Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Schwieriges Verhältnis zu meiner alternden/kranken Mutter

Sie treibt mit dir ein recht mieses Spiel, sie nutzt dich aus und sie denkt dabei nicht an dich.
Das ist schon emotionale Misshandlung.

Meine Mutter wollte zuerst auch keine fremde Hilfe annehmen und machte die Tür nicht auf...letztendlich nahm sie dann die Hilfe doch an.

Zu deiner Mutter hätte ich (auch wenn es hart klingt) gesagt entweder nimmt sie die Hilfe von Pflegekräften an (weil du ansonsten überlastet bist) oder sie soll komplett allein mit allem klar kommen ohne deine Unterstützung und dann würde ich tatsächlich kalt werden und mich von ihr distanzieren.



Da wäre ich wirklich froh, wenn sie doch noch irgendwie einwilligen würde, dass jemand kommen, nach dem Rechten schauen und ihr helfen kann bei diversen Angelegenheiten.

Das mit dem Distanzieren habe ich auch schon ein paar mal überlegt und habe mich auch mal zwei, drei Tage nicht gemeldet, weil ich einfach nicht mehr schlafen konnte und merkte, wie mir das alles über den Kopf wuchs, aber langfristig habe ich dann doch zu viel Angst, dass ihr etwas passiert und wir dann so auseinander gegangen sind.
Zudem mache ich mir auch Sorgen um meinen Vater. Er und meine Mutter hatten sich schon ein paar Mal getrennt. Er ist wie gesagt ein eher zurückhaltender, ruhiger Mensch, der alles in sich hinein frisst und in der letzten Zeit redet er kaum noch, weil ihn das auch alles belastet. Da will ich schon allein wegen ihm Kontakt halten.
 
Daraufhin hat sie dann auch fast zwei Wochen mit mir nicht geredet, sondern nur über andere verlauten lassen, was ich für ein kalter Mensch ich wäre.

Du kannst sie spiegeln, das hilft oft mehr, als alles andere. Denn wie man sehen kann, habt ihr ein Rollenmuster am laufen.
Wenn sie dich das nächstemal kalt anredet, dann sei sehr betont gekränkt und lauf davon, melde dich dann nicht und sag dem Bruder, sie war grauenhaft und sehr bösartig und sei dann endlich krank, denn du bist es ja und keiner merkts. Weine und bricht offiziell zusammen und hab halt endlich die Courage und das Rückgrat, niederzuklappen, statt so falsch tapfer zu sein.
Man glaubt das ja nicht, solange du funktionierst. Bei Klagen alleine und trotzdem kommen wie gehabt, nimmt man das Geklage hin. Sei dir zuliebe mal stark und gib nicht immer nach. Sie wird Hilfe bekommen, die wird sie annehmen müssen, wenn du endlich ausfällst, wenigstens zwei, drei Kalenderwochen bist du krank, komplett und steh dazu. Vielleicht merkst du dann erst, wie schlimm du bereits am Kippen bist. Das ist fällig, darum diese Panikattacken, sie signalisieren Error, du musst dir helfen, bevor es abwärts geht.
 
Wichtig wäre daher unbedingt, dass du dann gehst, wenn ein Vorfall war. Sonst meint sie, du spielst nur.
Diese Frau muss "wachwerden" und endlich merken, du bist ein lebendiges Wesen und kein Roboter und nicht kalt und boshaft, wie sie meint, sondern zusammengeklappt, am Ende. Das kapiert sie ja nicht, wenn du nicht vor ihren Augen kippst. Du musst das nicht einmal spielen, nur aufhören oben zu bleiben wollen. Geh endlich nieder vor ihren Augen.
 
Sei dir zuliebe mal stark und gib nicht immer nach. Sie wird Hilfe bekommen, die wird sie annehmen müssen, wenn du endlich ausfällst, wenigstens zwei, drei Kalenderwochen bist du krank, komplett und steh dazu. Vielleicht merkst du dann erst, wie schlimm du bereits am Kippen bist. Das ist fällig, darum diese Panikattacken, sie signalisieren Error, du musst dir helfen, bevor es abwärts geht.

Zitat Ende


Jaaa..das finde ich wichtig.
 
Hallo Kathze,

ich kann dich sehr gut verstehen, ich habe ein ähnliches Problem mit meinem Vater, der allerdings 20 Jahre älter als deine Mutter ist. Über 40 Jahre keinen Kontakt, ich war ihm scheißegal, er hat sein Leben gelebt und ist nun alt, krank und einsam und fokussiert sich voll und ganz alleine auf mich, das einzig übrigggebliebene Kind. Hat die Familie verlassen, da war ich noch keine 10 Jahre alt, war jähzornig, brutal, hat seine Kinder und unsere Mutter geschlagen usw.

Nur durch den Tod eines seiner Kinder musste ich Kontakt zu ihm aufnehmen, wusste nicht einmal, wo er lebt. Das ist knapp 2 Jahre her, seitdem hat sich das verselbständigt. Ich habe ihn besucht (anderes Bundesland), lebt im ambulant betreuten Wohnen. Danach waren Anrufe Tag und Nacht die Regel, ich hatte zu der Zeit noch eine 60-Stunden-Woche. Es waren viele unerledigte Dinge und der ganze Mist, den er so gebaut hat, zu klären. Ich habe ein halbes Jahr gebraucht, um soweit vieles zu regeln, musste mehrmals zu ihm fahren und mir Urlaub dafür nehmen. Ich ging auf dem Zahnfleisch und das Ganze ging mir gewaltig auf meine Psyche. Ich war da und er meinte, ich habe mich jetzt vollumfänglich um ihn zu kümmern, nehme ihn zu mir oder ziehe zu ihm. Wohlgemerkt für einen Vater, der sich nie um seine Kinder (3 Geschwister, alle früh verstorben) geschert hat und jetzt seine Ansprüche an mich stellt. Jeder Besuch bei ihm hat mich getriggert und mich in die Vergangenheit katapultiert, mit der Folge, dass ich wieder Panikattacken, Ohnmachtsanfälle und andere Begleiterscheinungen bekam.
Aber: Er ist mein Vater! Ich klärte und regele alles aus der Ferne für ihn, bin Ansprechpartner für alle (Krankenkasse, Pflegedienst ect. pp). Ich besuche ihn weiterhin (jedesmal 6 Stunden Fahrt) und habe dafür gesorgt, dass er bestmöglich versorgt wird. Die täglichen Telefonate habe ich abgestellt. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass ich zwar für ihn da bin, aber auf keinen Fall mein Leben jetzt komplett auf ihn und seine Wünsche ausrichte. Er hat zuerst auch niemanden in die Wohnung gelassen, hat sich nicht duschen lassen, war mehr als unfreundlich zu allen, die ihn unterstützt haben. Sein Charakter ist geblieben und oft hat er mich auch beschimpft und angeschrieen, so wie ich ihn als Kind erlebt habe.

Aber es geht hier nicht um mich, wollte dir nur erklären, dass ich dich verstehen kann.

Meine Frage an dich: Haben deine Eltern einen Pflegegrad (sorry, falls ich das überlesen habe), wenn nicht, würde ich das sofort in die Wege leiten. Damit hätten sie Unterstützung und du wärest entlastet. Außerdem bekämen deine Eltern alle möglichen Hilfsmittel bis hin zu einem Treppenlift, wenn erforderlich, Hilfe bei der Körperpflege usw. Es gibt mtl. Entlastungsbeiträge, dafür habe ich meinem Vater z.B. eine Reinigungskraft besorgt. Es gibt Verhinderungspflege u.v.m., was auch geldwerte Vorteile hat. Deine Eltern werden akzeptieren müsssen, dass du nicht 24/7 für sie da sein kannst und sie, auch weil sie älter und nicht gesünder werden, auf Hilfe von außen angewiesen sind und du das nicht leisten kannst.

Ich denke, wir haben das Recht, Grenzen zu ziehen und auf uns zu achten, damit wir gesund und stabil bleiben. Ich wünsche dir viel Kraft und passe auf dich auf!
 
Liebe Kathze.

Vielleicht kannst Du die Vorkommnisse mit Deiner Mutter besser ertragen wenn Du daran denkst: „Dann muss ich mir nach ihrem Ableben keine Vorwürfe machen. Sie ist/war doch meine Mutter. LIEBEN musste ich sie ja nicht. - Und was ich für sie getan habe, würde ich ja auch für andere *MENSCHEN* tun.“
 
Grob gesagt fing es damit an, dass meine Mutter im November 2020 an Corona erkrankt ist. Sie war zu dem Zeitpunkt 76 Jahre alt, hatte wochenlang Fieber und hat sich davon nur schwer erholt, danach hatte sie 2021 eine Thrombose nach einer Impfung und letzten September dann erst einen kleinen Schlaganfall und etwa sechs Wochen später einen größeren.

Ich habe mich seit September um sie gekümmert und sie fast täglich besucht, aber es hat nach einer Weile angefangen mich ziemlich zu belasten und vor allem sind auf einmal viele alte Sachen in mir hochgekommen, mit denen ich nicht so gut umgehen kann und von denen ich dachte, dass ich das alles schon lange hinter mir gelassen hätte. Meine Mutter ist kein alltäglicher Charakter, sie hat ein ziemlich verrücktes Leben geführt und hat auch sicher ein paar narzisstische Züge, aber alles in allem halte ich sie nicht für einen schlechten Menschen, auch wenn sie manchen Fehler in ihrem Leben gemacht hat. Deshalb tut es mir auch oft leid, dass ich gerade in den letzten Wochen so einen Groll gegen sie entwickelt habe oder ich weiß auch nicht wie ich es genau nennen soll.

Nach nun monatelanger Reha kann sie sich mit einem Stock/einer Krücke behelfen, aber die eine Körperhälfte ist immer noch angeschlagen und sie kann schlecht allein leben, weil das Haus voller Treppen ist und sie bei einigen Belangen Hilfe benötigt. Mein Vater ist in ihrem Alter und ebenfalls gesundheitlich angeschlagen, weshalb ich schon mehrmals das Thema angesprochen habe, dass sie umziehen oder sich Hilfe suchen sollte. Mein Vater ist ein eher ruhiger und passiver Mensch, der sich ihr gegenüber nicht durchsetzen kann. Ich habe noch einen älteren Bruder, der immer der Liebling unserer Mutter war und einen jüngeren, der den Kontakt zu ihr vor Jahren schon abgebrochen hat. Mein älterer Bruder hat sich während der Zeit im Krankenhaus auch ganz besonders um sie gekümmert, aber da er Frau und Kinder hat, hat er irgendwann eine Grenze gesetzt und kann sie auch leider nicht bei sich aufnehmen. Dafür hatte unsere Mutter alles Verständnis. Wenn ich ihr sage, dass ich mich irgendwie wieder mehr um meine Arbeit und mein Privatleben kümmern müsste, dann ruft sie mich noch mitten in der Nacht an, weint und sagt, dass sie bald sowieso nicht mehr da ist. Oder sie ignoriert mich mit Absicht für Tage und geht nicht mehr an ihr Handy, so dass ich denke, dass wieder etwas passiert ist.

Nachdem sie den zweiten Schlaganfall hatte, hatte ich im Krankenhaus eine Panikattacke (ich habe seit einigen Jahren Probleme mit einer Angsterkrankung und Depressionen) und manchmal bekomme ich ehrlich gesagt schon Herzklopfen, wenn das Handy überhaupt geht. Es ist oft ein hin und her - manchmal schreibt und redet sie ganz liebevoll und dann hat sie wieder einen Einbruch. Es ist ja nicht so, als ob ich das nicht verstehen könnte, sie hat immer larger than life gelebt und hatte Glück, bis jetzt sehr fit zu sein. Aber ich habe das Gefühl, dass sie darauf besteht, dass ich mich um sie zu kümmern habe - was ich ja sowieso will, denn ich würde meine Eltern nicht ins Altersheim abschieben wollen, wenn es irgendwie anders möglich ist. Aber ich fühle mich mit alledem oft so allein und so, als ob ihr Schicksal vor allem daran hängt, was ich tue oder nicht tue.

Was die alten Themen angeht - als sie ein paar mal nicht so bei sich war, da hat sie Sachen heraus gelassen, die wirklich verletzend waren. Mein Vater, mit dem sie jetzt zusammen lebt, war eigentlich eine Affäre und sie hat mir erst mit 17 Jahren die Wahrheit gesagt. Sie hatte damals einen Mann geheiratet, der vor allem gegen meinen jüngsten Bruder gewalttätig war, mich und meinen älteren Bruder hat er zwar nicht geschlagen, aber wir waren definitiv psychischer Gewalt ausgesetzt. Meine Mutter wurde ebenfalls von ihm geschlagen und ich habe ihr immer geglaubt, dass sie ihn nicht verlassen konnte, aber irgendwie kommen all diese Dinge gerade wieder hoch und nehmen mir manchmal regelrecht die Luft zum Atmen. Es klingt vielleicht seltsam, aber ich fühle mich dann in die Vergangenheit als Kind zurück versetzt und bekomme Angst.

Ich will mich auf der anderen Seite nicht wie eine "Memme" aufführen und denke mir manchmal, dass ich doch die Zeit nutzen sollte, die ich noch mit ihr verbringen kann - so schwierig gerade alles geworden ist, so furchtbar wäre es für mich, wenn sie einmal nicht mehr wäre und so wie sie abbaut, befürchte ich oft, dass es nicht mehr so weit her damit ist. 😥

Mir wäre es einfach lieb, wenn ich wüsste, dass sie gut versorgt ist und ich meine Emotionen ihr gegenüber besser in den Griff bekommen könnte.
Es ist kein Zeichen von Schwäche sich selber einzugestehen, dass man das alleine nicht mehr stemmen kann. Ich persönlich ziehe meinen Hut vor allen Menschen, die in der Pflege tätig sind oder selbst irgendein Familienmitglied pflegen....das ist ein richtiger Knochenjob. Man sollte aber trotzdem nach wie vor den Fokus auf sich selber haben....Hole dir die Hilfe, die du benötigst und versuche dich etwas von der Situation zu distanzieren....sonst wird dich das kaputt machen.
 
Das mit dem Distanzieren habe ich auch schon ein paar mal überlegt
Hier könnte eine Erleichterung sein !

In den letzten Jahren, "musste" ich meine Mutter in den Tod und jetzt meinen Vater mit seinen Alterskrankheiten begleiten.
Für mich war schon immer klar, daß ich meinen Eltern etwas zurückgeben will/wollte, mir war allerdings nicht klar, wie schwer das sein kann.
Über die Situationen, daß der soziale Dienst, Ärzte, Rettungssanitäter, Physiotherapeuten etc. ins Haus kamen, Beratung im Haus über die Krankenkasse, besuch des medizinischen Dienstes, etc.
wurde mir klar, ich das nur mit einem gewissen Abstand schaffen kann, obwohl ich mir die Betreuung mit meiner Schwester teile.
Gerade machen wir uns um unseren Vater große Sorgen, da meine Mutter nach 63 Jahren Ehe verstarb.

Rein pragmatisch solltest du jetzt die "IST"-Situation betrachten:
Welche Rolle spielen die Geschwister, wollen/können sie die Eltern unterstützen,
"Örtliche/finanzielle, psychische Verbundenheit"
In welcher Form können sich die Eltern gegenseitig versorgen:
Haushalt, Kochen, Waschen, Körperpflege, Mobilität, Kommunikation nach Außen ?
Ist eine Pflegestufe bewilligt?
Gibt es Patientenverfügungen ?
Bankvollmachten ?
Wohnen sie im Eigenheim ?
etc.
Setzt euch mit den Eltern an den Tisch mit Blick in die nähere Zukunft ?
Wer (Eltern/Geschwister?) kann/will welche Aufgaben übernehmen ?

Spreche an, daß du deine Eltern gerne unterstützt, du allerdings an Punkt XY an deine Grenzen stößt, ab da nicht wieder kannst du deine Eltern trotzdem keinesfalls im Stich lassen möchtest und gerade deswegen jetzt mit ihnen am Tisch sitzt.

Meine Eltern, jetzt mein Vater wollten/möchten das nicht wahr haben, allerdings je mehr Hilfe ins haus kam, umso öfter ergaben sich Situationen, in den Sie sahen, daß man als Kind nicht alles leisten kann/muß.

Das mit dem gewissen Abstand, wurde mir umso mehrt deutlich, daß sich mein Vater "erst" nach dem Hinweis des Pflegepersonals auf eine Erleichterung einließ, obwohl wir Kinder das X-mal vorschlugen.
Bei uns gab es x-Ausreden, Beim "fremden" Personal funktionierte das nach ein, zwei Gesprächen.

Das "Credo" könnte lauten:

Sei mutig, sei für deine Eltern da, achte dabei auf dich, indem du deine Grenzen kennst/nennst, mit der Aussage, daß du die Eltern keinesfalls im Stich läßt.
🙂

Gruß Hajooo
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
L Schlechtes Verhältnis zu den Eltern Familie 18
M Verhältnis zur Schwiegertochter Familie 11
H Wie kann ich meiner Mutter helfen? Familie 3

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben