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Schwieriges Verhältnis zu meiner alternden/kranken Mutter

Liebe Kathze.

Vielleicht kannst Du die Vorkommnisse mit Deiner Mutter besser ertragen wenn Du daran denkst: „Dann muss ich mir nach ihrem Ableben keine Vorwürfe machen. Sie ist/war doch meine Mutter. LIEBEN musste ich sie ja nicht. - Und was ich für sie getan habe, würde ich ja auch für andere *MENSCHEN* tun.“
Ohne Schuldgefühle oder schlechtes Gewissen loslassen geht viel leichter, wenn man gut war zu den Gehenden, das ist klar.

Bei der Mutter des Freundes war ein Unfall der Auslöser, sie musste in Pflege und dort blieb sie dann. Von alleine wäre sie da nie hin, aber wie wir sehen konnten, das war das Beste überhaupt für sie, entgegen aller Vorurteile genoss sie die Rund-um-die-Uhr-Obsorge sehr und hatte noch Gesellschaft von Gleichaltrigen, was ihr richtig gut tat.
Nur keine Scheu, man wehrt sich oft zu unrecht, auf das braucht man nicht hören, das Unbekannte/Ungewohnte macht nur zu Beginn Angst.
 
Hallo,
schwierige Situation, ganz, ganz schwierig.

Wenn es so ist, ist es so und es ist völlig in Ordnung.
Sie kann sich nicht mehr selber helfen.
In einer Pflegeeinrichtung ist sie gut versorgt und es ist kein "abschieben".
Viele Jahre habe ich gedacht, dass solches ein "Abschieben" ist.
Heute jedoch weiß ich, sind die Familienstrukturen so, wie es erwähnt wird,
der Alltag wird dadurch sehr belastet, macht es auf die Dauer keinen Sinn,
sich alleine darum kümmern zu wollen. Der Groll etc. wird zunehmen und
es wird sich irgendwann zu einem Lebensteil mutieren, der nur aus
"Pflichtgefühl" heraus erledigt wird.
Ein häufigeres Zusammentreffen führt unweigerlich dazu, dass "Altes" wieder
hochkommt und diese Lebensphase dadurch nicht entspannter macht sondern
eher belastender.

Setz Dich für das ein, was Du möchtest. Deine Mutter ist eine eigenständige
Person; auch sie hat sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen und es wird,
ausgehend von Deinen Beiträgen, für sie kein einfacher Prozess; sie wehrt sich
dagegen.

Geh wirklich nur dann hin, wenn es sich für Dich stimmig anfühlt; nehm Dir für
diese Begegnung eine gemeinsame Zeit. Du wirst dadurch familiäre Verhältnisse
vorfinden, die "schwer mitzutragen" sind, da sie sich beide nicht mehr so gut
eigenständig versorgen können.
Lege das Telefon nachts neben dem Hörer, damit Du es nicht hörst und
zumindest gut schlafen kannst.
Dieser dadurch bedingten "Belastung" zu entrinnen, wird ganz schwer möglich
sein; ich halte es für wertvoll, dass Du aufgrund Deiner Lebensbiographie mit
Deinen Eltern eine gewisse Distanz einhälst und sie in ihrer Eigenständigkeit
läßt; nehm ihnen nicht zuviel ab, dadurch verlassen sie sich mehr und mehr auf
Deine Hilfe, je weiter ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen voran-
schreiten.
Es läßt sich für Deine Eltern nicht "erzwingen", eine Pflegekraft oder anderes
in ihre Wohnbereiche zu lassen; verweigern sie dieses, haben sie ausgehend von
ihrer Eigenverantwortung sich damit auseinanderzusetzen, was sie dadurch
selber leisten müssen ohne nach Dir greifen zu "wollen".
Setz Dich mit ihnen auseinander, dass Du nicht immer für sie sorgen kannst
und es an der Zeit ist, sich damit auseinanderzusetzen; rechne mit den Reaktionen
Deiner Mutter und versuch, soweit es Dir möglich ist, davor zu "schützen".
Das sind ganz, ganz schwierige Familienverhältnisse.
Es wird seine Zeit der Auseinandersetzungen brauchen und sie wird ihr
Bestes geben, sich dagegen zur Wehr zu setzen; gehe bei alledem innerlich
davon aus, dass sie in einer Pflegeeinrichtung gut aufgehoben ist.

Eine ähnliche Familiensituation ist mir über Jahre bekannt ausgehend von dem,
welche Erwartungshaltungen die Mutter hatte und wie sie sich gegenüber denen
in ihrer Familie "verhielt", die es liebevoll mit ihr gemeint haben.
Mittlerweile ist sie in einer Pflegeeinrichtung und fühlt sich dort wirklich sehr
wohl. Das habe ich nie für möglich gehalten und sie lieber trotz alledem "in
ihrer gewohnten Umgebung" gesehen. Sie spricht dort von ihrem eigenen
Zimmer und möchte mit denen Menschen zusammensein, mit denen sie auf
einer Station liegt.

Lasse Dich persönlich nicht zuviel davon herunterziehen, dass es ein
"Abweisen" ist aus den familiären Verhältnissen.

Die seelischen Belastungen werden für Dich nicht leichter werden; kümmere
Dich um Dich und sorge gut für Dich.
Es sind schwere Lebensphasen, die, gelebt in den Familienverhältnissen, wie
Du sie erwähnst, ihre Zeit und ihre Geduld brauchen.

alles Liebe
flower55

Hallo! Danke für deine Zeilen. Sie haben mich noch länger nachdenken lassen und ziemlich berührt.

Meine Mutter ist keine Frau fürs "Altwerden" - sie hat in jeder Hinsicht stets versucht, jünger zu sein und zu leben als sie es eigentlich war. Auch, was das Optische angeht, hat sie so ziemlich alles getan, um jünger zu wirken. Von daher war es mir eigentlich immer schon klar, dass es nicht einfach mit ihr werden würde, wenn sie wirklich mal in die jetzige Lage kommen würde.

Es fühlt sich schon wie ein Abschieben an und sie fasst es auch genauso auf. Vor allem ist es ja auch so, dass ich die einzige war, die das so klar angesprochen hat und dadurch bin ich dann absolut zum Buhmann geworden - dabei fiel es mir auch nicht leicht, das so zu sagen. Es wäre mir tausendmal lieber, wir könnten wie in früheren Zeiten in einer Großfamilie leben und für jeden wäre irgendwie gesorgt. Noch lieber wäre mir, sie wäre gar nicht in einer solchen Situation.

Sie hat zeitweise versucht, ihre älteste Enkeltochter (Anfang 20) dazu zu bekommen, zu ihr zu ziehen und sich um sie zu kümmern. Ich kenne sie ja und habe meine Nichte dann mal ins Gebet genommen, ob sie wirklich weiß, was da auf sie zu käme. Ich meine, an sich fände ich es toll, wenn sie sich um ihre Großmutter kümmern will, aber ich weiß einfach, wie unsere Mutter sein kann und ich habe kein gutes Gefühl dabei. Jedenfalls hat meine Mutter mir dann wieder vorgehalten "im Gegensatz zu dir hätte sie sich um mich gekümmert".

Warum ich einen Groll bekomme, das ist gar nicht, weil ich für sie sorgen muss, das würde ich gern tun, aber mehr und mehr stoßen mir all diese Manipulationsversuche auf, die ich innerhalb der Familie bemerke. Wie gesagt ist mein älterer Bruder immer ihr Liebling gewesen und das Verhältnis zwischen ihm und mir ist auch sehr innig und gut, aber in letzter Zeit hat sie irgendwie öfters versucht, uns gegeneinander auszuspielen und auch bei mir fing sie an, schlecht über seine Frau zu reden, dass er sich etwas besseres hätte suchen können usw. Manchmal verdreht sie jetzt auch manches aus der Vergangenheit, erzählt Sachen ganz anders, als sie sich zugetragen haben und sie ist kein bisschen dement oder verwirrt, daran liegt es nicht...
 
Ich antworte morgen weiter. Leider war das Wochenende wieder ziemlich stressig und ich muss gucken, dass ich noch ein bisschen Schlaf bekomme. Danke jedenfalls für all die Beiträge!
 
Ich bin noch wach, habe einen Liebesdienst für eine Kameradin in Arbeit- ein Gemälde von ihrem Hund, der gestern eingeschläfert werden musste.
Es ist grausam, was Menschen durchstehen müssen. Deine Mutter wird vielleicht Demenz haben, da ist es dann oft so, dass man so wird, wie du beschreibst. Bösartiger, Misstrauischer, anschuldigend usw. ich kenne das von einer Verwandtschaft einer meiner Freundinnen.
Meine Religiosität hilft mir sehr, ich bin sicher, dass diese ganzen Befindlichkeiten, die stellenweise sehr tragisch sind nicht wirklich ins Bewusstsein dringen. Bei einem Verkehrsunfall, den ich hatte, da erzählte man mir, dass ich schrecklich beinander war, für sie als Zeugen war es hochdramatisch und ich selbst weiß davon gar nichts, hab das nicht so empfunden, ich war irgendwie enthoben und in einer ganz anderen Welt, das ganze Leiden ist nicht in mein Bewusstsein gedrungen. Ich glaube, einen Teil von uns haben wir außerhalb des "Zeitlichen" und dieser ist erhaben und unverwundbar.
In diesem Sinne, in fernöstlichen spirituellen Schriften sagt man, man träumt das in Wirklichkeit alles- was wir erleben, das nennen sie Maya und das ist Schein. In einem Ausnahmezustand, ( ich wurde wiederbelebt) gabs bei mir eine richtig, richtig nachhaltige Beruhigung, alles wird gut..das weiß ich einfach und darum sehe ich da nicht ( mehr) so komplett ernsthaft hin.
Deine Mutter erlebt etwas, sie macht ihr Leben durch mit allen Erfahrungen, die da ausgefasst werden und dann gibts einen Break und irgendwas anderes folgt und du warst Teil ihrer Geschichte in diesem Leben, in diesem Erleben. Dann kommt ein neues Erleben vielleicht.

Nimm jedenfalls alle Schuld von dir, du bist nicht der Macher und entheben kannst du sie nicht von ihren Werden und Vergehen. Da müssen wir durch..jeder für sich.
Meine Bekannte, die jetzt voller Trauer ist tut mir trotzdem sehr leid, du mir auch und ich wünsch, irgendetwas kann trösten und helfen, dir, euch, uns allen.
 
Ich möchte das Bild herzeigen, denn es ist mein erstes Hundebild, das ich versucht habe...liebe Kathze, es kommt der Tag, da hast du wieder Zeit für Hobbies ausleben, wenn nicht heute, dann morgen. Das ist eine Passage, die du erlebst und die dauert nicht ewig. Vergiss nicht auf dich und auf dein Heilsein. Das musst du bewahren und gut zu schützen verstehen. Botendienste können auch andere Leute machen, das muss deine Mam einsehen, wenn nicht, dann muss sie das lernen. Auch wenn sie alt ist und gebrechlich, sie ist lernbereit, wenn sie muss. Nimm an, ihr wird das natürlich auch genehm sein, was sonst, wenns nicht anders geht? Lass dich nicht bedrohen, überhöre diese Züge von ihr, alles, was nicht in Ruhe und gelassen kommt, das ist Show, um etwas zu erreichen wollen. Sie versuchts halt, trau dich mal nicht nachzugeben und geh wen besorgen, der ihr alles besorgt, bis du Zeit hast.

Lieben Gruß

Holunderzweig
 

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Du kannst sie spiegeln, das hilft oft mehr, als alles andere. Denn wie man sehen kann, habt ihr ein Rollenmuster am laufen.
Wenn sie dich das nächstemal kalt anredet, dann sei sehr betont gekränkt und lauf davon, melde dich dann nicht und sag dem Bruder, sie war grauenhaft und sehr bösartig und sei dann endlich krank, denn du bist es ja und keiner merkts. Weine und bricht offiziell zusammen und hab halt endlich die Courage und das Rückgrat, niederzuklappen, statt so falsch tapfer zu sein.
Man glaubt das ja nicht, solange du funktionierst. Bei Klagen alleine und trotzdem kommen wie gehabt, nimmt man das Geklage hin. Sei dir zuliebe mal stark und gib nicht immer nach. Sie wird Hilfe bekommen, die wird sie annehmen müssen, wenn du endlich ausfällst, wenigstens zwei, drei Kalenderwochen bist du krank, komplett und steh dazu. Vielleicht merkst du dann erst, wie schlimm du bereits am Kippen bist. Das ist fällig, darum diese Panikattacken, sie signalisieren Error, du musst dir helfen, bevor es abwärts geht.


Ich denke, ich verstehe, was du meinst. Mir fällt das schon recht schwer, zu zeigen, wie es mir wirklich geht. Beziehungsweise würde ich es gern, aber die Reaktionen darauf sind eigentlich meist, dass ich mich zusammen reißen soll. Sie hat das mit der Panikattacke ja mitgekriegt. Zu meinem Vater hat sie dann gesagt "ah, natürlich, ich wäre gerade fast gestorben, aber K. muss jetzt Drama spielen und bemitleidet werden". Dieses Verhalten habe ich schon oft erlebt, aber es tut schon immer noch weh. Ich fühle mich dann ja auch dumm, weil es stimmt, dass sie in dem Moment sicher kränker war als ich. Andererseits geht es mir psychisch wirklich nicht gut. Ich komme seit September kaum mal zur Ruhe.
 
Hallo Kathze,

ich kann dich sehr gut verstehen, ich habe ein ähnliches Problem mit meinem Vater, der allerdings 20 Jahre älter als deine Mutter ist. Über 40 Jahre keinen Kontakt, ich war ihm scheißegal, er hat sein Leben gelebt und ist nun alt, krank und einsam und fokussiert sich voll und ganz alleine auf mich, das einzig übrigggebliebene Kind. Hat die Familie verlassen, da war ich noch keine 10 Jahre alt, war jähzornig, brutal, hat seine Kinder und unsere Mutter geschlagen usw.

Nur durch den Tod eines seiner Kinder musste ich Kontakt zu ihm aufnehmen, wusste nicht einmal, wo er lebt. Das ist knapp 2 Jahre her, seitdem hat sich das verselbständigt. Ich habe ihn besucht (anderes Bundesland), lebt im ambulant betreuten Wohnen. Danach waren Anrufe Tag und Nacht die Regel, ich hatte zu der Zeit noch eine 60-Stunden-Woche. Es waren viele unerledigte Dinge und der ganze Mist, den er so gebaut hat, zu klären. Ich habe ein halbes Jahr gebraucht, um soweit vieles zu regeln, musste mehrmals zu ihm fahren und mir Urlaub dafür nehmen. Ich ging auf dem Zahnfleisch und das Ganze ging mir gewaltig auf meine Psyche. Ich war da und er meinte, ich habe mich jetzt vollumfänglich um ihn zu kümmern, nehme ihn zu mir oder ziehe zu ihm. Wohlgemerkt für einen Vater, der sich nie um seine Kinder (3 Geschwister, alle früh verstorben) geschert hat und jetzt seine Ansprüche an mich stellt. Jeder Besuch bei ihm hat mich getriggert und mich in die Vergangenheit katapultiert, mit der Folge, dass ich wieder Panikattacken, Ohnmachtsanfälle und andere Begleiterscheinungen bekam.
Aber: Er ist mein Vater! Ich klärte und regele alles aus der Ferne für ihn, bin Ansprechpartner für alle (Krankenkasse, Pflegedienst ect. pp). Ich besuche ihn weiterhin (jedesmal 6 Stunden Fahrt) und habe dafür gesorgt, dass er bestmöglich versorgt wird. Die täglichen Telefonate habe ich abgestellt. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass ich zwar für ihn da bin, aber auf keinen Fall mein Leben jetzt komplett auf ihn und seine Wünsche ausrichte. Er hat zuerst auch niemanden in die Wohnung gelassen, hat sich nicht duschen lassen, war mehr als unfreundlich zu allen, die ihn unterstützt haben. Sein Charakter ist geblieben und oft hat er mich auch beschimpft und angeschrieen, so wie ich ihn als Kind erlebt habe.

Aber es geht hier nicht um mich, wollte dir nur erklären, dass ich dich verstehen kann.

Meine Frage an dich: Haben deine Eltern einen Pflegegrad (sorry, falls ich das überlesen habe), wenn nicht, würde ich das sofort in die Wege leiten. Damit hätten sie Unterstützung und du wärest entlastet. Außerdem bekämen deine Eltern alle möglichen Hilfsmittel bis hin zu einem Treppenlift, wenn erforderlich, Hilfe bei der Körperpflege usw. Es gibt mtl. Entlastungsbeiträge, dafür habe ich meinem Vater z.B. eine Reinigungskraft besorgt. Es gibt Verhinderungspflege u.v.m., was auch geldwerte Vorteile hat. Deine Eltern werden akzeptieren müsssen, dass du nicht 24/7 für sie da sein kannst und sie, auch weil sie älter und nicht gesünder werden, auf Hilfe von außen angewiesen sind und du das nicht leisten kannst.

Ich denke, wir haben das Recht, Grenzen zu ziehen und auf uns zu achten, damit wir gesund und stabil bleiben. Ich wünsche dir viel Kraft und passe auf dich auf!

Da kann ich mich wirklich in vielem wieder finden. Vor allem auch wie du beschreibst, dass du getriggert wurdest und was das in der ausgelöst hat. Ich fühle mich ein bisschen verrückt manchmal und ich verstehe mich da selbst nicht, aber in letzter Zeit sind mir Dinge wieder eingefallen/sind hochgekommen, an die ich mich sicher Jahrzehnte lang nicht erinnert habe und oft äußert sich das so in körperlichen Anzeichen wie Atemnot, Schwindel, extremes Herzklopfen usw. bei mir.

Die Beschreibung deines Vaters klingt wie die meines mittlerweile verstorbenen Stiefvaters (von dem ich aber bis ich 17 war denken musste er sei mein Vater). Es tut mir sehr leid, dass du und deine Familie so etwas durchleben mussten.

Meinst du Pflegestufe? Nein, meine Eltern haben keine. Ich denke auch nicht, dass mein Vater eine bekäme. Er ist etwas jünger als meine Mutter und ziemlich rüstig, fährt noch viel Fahrrad oder geht mit dem Hund wandern, aber er hatte vor 6 Jahren eine Krebserkrankung und ist seitdem doch insoweit angeschlagen, als dass er von sich aus schon früh gesagt hat, er schafft das mit meiner Mutter wahrscheinlich nicht. Ich finde das gut und vernünftig von ihm, dass er das sagt anstatt etwas vorzumachen, was nicht ist. Er macht jetzt aber doch das meiste, weil er sieht, dass mein älterer Bruder und ich einfach gar nicht die Zeit dafür haben.

Meine Mutter hatte übrigens seit Jahren schon eine Putzfrau, auch, als sie noch ganz fit war, aber die hat sie damals mit Corona angesteckt und jetzt will sie keinen mehr im Haus haben - was ja wenig Logik hat, wenn wir Kinder oder andere Bekannte/Verwandte dann kommen sollen.
 
Es ist kein Zeichen von Schwäche sich selber einzugestehen, dass man das alleine nicht mehr stemmen kann. Ich persönlich ziehe meinen Hut vor allen Menschen, die in der Pflege tätig sind oder selbst irgendein Familienmitglied pflegen....das ist ein richtiger Knochenjob. Man sollte aber trotzdem nach wie vor den Fokus auf sich selber haben....Hole dir die Hilfe, die du benötigst und versuche dich etwas von der Situation zu distanzieren....sonst wird dich das kaputt machen.

Ich empfinde es im Moment schon als Schwäche und fühle mich wirklich sehr schlecht, dass ich im Moment in der Familie die einzige bin - mit meinem Vater in Ansätzen -, die in die Richtung drängt, was zu unternehmen. Aber realistisch gesehen schaffe ich es wirklich nicht, schon gar nicht täglich leider.

Ich habe mal ein Praktikum bei einem Pflegedienst gemacht und fand das damals schon anstrengend. Ich hatte seitdem immer eine Riesenachtung vor jedem, der das beruflich macht.
 
Letztlich muss Deine Mutter lernen, ob freiwillig oder unfreiwillig, dass sie entweder externe Hilfe in Anspruch nehmen muss oder eben alleine da steht und zusehen muss , wie sie klar kommt.
Solange Du immer springst , wird sie das nicht lernen.
 
Da kann ich mich wirklich in vielem wieder finden. Vor allem auch wie du beschreibst, dass du getriggert wurdest und was das in der ausgelöst hat. Ich fühle mich ein bisschen verrückt manchmal und ich verstehe mich da selbst nicht, aber in letzter Zeit sind mir Dinge wieder eingefallen/sind hochgekommen, an die ich mich sicher Jahrzehnte lang nicht erinnert habe und oft äußert sich das so in körperlichen Anzeichen wie Atemnot, Schwindel, extremes Herzklopfen usw. bei mir.

Die Beschreibung deines Vaters klingt wie die meines mittlerweile verstorbenen Stiefvaters (von dem ich aber bis ich 17 war denken musste er sei mein Vater). Es tut mir sehr leid, dass du und deine Familie so etwas durchleben mussten.

Meinst du Pflegestufe? Nein, meine Eltern haben keine. Ich denke auch nicht, dass mein Vater eine bekäme. Er ist etwas jünger als meine Mutter und ziemlich rüstig, fährt noch viel Fahrrad oder geht mit dem Hund wandern, aber er hatte vor 6 Jahren eine Krebserkrankung und ist seitdem doch insoweit angeschlagen, als dass er von sich aus schon früh gesagt hat, er schafft das mit meiner Mutter wahrscheinlich nicht. Ich finde das gut und vernünftig von ihm, dass er das sagt anstatt etwas vorzumachen, was nicht ist. Er macht jetzt aber doch das meiste, weil er sieht, dass mein älterer Bruder und ich einfach gar nicht die Zeit dafür haben.

Meine Mutter hatte übrigens seit Jahren schon eine Putzfrau, auch, als sie noch ganz fit war, aber die hat sie damals mit Corona angesteckt und jetzt will sie keinen mehr im Haus haben - was ja wenig Logik hat, wenn wir Kinder oder andere Bekannte/Verwandte dann kommen sollen.
Aber bekäme deine Mutter nicht einen Pflegegrad?

Genau, alles was hochkommt, ist ja noch die Nebenbaustelle.

Ich hatte heute auch wieder so einen Tag. Möchte ich jetzt öffentlich nicht schreiben, aber ich packte schon meine Tasche, um zu meinem Vater zu fahren. Meine Freundin kam dann spätnachmittags und hat mir gesagt, ich müsse gar nichts und soll gefälligst hierbleiben. Natürlich lässt sich das auch ohne mich regeln (hoffe ich) aber dieses Schei** Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl steht da echt im Weg.

Putzfrau will sie nicht mehr, logisch ist die Argumentation bei den alten Herrschaften nicht. Sie basteln sich das so hin, wie es ihnen am besten passt.
 

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