Es funktioniert leider nicht so, dass er ein Lebensmittel probiert und dann alle Lebensmittel dieser Art mag. Es bezieht sich jetzt nur auf die Erdbeeren. Das Problem grundsätzlich war immer: Erdbeeren = rot = wie Blut und dies kleinen Samen außen an den Erdbeeren.
Er kann und mag jetzt Erdbeeren essen, die zwar schon reif sind, aber noch nicht matschig. Das ist ein großer Fortschritt, weil es Obst ist.
Das har er in der Therapie so gelernt. Er musste früher immer in der Therapiestunde neues probieren und jetzt macht er es weiterhin von sich aus.
Es ist aktuell so, dass wir zwar in der gleichen Stadt (Großstadt) wohnen, aber ewig voneinander entfernt. Er wohnt am Stadtrand in einer nicht gerade tollen Umgebung. Jedes Mal, wenn er dort im Dunkeln alleine unterwegs ist, habe ich Angst um ihn. Und dort wohnt er in einer relativ gammeligen Wohnung. Er kann sich aktuell nichts anderes alleine leisten. Außerdem hat er kein Auto und muss mit den Öffentlichen immer 1 Stunde zur Arbeit und 1 Stunde zurück fahren. Das frisst so unglaublich viel Zeit. Wir haben quasi kaum Zeit uns privat zu treffen, weil er die meiste Zeit mit hin und her fahren beschäftigt ist.
Er hat ja nicht generell ein Problem darüber zu reden. Ich weiß alles von A-Z über seine Erkrankung, was der Auslöser war usw. Es bringt nur nichts, wenn ich es einfach anspreche und bestimmt, dass er genau jetzt darüber reden muss, weil ich das jetzt so will. Er muss von sich aus darüber reden wollen, wenn es für ihn passt.
Was mir auffällt, du kreist sehr um deinen Freund und seine Probleme.
Aber wo bleibst du dabei?
Wie würde er reagieren, wenn du ihm sagst, daß du nur dann mit ihm zusammenziehst, wenn du essen kannst was DU möchtest?
Du schreibst, daß du für ihn kochst, und zwar nur das was er isst.
Wo ist das Problem, wenn ihr getrennt kocht, er seins und du deins?
Wenn er auf solche Fragen nicht eingehen will, oder nur ausweichend antwortet, dann rate ich dir, mach dich nicht zu seinem "Co-Essgestörten", diesen Fehler machen nämlich viele Angehörige von Bulimie- oder auch AFRID-Betroffenen.
Dann dreht sich nämlich nicht nur sein Leben, sondern auch deines nur noch ums Essen, und den Gedanken was er isst, und was nicht, oder ob es schlimm für ihn ist, wenn du dies oder das isst.
Das würde ihm auch wohl nicht helfen, ein gesundes Verhältnis zum Essen zu bekommen, im Gegenteil.
Außerdem bist du wohl auch keine Therapeutin, also lass dich da bitte nicht zu sehr in diese Problematik mit reinziehen.
Das würde ihm nämlich auch nicht helfen, und für dich und dein Leben wäre es nicht gut.