Ich hab da jetzt nochmal drüber nachgedacht. Klar, wenn ein Kollege schon immer langsam war und sein Teampartner das durch eigenes Tempo ausgleichen konnte, fällt da nichts als Problem auf.
Wenn aber eine Kollegin, mit der ich zuvor gern und gut (!) im Team gearbeitet habe, plötzlich schwer krank wird, und die Krankheit gerade so übersteht, dass sie zwar noch arbeiten kann, aber nicht mehr so leistungsfähig ist, tut mir die Kollegin zunächst mal sehr leid. Das wäre da mein1. Gedanke. Nachdem das offensichtlich bei Deiner Kollegin nicht der dominierende Gedanke ist, kommt für mich die Frage auf, wie euer Verhältnis denn vor deiner Erkrankung war.
Und noch ein Gedanke: Wenn du vorher 6 Aufgaben geschafft hast, hat sie dann nur 4 geschafft? Hat sie jetzt Angst, dass du ihre geringere Leistungsfähigkeit nun nicht mehr ausgleichst und diese somit zutage tritt?
Wir kamen schon vor meiner Erkrankung nicht so perfekt miteinander aus. Es war mehr so eine neutrale Stimmung, weil niemand Stress wollte. Wir haben normal miteinander gesprochen, aber nur das nötigste und nie privat. Das war für uns beide immer okay, weil wir andere Kollegen haben, mit den wir uns dann lieber unterhalten. Außerdem sehen wir uns wegen Homeoffice sowieso nicht täglich.
Es war tatsächlich so, dass ich oftmals ein bisschen mehr gemacht haben als sie, weil ich damals wirklich sehr schnell arbeiten konnte. Ich habe dann aber nicht nach der Hälfte alles fallen lassen und gesagt, dass ich jetzt genug gemacht habe, sondern einfach weiter gemacht. Das hat mich auch nie gestört, weil ich bei der Arbeit was zu tun haben will.
Wenn sie Urlaub hatte oder krank war, dann habe ich alles alleine bearbeitet. Es kam nur sehr selten zu Rückständen. Ich habe dann "durchgezogen", damit nichts liegen bleibt.
Das ist ja krass. Wie kommst du denn dann überhaupt klar? Auch bei Homeoffice musst du dich doch anziehen, in die Küche gehen, dir eine. Kaffee machen, aufs WC gehen, usw. Da ist der H
Job ja noch das geringste Problem …
Mein Alltag ist sehr schwierig geworden, aber ich bin kreativ und finde so gut es geht Lösung. Schon alleine mit dem Hintergedanken, dass ich erst 30 bin und hoffentlich noch lange lebe, aber so wie es aussieht unter diesen Umständen. Ich kann ja nicht den ganzen Tag nur irgendwo rumliegen.
Ich kann ja zum Glück ein paar Sachen noch alleine, und das nutze ich dann natürlich auch. Zum Glück sind Toilettengänge alleine möglich. Die morgendliche Körperpflege also Zähne putzen, Gesicht waschen etc. kann ich auch alleine. Ich kann mich auch einigermaßen anziehen. Wenn ich alleine bin, dann kann ich nur nicht jedes Kleidungsstück anziehen, sondern muss gucken, was geht. Zum Beispiel einen dicken Hoodie bekomme ich alleine nicht an, aber eine leichte Jacke schaffe ich.
Ich laufe generell wie ein Wanderer mit Rucksack durch meine Wohnung. Das sieht total bescheuert aus, aber hilft mir. Ich kann dann einzelne Sachen da rein packen und von A nach B tragen, solange es nicht zu schwer ist. Wenn es eine Tasse Tee oder ein Teller mit Essen ist, dann geht das natürlich nicht. Wenn ich alleine bin, muss ich dann entweder warten oder irgendwas essen/trinken, was ich im Rucksack tragen kann.
Ich habe zum Glück meine Familie, die mir sehr hilft. Und mein Freund ist ein Engel auf Erden. Er ist meine größte Unterstützung. Wir sind erst seit knapp 5 Monaten zusammen. Er kennt mich also gar nicht gesund und hilft mir sehr im Alltag.