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Einsam und ohne jede Option

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Nachtrag: Gerade bei Schwulen ist es lt. eigener Erfahrung so, dass viele oder gar die meisten Schwulen sehr oberflächlich sind.
Das stimmt!
Ich bin z. B. in einem Schwulen-Portal, wo standardmäßig gefragt wird "Na, wie geht's?" oder "Hey, alles klar?" Wie schnell ist man da wohl außerhalb des Interesses, wenn man antwortet: "Nicht so gut" oder "Schlecht, habe Depressionen". 😉
Das kommt nicht gut an!
Und dann ist da noch die Sache mit der Optik, worauf bei Schwulen auch generell viel Wert gelegt wird. Bei mir ist es - leider - so, dass ich ständig Vergleiche anstelle, was sich auch auf mein Selbstwertgefühl auswirkt. Nicht gut, ich weiß, aber das ist eben eins meiner Probleme. Ich bin zwar nicht wirklich hässlich, aber denke, dass eine gewisse Attraktivität alles viel einfacher machen würde...
Da hast Du Recht! Wenn Du ein 20-jähriger Adonis bist, kannst Du jeden haben. Je weiter Du vom Aussehen und Alter davon entfernt bist, desto schlechter sind Deine Chancen. Am Ende bleiben Dir nur noch ein paar Restposten, die so hässlich sind, dass Du keinen mehr hochkriegst. Ich weiss wovon ich rede. Ich bin selber bi, 56 Jahre alt (sehe allerdings aus wie Ende 30), auch nicht ganz hässlich, aber eben auch kein Adonis. Und ich habe aufgrund von Frustessen starkes Übergewicht. Bin am Abnehmen, aber das zieht sich. Und ist nicht einfach. Nur 2 km von meiner Wohnung entfernt ist eine sehr gute Schwulensauna. Brauche ich aber gar nicht erst hinzugehen, denn da habe ich keine Chance. Wäre ich dagegen ein 20-jähriger Adonis, dann bräuchte ich da nur reinzuspazieren und hätte Spass ohne Ende. Das Gute liegt so nah; und ist doch unerreichbar!
Das nennt man
Tantalusqualen!
 
Versuche mal präziser das Problem zu beschreiben.

Du suchst Freundschaften?
Du suchst Partnerschaft?

Weshalb gelingt das nicht?

Du lernst niemanden kennen?
Du lernst nicht die richtige Person(en) kennen?
Du lernst Personen kennen, kannst aber sozial kein Kontakt aufbauen oder halten?
Ich suche Freundschaften, wobei das in meiner Lage wohl noch realistischer wäre als eine Partnerschaft. Und ich sage deutlich realistischER, nicht realistisch.

Das Problem ist, dass ich niemandem habe, der mir seine Schulter zum Anlehnen anbietet. Freunde habe ich nicht (mehr), zu meinem damaligen Freund (der einen Hirnschlag erlitt) habe ich mich bereits geäußert.
Das macht es für mich so hoffnungslos, zumal ich nicht einfach auf andere zugehen kann und ein Lächeln von mir aufgesetzt wirken würde - davon abgesehen, dass ich mich dazu zwingen müsste und dies dann eher einer Maske gleichkäme.

Nein, ich lerne niemanden kennen. Nirgendwo. Nicht mal im Internet. In dem Gay-Portal, in dem ich quasi ständig online bin und verzweifelt darauf hoffe, dass ich jemanden finde, habe ich vor zwei Wochen etwa jemanden kennengelernt. Und dieser Jemand ist - so sehe ich das jetzt - wieder eine Enttäuschung für mich, weil ich dachte, dass er eben eine Schulter zum Anlehnen sein könnte, es ihm aber im Grunde auch nur um das Eine ging oder geht - was wohl bei weit über 90% der Fall ist... Dazu kommt halt noch, dass die Anziehung als Depressiver ohne Sozialkontakte auf andere wohl nicht wirklich groß ausfällt, auch wenn ich etwas überrascht war, dass mich dieser Jemand vor einigen Tagen besuchte.

Ich habe keinerlei soziale Kompetenz, habe immer das Gefühl, dass ich nicht gehört werde - im wahrsten Sinne des Wortes. Smalltalk liegt mir überhaupt nicht, ich kann das nicht, und schon gar nicht mit meinen Depressionen, es würde einen absolut gestörten und falschen Eindruck machen.
 
Ich habe zwar ein Hobby (Musik), aber ich bin schon seit längerem nicht mehr dazu motiviert, weil ich nicht weiß, wofür ich die machen soll. Nur für mich? Ich weiß eigentlich auch nicht mal, wozu ich trainiere - nur, um mich fit zu halten? Warum?

Vermutlich hast du das schon 100 mal gehört. Ich auch, aber ich beginne es jetzt erst langsam zu begreifen:

Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Punkt.

Wenn dir Training hilft, dich fit zu halten und dass du dich besser fühlst, dann ist das ein völlig ausreichender Grund.

Das gleiche gilt für Musikmachen.

Nebenbei: es gibt doch einige Foren, sowohl allgemein für Menschen, die Musik machen als auch spezielle Foren für bestimmte Instrumente
und natürlich auch Facebook Gruppen dafür usw.

Hast du da mal geschaut, ob du Gleichgesinnte findest, die dieses Hobby in deiner Nähe ausüben?

War selbst z B ganz baff, als ich herausgefunden habe, dass es bei mir vor Ort einen Hausmusikverein gibt.

Bin immer noch nicht dazu gekommen, die mal zu kontaktieren (im Moment habe ich auch sehr wenig Zeit zu üben, weil mir anderes gerade wichtiger ist).

Oder vielleicht nimmst du mal Unterricht für dein Hobby Musik machen?

Ganz viele bieten inzwischen auch online Unterricht an oder du schaust mal vor Ort.

Oder vielleicht hast du mal Lust zu einem Workshop zu fahren?

Oder wenn du selbst schon gut darin bist, könntest du vielleicht anderen Unterricht geben?

Ansonsten habe ich auch Interesse für Bild- und Videobearbeitung, Psychologie etc., wäre da also offen, wenn es da etwas gäbe.

Dann schau doch wirklich einfach mal im Programm der örtlichen VHS.

Das neue Semester beginnt bald.

Es gibt auch eine Homepage der VHS, wo man z B bundesweit nach online Kursen suchen kann.

Sicher, für Schwätzchen halten und kennen lernen ist Präsenz besser.

Aber auch bei online Kursen kann man von Menschen, die am gleichen Thema interessiert sind, sehr wertvolle Tipps bekommen, z B was Treffpunkte oder Veranstaltungen angeht.

Alles Gute!
 
Real Talk, ich vermute du hast schwere Depressionen, weshalb du so drauf bist, wie du drauf bist.
Selbst wenn du jetzt ein paar gute Kontakte hättest, würden sich deine Probleme nicht grundlegend verändern, du wärst nur etwas abgelenkter von dir selbst.

Viele Menschen sind alleine oder einsam und verfolgen dann ihre Hobbys, Jobs usw.
Andere trinken, nehmen Tabletten, werden sportsüchtig, Internetsüchtig usw.
Wenn du Depressionen hast, machst du einfach nichts mehr, sondern nur das nötigste und zwar meistens kurz vor knapp.
Selbst wenn du jetzt 2x die Woche mit jemandem dich triffst, sei es für einen Sport, ein Brettspiel oder zusammen ins Restaurant, glaube ich nicht, dass deine Lage sich grundlegend verändert.

Eine Änderung würde eher eintreten, wenn man dich komplett aus deinem Umfeld rausnimmt, zB in eine Kur mit anderen Leuten und dort ein halbes Jahr leben lässt.
Ich wette 100%, dass du dich danach anders fühlst.
Problem: Wenn du dann wieder nach Hause kommst, wirst du, wenn es schlecht läuft, nach ein paar Monaten an den gleichen Punkt kommen, an dem du jetzt bist. Du müsstest dir also, nachdem man dich halbwegs aufgebaut hat, ganz schnell ein Umfeld und eine Routine für zu Hause aufbauen. Das sehe ich als realistischen Weg, dauerhaft in einen besseren Zustand zu kommen.

Die meisten anderen Überlegungen von dir klingen einfach so, dass sie eingefärbt sind von schweren Depressionen, das heißt, sobald du in einen anderen Zustand kommst, umso eher ändern sich automatisch deine Gedanken, zB hättest du wieder Lust Musik zu machen oder einfach spontan etwas zu unternehmen.
Mit dem jetzigen Zustand erscheint es ausgeschlossen, sinnlos und mit Zwang verbunden. Alles hängt ab von deinem grundlegenden geistigen Zustand und nicht, ob du super attraktiv oder durchschnittlich aussehend bist. Oder hochintelligent oder grade so Durchschnitt. Das ist Quatsch, es zählt deine mentale Verfassung, wie du dich fühlst, emotional gesehen.
Klar habe ich schwere Depressionen, habe ich doch geschrieben. Ich würde ja gern in einem Umfeld sein mit anderen, die in einer ähnlichen Lage sind, ohne dass wir uns gegenseitig runterziehen. Denn das kenne ich auch aus früheren Selbsthilfegruppen - schrecklich.
Internetsüchtig bin ich, deswegen hänge ich viele Stunden online ab - eben auch in der Hoffnung auf Kontakte.
Genau, ich mache in der Regel nur das Nötigste - das Fitnesscenter ist eine kurzweilige Ablenkung; und auch wenn mein Bekannter leider kein Freund ist, bin ich ganz froh, dass er mich dahin mitnimmt.

Ich denke, es kommt auf die Person an, mit der ich etwas unternehme, aber dieser Gedanke ist utopisch, weil es sich dann um jemanden handeln würde, der wirklich etwas für mich übrig hat - und umgekehrt. Dazu gehört dann eben auch die vorhin erwähnte Schulter zum Anlehnen, was durchaus auch wörtlich genommen werden kann.

Ich war übrigens schon mal einige Monate weg - keine Kur, aber eine stationäre Therapie. Da war ich 20. Freundschaften sind da aber nicht entstanden, meine Selbstzweifel und sonstigen Probleme waren nach wie vor vorhanden.
 
Das kommt nicht gut an!

😀 Schon klar. Aber wem mache ich dann mehr vor, wenn ich schreibe, dass es mir gut geht? Mir oder dem Gegenüber? Und interessiert es ihn wirklich, wie es mir geht? Wenn es ihn interessiert, dann könnte er bei Interesse ja versuchen, mich aufzumuntern, wenn ich ihm schreibe, dass es mir nicht gut geht, oder?

Da hast Du Recht! Wenn Du ein 20-jähriger Adonis bist, kannst Du jeden haben. Je weiter Du vom Aussehen und Alter davon entfernt bist, desto schlechter sind Deine Chancen. Am Ende bleiben Dir nur noch ein paar Restposten, die so hässlich sind, dass Du keinen mehr hochkriegst. Ich weiss wovon ich rede. Ich bin selber bi, 56 Jahre alt (sehe allerdings aus wie Ende 30), auch nicht ganz hässlich, aber eben auch kein Adonis. Und ich habe aufgrund von Frustessen starkes Übergewicht. Bin am Abnehmen, aber das zieht sich. Und ist nicht einfach. Nur 2 km von meiner Wohnung entfernt ist eine sehr gute Schwulensauna. Brauche ich aber gar nicht erst hinzugehen, denn da habe ich keine Chance. Wäre ich dagegen ein 20-jähriger Adonis, dann bräuchte ich da nur reinzuspazieren und hätte Spass ohne Ende. Das Gute liegt so nah; und ist doch unerreichbar!
Das nennt man
Danke für deine Offenheit. Ich denke, dass auch 30-Jährige noch ganz gut im Rennen sind, aber dann wird es fortwährend schwieriger. Und es hebt dann auch nicht mein Selbstwertgefühl, wenn mich übergewichtige Männer anchatten oder mir einen Tapsen geben, was hin und wieder schon vorgekommen ist. Wobei man am Gewicht ja auch relativ leicht was ändern könnte - wenn man wollte (ist jetzt nicht auf deine Situation bezogen).
Tatsächlich habe ich Zweifel an meinem Aussehen, obwohl ich im Vergleich nicht hässlich bin, es allerdings auch hasse, dass viel zu viel aufs Aussehen reduziert wird und ich im Grunde ein hübscher Junge bzw. Jugendlicher war. Es ist aber nun mal so, dass man zuerst das Äußere wahrnimmt - und wenn man da nicht irgendwie heraussticht, muss man da schon mehr bieten. Dummerweise bin ich aber - was hier von Vorteil wäre - nicht extrovertiert, sondern eher gehemmt, was für eine Kontaktaufnahme sicherlich nicht förderlich ist; ein sozialer Krüppel sozusagen.

Du meinst, du hättest als jemand, der wie Ende 30 aussieht, in einer Schwulen-Sauna (bzw. in der in deiner Nähe) keine Chance? Ist das denn eine Sauna, die tatsächlich nur ganz jungen Schwulen besucht wird?
 
Vermutlich hast du das schon 100 mal gehört. Ich auch, aber ich beginne es jetzt erst langsam zu begreifen:

Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Punkt.

Wenn dir Training hilft, dich fit zu halten und dass du dich besser fühlst, dann ist das ein völlig ausreichender Grund.

Das gleiche gilt für Musikmachen.

Nebenbei: es gibt doch einige Foren, sowohl allgemein für Menschen, die Musik machen als auch spezielle Foren für bestimmte Instrumente
und natürlich auch Facebook Gruppen dafür usw.

Hast du da mal geschaut, ob du Gleichgesinnte findest, die dieses Hobby in deiner Nähe ausüben?

War selbst z B ganz baff, als ich herausgefunden habe, dass es bei mir vor Ort einen Hausmusikverein gibt.

Bin immer noch nicht dazu gekommen, die mal zu kontaktieren (im Moment habe ich auch sehr wenig Zeit zu üben, weil mir anderes gerade wichtiger ist).

Oder vielleicht nimmst du mal Unterricht für dein Hobby Musik machen?

Ganz viele bieten inzwischen auch online Unterricht an oder du schaust mal vor Ort.

Oder vielleicht hast du mal Lust zu einem Workshop zu fahren?

Oder wenn du selbst schon gut darin bist, könntest du vielleicht anderen Unterricht geben?



Dann schau doch wirklich einfach mal im Programm der örtlichen VHS.

Das neue Semester beginnt bald.

Es gibt auch eine Homepage der VHS, wo man z B bundesweit nach online Kursen suchen kann.

Sicher, für Schwätzchen halten und kennen lernen ist Präsenz besser.

Aber auch bei online Kursen kann man von Menschen, die am gleichen Thema interessiert sind, sehr wertvolle Tipps bekommen, z B was Treffpunkte oder Veranstaltungen angeht.

Alles Gute!
Danke für deine - gutgemeinten - Ratschläge, aber das sind (für mich) zu viele Schritte im Voraus, vor allem der Besuch eines Workshops, der in der Regel über mehrere Tage geht.
 
Aber wem mache ich dann mehr vor, wenn ich schreibe, dass es mir gut geht? Mir oder dem Gegenüber? Und interessiert es ihn wirklich, wie es mir geht? Wenn es ihn interessiert, dann könnte er bei Interesse ja versuchen, mich aufzumuntern, wenn ich ihm schreibe, dass es mir nicht gut geht, oder?

Das hat mit Oberflächlichkeit oder Schwulsein nichts zu tun.
Praktisch niemand, auch nicht tiefgründige Menschen, möchten sich Problemfälle ans Bein binden. Die meisten Menschen haben ihrerseits Sorgen, Nöte usw. und sind mit ihren eigenen Problemen bereits ausgelastet. Sie wollen sich nicht noch um Probleme von jemand anderem kümmern (oder auch nur in Verlegenheit kommen, das tun zu müssen).

Es geht nicht darum, das zu verschweigen.
Aber in der allerersten Nachricht oder beim allerersten Treffen das direkt breitzutreten, ist sicher nicht sinnvoll. Im Übrigen kann man auch schwere Depressionen haben, ohne ständig darüber zu jammern. Es ist weniger die Depression als vielmehr die Jammerei, die andere abschrecken dürfte.

Was ist mit Freizeitkontakten übers Internet?
Gibt z.B. App Spontacts.
 
Wenn deine sozialen Kontakte gegen 0 gehen und du dieses Jahr nur eine Person 4x gesehen bzw. dich mit dieser getroffen hast, dann bist du also auch sozial isoliert... Wobei ich mich schon frage, was das für eine Fahrt war, wo man lediglich hintereinander fährt, ohne sich davor oder danach irgendwie auszutauschen.
Wenn die Zeit da ist, würde man das auch machen. Wenn aber eine Nachricht kommt, hab zwei oder drei Stunden Zeit für eine Runde zu drehen, dann ist man fast nur unterwegs.
Das ist halt das Problem der Menschen in Beziehungen mit Kindern. Wenn die Frau am Arbeiten ist oder Rufbereitschaft hat kann er nicht weg. Dann ist ein Termin mit Schule, die Kinder wollen was oder die Frau hat was geplant. Da kam auch öfters der Satz, dass er mich manchmal beneidet. Einfach das tun was man will und wann man es will.

Darf ich fragen, wie alt du bist? Das ist für mich schwer einzuschätzen. Einerseits glaube ich nicht, dass du noch 20 oder 25 bist, weil die wenigsten in diesem Alter ein Motorrad besitzen dürften. Andererseits klingst du von deinem Schreibstil her noch ziemlich jung, wobei ich mich hier natürlich auch täuschen kann.
Falls du aber tatsächlich noch um einiges jünger sein solltest als ich, soll das in keiner Weise eine Abwertung der Problematik bedeuten, weil ich selbst schon mit 20 in einer Klinik war. Und doch ist es jetzt, wo ich auf die 50 zugehe, nicht besser geworden, die Lösungswege sind nach immer mehr summierten Enttäuschungen sozusagen erschöpft.
Ich bin nur ein paar Jahre hinter dir.

Dein Denken kann ich nicht ganz nachvollziehen. Du fokussierst auf bestimmte Leute um dich herum, bedenkst aber nicht, dass es sich in Relation um einen geringen Teil handelt, den du aber für dich als Maßstab nimmst, um dir selbst zu suggerieren, eine bessere Lösung gefunden zu haben, indem du - so wie du es geschrieben hast - in deinem Schneckenhäuschen (so wie ich ja auch) verweilst. Was aber ist mit den glücklichen oder zumindest zufriedenen Paaren oder Einzelpersonen im Ort, in der Nachbarschaft, auf der Arbeit etc.?
Ganz klar trifft das nicht auf alle zu. Aber schau dir doch einfach mal die Zahlen nüchtern an.
Wir haben in Deutschland eine Scheidungsrate von ca. 40%. Und bis zu Hochzeit muss eine Beziehung erstmal kommen. Also auch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass es vorher schon in die Brüche geht.
Von den verbleibenden Verheirateten hast du dann die, die eigentlich nur wegen der Kinder noch zusammen sind. Hinzu kommen die, denen eine Scheidung einfach zu teuer ist oder den finanziellen Ruin bedeutet. Die Leute, die in einer Beziehung hängen, weil sie denken, dass eine beschissene Beziehung besser ist, als alleine zu sein.

Ich kam für mich, allein aufgrund der Zahlen, zu der Einsicht, dass es vollkommen irrational ist, auf etwas so fokussiert zu sein, was mit einer so hohen Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht zu dem wird, was ich suche.

Und gerade wenn man verbissen auf der Suche ist, ist das Risiko hoch, dass man für eine Beziehung Kompromisse eingeht, die später die Beziehung belasten oder zum Scheitern bringen.

Und wie lebenswert ist ein Leben ohne Nähe, Zuneigung und Partnerschaft? Falls du tatsächlich (viel) älter sein solltest als ich, finde ich es bemerkenswert, wenn du deinen Zustand so aushalten kannst - falls du aber um einiges jünger bist, dann kann ich aus Erfahrung sagen, dass es für einige Zeit gut gehen kann, mit zunehmendem Alter allerdings immer schwieriger wird, diesen Zustand aufrechtzuerhalten.

Wie lebenswert ist ein Leben in einer Beziehung die toxisch ist? Oder in einer Beziehung in der man belogen oder betrogen wird. Die von heute auf morgen von der anderen Seite beendet wird? Oder nach 10 Jahren herauszufinden, dass die Kinder nicht von einem selbst sind.

Jeder hat die Angewohnheit, dass er dem hinterhertrauert, was er nicht hat. Der Familie die von staatlicher Unterstützung lebt einem finanziell sorgenfreiem Leben, der Single der Beziehung. usw.

Das ist vollkommen normal. Das Problem oder die Erkenntnis für mich war aber irgendwann, dass man sein Leben nicht von dem bestimmen lassen darf oder sein Leben ausschließlich darauf auszurichten, daran was zu ändern und dabei alles andere vergisst.

Ich würde mich mittlerweile als geselliger Einzelgänger bezeichnen. Es ist nicht so, dass ich mich nicht freue, wenn ich mal die Gelegenheit habe, mich stundenlang mit jemanden zu unterhalten oder wenn sich irgendwie mehr anbahnt.
Ich brauche es aber nicht mehr um glücklich und zufrieden zu sein und ich richte mein Leben nicht nach der Suche danach aus.

Und das ist auch der Grund, warum ich dieses Jahr so wenige gesehen habe. Ich bin jedes Jahr rund 5 Wochen auf Reisen. Habe diesmal für die Planung, Vorbereitung und Nachbereitung relativ viel Zeit gebraucht. Auf der Arbeit war viel los, dann schalte ich lieber auf dem Motorrad oder in der Natur etwas ab usw. Mir waren Dinge wichtiger und haben mir mehr Spaß gemacht, als irgendwo hinzugehen, wo die Chance auf Kommunikation bestehen würde.

Ich habe zwar ein Hobby (Musik), aber ich bin schon seit längerem nicht mehr dazu motiviert, weil ich nicht weiß, wofür ich die machen soll. Nur für mich? Ich weiß eigentlich auch nicht mal, wozu ich trainiere - nur, um mich fit zu halten? Warum?

Die Frage hatte ich mir auch Jahre gestellt. Und die Antwort ist ganz einfach, du tust es für dich und weil es dir gut tut oder Spaß macht.
Und dabei kommen auch Chancen, mit anderen in Gespräch zu kommen.



Und das soll jetzt nicht automatisch bedeuten, dass das für dich der richtige Weg ist. Den muss jeder für sich selbst finden. Aber seinen Fokus auf der Einsamkeit zu lassen und den Blick für alles andere positive im eigenen Leben zu verlieren, dürfte für so ziemlich jeden der falsche Weg sein.
 
Ich habe mir Deine Beiträge durchgelesen und bin der Meinung, dass Du trotz nicht so erfolgreicher Therapien einen neuen Versuch damit starten solltest. Vielleicht eine Tagesklinik ? Auch würde ich die Medikamente nicht ganz ablehnen - hier gibts zig Medikamente, die man sozusagen testen muss und ggfs neu eingestellt werden müssen.
Diese sind eigentlich das A und O bei einer Depression. CBD Öl habe ich auch mal genommen, hat aber nicht so den guten Effekt bei mir gehabt.
Bekam vom Arzt dann Opipram, das mir gut hilft.
Ich finde , man kann sich erst den anderen Problemen zuwenden, wenn man das Hauptproblem halbwegs im Griff hat ( die Depression). Dann kann man zu Themen wie Einsamkeit/ Beziehungen/ Freunden übergehen und muss die Depression nicht gleich zu Beginn thematisieren.
Im Normalfall kenne ich es nicht so, dass man Depressionen ohne Hilfe ( Therapie/ Medikamente) bewältigen kann deshalb würde ich da ansetzen.
Parallel dazu könntest Du inserieren ( Freunde gesucht) zB auf neutralen Seiten im Internet etc. Oder eine Gruppe gründen- ich versuche gerade, eine Spielegruppe zu gründen, ist auch nicht so einfach.
Du klingst sehr nett und drückst Dich gut aus- ich bin sicher, dass Du das auch schaffen wirst.
Darf ich fragen in welcher Richtung Du arbeitest?
Wohnst Du in einer größeren Stadt? Da gibt es ja dann doch mehr Kontaktmöglichkeiten.

Deine Hobbys in Beitrag 13 würde ich auch noch weiter ausbauen. Wie sieht es mit der Familie aus, kannst Du hier noch mehr gemeinsam etwas unternehmen? Oder über die Arbeit Bekannte finden? Wie schon geschrieben, man muß ja nicht gleich die Depressionen erwähnen .


Mayamaus
 
Zuletzt bearbeitet:
Das hat mit Oberflächlichkeit oder Schwulsein nichts zu tun.
Praktisch niemand, auch nicht tiefgründige Menschen, möchten sich Problemfälle ans Bein binden. Die meisten Menschen haben ihrerseits Sorgen, Nöte usw. und sind mit ihren eigenen Problemen bereits ausgelastet. Sie wollen sich nicht noch um Probleme von jemand anderem kümmern (oder auch nur in Verlegenheit kommen, das tun zu müssen).

Es geht nicht darum, das zu verschweigen.
Aber in der allerersten Nachricht oder beim allerersten Treffen das direkt breitzutreten, ist sicher nicht sinnvoll. Im Übrigen kann man auch schwere Depressionen haben, ohne ständig darüber zu jammern. Es ist weniger die Depression als vielmehr die Jammerei, die andere abschrecken dürfte.

Was ist mit Freizeitkontakten übers Internet?
Gibt z.B. App Spontacts.
Also können wir schon mal festhalten, dass Depressive und/oder Einsame nicht anziehend sind und es wohl auch nicht förderlich ist, eine solche Problematik zu erwähnen. Aber was bitte ist an einer Frage wie "Hey, wie geht's" nicht oberflächlich, wenn die Antwort quasi schon vorgegeben ist und der Fragesteller eine positive erwartet? Ergo ist ja dann mein Vorhaben der Kontaktaufnahme in meiner Situation sinnlos, so wie du es schreibst.
Und auch wenn es nicht darum geht, das zu verschweigen, wann geht es denn? Und soll man dann erst mal lügen und schreiben "Hey, supidupi, alles roger!" Um dann das Gegenüber bei einem angenommenen tatsächlichen Treffen in Schockstarre zu versetzen?

Es geht nicht darum, zu "jammern". Hier "jammere" ich, um meine Situation so plastisch wie möglich darzustellen, in einem Portal wie dem erwähnten geht es mir darum, ehrlich zu sein, um Enttäuschungen im Vorfeld zu vermeiden.
Außerdem würde ich in der Regel auf eine Frage wie "Hey, wie geht's?" auch nicht sofort "Ich habe Depressionen" (was übrigens auch kein jammern wäre) schreiben, sondern "Nicht (so) gut".
 
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