Hmmm...
Also ich sehe mit einer gewissen Sorge, dass nun leider auch hier in diesem Thread wieder die üblichen Fronten zum Vorschein kommen.
Wenn ich mich recht erinnere, war es das Ziel von
@Kampfmaus in diesem Thread Feedback bezüglich beruflicher Entwicklungschancen zu bekommen.
Einige haben sich hier große Mühe gegeben vor dem Background, den uns
@Kampfmaus hier im Forum von sich preisgibt, ehrliches Feedback zu geben und waren auf mögliche beruflichen Entwicklungsstränge fokussiert.
Andere stellten mal kurzerhand das gesamte Anliegen "Berufsfindung" in Frage und thematisierten wieder ausschließlich Krankheit, Therapie, Rückzug etc. obwohl dies, wenn ich mich recht entsinne, nicht das Anliegen dieses speziellen Threads ist.
Dabei wird, wie leider oft üblich, die eigene Betroffenheit bezüglich psychischer Erkrankungen betont, die Meinung nicht psychisch Kranker in Zweifel gezogen (Betroffenheit geht mal wieder über alles) und danach zu den alt bekannten Mustern geraten:
- Rückzug
- Therapie
- Ruhe
- geschützter Raum / Rahmen
etc.
Diese Vorschläge sind natürlich alle legitim und bergen freilich eine gewisse Chance auf Besserung, keine Frage.
Vergessen wird bei all dem allerdings, dass diese Dinge in der Vergangenheit von
@Kampfmaus bereits mehr als nur einmal Anwendung fanden und zumindest zum Teil auch jetzt in Anwendung sind. Rückzug kann zur Gewohnheit werden. Durch Rückzug und Hilfe baut man kein Selbstbewusstsein auf, wofür es eigentlich höchste Zeit wäre.
Ein weiterer Aspekt, nämlich den der Berufserfahrung von Menschen, die Zeit ihres Lebens im Beruf stehen und dort bestehen, wird bei dieser Fokussierung auf das Pathologische völlig zur Seite gekehrt.
Für sich selber sorgen zu können (vollumfänglich) ist nicht leicht... und gerade diejenigen, die beständig mit Krankheiten und Rückzug argumentieren, sollten das eigentlich am Besten wissen, wenn die von anderen permanent geforderte Selbstreflektion denn auch intrinsisch vorhanden wäre. Letztendlich sollte es keines Menschen Ziel sein, von anderen abhängig zu sein, denn Abhängigkeit selber erzeugt Selbstzweifel und schürt Unsicherheiten sowie psychologische Defizite im Extremen.
Geschützte Räume sind keine Dauerlösung sondern ein Werkzeug.
Ich hoffe für dich
@Kampfmaus , dass du den Sinn hinter diesen Worten begreifst und den Mut findest, neben den altbekannten auch neue Wege zur Lösung deiner Probleme einzuschlagen. Um gewisse Konflikte wirst du in deiner Familiensituation nicht drum herum kommen.
Ich denke, ich habe mich nun ausführlich genung zu deiner Problematik und zu dem gewünschten Feedback geäußert.
Ich wünsche dir alles Gute, bei deiner weiteren (schulischen) Ausbildung.
Sei refklektiert, trau dich mal was, beachte deine Stärken und Schwächen so wie du sie empfindest.
Tausche dich auch mal intensiv mit deiner Betreuung über deine Berufsideen aus. Ich denke, sie ist aufgrund des persönlichen Kontakts mit dir, hier die beste Feedback-Geber (in).
Und sei uns nicht böse, dass auch hier wieder die üblichen Meinungsverschiedenheiten hochkommen und mal mehr mal weniger direkt Kritik ausgetauscht wird.
Jeder Mensch hat eine Geschichte mit Erfolgen und Misserfolgen, die sich dann in einer Vielzahl ihn leitenden Erfahrungen kondensieren. Natürlich gehen mit diesen Erfahrungen auch eine gewisse Überzeugung einher, zu denen man stehen möchte.
Das gute an solchen Auseinandersetzungen ist, dass du
@Kampfmaus einen wertvollen Indikator in der Hand hälst, dass es die Leute alle ehrlich meinen, sonst würden sie kaum mit dieser Intensität um deine "Seele" streiten, jeder auf seine Weise.
Sieh es vielleicht auch mit ein wenig Humor, alles Gute für dich.