Und wahrscheinlich nimmt Österreich unterm Strich trotzdem nicht weniger Steuern ein, weil die Leute von den gesparten Steuern konsumieren. Etwa ins örtliche Café sitzen und dafür sorgen, dass das Café entsprechend Steuern zahlt (und die Bedienung einen Job hat, anstelle Sozialleistungen zu beziehen).
Ich weiß nicht, ob Österreich mehr Steuern einnimmt oder weniger, aber gefühlt würde ich dir Recht geben. Was ein Argument dafür ist, dass Parteien wie die FDP absolut Recht haben, dass Steuererhöhungen falsch sind.
Dann haben sie ihre ganzen Gemeindewohnungen behalten, anstatt sie an Investoren zu verscherbeln. Trotz der günstigen Mieten scheinen die Wohnungen sich finanziell zu tragen. Vor allem aber muss man den Mietern kein Wohngeld zahlen, das dann an die Aktionäre von Vonovia und Co als Dividende ausgeschüttet wird (und oft im Ausland landet, wo nix mehr über Konsum in unseren Steuertopf zurückkommt).
Österreich hat mehr Wohnungen im sozialen Wohnungsbau und weniger Wohnung "verscherbelt" wie du zurecht sagst.
Die Analogie, dass Vermieter, Aktionäre oder Vonovia in Deutschland Schuld sind ist aber falsch. Ich kann als Staat nicht erst sagen "Ich brauche Kohle und verkaufe deswegen die Wohnungen an Private" und anschließend dann jammern, dass Private Gewinn machen wollen. Das Problem hat sich der deutsche Staat höchstselbst eingebrockt und nicht die Privaten Vermieter sind Schuld.
In meinen Augen wird hier in Deutschland ganz schön schlecht umverteilt. Ich meine, ein guter Teil meines Gehaltes geht für Steuern und Pflichtversicherungen drauf. Bei den Arbeitslosen und sonstigen Hilfebedürftigen scheint davon aber nicht viel anzukommen. Manchmal frage ich mich schon, wo meine ganzen Steuern eigentlich landen. Wahrscheinlich in den Taschen von Politikern und deren Freunden, die durch den Bau von nutzlosen Prestigeobjekten gleich mitverdienen.
Deshalb glaube ich auch nicht, dass es viel nutzen würde, wenn man mein Einkommen noch mehr besteuern würde. Da ich gut verdiene, hätte ich an und für sich kein Problem mit höheren Steuern, ich würde es den Hilfsbedürftigen schon gönnen, dass sie mehr bekämen. Nur zweifle ich, dass das Geld dann wirklich in deren Taschen landen würde. Es wäre sinnvoller, wenn der Staat stattdessen mal ein Haushaltsbuch führen und unnötige Ausgaben streichen würde (das Schwarzbuch für Steuerverschwendung wäre da eine hilfreiche Lektüre).
Ja das stimmt. Das ist ja das Problem der großen Umverteilung oder generell das Problem wenn Staaten meinen alles selber besser regeln zu können als die Privatwirtschaft.
Im Extremfall landet man im Kommunismus, in dem Staaten alle Preise kontrollieren und alles verstaatlichen. Trotzdem läuft dann komischerweise alles schlechter als vorher.
Umverteilung muss es natürlich trotzdem geben um soziale Absicherungen zu gewährleisten. Aber eben auch nicht mehr.
Es ist in Ordnung wenn bestimmte Dinge teuer sind. Das bedeutet meist nur, dass sie knapp sind. Und wenn 100 Leute in eine Wohnung einziehen wollen, ändern Mietendeckel nichts daran, dass es immer noch nur eine Wohnung ist.
Preise dienen der Allokation von Werten. Das Haus am Strand muss teuer sein, sonst würde ja jeder am Strand leben wollen. Und ja die Wahrheit ist eben auch, dass sich nicht jeder alles leisten kann.
Es wird und sollte Menschen geben, die günstige Lebensmittel kaufen und günstige Mieten suchen müssen, weil es eben nicht alles auf der Welt unbegrenzt gibt. Und die Frage wer was bekommt, kann man entweder halbwegs fair über Preise regeln (freie Marktwirtschaft) oder staatliche Eingriffe und Regulierungen (Planwirtschaft).
Staaten sollten da eingreifen wo es Menschen aus eigener Kraft nicht schaffen (z.B. Sozialhilfe oder Sozialer Wohnungsbau).
Staaten sollten aber
nicht versuchen Märkte zu regulieren, weil sie aus einem Moralempfinden heraus irgendwas ungerecht finden.