Ich empfinde den im Threadtitel genannten Satz als Frechheit. Ich war nach dem 2. juristischen Staatsexamen langzeitarbeitslos, weil mich als schüchterne Berufsanfängerin mit immer größer werdender Lücke im Lebenslauf niemand einstellen wollte. Ich habe mich dann vom Call Center über ein Inkassounternehmen in eine Anwaltskanzlei hochgekämpft, weil ich keine andere Möglichkeit für mich mehr sah.
Bevor ich im Call Center anfing, habe ich bei einem Anwalt ein einmonatiges, unbezahltes Praktikum gemacht, der mir vorgespiegelt hat, dass ich bei Eignung eingestellt werde. Tatsächlich hatte er nur verjährungsbedingt im Dezember erhöhten Arbeitsanfall, den er mit meiner unentgeltlichen Hilfe abgedeckt hat. Verweigern hätte ich mich der Arbeit nicht können ohne finanzielle Einbußen, denn das Jobcenter sah diese Ausbeutung als super Chance für mich, obwohl ich bereits an Tag 1 merkte, dass dieser Mensch mich unter keinen Umständen einstellen wird. Der Anwalt hat mir dann bescheinigt, dass ich gute Arbeit leiste, mich aber dennoch nicht eingestellt. Und ich wurde das gesamte Praktikum über, weil ich langzeitarbeitslos war, wie der letzte Dreck behandelt, obwohl ich mehr Einsatz zeigte als die dort festangestellte, gleichaltrige Anwältin, die jeden Tag zu spät kam und als Erste um Punkt 17 Uhr ging.