Als mein Sohn ausgezogen ist habe ich zu ihm gesagt: "Ich habe Angst, dass Dein Vater einen Keil zwischen uns treibt und ich Dich verliere." Und er sagte darauf hin: "Das wird nicht passieren."
Mir tut hier eher das Kind leid. Wieder so ein Scheidungskind, was zwischen 2 Stühlen steht und die Suppe dann auslöffeln darf.
Ich glaube, das schlimmste und giftigste, was Eltern machen können ist den anderen Partner beim Kind schlecht reden.
Mich wundert daher gar nicht, dass die Beziehung dadurch einen Knacks hat. Schon der Kommentar "Ich habe Angst, dass dein Vater einen Keil zwischen uns treibt" ist manipulativ und hätte dir nicht zugestanden.
Der erste Fehler ist schon der, das jeweils andere Elternteil schlecht zu reden. Euer Sohn ist euer Sohn und er kann nichts dafür, wenn ihr euch nicht mehr versteht. Er ist nicht das Instrument oder der Ball, der zwischen euch her geht.
Wenn ihr euch wie Erwachsene benehmen wollt, wendet euch an einer Beratungsstelle oder einen Mediator.
Und zwar beide. Rede mit dem Kindsvater neutral und teile deine Bedenken. Ohne Anschuldigungen. Ist das nicht möglich, wende dich an eine Beratungsstelle oder mach das, was dir hier geraten wurde und bezahle die Quittungen und das Geld direkt an die Fahrschule.
Euer Sohn wird gemerkt haben, dass ihr euch nicht einig seid. Zudem ist er in einem schwierigen Alter. Das prägt.
Kinder werden meistens dann auffällig, wenn die Eltern sich nicht verstehen und anfangen Konflikte auf ihrem Rücken auszutragen. Dann entstehen Auffälligkeiten. In welcher Form auch immer.
Ich gebe hier nur Erfahrungswerte weiter. Nach der Scheidung mit meiner ersten Frau, fing das so ähnlich an. Unsere gemeinsame Tochter, die normalerweise ein liebes und nettes Mädchen war, wurde dann auffällig und begann zu lügen und sogar einmal mit einer Freundin zu klauen. Noch dazu war sie in der Pubertät. Sie sind zum Glück aufgeflogen. Meine Frau und ich waren danach bei einer Beratungsstelle, was sowohl meine Frau und auch mich sehr geerdet hat und wo wir uns schnell darauf besonnen haben, dass das kein Rosenkrieg ist, sondern hier um unsere Kinder geht.
Das hatte den Erfolg, dass wir sachlicher miteinander umgegangen sind und Vereinbarungen auch sachlicher treffen konnten. Die Beraterin hat uns dann immer wieder deutlich gemacht, dass wir im Sinne der Kinder handeln und das war das was auch zum Erfolg geführt hat. Heute gehen wir ganz normal miteinander um und können ganz sachlich über die Kinder reden, gratulieren uns sogar zum Geburtstag.
Dein Sohn braucht euch beide und er braucht klare Ansagen, sodass er gar nicht erst in die Versuchung kommt den einen gegen den anderen auszuspielen. Das passiert in einem bestimmten Alter schnell, besonders wenn sie merken, dass man sich nicht einig ist. Ist dann ein indirekter Hilfeschrei an euch beide.
Zuletzt bearbeitet: