich nehme das gerne von dir als Kompliment an, wenn du mich tiefsinnig, sensibel und charakterstark nennst, es war und ist für mich aber schwer menschliche Nähe zuzulassen eben weil ich ständig Angst habe, dass meine Grenzen nicht akzeptiert werden oder jeder Kontakt zu einem Kampf um Abgrenzung wird.
 
Ergänzung:
Ich habe meiner Mutter am Telefon 4(!) mal gesagt, dass ich keine Hilfe brauche und auch nicht will, dass sie vorbei kommt. Ratet mal, wer gerade bei mir vor der Tür stand: Meine Mutter!

Ich habe sie nicht mal reingebeten sondern direkt wieder weg geschickt.

Aber natürlich ist das schlechte Gefühl wieder da: Sie hat sich doch nur Sorgen gemacht, hätte ich sie nicht zumindest kurz reinbitten sollen?
Gleichzeitig fühle ich meine Grenzen aber wieder so missachtet. Wenn ich meiner Mutter auch nur die geringste Angriffsfläche biete, ist sie da! Mitten in meinem Leben, vor meiner Tür, in meinem Haus und wenn sie könnte, sie würde sofort einziehen.

Wenn mein Nachbar vor meiner Tür stände, wäre ich überrascht aber nicht so getriggert. Ich wüsste, er würde nicht bei einem angebotenem kleinen Finger, gleich meine ganze Hand ergreifen. Bei meiner Mutter weiß ich aus so vielfacher Erfahrung: Lass sie bloß nicht näher ran!
 

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