Nun zurück zu deinem „Ausgangsbeitrag“, lieber
@Santino.
(Hier markiere ich jetzt auch mal die "Liker" @Geißblatt67, @Saskia und naja, die anderen werden das vermutlich auch so lesen.)
Wenn es mir gut geht, kann ich ein sehr humorvoller, fröhlicher und dankbarer Mensch sein, der auch die kleinen Dinge durchaus genießen kann. Und wenn es mir gut geht, dann zeige ich mich, wie ihr wisst und bereits auch schon erlebt habt, natürlich auch hier so.
Ich denke es ist nicht ein definieren, sondern eher ein sich bewusst darüber sein und es nicht verstecken. Ich bin hier wie ich bin und zeige mich in meinen Gefühlen und Gedanken, so wie sie gerade eben sind. Es ist keine Rolle, die ich spiele.
Ich zitiere an dieser Stelle mal Priamos:
Ja - wobei ich auch ab und an schöne Dinge erlebe und gute Gefühle hab – und davon erzähle ich hier auch. Ist halt nur eben seltener, aber dann umso wertvoller.
Außerdem muss man auch bedenken, dass das hier ein Hilferuf-Forum ist und hier ist ein Ort, wo ich von meinen Schwierigkeiten erzählen darf. Ich öffne mich im realen Leben bei weitem nicht so, wie ich es hier tue.
Aber es ist ja nicht so, dass ich mich auf meinen Erkrankungen und Problemen ausruhe und sage „ich kann nicht, weil ich hab diese und jene Krankheit“, sondern ich suche Wege, wie ich es trotzdem schaffe. Aktuelles Beispiel ist Fahrschule. Ich habe geschaut, ok, das am Anfang alleine zu machen ist mir ein Schritt zu groß, wie kann ich die Herausforderung so gestalten, dass sie für mich schaffbar wird – also habe ich eine Begleitperson mitgebracht und trotzdem war es eine riesige Herausforderung, ABER ich hab’s gemacht trotz Panikattacken und Co und jetzt schaffe ich es sogar allein.
Genauso hier – ich versuche gerade herauszufinden, was für einen Weg ich gehen kann, der für mich gut und machbar ist MIT meinen Schwierigkeiten, denn die Erkrankungen sind ein Teil von mir und ich muss nunmal damit leben und kann sie nicht einfach außenvor lassen, also muss ich schauen,
wie ich damit leben kann und was trotz meiner Einschränkungen geht. Es gehört aber auch dazu, sich einzugestehen, wenn etwas gerade nicht geht und das bedeutet dann nicht immer Flucht, sondern sich selbst ernstzunehmen. Ich gebe euch allerdings Recht, es kann auch zur Flucht werden, das stimmt und da muss auch ich aufpassen.
Und natürlich bedeutet Rücksichtnahme auch Schutz – es ist aber ein Schutz, der notwendig ist.
Ich weiß nicht… ich finde es schade, was für ein Bild hier manche von mir haben. Ein Teil von mir fühlt sich hier nicht mehr wirklich willkommen. Weil ich das Gefühl hab, hier wird mit den Augen gerollt und ich müsste mich nun genauso verstellen und positiv gelaunt zeigen, wie so oft im realen Leben… ich dürfte nicht mehr ich selbst sein – authentisch sein und mich mit all meinen Gefühlen und Gedanken zeigen.
Es gibt übrigens natürlich auch einen Anteil in mir, der sucht vorwiegend Trost, Zuneigung und Wärme und keine Ratschläge u. Kritik. Genauso gibt es aber einen Anteil in mir, der möchte Ratschläge und Hilfe, die mich voranbringt – und dieser Anteil hat diesen Thread erstellt.
Würde ich mich ausruhen und verharren wollen, dann hätte ich diesen Thread niemals erstellt – nein, ich suche nach Wegen und Möglichkeiten und DAS ist ein vorankommen.
Aber eigentlich sind wir insgesamt ein bisschen abgeschweift von dem eigentlichen Thema dieses Threads – und das ist Berufsfindung und einschlagen eines neuen Weges.
@grisou
Der Psychiater kennt mich und meine Situation so ungefähr. Er hat sich dabei gedacht, dass es für Depressive wichtig ist, eine Struktur zu haben und wenn Schule wegfällt, dann hat man diese Struktur nicht mehr und das findet er schwierig.
N. kommt morgen mit zum Termin. Wir werden schon eine Lösung finden, die auch für mich passt.
Integrationsfachdienst, EUTB - ich schau mal nach, danke. Ich hatte auch überlegt, mich vielleicht mal beim Arbeitsamt beraten zu lassen (?).
Alle Menschen um mich herum.
Das ist ein guter Ansatz. Aber auch nicht leicht. Ich werde aber mal versuchen da mehr drauf zu achten und vllt. mal mit meinen Anteilen ins Gespräch zu gehen - innere Diskussionsrunde sozusagen.
Neuigkeiten:
Ich werde doch ab den Sommerferien ein Langzeitpraktikum oder Ehrenamt beim Tierschutzhof machen können und in den nächsten Wochen darf ich aber schonmal vorbeikommen und mir das anschauen und gucken, ob das für mich passt.
------------------------------
Was ich noch sagen wollte:
Ich möchte euch bitten auch bevor ihr hier schreibt über eure Worte nachzudenken, sodass das nicht wieder so ausartet und vielleicht auch auf eine Antwort von mir warten, bevor mir Dinge unterstellt werden, zu denen ich noch gar nicht Stellung bezogen habe. Also - nicht nur mir raten, ich soll mal reflektieren, sondern vielleicht auch selbst reflektieren.
Außerdem bitte ich die Mods hier keinen Beitrag zu löschen, der mich „angreift“ – ich kann mich selbst „verteidigen“, wenn ich es als nötig empfinde.
Was mir noch wichtig ist: Nur weil ich hier Beiträge als verletzend und ungerecht empfand, werde ich mir kein allgemeines Urteil über euch als Person bilden und euch nicht anders begegnen, als ich es normal auch tun würde. Ich persönlich finde, man kann einer Person auch weiterhin respektvoll und wertschätzend begegnen, auch wenn man mal nicht einer Meinung war und fände es schade, wenn Konflikte aus diesem Thread den Umgang miteinander von vornherein immer beeinflussen. Allerdings kann ich da natürlich auch nur für mich sprechen – wie ihr das handhabt ist eure Sache.