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Neues Leben beginnen - Freundschaft dafür zerstören

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Also das ist sicherlich keine gute Grundlage für eine neue Beziehung.. mal abgesehen von der moralischen Perspektive, auf die ja schon genug eingegangen wurde. Sieh es doch mal so:

Der Mann gibt seiner Frau die Schuld dafür, dass das Kind durch einen tragischen Unfall verstorben ist und "hasst" sie sogar dafür. Dann ist er bereit eine Affäre hinter ihrem Rücken zu beginnen, in dem Moment, in dem seine Frau seelisch völlig am Ende ist und ihn am meisten braucht. Bist du sicher, dass du mit so jemandem ein neues Leben beginnen möchtest?

Wie lange wird es dauern bis er dich abschreibt, weil du ihn an sein schlechtes Gewissen und seine tragische vorherige Beziehung erinnerst? Glaubst du nicht, dass er da jemand neues findet, der komplett unbeschrieben ist? Gewissenbisse wird er sicherlich nicht haben, die hat er jetzt ja auch nicht.

Also, auch in deien eigenen, ganz egoistischen Interesse würde ich von BEIDEN Abstand nehmen, die Affäre beenden und die Sache auf sich ruhen lassen.
 
Ich seh eine ganz furchtbare situation. Ich kann mich in jede der 3 figuren rein versetzen. Aber wieder diese dreckige moralkeule zu schwingen...hilft das irgendwem?
Hm. Schwierig.

Ich persönlich kann mich in keine der drei Menschen so richtig reinversetzen. Reflexhaft neigt fast jeder Mensch sehr schnell dazu, zu sagen: "So etwas würde ich in dieser Situation nie tun!" oder "So würde sich mein Mann in dieser Situation nie verhalten!", aber realistisch betrachtet: wer weiß das schon mit Sicherheit? Persönlich hoffe ich so sehr, dass meiner Familie nie etwas auch nur annähernd Schlimmes passiert, wie Gabi, Holger und ihrem Kind, aber kann ich heute einschätzen, wie wir reagieren würden, wenn doch? Nö, kann ich schlicht nicht.
Es gibt Unglück, das so groß ist, dass in der Folge alle Parameter aus den Angeln gehoben werden, auch Verantwortung, Liebe, Treue und Moral. Deswegen finde ich es auch zu eindimensional gedacht, Holger und @PrincessPinar vollumfassend zu verurteilen. Holger trauert um sein Kind, in seinen Augen ist Gabi schuld, diese Sichtweise ist zu akzeptieren. Vielleicht ist diese Fixierung auch eine Art Bewältigungsstrategie der Psyche, alles ist vorstellbar und ich finde nicht, dass es jemandem zusteht, sein Empfinden und seine Wahrnehmung zu kritisieren. Mit seinem Verhalten und seinen Handlungen, die andere Menschen betreffen, in dem Fall seine Frau, sieht das jedoch anders aus.

Die Diskussion finde ich daher wichtig, denn so kompliziert und schlimm wie die Situation ist: man kann sie noch schlimmer und schwieriger machen oder zumindest versuchen, ab jetzt minimalinvasiv vorzugehen.
Ganz ehrlich, die Gesamtsituation ist ein einziger Abfuck und wahrscheinlich ist jeder weitere Schritt von Holger und @PrincessPinar einer, der Gabi unfassbar verletzen wird. Aber dennoch gibt es vielleicht einiges an kommenden Entscheidungen und Vorgehensweisen, die man überdenken und möglichst respektvoll treffen kann.

Etwa Gabi ihre Würde und Selbstbestimmung lassen, was das Haus betrifft, das Holger bereits plant zu verkaufen. Hinter ihrem Rücken und ohne, dass sie auch nur von dem Betrug und der Affäre weiß. Das Haus, das ihr Zuhause ist und das Zuhause ihrer verstorbenen Tochter ist. Allein die Idee macht mich sehr, sehr wütend, denn es wäre nicht nur ein unermesslicher Vertrauensbruch, sondern man würde dieser Frau die Chance nehmen, selbst zu entscheiden, was mit ihrem Zuhause passiert. Es wäre entsetzlich, wenn man ihr das nicht zugesteht und in meinen Augen muss (!) das anders gehandhabt werden.

Auch welche Rolle, du, @PrincessPinar weiterhin einnimmst, sollte reflektiert werden. Mag sein, dass du dich an der Seite von Holger wahrnimmst und euch jetzt als ein "Wir" verstehst.
Dennoch hast du keinen Anspruch und kein Recht darauf, dich in Angelegenheiten einzumischen, die beide als Paar (oder ehemaliges Paar) und auch als Eltern betreffen. Mein Eindruck ist, dass du dich da nicht sonderlich gut abgrenzt, du sprichst mehrfach von euch auf der einen und Gabi auf der anderen Seite.
Das finde ich nicht in Ordnung. Die beiden sind bzw. waren (- je nachdem ob man Gabis oder Holgers Perspektive einnimmt) ein Paar und eine Familie, auch wenn es zum Bruch und zu einer Trennung kommt, haben das erstmal nur die beiden miteinander zu klären.

Zumal Gabi, wenn ich alles richtig verstanden habe, keinen Schimmer hat, was hinter ihrem Rücken alles passiert ist und bereits an Zukunftsplänen geschmiedet wird, die sie mit betreffen (Scheidung einreichen, Jobwechsel/Umzug des Ehemanns und Vater ihres Kindes,...). Für die Frau muss es sich anfühlen, als wäre sie fünf Jahre lang im Koma gelegen oder ohne Kontakt zur Außenwelt verschollen gewesen.
Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, den Fuß etwas vom Gas zu nehmen und sachte Schritt für Schritt vorzugehen.
 
@PrincessPinar
Ich erzähle dir mal eine Geschichte: Als ich kurz vor der vierten Klasse war, wurde ich auf meinem Schulweg in einen sehr schweren Fahrradunfall verwickelt. Mein Schulweg führte u.a. einen sehr steilen Hang herunter oberhalb des Hanges befanden sich 3 Jungs mit einem Fahrrad. Ich stand unterhalb des Hanges. Die drei Jung riefen mir etwas zu und gestikulierten wild. Ich rätselte, was sie von mir wollten, da ich nix verstand. Ich ging dann einfach weiter.
Kurz darauf hörte ich hinter mir etwas. Ich drehte mich um, sah einen Jungen mit Rad und sprang erschrocken zur Seite. Anscheinend nicht schnell genug. Der Junge bremste stark, geriet ins strudeln und stürzte auf die Wiese. Ja, man möchte meinen, dass auf der Wiese nicht viel passieren kann, aber der Junge hat sich tatsächlich nicht mehr geregt! Ich war so unter Schock, ich konnte mich nicht bewegen und etwas tun. So lange nicht, bis seine Freunde angerannt kamen und mir erst mal die wildesten Vorwürfe machten. Ich löste mich aus meiner Starre und wollte helfen, aber die anderen Jungs ließen mich nicht und scheuchten mich weg. In der Zwischenzeit erwachte der Verunfallte Junge, erbrach sich schwer und wurde wieder bewusstlos. Ich habe nur noch gesehen, dass sein Kopf auf den einzigen großen Stein auf der Wiese geknallt ist. Sowas wie Fahrradhelme waren damals noch nicht üblich, das hätte wahrscheinlich dem Jungen viel Leid erspart. Wie auch immer… Geschockt ging ich nach Hause. Meinen Eltern konnte ich erst mal nichts erzählen.
Der Unfall machte in der Grundschule die Runde, ich habe nur erfahren, dass der Junge überlebt hat. Allerdings mit einer sehr schweren Gehirnerschütterung und mehreren gebrochenen Knochen. Er war eine Klasse über mir und wäre bald in die weiterführende Schule gekommen. Allerdings war Schule für ihn mind. ein Jahr lang nicht möglich. Mehr habe ich nie in Erfahrung bringen können. Ob er überhaupt vollständig wieder genesen ist, weiß ich auch nicht.

Ich litt unter sehr schweren Schuldgefühlen und Albträumen. Erst nach einem Jahr konnte ich meinen Eltern davon erzählen. Das hat mein Gewissen etwas erleichtert. Aber meine Eltern haben nicht gesehen, wie schlecht es mir wirklich ging. Ich hätte eigentlich eine Therapie gebraucht.
Als ich in die weiterführende Schule kam, traf ich die Freunde des Unfallopfers wieder. Sie erkannten mich und mobbten mich. Wahrscheinlich aus Rache. Sie haben mich dafür gehasst, was ich in ihren Augen ihrem Freund angetan habe. Sie hatten einen Schuldigen - eine Erklärung, für die ganze Tragödie. Und ich fühlte mich schuldig und dachte, ich hätte ihren Hass verdient.

Mit der Zeit wendete sich aber das Blatt. Meine Psyche hat Wege gesucht, mit der Last fertig zu werden. So fing ich an gedanklich Schuld beim Unfallopfer und seinen Freunden zu suchen. Ich dachte mir: Warum war er nur so dämlich und ist mit dem Rad den Hang runter gerasselt ohne zu warten bis ich weg bin? Warum haben ihn seine Freunde nicht abgehalten? Diese Gedanken haben mein Gewissen ungemein erleichtert.
Ich musste 20 werden, bis ich erkannte, dass im Grunde keiner Schuld war, sondern wir alle nur Opfer eines Unglücks, eines Unfalls waren und jeder hat auf seine Weise versucht, mit dem Erlebten fertig zu werden. Schuldgefühle sind destruktiv und man macht sich und andere damit nur kaputt.
Wir reden hier schließlich nicht von Vorsatz. Weder hat deine Freundin vorsätzlich ihr Kind falsch angeschnallt noch habe ich mich vorsätzlich dem Jungen in den Weg gestellt, damit er mit dem Rad stürzt.
Deiner Freundin kann man höchstens Fahrlässigkeit wegen dem zu schnellen Fahren auf nasser Straße und wegen der Handynutzung unterstellen. Aber du kannst mir eines glauben: Sie wird definitiv Schuld empfinden und den Fehler bei sich suchen. Sie wird es nur nicht vor ihrem Mann oder dir zugeben.

Dass Holger seiner Frau die Schuld am Unglück gibt, finde ich nicht verwunderlich. Er sucht nach einer Erklärung und einen Schuldigen für den Tod seines Kindes. Und selbst wenn man hätte seiner Frau nichts nachweisen können, hätte er ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schuld gegeben, denn sie ist ja gefahren. Das reicht schon aus, das kannst du mir glauben.
Was ich nicht einschätzen kann ist, ob er es ernst mit die meint oder dich nur für seine Zwecke missbraucht. Wenn er Hass gegenüber seiner Frau entwickelt hat, kann es sein, dass er dich benutzt um sich an ihr zu rechen. Ein Betrug eignet sich da besonders gut. Und dann nimmt man ihr noch das Haus weg und die Rache ist perfekt. Vielleicht deute ich da auch zu viel rein. Aber möglich wäre es.

Zum Rest schreibe ich nichts mehr. Denn dazu wurde schon alles gesagt. Da muss ich nicht noch in die gleiche Kerbe schlagen.
 
Hier geht es am Ende nicht um Schuld. Es geht um Verantwortung. Wann immer zwei Menschen eine Beziehung oder Freundschaft eingehen, geht man zu gleichen Teilen eine Verantwortung ein - AUCH darin, eine Beziehung respektvoll und ehrlich zu beenden. Der Mann will sich dieser Verantwortung, die er einmal eingegangen ist, als noch alles gut war, entziehen. Das ist absolut ekelhaft. Und wer da mitmacht ist kein bisschen besser. Die Schuldfrage ist eine völlig andere.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wieso stellt ihr jetzt ständig auf die Sexschiene ab.
Hab ich was von Sex gesagt? Du tröstest ihn ja schon, seit die "Schuldige" in der Psychiatrie ist.

Allerdings war ja bei deinem Eingangsbeitrag schon klar, dass das auf Affäre rausläuft.
Den Gefallen hab ich ihm gerne getan. Ich habe mich am nächsten Abend richtig schick gemacht und es total genossen das nach so langer Zeit mal wieder machen zu können. Endlich hatte ich die Gelegenheit mein neues „kleines Schwarzes“ anzuziehen und meine richtig hohen High Heels auszuführen🙂
Du warst scharf auf ihn, die lästige, kaputte Gabi war woanders versorgt, why wait? Hat doch so gut getan, mal alles zu vergessen.
Wie lange wird es dauern bis er dich abschreibt, weil du ihn an sein schlechtes Gewissen und seine tragische vorherige Beziehung erinnerst? Glaubst du nicht, dass er da jemand neues findet, der komplett unbeschrieben ist? Gewissenbisse wird er sicherlich nicht haben, die hat er jetzt ja auch nicht.
Kann gut sein.
 
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