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Gelöscht 85627
Gast
Ob man sich in der Gesellschaft wohl fühlt, ist zu einem großen Teil individuelle Wahrnehmung. Ich kann jegliche vorgenannte Kritik verstehe ich schließe mich vielem an, aber ob man persönlich glücklich in dieser Welt ist, liegt kaum daran, dass wir gern betonen in einer oberflächlichen Konsumgesellschaft leben.
Vielmehr ist die frage: Lässt du das an dich ran.
Ich stimme dir zu und auch wieder nicht, Andreas.
Wenn sich der Nachbar über sein neues Auto freut, kann ich mich doch mit ihm, für ihn freuen? Oder es interessiert mich bei einem anderen einfach nicht.
Missgunst empfinden würde ich bei einem absoluten Vollpfosten, aber so viele gibt's davon auch wieder nicht.
Und dass ich mir z B dieses Modell wegen hohem Verbrauch nicht gekauft hätte, muss ich doch niemandem reindrücken, der sich gerade freut.
So etwas hat für mich nichts direkt damit zu tun, ob ich mich innerhalb des Ausschnitts einer Geschellschaft wohlfühle, in dem ich mich bewege.
Außer ich sitze als "armer Schlucker" in der "Bonzensiedlung" und die sehen auf mich herab, grüßen nicht, schließen aus, ohne mich je kennengelernt zu haben. Auf die wäre ich nicht gut zu sprechen.
Für mich spielen andere Kriterien eine wichtigere Rolle, als der Nachbar, mit dem ich gelegentlich einen Plausch über den Gartenzaun halte.
Wichtiger ist für mich eine gewisse Schnittmenge mit Menschen, mit denen ich mal mehr, mal weniger freiwillig viel Zeit eines Tages verbringe.
Oder eben mit einer Gemeinschaft, in die ich mich einbringen möchte, meine Freizeit mit ihnen verbringe.
Ob da ein freundlicher, respektvoller, wertschätzender Umgangston herrscht. Ob mehr möglich ist als oberflächlicher Smalltalk oder - um dein Beispiel mit deinem Garten aufzugreifen - es zu so erheiternden Missverständnissen, leichtem Unverständnis kommt, eventuell ein interessiertes Gespräch entstehen kann, ob etwas wie Gleichgültigkeit vorherrscht, Herablassung oder alles was anders ist als derart beängstigend empfunden wird, dass es direkt Aggression und Anfeindung auslöst. Da wird es auch mit beharrlicher Freundlichkeit schwer werden sich einzufügen in die Dorf-/Siedlungsgemeinschaft.
Oder ein neuer Kollege. Der z. B. sehr schnell sehr selbständig arbeitet und für das Pensum weniger Zeit benötigt als bisher dafür aufgewendet wurde.
Gepaart mit einem oder mehreren Kollegen, der/die sich bisher gerne reichlich freie Arbeitszeit verschafft, führt ersteres evtl. zu einem Konflikt, von dem "der Neue" vielleicht noch nicht mal erahnt, wie er entstand.
Der neue Kollege, der etwas länger braucht, um Abläufe zu verinnerlichen.
Dazu ein oder mehrere ungeduldige Kollegen, die unfreundlich reagieren auf Nachfragen und hinterrücks lästern.
Und wird dann bei Klärungsversuchen geblockt, wird kein gutes Arbeitsklima herrschen. Von Wohlfühlen wird keine Rede sein können.
Denk an eine gutbürgerliche Siedlung mit "Mustergärten". Und mittendrin eine Familie mit 5 Kindern, einem Faible für Indianer und einem Tipi im Garten. Von Beruf Puppenspieler. Das kann (!) schwierig werden.
Einzelfälle wird man sicher nicht an sich heranlassen müssen. Doch wir sind soziale Wesen. Und bedürfen daher eines gewissen Zugehörigkeitsgefühls, einer ausreichenden Schnittmenge, um dieses Gefühl entwickeln zu können.