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Mein Freund verträgt keine Kritik

  • Starter*in Starter*in Katyyy
  • Datum Start Datum Start
Der Vater ist 16 Jahre tot, der Sohn hat wohl keine Lust auf Arbeit und wird bedient. Ich lese kein Trauma oder Depression raus, er hat jede Menge Hobbies, auf Hausarbeit hat er halt keine Lust.
 
Wie mein Freund den Tod seines Vaters verarbeitet hat, habe ich ihn ehrlich gesagt noch nicht gefragt. Dass sein Vater gestorben ist, ist schon lange her... ca. 16 oder 17 Jahre. Er war damals erst Anfang 20. Die Beiden hatten nie so das typische Vater-Sohn-Verhältnis, weil sein Vater bei seiner Geburt schon etwas älter und damit recht konservativ war. Aber obwohl sich die Eltern früh getrennt hatten, hat sich sein Vater immer liebevoll um ihn gekümmert. Mein Freund hat in seiner Pubertät auch ein paar Jahre bei ihm gewohnt.
Ok, also doch schon länger her. Demnach muss er ja recht gut geerbt haben wenn er nach wie vor davon leben kann.

Die schlechten Phasen im Haushalt kommen so ca. alle 2-3 Monate vor. Meistens passiert das, wenn seine Mutter Urlaub hat und er sie morgens beim Zeitungen austragen vertritt (das sind höchstens 90 Minuten, eher weniger) oder wenn er seinem Nachbarn hilft (das ist eine Art Minijob, den er unregelmäßig macht - ohne Papiere - kriegt er bezahlt, sind aber auch höchstens 2-3 Stunden am Tag). Und das bei weitem nicht jede Woche, oft ist wochenlang Pause. Meinem Freund wird es schnell zu viel. Einmal meinte er, dass er gerne einen Job hätte, in dem er höchstens 4 Stunden am Tag arbeiten muss. Aber er kriegt es nicht mal gebacken, sich zu bewerben.
Er macht also 2-3 Monate lang den Haushalt so dass es Dir auch passt und wenn eine Zusatzaufgabe hinzukommt (Vertretung der Mutter, Hilfe beim Nachbarn) lässt er es für 2 oder 3 Wochen(?) mal schleifen und danach geht es aber wieder? Er wird also von Dir wütend kritisiert weil er im Haushalt in dieser Zeit "nicht ganz rund läuft"? Ist das so richtig zusammengefasst oder habe ich da etwas missverstanden?

Wie sind Deine Vorstellungen bezüglich Haushalt? Wie sollte es in Deinen Augen optimal ablaufen?

Interessenslos ist er aber nicht. Er hat viele Hobbys und Interessen, die er intensiv pflegt und über die er mir abends beim Essen eine Menge zu erzählen hat. Wenn es um seine Hobbys und seine Freunde geht, ist mein Freund alles andere als antriebslos. Von anderen Depressiven kenne ich das eher so, dass sie monatelang für ihre Freunde nicht erreichbar sind, nicht auf Nachrichten reagieren und sich unzuverlässig verhalten. Mein Freund ist sehr zuverlässig und pflegt den Kontakt mit seinen Freunden jede Woche.
Mein aktueller Eindruck von Deinem Freund ist, dass er weder depressiv noch faul ist.
Jedoch schreibst Du, dass ihm öfter mal alles zu viel wird. Ob dass bei ihm schon immer so war oder ob es dafür andere Gründe gibt, ist nicht klar. Siehst Du es als Schwäche an, dass er in deinen Augen weniger leistet/leisten kann?
 
Hm.
Du lebst mit ihm in seinem Haus bzw. dem Haus seiner Mutter.
Zahlst du Miete dort?
Und du erwartest, dass er den Haushalt schmeisst - so wie DU dir das vorstellst - weil er Zeit hat - und du mit 2 Jobs und Fernstudium zu busy bist dazu?
Irgendwie find ich das schräg.
Dann musst halt du auch auf was verzichten und dir Zeit freischaufeln für den Haushalt. Wenn du allein wohnen würdest müsstest du das auch.
Dein Freund scheint ein richtiger Lebenskünstler zu sein. Wenn er so über die Runden kommt - warum nicht.
 
Es geht doch aber um den GEMEINSAMEN Haushalt. Und wenn einer gar nicht arbeitet, und der andere zwei Jobs hat, finde ich es normal, wenn der mit mehr Freizeit auch mehr Haushalt macht. Das kommt doch dann der gemeinsamen Qualitätszeit zugute.

Liebe Katyyy,
ich frage mich viel mehr, wie das mit Eurem unterschiedlichen Lebensrhythmus überhaupt zusammenpasst. Wie soll das langfristig gut laufen, wenn Du voller Ehrgeiz bist und er ein Lebenskünstler? Es gibt ja jetzt schon deswegen Reibereien.
 
So war das nicht. Mein Freund hat nach dem Tod seines Vaters schon noch ein Weilchen gearbeitet. Außerdem konnte er nicht ahnen, dass er zu so einem frühen Zeitpunkt das ganze Erbe bekommen würde. Sein Vater ist früh und unerwartet verstorben, der war nicht krank und schon gar nicht jahrelang.

Die Behauptung mit der Festanstellung stimmt auch nicht wirklich. Auch ich war früher jahrelang bei der Zeitarbeit, wurde von mehreren Kunden immer wieder angefragt und eingestellt - aber nur über die Zeitarbeit, einen Festvertrag bekam ich nicht. Den habe ich bekommen, nachdem ich mich aus Eigeninitiative auf viele Stellenanzeigen beworben hatte. Es hat sehr lange gedauert, bis ich endlich erfolgreich war. 4 Jahre lang habe ich das immer wieder gemacht, mehrere Bewerbungstrainings besucht, zahlreiche Bücher über Bewerbungen und Vorstellungsgespräche verschlungen, viel Geld dafür ausgegeben - und wurde trotzdem ständig abgelehnt, bis es endlich geklappt hat.

Zeitarbeit ist okay, wenn man das vorübergehend für ein paar Wochen oder Monate macht, um wieder den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen (ich hatte davor einen Job mit befristetem Vertrag, der nicht verlängert wurde und wollte danach auf keinen Fall arbeitslos sein - deshalb bin ich in die Zeitarbeit).

Wenn man aber in dieser Branche anfängt und sich nicht schnellstmöglich um eine Festanstellung kümmert, kommt man schwer wieder aus der Zeitarbeit raus. Ich habe damals denselben Fehler gemacht wie mein Freund und mich darauf verlassen, dass ich bestimmt irgendwo übernommen werde, wenn ich nur schön fleißig bin und meine Leistungen bringe. Auch ich war in der Anfangszeit zu bequem, um Bewerbungen zu schreiben. Auch ich hatte keine Lust, mich nach Feierabend noch mit solchen Dingen zu beschäftigen und wollte lieber meine Freizeit genießen. Das ist mir irgendwann zum Verhängnis geworden. Ich saß in der Zeitarbeit fest und kam lange nicht mehr dort weg.

Viele Arbeitgeber denken sich nämlich beim Lesen der Bewerbungsunterlagen: "Oh... der/die ist jetzt schon 4, 5, 6... Jahre bei der Zeitarbeit. Warum tut er/sie sich das nur an? Irgendwas stimmt nicht mit ihm/ihr." Dann hat man keine Chance mehr auf den Job, egal wie viel Mühe man sich mit der Bewerbung gegeben hat. Haben mir auch schon Freunde bestätigt, die selbst eigene Unternehmen leiten oder in Personalabteilungen tätig sind. Viele Menschen, die seit Jahren bei der Zeitarbeit sind, werden im Bewerbungsprozess wie Langzeitarbeitslose behandelt.

Während ich aber trotz vieler Rückschläge niemals aufgegeben habe, hat mein Freund eines Tages resigniert. Ich wünschte mir, ich wüsste eine Lösung, um ihm mehr Kraft und Zuversicht mit auf den Weg zu geben.
Viele Menschen stecken aber auch seit Jahren in der Zeitarbeit fest, weil sie von den Firmen nur verarscht und hingehalten werden. Bekommen Festanstellung versprochen, wenn sie Überstunden und Wochenenden ohne Ende kloppen, ihren Urlaub im November nehmen, weil das der Firma besser in den Kram passt und alle schweren, körperlichen Arbeiten übernehmen, auf die die Festangestellten keinen Bock haben. Die deutsche Politik macht es möglich!
 
man kann auch ohne Depression eine Antriebsstörung haben oder entwickeln. Er ist den ganzen Tag zu Hause und dadurch kann er sich schlecht aufraffen, was zu tun. Das verstehe ich total. Wenn man arbeiten geht, fällt einem der Haushalt schwer, weil man nach der Arbeit müde und kaputt ist, ggf Schmerzen hat, dennoch ist noch genug Adrenalin und Spannung im Körper vorhanden, dass man noch funktionieren kann, den Haushalt dann auch schnell erledigt und nichts auf die lange Bank schiebt.

Ist man zu Hause, wird man träge, antriebslos und es fehlt der geregelte Tagesablauf, der ja im Prinzip einem Zwang unterliegt ( feste Uhrzeiten zum Aufstehen, Arbeitszeiten usw). Man steht immer unter einer gewissen Grundspannung, weil man arbeiten geht, Termine neben der Arbeit unterbringen muss, den Haushalt etc, das alles fällt zu Hause weg und man hängt durch ( nicht jeder Mensch natürlich, aber Menschen sind verschieden, und keiner ist besser nur weil er sich besser aufraffen und disziplinieren kann!)



Im Prinzip ist beides belastend. Arbeit, Haushalt und all das mit dem Ergebnis, das man im Dauerstress ist und zuwenig Ruhephasen hat.

Andersrum den ganzen Tag Freizeit, aber eben auch keinen Tagesrhytmus, kein positives Feedback von anderen, keine Kontakte zu Kollegen bzw oft auch kein Antrieb trotz Freizeit nach draussen zu gehen. Da fällt es dann schwer, sich für den Haushalt zu motivieren, zumal das ja auch etwas ist, was viele generell eh nur als unangenehme und lästige Pflicht empfinden....

Vorurteile und nach wie vor Rollenbilder spielen hier tatsächlich auch noch eine Rolle....

Kein Mensch nimmt es einer Hausfrau bspw übel, wenn sie zu Hause bleibt, weil der Mann genug verdient oder sie nur einen Minijob oder Ehrenamt nachgeht und nur 10 Stunden die Woche arbeitet. Da gibt es kaum solche gehässigen Kommentare über jemanden, in dessen Schuhen man noch nie gelaufen ist und seine Beweggründe oder Problematik nicht nachempfinden kann, also wird draufgeklatscht, fertig.

Aber natürlich muss sich was ändern. Du musst entlastet werden. Nur kann niemand hier beurteilen, wie eure Wohnung aussieht zb. Vielleicht sieht ja die Wohnung okay aus und ihr habt völlig unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit. Einer macht sein Bad einmal pro Woche und ein anderer putzt es 3 mal am Tag....

Macht er die Wäsche so selten, dass sich die Dreckwäsche türmt oder störst du dich bereits an jedem Korb Wäsche, der mal nicht am selben Tag weggeräumt worden ist?

Vielleicht bist du auch derart gestresst und genervt, dass dich schon Kleinigkeiten wütend machen?

Musst du den Nebenjob unbedingt weitermachen?

Was könnte er konkret ändern, wenn er nicht arbeiten gehen will? Also konkret im Haushalt? Kocht er für dich, wenn du nach Hause kommst? Könntet ihr euch auf ein gewisses Minimum an Hausarbeit einigen, zb mit einem festen Putzplan, den er dann auch unterschreiben und täglich durchführen muss?

Könntet ihr euch mal richtig aussprechen, ohne gleich mit Vorwürfen zu kommen?

Grundsätzlich müsst ihr das klären und solltet euch nicht davon leiten und beeinflussen lassen, was andere denken, was die Gesellschaft als " normal" deklariert und vorgeschrieben hat und wie es gefälligst zu sein hat. Ihr müsst einen Weg und Einigung finden, mit dem ihr beide leben könnt.
 
man kann auch ohne Depression eine Antriebsstörung haben oder entwickeln. Er ist den ganzen Tag zu Hause und dadurch kann er sich schlecht aufraffen, was zu tun. Das verstehe ich total. Wenn man arbeiten geht, fällt einem der Haushalt schwer, weil man nach der Arbeit müde und kaputt ist, ggf Schmerzen hat, dennoch ist noch genug Adrenalin und Spannung im Körper vorhanden, dass man noch funktionieren kann, den Haushalt dann auch schnell erledigt und nichts auf die lange Bank schiebt.

Ist man zu Hause, wird man träge, antriebslos und es fehlt der geregelte Tagesablauf, der ja im Prinzip einem Zwang unterliegt ( feste Uhrzeiten zum Aufstehen, Arbeitszeiten usw). Man steht immer unter einer gewissen Grundspannung, weil man arbeiten geht, Termine neben der Arbeit unterbringen muss, den Haushalt etc, das alles fällt zu Hause weg und man hängt durch ( nicht jeder Mensch natürlich, aber Menschen sind verschieden, und keiner ist besser nur weil er sich besser aufraffen und disziplinieren kann!)



Im Prinzip ist beides belastend. Arbeit, Haushalt und all das mit dem Ergebnis, das man im Dauerstress ist und zuwenig Ruhephasen hat.

Andersrum den ganzen Tag Freizeit, aber eben auch keinen Tagesrhytmus, kein positives Feedback von anderen, keine Kontakte zu Kollegen bzw oft auch kein Antrieb trotz Freizeit nach draussen zu gehen. Da fällt es dann schwer, sich für den Haushalt zu motivieren, zumal das ja auch etwas ist, was viele generell eh nur als unangenehme und lästige Pflicht empfinden....

Vorurteile und nach wie vor Rollenbilder spielen hier tatsächlich auch noch eine Rolle....

Kein Mensch nimmt es einer Hausfrau bspw übel, wenn sie zu Hause bleibt, weil der Mann genug verdient oder sie nur einen Minijob oder Ehrenamt nachgeht und nur 10 Stunden die Woche arbeitet. Da gibt es kaum solche gehässigen Kommentare über jemanden, in dessen Schuhen man noch nie gelaufen ist und seine Beweggründe oder Problematik nicht nachempfinden kann, also wird draufgeklatscht, fertig.

Aber natürlich muss sich was ändern. Du musst entlastet werden. Nur kann niemand hier beurteilen, wie eure Wohnung aussieht zb. Vielleicht sieht ja die Wohnung okay aus und ihr habt völlig unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit. Einer macht sein Bad einmal pro Woche und ein anderer putzt es 3 mal am Tag....

Macht er die Wäsche so selten, dass sich die Dreckwäsche türmt oder störst du dich bereits an jedem Korb Wäsche, der mal nicht am selben Tag weggeräumt worden ist?

Vielleicht bist du auch derart gestresst und genervt, dass dich schon Kleinigkeiten wütend machen?

Musst du den Nebenjob unbedingt weitermachen?

Was könnte er konkret ändern, wenn er nicht arbeiten gehen will? Also konkret im Haushalt? Kocht er für dich, wenn du nach Hause kommst? Könntet ihr euch auf ein gewisses Minimum an Hausarbeit einigen, zb mit einem festen Putzplan, den er dann auch unterschreiben und täglich durchführen muss?

Könntet ihr euch mal richtig aussprechen, ohne gleich mit Vorwürfen zu kommen?

Grundsätzlich müsst ihr das klären und solltet euch nicht davon leiten und beeinflussen lassen, was andere denken, was die Gesellschaft als " normal" deklariert und vorgeschrieben hat und wie es gefälligst zu sein hat. Ihr müsst einen Weg und Einigung finden, mit dem ihr beide leben könnt.
Wo bitte gibt es heute noch kinderlose Hausfrauen? Das ist etwas aus dem letzten Jahrhundert.

Das ist so ein Ungleichgewicht, der eine müde vom Arbeiten, der andere vom Nichtstun.

Und ich glaube so hat der junge Mann sich das nicht vorgestellt, das süße Leben,
mit festen Aufgaben wie der Wäsche, Fenster putzen usw.

Alleine dass er sich nicht schämt, das Geld, das sein Vater sicher hat erarbeitet hat, einfach zu verleben.

Null für die gemeinsame Zukunft tun. Sondern von der Partnerin noch Geld nehmen dass die gezwungen ist, noch einen nebenjob zu machen.
Einfach schäbig.

Ich kann an diesem Mann samt seines Lebensstils nichts Gutes finden.

Wie lange kommt er denn hin so bis er Hartz4 beantragen muss?
 
Selbstverständlich bezahle ich Miete. Die Nebenkosten werden fair geteilt.

Amory hat das schon ganz richtig erkannt: In einer Partnerschaft macht der Partner, der mehr Freizeit hat, den Großteil des Haushaltes. In vielen Beziehungen arbeitet der Mann in Vollzeit und die Frau in Teilzeit, also macht die Frau mehr im Haushalt.

Bei uns ist es umgekehrt. Ich habe einen Vollzeitjob, einen Nebenjob und ein Fernstudium. Mein Freund arbeitet nur ganz sporadisch 1-3 Stunden täglich, meistens tut er aber nichts. Da ist es doch ganz normal, dass er den Großteil im Haushalt übernehmen muss (das sieht er übrigens auch so).

Unter der Woche kocht er regelmäßig. Am Wochenende mache ich das auch manchmal, aus freien Stücken, weil es mir Spaß macht. Den Einkauf erledigen wir gemeinsam. Wäsche waschen, auf- und abhängen macht jeder für sich selbst.

Mir geht es hier um die Aufgaben, die mit der Reinigung zu tun haben... Putzen, Aufräumen usw. Ich bin sicher nicht pingelig. Aber ich kann das z. B. gar nicht haben, wenn auf dem Boden Schmutzspuren von Schuhsohlen zu sehen sind. In meiner Familie war das generell nie erlaubt, mit Straßenschuhen im eigenen Zuhause rumzulaufen. Wir mussten immer unsere Straßenschuhe am Eingang ausziehen und Hausschuhe anziehen. So pingelig wie meine Mutter bin ich jetzt bei weitem nicht. Wenn es draußen trocken ist, finde ich es nicht schlimm, wenn das Haus mit Straßenschuhen betreten wird.
Aber wenn es regnet oder schneit und nass oder matschig ist, geht das für mich gar nicht. Vor allem nicht in Badezimmer, Esszimmer und Küche. Mein Freund und seine Mutter haben sich noch nie darum geschert und sind früher ständig mit dreckigen Schuhen durchs Haus gelaufen. Er lässt es inzwischen mir zuliebe bleiben, sie leider nicht. Wenn sie von draußen reinkommt und dringend auf Toilette muss, hat sie nicht die Geduld, um noch vorher die dreckigen Schuhe auszuziehen.

Schlimm finde ich auch, dass auf dem Boden in Küche und Esszimmer manchmal Essensreste zu finden sind. Die Mutter meines Freundes ist sehr tollpatschig, ihr fällt öfters mal was Essbares auf den Boden. Aber es kommt ihr nicht in den Sinn, das wegzumachen. Das müssen dann mein Freund oder ich tun, wenn wir einen sauberen Boden haben wollen.

Mir ist es wichtig, dass einmal in der Woche gesaugt wird. Meistens macht mein Freund das, manchmal erledige ich das. Wenn er aber Zeitungen austragen muss oder seinem Nachbarn helfen oder die Temperaturen so hoch sind wie jetzt, dann saugt er nicht. Wenn irgendwas im Haushalt kaputt geht, brauchen er und seine Mutter oft mehrere Monate, um in die Gänge zu kommen und jemanden anzurufen, der das reparieren kann. Schnell geht sowas nur, wenn ich es in die Hand nehme.

Es regt mich halt auf, dass er ganz anders ist, wenn es ums Vergnügen geht. Wenn es um Treffen mit Freunden oder um Hobbys geht, ist er ein sehr aktiver Mensch, der gut und gerne organisiert, schnell und zuverlässig auf Nachrichten antwortet und jede Verabredung einhält. Vorhin beim Essen meinte er, dass er nachher einen Kumpel anrufen und fragen wird, ob dieser evtl. Ende November 2 Tage Urlaub nehmen kann, um mit ihm auf ein Konzert zu fahren. Erst später ist mir eingefallen, dass ich mir wünsche, dass mein Freund über die Winterzeit mal wieder arbeiten geht.

Sein Vater ist schon 2005 oder 2006 gestorben, aber er hat bis Ende 2016 die meiste Zeit gearbeitet. Wir sind seit Mitte 2018 zusammen, die letzten Jahre hatte er keinen richtigen Job mehr. Es kotzt mich auch mächtig an, dass seine Mutter ihm keinen Druck macht. Ihr ist es lieber, wenn er keine Arbeit hat. Dann hat er nämlich immer Zeit, sie spontan irgendwo hinzufahren und ihre Urlaubsvertretung beim Austragen der Zeitungen zu übernehmen.

Auf Hartz IV hat er keinen Anspruch, weil er zu viel besitzt. Das Haus seiner Mutter gehört auf dem Papier noch ihr, aber das Haus seines Vaters hat er geerbt. Verkaufen kann er das Haus des Vaters nicht, weil dort noch jemand drin wohnt, der ein Wohnrecht auf Lebenszeit hat.
 
Wohnt die Mutter auch noch da?

Würde ich nicht zulassen in meiner Wohnung dass werauchimmer mit dreckschuhen herumstapft.

Aber du hast wohl nichts zu sagen.

Wohnst du auch mit alten Möbeln von seiner Familie?
 
Ja, die Mutter wohnt auch mit im Haus. Die Möbel stammen teils von ihr und meinem Freund, teils von mir.

Wenn ich ihm sage bzw. ihn darum bitte, etwas zu tun, macht er das schon. Aber leider nur halt sehr widerwillig. Von einem erwachsenen Menschen erwarte ich, dass er das sieht, wenn es irgendwo richtig schlimm aussieht und nicht erst aktiv wird, wenn ich ihn darauf aufmerksam mache.
 

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