Religion kann man nur psychologisch deuten. (Weshalb die Psychologie bei ihrer Entstehung als eigenständige Wissenschaft von den Kirchen lebhaft angefeindet wurde. Das kirchliche Monopol über Seele/Psyche ihrer Anhänger ging verloren - Blasphemie!)
Das Standardbild des Kampfes Gut/Böse, das auch gern in Filmen, Märchen, eigentlich überall thematisiert wird, ist entwicklungsgeschichtlich uralt und stammt noch von unseren Affenvorfahren, weil die Herrschaft übers Affenrudel von den stärksten Affenbullen ausgefochten wird, immer wieder mal, wenn der alte Pascha (Gott) von einem jüngeren Emporkömmling (Teufel) um die Führungsrolle herausgefordert wird. Und das Rudel schaut zu, weil vom Ausgang des Kampfes die Zukunft abhängt, wer schon vorher mit dem Sieger gut konnte wird gepampert, wer auf die falsche Seite gesetzt hat muß dagegen mit Repressalien oder sogar Vertreibung rechnen.
Also genau das, was die religiösen Mythen sagen - die "Guten" in den Himmel, alle anderen ab ins ewige Feuer.
Solche uns allen per uralten Instinkten eingeprägte Klischees nennt man "Archetypen". Es gibt noch viel mehr als die kämpfenden Affenbullen, und auch die anderen tauchen oft in der Religion auf, z. B. die "Mutter" mit Kind auf dem Arm (Gottesmütter, schon vor Erfindung des Christentums dargestellt), den "Narren" (Schüler oder Anfänger) etc., wer eine ganze Sammlung davon sehen will, braucht sich nur einmal die Bildkarten, die sogenannten Großen Arcana, des Tarot anschauen.