°°°abendtau°°°
Sehr aktives Mitglied
Gute Frage. Ich bin zwar ein Atheist, aber ich glaube an etwas höheres = an ein namenloses Etwas, keine Gottheit. Ich kann und möchte dabei nur für mich sprechen.Kann es einen guten Menschen außerhalb der Religion und eines gerechten Glaubens überhaupt geben?
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Alternativ gefragt: Wie bezieht ein Atheist seine Grundlagen für Gutheit?
Über die Religionen möchte ich lieber nichts weiter sagen, nur das sie sich, aus meiner Sicht, für die Hüter und Erfinder von Moral und Ethik darstellen und halten. Was dabei raus kommt, wenn man hinter deren Kulissen schaut, wissen wir.
Der persönliche Glaube hilft (weiter), und darum geht es. Um das Menschsein können.
Für mich ist die Achtung meine ständige Begleitung. Schon mit 12 wollte ich es insgeheim besser machen als ich es selber erlebt habe.
Ich orientiere mich zwar an den Zeitgemäßen Wertvorstellungen, wenn man das so einfach sagen kann, empfinde es aber oft als verwirrend, wie sich über das gesellschaftliche zusammenleben geäußert wird. Als ob die eigene Rolle stets die Beste sei, man über den Dingen stünde. Mit dieser Überheblichkeit, wird im Deckmantel der Moral und Ethik gerichtet was das Zeug hält, schließlich meine man es nur gut und man müsse ja schließlich an einem Strang ziehen usw. Nachsicht = Fehlanzeige. Wenn solche Machtspiele schon im kleinem Rahmen aufgehen, dann muss man sich nicht wundern, wenn das Unmenschliche größer und leicht zum Eigentor werden kann.
Dabei hat jeder Mensch seine ureigenen Schwankungen und Schwächen. In jeder Hinsicht. Niemand ist immer gleich, schon gar nicht perfekt. Jeder weiß das und dennoch schlägt man sich beim kleinsten Fehltritt die Köpfe ein. Ist das der Grund warum der Mensch einen Gott braucht? Als seinen eigenen Maßstab, als Rechtfertigung und als Sündenbock?
Deshalb bezieht sich meine Achtung darauf, dass ich ein echtes Interesse daran habe, dass sich meine Mitmenschen entfalten können, wachsen können. Auch an ihren eigenen Fehlern. Mehr kann ich nicht tun. Wer mich kennt, weiß das.
Man muss schon Achtung vor sich selber haben. Damit fängt es an.
Kurzum:
Wenn die Basis für das Gute, die Achtung vor allen anderen Menschen bedeuten würde, dann bräuchte bspw. niemand mehr Angst um sein Leben zu haben, nur weil man eine andere/eigene Meinung hat.
Aber ich fürchte das wird ein Traum bleiben.
"Die Freiheit ist ein Kind der Liebe." Wäre schön und befruchtend, wenn die Freiheit in würde wachsen kann. Ein Versuch ist es wert. Danke.