Liebe Te, Deine Situation ist schwierig aber nicht unlösbar. Er, Dein Sohn, ist gerade im Begriff, sich zu ändern. Darum wird und sollte sich auch Euer Mutter-Sohn-Verhältnis verändern. Du bist und bleibst zwar seine Mutter, die er als Sohn auch liebt, aber er will aus diesem seelisch-gefühlsmässigem Abhängigkeitsverhältnis heraus. Was könnten seine derzeitigen Bedürfnisse denn nun sein? Ich vermute mal, zuerst die Selbstbehauptung. (Du "hast ihm gar nix mehr zu sagen" usw)
Er ist schon 28 Jahre alt und braucht es wahrscheinlich, als eigenständiger Mann angesehen und geachtet zu werden. Deshalb wird er in seiner jetzigen Abnabelungsphase sicher jedem gefühlsbetonten Gespräch ausweichen, weil er es schlicht ablehnt.
Du könntest ihm einen Brief schreiben, falls eine Kommunikation zwischen Euch gerade nicht funktioniert, und ihm darin erklären, dass Du nichts dagegen hast, dass er nun auch von seinem Anspruch Gebrauch machen will und in das Haus einziehen - also nicht zu Dir! Nur, so sag es ihm, sollten vorher kleine Umbauten vollzogen werden, damit jeder seine eigene verschliessbare Wohnung hat und Ihr keinen gemeinsamen Haushalt führen solltet. Denn genau das wird wahrscheinlich Eure Beziehung zerstören können. Sag ihm, dass er zu alt dafür ist, wieder bei Mama einzuziehen, das sei weder gesund noch förderlich.
Das sollte bei ihm auch so rüberkommen, dass es nicht den Eindruck macht, Du würdest es ihm erlauben oder verwehren. Erkenne ihm an, dass er genauso das Recht dazu hat wie Du, dort zu wohnen. Dann fühlt er sich auch wohl nicht bemuttert oder dass er noch unter der Fuchtel der mütterlichen Autorität steht. Dagen sind die Söhne eben doch ziemlich empfindlich - was meinst Du?😉
Wenigstens wäre das mein Vorschlag.