Bist du dir da ganz sicher? Um gegen aussen als bilderbuchmässig zu scheinen, muss jeder mitmachen und gute Miene zeigen. Schert einer leicht aus, müssen die anderen Familienmitglieder sich umso mehr anstrengen um den Schein gegen aussen zu wahren.
Es ging hier um diese Textpassage von Schwertlilie.
Vielleicht traut sich deine Tochter nicht in eine Therapie, weil sie soviel unterdrücken musste und es darf alles nicht sein. Fühlen und eigene Bedürfnisse haben ist verboten.
In dem von Schwertlilie genannten Kontext bin ich sehr sicher.
Was ihre Bedürfnisse betrifft, haben wir ihr in ihrer Kindheit schon Grenzen gesetzt, denn man kann ja nun mal nicht jedes Bedürfnis hemmungslos ausleben.
Ich habe in der Zwischenzeit mit ihr telefoniert.
Hier ihre Erklärung kurz zusammengefasst:
Sie hat beruflich mit Kindern zu tun, die aus prekären Familienverhältnissen kommen.
Es geht oft um Kindeswohlgefährdung .
Meine Tochter ist sehr engagiert.
Es gibt da einen etwas älteren Kollegen, der selber aus diesem Milieu stammt und sich erfolgreich daraus befreit hat.
Er fühlt sich aufgrund seiner sozialen Herkunft als besonders kompetent.
Dieser Kollege hat in der Vergangenheit laut meiner Tochter immer wieder Bemerkungen gemacht wie:
"Du kannst doch gar nicht mitreden. Du bist doch in einer behüteten Polly Pocket Schatulle aufgewachsen"
Wenn er mit ihr spricht, nennt er sie entweder Polly Pocket oder Wattebausch.
Das war laut meiner Tochter der Auslöser für ihr Verhalten uns gegenüber.