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Mein Freund verträgt keine Kritik

  • Starter*in Starter*in Katyyy
  • Datum Start Datum Start
Ich habe selber Depressionen und mit Burn Out diagnostiziert, aber ich würde das niemals so an meinen Partner rauslassen. Zwar bekomme ich gerade keinen Therapieplatz (aufgrund der hohen Nachfrage). Doch das gibt mir keinen Grund ihn so zu behandeln. Allerdings hab ich meine Depressionen gerade relativ gut im Griff. Relativ... kommt immer drauf an. Der Unterschied ist in unserer Beziehung (was für mich eine gesunde Beziehung generell voraussetzt), dass wir beide mit anpacken. Alles wird so aufgeteilt, dass es Niemanden zu viel ist. Und manchmal macht man auch Mal das was man sonst halt nicht machen würde. Also Sprichwort: Teamwork.

Das klingt alles sehr danach als würde er sich extrem hängen lassen. Selbst wenn die Depressionen mit reinspielen sollte man das niemals so am Partner ablassen. Hilfe holen (gibt ja auch Tageskliniken) und aufraffen. Ist hart, aber das ist der einzige Weg.

Fühl dich gedrückt. 🌼
 
Er hat resigniert. Aber er sucht sich nicht mal einen Mini-Job? Du hast 2 Jobs und er schafft nicht mal den Haushalt. Ob er eine Depression hat, weiß hier niemand.

Aber ich würde mir schon überlegen, ob ich mit so einem antriebslosen Menschen auf Dauer zusammen leben will.
 
Was mich mal wieder wundert, daß du nicht ansatzweise auf die idee kommst, daß andre leute das vielleicht anders sehen, als du? Schonmal den spruch gehört, man lebt nicht um zu arbeiten, sondern arbeitet um zu leben.

Wenn ich also n haufen geld erbe und meine arbeit eh schon nicht gern gemacht habe.....
Ich denke mal wir reden hier nicht von mehreren Millionen.
Die TE hat auch schon irgendwo geschrieben, was wird sein, wenn das Erbe aufgebraucht ist.

Ich würde auch depressiv werden, wenn ich als junger Mensch jeden Tag irgendwann aufstehe und mich vom Bett auf die Couch wälze. Kein Tagesablauf, nur putzen sollen. Nichts was man am Abend zu erzählen hat.

Andersrum, die TE hat Job und Nebenjob, ist abends bestimmt oft kaputt, und hat dann jemanden zuhause sitzen, der den ganzen Tag nichts gemacht hat.

Er scheint auch interessenlos zu sein. Ansonsten würde er sich weiterbilden, einen andern Job lernen z.B.

Ich kann garnicht sagen wie ich so jemanden als Partner finde. Ganz schlimm auf jeden Fall.

Schämen muss die TE sich doch sicher auch oft genug wenn sie gefragt wird, was arbeitet denn Ihr Partner? "äh nichts der verlebt sein Erbe solange bis es aufgebraucht ist".

Das ist so ein Ungleichgewicht, der eine hat 2 Jobs, der andere hängt den ganzen Tag nur herum.
 
Also ich bin jetzt auch seit Anfang der Pandemie arbeitslos. Allerdings packe ich auch ordentlich im Haushalt an und hab auch noch Haustiere um die ich mich regelmäßig kümmere. Im gegenseitigen Einverständnis kann das schon funktionieren. Allerdings wollte ich dieses Jahr sogar auf Jobsuche gehen bis mir jetzt meine Entzündung dazwischen kam. Und da ich auf den Rat meines Arztes höre schone ich mich gerade auch. Sofern ich wieder arbeitsfähig wäre (je nach Ausgang der OP und die Zeit danach) würde ich mich auch um einen Job bemühen.

Es ist immer schwer Ferndiagnosen zu stellen da ich auch lange Zeit Mal in diesem gelähmten Zustand war. Und Depression ist absolut furchtbar wenn sie richtig reinschlägt. Ich rede hier von einem starken, ausgebrannten Zustand wo du einfach nur noch schwere Gliedmaßen hast und dir jegliche Kraft fehlt um dich für den Arbeitsmarkt zu bewerben. Eine gewisse Grundmotivation sollte dafür schon vorhanden sein.

Jedoch kenne ich genug Menschen die leider eben genau das nicht haben (also diesen Lebenswillen und die Kraft etwas zu ändern). Sollte er wirklich mit ernsten Depressionen zu Kämpfen haben kann ich nur Therapie raten, aber das muss halt von sich aus kommen. Es gibt allerdings auch genug Menschen die dich auf Dauer nur runterziehen. Und ich bin ehrlich... ich kenne genug die Depressionen haben, aber trotzdem nicht versuchen andere mit ihrem Leiden runterzuziehen. Von solchen Personen nehme ich (aufgrund eigener psychischer Gesundheit) auch Abstand.

Ich finde es auch furchtbar wenn ich meinem Partner nichts zu erzählen habe, aber wenn man einen gut getakteten Alltag hat und auch jeder was für sich macht ist das auch als Hausfrau nicht der Fall.

Doch für mich liest sich das auch so als wäre da A. sehr viel im Argen (schwere Depressionen, Lustlosigkeit) oder B. die Person ist schlichtweg nicht bereit etwas an ihrem Zustand zu ändern und lässt deswegen alles schleifen (was ähnlich mit A ist, aber sich halt dadurch unterscheidet, dass nicht mehr der Gedanke vorhanden ist etwas zu ändern).

Ich befürworte es aber, dass man Menschen mit Depressionen langsam ermutigt und in kleinen Schritten etwas macht. Es ist absolut gefährdend die Person noch zusätzlich damit runterzuziehen nichts zu machen, nichts zu können, usw. Positive Motivation ist da das Sprichwort. Aber wenn selbst das nichts hilft... na ja, dann weiß ich auch nicht weiter. Ich kann da aber auch nur aus meinen Erfahrungen heraus sprechen. Und die Pandemie hat halt auch viele psychisch Kranke noch mehr belastet (leider). 🙁
 
Mein Freund vernachlässigt unseren Haushalt nicht immer. Sonst wäre ich längst ausgezogen. Es gibt immer wieder längere Phasen, in denen es gut funktioniert. Aber manchmal schleicht sich der Schlendrian ein, so wie es die letzten Tage der Fall war. Dann werde ich wütend.

wirklich... du hast mit deinen ganzen Jobs und Studium schon genug um die Ohren. Ich kann verstehen, dass du heim kommst, erledigt bist und dann wütend wirst, wenn nix erledigt ist.
Das ist schon mal gut, dass er den Haushalt nicht immer vernachlässigt, dann braucht er nur ab und zu mal einen kleinen A.....tritt.

Manchmal muss man einfach die Strategie ändern. Am besten lobst du ihn, wenn er was erledigt hat und bedankst dich. Das hilft als weitere Motivation für ihn manchmal vielleicht sogar mehr wie wütende Kritik.

Vielleicht könntest du ihm für jeden Tag in kleinen Schritten kleine Arbeitsanweisungen geben: "kannst du bitte heut Staubsaugen? danke!" So dass er jeden Tag ein bisschen zu erledigen hat und nicht zu viel auf einmal?
 
Der Mann ist erwachsen und kein kleines Kind. Die jetzige Wohnsituation ist für ihn sehr bequem, warum soll er da was verändern?
 
Puh, ich finde den Tonfall mal wieder schrecklich.

Katy schreibt auf der ersten Seite, ihre Beziehung sei glücklich, aber es gibt auch Probleme, über die sie hier schreibt. Ganz normal, finde ich. Auch lese ich nichts davon, dass ihr Freund keinen Finger krumm macht, sondern er macht weniger als erhofft.

Zu deiner Eingangsfrage: Ja, ich finde schon, dass du ihn zu Recht kritisierst. Gleichzeitig gibt es nun mal sehr unterschiedliche Auffassungen von Hygiene. Ich sauge zB auch nur alle paar Wochen, mache den Badezimmerboden (+Bad) einmal pro Woche, meine Wäsche hängt auch tage- oder wochenlang an der Leine. Bei meinem Freund in der WG ist es immer weitaus unordentlicher, ich finde mich eigentlich recht "normal ordentlich", im unteren Durchschnitt vielleicht.
Vielleicht müsst ihr einfach noch mal genauer definieren, welche Sauberkeitsstandards ihr jeweils habt, was euch wichtig ist und wie viel für deinen Freund machbar ist.
Fällt deinem Freund das putzen grundsätzlich leicht? Oder macht er vieles für dich, was ihm grundsätzlich unwichtig wäre? Und falls ja: Wertschätzt du, dass er es für dich tut?

Bzgl. des Geldes verstehe ich es so, dass er sich ganz normal an den Kosten beteiligt? Das wäre für mich persönlich dann wahrscheinlich okay, wobei es sich vielleicht etwas deprimierend anfühlen würde, immer sehr viel früher aufzustehen.
Ich selbst definiere einen Menschen nicht nach Leistung oder nach Arbeitsmoral, kann aber verstehen, dass Beziehungen manchmal besser funktionieren, wenn das Arbeitspensum ähnlich ist.

Die fehlende Kritikfähigkeit könnte evtl. auch damit zusammenhängen, dass er sich unterlegen/ minderwertig fühlt? Es braucht ja doch viel Selbstbewusstsein bewusst nicht zu arbeiten, das sieht man ja hier im Faden gut. Ich könnte mir vorstellen, dass er da einfach empfindlich ist und es ihm manchmal an Wertschätzung fehlt, denn Wertschätzung auf der Arbeit gibt's für ihn ja nicht.

Das sind jetzt so spontan meine Gedanken dazu.

Ansonsten möchte ich gerne nochmal an den Anfang erinnern und dass du schriebst, dass ihr grundsätzlich glücklich seid. Auch wenn nicht alles perfekt ist, ist das viel wert, finde ich. 🙂
 
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten, ich bin richtig begeistert über die intensive Beteiligung an meinem Thread 👍!

Wie mein Freund den Tod seines Vaters verarbeitet hat, habe ich ihn ehrlich gesagt noch nicht gefragt. Dass sein Vater gestorben ist, ist schon lange her... ca. 16 oder 17 Jahre. Er war damals erst Anfang 20. Die Beiden hatten nie so das typische Vater-Sohn-Verhältnis, weil sein Vater bei seiner Geburt schon etwas älter und damit recht konservativ war. Aber obwohl sich die Eltern früh getrennt hatten, hat sich sein Vater immer liebevoll um ihn gekümmert. Mein Freund hat in seiner Pubertät auch ein paar Jahre bei ihm gewohnt.

Die schlechten Phasen im Haushalt kommen so ca. alle 2-3 Monate vor. Meistens passiert das, wenn seine Mutter Urlaub hat und er sie morgens beim Zeitungen austragen vertritt (das sind höchstens 90 Minuten, eher weniger) oder wenn er seinem Nachbarn hilft (das ist eine Art Minijob, den er unregelmäßig macht - ohne Papiere - kriegt er bezahlt, sind aber auch höchstens 2-3 Stunden am Tag). Und das bei weitem nicht jede Woche, oft ist wochenlang Pause. Meinem Freund wird es schnell zu viel. Einmal meinte er, dass er gerne einen Job hätte, in dem er höchstens 4 Stunden am Tag arbeiten muss. Aber er kriegt es nicht mal gebacken, sich zu bewerben.

Interessenslos ist er aber nicht. Er hat viele Hobbys und Interessen, die er intensiv pflegt und über die er mir abends beim Essen eine Menge zu erzählen hat. Wenn es um seine Hobbys und seine Freunde geht, ist mein Freund alles andere als antriebslos. Von anderen Depressiven kenne ich das eher so, dass sie monatelang für ihre Freunde nicht erreichbar sind, nicht auf Nachrichten reagieren und sich unzuverlässig verhalten. Mein Freund ist sehr zuverlässig und pflegt den Kontakt mit seinen Freunden jede Woche.
 
Zweierlei:
Ist es wirklich "dreckig", wenn er mal nicht putzt, oder bist du vielleicht zu pingelig?

Was mir noch wichtiger ist:
Wie hier schon geschrieben wurde, ist es meist ein Zeichen mangelnden Selbstbewusstseins, wenn man keine Kritik ertragen kann. Wenn der Vater wie beschrieben schwierig war, liegt es nahe, dass der Sohn ihm nichts recht machen konnte. Also lernt er, dass er selbst nicht genügt, nicht gut genug ist, und das ist ein meist lebenslanges Trauma.
Wird er jetzt von dir kritisiert, bricht alles hervor, das Gefühl, nicht zu genügen, und die ganzen schlechten Gefühle, die damit verbunden sind.
 

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