Struwwelpeter
Mitglied
Deshalb solltest du dich auf keinen Fall mit Selbstvorwürfen zermürben.Ich war alleine mit dem Thema. Ich wusste auch nicht wo man hingeht um Hilfe zu bekommen.
Man kann die Vergangenheit nun mal nicht rückgängig machen und neu schreiben.
Deine Tochter schrieb:
Sie muss damals noch so jung gewesen sein, dass sie die Zusammenhänge gar nicht richtig einordnen konnte.Papa musste das Sorgerecht beantragen, damit er überhaupt irgendetwas entscheiden durfte. Wir hatten jahrelang das Jugendamt im Nacken. Die dachten, wir sind Asis, weil du mit deinem Verhalten richtig reingeschissen hast.
Deshalb gehe ich davon aus, dass der Vater ihr seine Version der Begebenheiten später geschildert hat.
Und da ist es sicherlich leichter, eine nicht mehr existierende Mutter an den Pranger zu stellen als die eigene Drogenvergangenheit zu thematisieren.
Das sind natürlich nur Spekulationen.
Aber dein Verhalten war für das Jugendamt sicherlich nicht relevant, weil du ja gar nicht mehr involviert warst.
Man wird sich eher darum gesorgt haben, ob das Kind bei einem bislang so instabilen Vater gut aufgehoben ist.
Genau das denke ich auch.Wahrscheinlich hat er sie die ganze Zeit gegen dich beeinflusst, was ich nicht fair finde, da es ja eine Abmachung zwischen euch gab.
Er war damals definitiv drogenabhängig. Es wurde ja hier ein bisschen spekuliert ob er nur mal was genommen hat oder abhängig war. Er war abhängig und hat alles genommen was er in die Finger bekommen hat. Er war high in der Schule, high privat. Er ist deswegen auch sitzengeblieben. Ich weiß nicht wie sich das weiterentwickelt hat aber offensichtlich zu guten weil sonst hätte das Jugendamt wohl eingegriffen.
Es ist ihm hoch anzuerkennen, wenn er es geschafft hat.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Zeitpunkt irgendwann kommt.Wenn du Glück hast, viel Glück hast kommt sie irgendwann von sich auf dich zu und fragt nach dem Warum.
Die Tochter kennt ihre Mutter bisher nur durch die emotionsgeladenen, negativen Schilderungen anderer.
Es baut sich wohl automatisch ein Hass auf, wenn man wiederholt zu hören bekommt "Deine Mutter hat dich einfach verlassen --" "Deine Mutter wollte dich nicht.. "
Dabei gab es keine aktiv erlebten schlimmen Vorkommnisse, die die Aversion gegen die Mutter untermauern könnten.
Vielleicht wird sie eines Tages wissen wollen, was für ein Mensch ihre Mutter wirklich ist, was für Gemainsamkeiten es gibt und was die damaligen Beweggründe ihrer Mutter tatsächlich waren.