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Ärger mit Eltern wegen Weihnachten

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"Du hast natürlich vollkommen recht. Beim Urlaub war schon etwas Trotz dabei - einerseits. Andererseits wollte ich meinem Vater aber auch zeigen, dass nicht alles nach seiner Pfeife tanzt."

Ja, da hast du es mal ehrlich zugegeben. Aber gerade auch diese Aussage zeigt eigentlich, dass du zu einer Aussöhnung nicht bereit warst. Dein Vater hat geweint, als du am 60. nicht kamst. Wahrscheinlich nicht nur, weil er eben den Geburtstag mit dir feiern wollten, sondern weil ihm wohl klar ist, wie mies euer Verhältnis wirklich ist.

Ich kann dir nur sagen: ich habe das durch, mit starker Frömmigkeit und Erwartungshaltung und Druck ohne Ende. Lebe dein Leben. Aber habe auch die Bereitschaft, ein bisschen auf deinen Vater zuzugehen, wenn dir daran noch was liegt.

Du machst ihm immer die gleichen Vorwürfe (Weihnachten 2020) und euer Zerwürfnis geht viel tiefer. Gibt es bei deiner Gemeinde einen Psychologen oder Mediator, mit dem mal sprechen könntest. Ich fände das schwierig, einen "weltlichen" Fachmann dazu zu ziehen, der mit der frömmlerischen Thematik nicht so vertraut ist.
 
Vielleicht hast du recht. Aber wie sollen die Verletzungen heilen, wenn ich mir immer Vorwürfe anhören muss, wenn ich mir Zeit für mich nehme und den Feiern fortbleibe? Das löst ja jedes Mal wieder die Wunden auf.

Ich weiß einfach nicht, wie ich das aufbereitet bekommen soll... Das seit bald drei Jahren alleine zuhause rumhocken (ich bin sehr viel unterwegs, aber halt immer alleine) hat mich emotional komplett erkalten lassen.

Heute war ich nochmal auf dem Stammtisch, wo ich seit 1 1/2 Jahren keinen Anschluss finde. Menschenmengen und der Lärm von Menschen stressen mich mittlerweile richtig. Und wenn es nur ein Gespräch von zwei Personen in der Bahn oder im Café ist, das ich höre. Ich würde dann am liebsten wegrennen...

Es ist fürchterlich... Und ich verstehe mich selbst nicht mehr. Ich möchte wieder Anschluss finden und zeitgleich stressen mich andere Menschen nur noch. Ich verstehe nicht, warum mich das stresst. Ich will nicht, dass mich das stresst.

Teilweise habe ich den Eindruck, man ist wegen Corona-Isolation etwas gereizter und braucht mehr Ruhe, wo es wieder Trubel gibt. Siehst du das ähnlich?
 
Was mich nur belastet ist, dass ich niemanden habe, mit dem ich mal so reden kann. Keine Freunde mehr, ...
Hast du nicht geschrieben, du bist in einer Freikirche? Dann wundert mich das aber. Ich kenne eine einzige Freikirche, ich nenne keine Namen, die ist so verknöchert wie die großen Kirchen. Aber alle anderen, die ich kenne, und das sind einige, sind da ganz anders. Es wird so viel angeboten, wo man mit anderen Menschen in Kontakt kommt, Alphakurse, Small Groups, Seelsorgegespräche etc. etc. Oder einfach nach dem Gottesdienst bei einem Kaffee quatschen.

Aber wie sollen die Verletzungen heilen, wenn ich mir immer Vorwürfe anhören muss, wenn ich mir Zeit für mich nehme und den Feiern fortbleibe? Das löst ja jedes Mal wieder die Wunden auf.
Was hat Jesus gemacht? Er hat Satan mit dem Wort Gottes die Stirn geboten und selbigen vertrieben. Das kannst du auch machen. Du könntest auch deinen Vater daran erinnern, was in der Bibel steht, die Maßstab für alle Christen ist (schön wär's ja). Z. B., richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Oder
nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Oder
wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Es gibt noch soooooo viel mehr!

Kennst du das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger?
Kennst du dieses Buch?
 
Ich fürchte, deine Eltern stammen (wie meine auch) noch aus einer Generation, in welcher "was sollen die Leute nur denken" noch eine große Rolle spielt und die es auch nie gelernt haben, sich bei Kindern (als erstes) zu entschuldigen.
Das ist definitiv nicht so. Ich (Jahrgang 1963) gehöre auch dieser Generation an. In meiner Generation kann man sich sehr wohl bei seinen Kindern entschuldigen, bevor sie es tun. Das tun sogar Leute, die zehn oder 20 Jahre älter sind als ich.

Was du beschreibst, ist das Verhalten von Personen, die allmählich aussterben: Leute, die in den 1920er oder 1930er Jahren geboren wurden und in der Nazizeit entsprechend der Nazi-Ideologie erzogen wurden. Oder deren Eltern noch von Kaiser Wilhelm geprägt und deswegen der Meinung waren, Unterdrückung und Dressur sei mit Erziehung gleichzusetzen.

Wer dem Jahrgang 1962 angehört, wie offenbar der Vater des TE, und sich so verhält, wie er es tut, ist ganz offensichtlich aus der Zeit gefallen. Ich habe das bisher noch von niemandem in meinem Alter gehört.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kennst du das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger?
Kennst du dieses Buch?
Vergeben bedeutet nicht, dass man sich alles gefallen lassen und alles mit sich machen lassen muss, was andere wollen.
 
Wer hat das geschrieben? Ich jedenfalls nicht. 🙂
Das habe ich auch nicht behauptet.

Mir fällt nur auf, wie viele hier ständig an den TE appellieren, dem Vater zu vergeben. Aber das kann er auch, ohne dass der Vater dabei ist. Und das bedeutet auch nicht, dass er sich seinem Willen beugen und Weihnachten brav zu seinen Eltern kommen muss.

Ich finde die Doppelmoral des Vaters unsäglich: Selber hatte er 2000 keine Verwendung für seinen Sohn, weil dieser seinem Idealbild von einer katholischen Familie nicht entspricht. Monate später heult er Krokodilstränen, weil sein Sohn nicht zu seinem 60. Geburtstag kommt. Mich widert das geradezu an. Ich kenne aus meiner Heimatgemeinde genügend "gute" Katholiken, die sich auch nur um die Leute kümmerten, die genauso tickten und genauso erzkatholisch waren wie sie, und andere im Regen stehen ließen, über Frauen herzogen, die studiert hatten und gern berufstätig waren etc..

Mich hat das verlogene Verhalten immer an das des Priesters im Gleichnis vom barmherzigen Samariter erinnert. Dem Priester war es egal, dass da ein Mann verletzt am Straßenrand lag. Er gehörte ja nicht zu seiner Gruppe.

Aus "Wikipedia":

"Auf Jesu Aufforderung, so zu handeln, um zu leben, fragt ihn der Schriftgelehrte, wer denn sein Nächster sei. Daraufhin entfaltet Jesus die Beispielerzählung:


Paula Modersohn-Becker, 1907
Ein Mann auf dem Weg von Jerusalem hinab nach Jericho geriet unter die Räuber, die ihn ausplünderten und schwerverletzt liegen ließen. Ein vorüberkommender Priester sah den Verletzten und ging weiter, ebenso ignorierte ihn ein Levit. Schließlich sah ein Samaritaner den verletzten Mann, erbarmte sich, versorgte dessen Wunden und transportierte ihn auf dem Reittier zur Herberge. Dort gab er am folgenden Morgen dem Wirt zwei Denare und beauftragte ihn mit der weiteren Pflege, verbunden mit der Zusage seiner Wiederkehr und der Erstattung weiterer Kosten.

Anschließend fragt Jesus, wer von den dreien dem Überfallenen der Nächste gewesen sei. Der Schriftgelehrte erkennt den Sachverhalt und antwortet, dass es der Samaritaner gewesen sei. Daraufhin fordert Jesus ihn auf, ebenso wie jener zu handeln."

Wer ist mein Nächster?
 
Das habe ich auch nicht behauptet.

Mir fällt nur auf, wie viele hier ständig an den TE appellieren, dem Vater zu vergeben. Aber das kann er auch, ohne dass der Vater dabei ist. Und das bedeutet auch nicht, dass er sich seinem Willen beugen und Weihnachten brav zu seinem Eltern kommen muss.

Ich finde die Doppelmoral des Vaters unsäglich: Selber hatte er 2000 keine Verwendung für seinen Sohn, weil dieser seinem Idealbild von einer katholischen Familie nicht entspricht. Monate später heult er Krokodilstränen, weil sein Sohn nicht zu seinem 60. Geburtstag kommt. Mich widert das geradezu an. Ich kenne aus meiner Heimatgemeinde genügend "gute" Katholiken, die sich auch nur um die Leute kümmerten, die genauso tickten und genauso erzkatholisch waren wie sie, und andere im Regen stehen ließen, über Frauen herzogen, die studiert hatten und gern berufstätig waren etc..

Mich hat das verlogene Verhalten immer an das des Pharisäers im Gleichnis vom barmherzigen Samariter erinnert. Dem Pharisäer war es egal, dass da ein Man verletzt am Straßenrand lag. Er gehörte ja nicht zu seiner Gruppe.
Das stimmt, alles. 😉
 
Ich finde der Vater wird hier stark verurteilt. Hier schreibt nur der Sohn, der Vater kann sich nicht wehren. Natürlich sollte es eine Bereitschaft geben, etwas zu verzeihen, wenn man ernsthaft eine Versöhnung möchte.
 
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