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Männer und Verletzlichkeit

Hallo 57-55,
danke für deinen langen Beitrag!
Was dir deine Lehrerin angetan hat, war wirklich eine furchtbare Demütigung. Die Frau hätte man sofort beim Rektor melden und sie zu psychologischen Fortbildungen zwingen müssen. Abgesehen davon, dass sie sich bei dir vor der ganzen Klasse hätte entschuldigen müssen. Und du hättest eine Wiedergutmachung in einer Form, die für dich die richtige gewesen wäre, erhalten müssen.

Darf ich dir noch eine Frage zu deiner Verschlossenheit stellen oder möchtest du hier nichts weiter über dich erzählen?
 
Meine Verletzlichkeit hänge ich garantiert nicht an die große Glocke. Das bringt nur neu Verletzungen. In der deutlichen Mehrheit kam das von Männern. Auf deren blöde Sprüche und Demütigungen kann ich (m) auch zukünftig verzichten. Man muss mich auch nicht belehren, dass es solche und solche gibt. Ist doch bei den Frauen auch nicht anders. Das ist der Mensch.
Ich finde das ja gut, dass man das mal transparent macht, aber mehr möchte ich dazu lieber nicht sagen. Das würde vermutlich nur zum Geschlechterkampf führen. Der toppt doch schon genug.
 
@°°°abendtau°°°
Damit habe ich meinen Frieden gefunden, ich ignoriere es, wenn möglich, ansonsten setze ich mich zur Wehr.
Ich habe da keine großen Hemmungen mehr.
Jeder Mensch hat seinen wunden Punkt, wenn es sein muss, kann ich den sehr feste drücken.
Allerdings ziehe ich es vor, freundlich mit meinen Mitmenschen umzugehen.
In den meisten Fällen wird Freundlichkeit mit Freundlichkeit vergolten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, je offener man mit sich und seinem Leben umgeht, umso besser kommt man zurecht.
Natürlich habe ich da auch Grenzen, kann man zum Teil in meinem ersten Beitrag lesen.
 
Aber sicher, mach nur.
Du schreibst, du hättest früh gelernt, Demütigungen herunterzuschlucken und auch hart zurückzuschlagen. Heißt das, dass du wegen der ADHS und deiner Legasthenie oft angegriffen worden bist? Wenn ja, eher von Jungs/Männern oder von Mädchen und Frauen oder hat sich das die Waage gehalten?
 
Meine Verletzlichkeit hänge ich garantiert nicht an die große Glocke. Das bringt nur neu Verletzungen. In der deutlichen Mehrheit kam das von Männern. Auf deren blöde Sprüche und Demütigungen kann ich (m) auch zukünftig verzichten. Man muss mich auch nicht belehren, dass es solche und solche gibt. Ist doch bei den Frauen auch nicht anders. Das ist der Mensch.
Ich finde das ja gut, dass man das mal transparent macht, aber mehr möchte ich dazu lieber nicht sagen. Das würde vermutlich nur zum Geschlechterkampf führen. Der toppt doch schon genug.

Ich glaub, so eindeutig hab ich das von einem konkreten Mann noch nie gehört, dass er mehr von Männern als von Frauen angegriffen wurde, wenn er sich verletzlich gezeigt hat. Danke, das war wichtig! Und immerhin, du hast hier im Forum geschrieben, dass du verletzlich bist. Das tut auch nicht jeder Mann.

Deine Haltung respektiere ich natürlich. Offenbar bist du oft attackiert worden. Was mir leid tut.
 
Wenn sich jemand eingehender mit dem Thema beschäftigen will: Es gibt das Taschenbuch "Boys don't cry - Identität, Gefühl und Männlichkeit" von Jack Urwin auch auf Deutsch.
Urwin schreibt in der Einleitung allgemein über seinen Vater und beschreibt dann die Szene, in der er als Zehnjähriger seinen Vater fragte, wie es ihm ginge. Er hatte in den Tagen davor eine Grippe gehabt. Seine Antwort war: "Besser." Daraufhin ging der Vater ins Badezimmer. Wo er starb. Herzinfarkt, wie sich herausstellte. Nach seinem Tod fand die Mutter Herzmedikamente in einer Jackentasche, und die Ärzte fanden Narbengewebe eines früheren Herzinfarkts. Der Vater hatte also sehr wohl gewusst, dass er krank war. Hatte aber keiner Menschenseele davon erzählt.
Ich finde das Buch hochinteressant. Es ist in sympathisch lässigem Tonfall geschrieben, Urwin schreibt oft über persönliche Erfahrungen, aber er hat als Journalistikstudent (oder fertiger Journalist?) natürlich auch viele soziologische Fakten recherchiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du schreibst, du hättest früh gelernt, Demütigungen herunterzuschlucken und auch hart zurückzuschlagen. Heißt das, dass du wegen der ADHS und deiner Legasthenie oft angegriffen worden bist? Wenn ja, eher von Jungs/Männern oder von Mädchen und Frauen oder hat sich das die Waage gehalten?
Ganz eindeutig von Jungs und später auch von Männern.
Von Mädchen oder Frauen ist mir das nicht bewusst.
Ausnahme ist da die Lehrerin, aber die wusste es nicht besser.

Allerdings haben sich die ›Angriffe‹ mit den Jahren gelegt, vermutlich, weil ich ihnen sachlich/freundlich begegnet bin. Wenn das nicht geholfen hat, habe ich mich deutlich zu wehren gewusst.
Mein offener Umgang mit meinen ›Schwächen‹ hat mit Sicherheit auch seinen Teil dazu beigetragen.

Niemand ist perfekt, jeder hat Schwächen, ich sehe es seit Langem als Stärke an, sich seiner Schwächen bewusst zu sein.
Beruflich hatte ich vor gut 15 Jahren einen ziemlichen Burn-out, ich war der erst, der damit offen umgegangen ist, habe es thematisiert.
Es hat für viel Verwirrung gesorgt, letztlich hat es mir sehr geholfen.
 

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