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Die neue Groko

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Für weitere Antworten geschlossen.
Und was soll daran jetzt schlimm sein?
Man will Ewig-Arbeitslose wieder in einen Job bringen und zahlt dafür anstatt des Arbeitgebers. Das gab es früher auch schon mal in ähnlciher Weise.
Wäre es denn besser, die Leute auf alle Zeiten einfach abzuschreiben?
 
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Re: Die neue Groko
Hallo pecky-sue,

schau mal hier:
Die neue Groko. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Die Gefahr ist halt groß, dass Arbeitgeber dann die Langzeitarbeitslosen kicken und sich die nächsten holen, die finanziert werden. Da müsste es dann halt entsprechende Auflagen geben oder dass ein Arbeitgeber, der so einen Langzeitsarbeitslosen einstellt und X Jahre behält, sich dann dann dazu verpflichtet, bei Übernahme einen unbefristeten Vertrag zu geben. Und es keine neue Probezeit gibt, wo der Arbeitgeber dann den übernommenen Langzeitarbeitslosen rauswirft, um sich dann einen neu finanzierten Mitarbeiter zu holen. Weil man bei ein paar Jahren Beschäftigung dann davon ausgehen kann, dass der Mitarbeiter doch gefällt und man ihn kennt.

Die Frage ist dann auch, WELCHE Gehälter und Löhne sollen gezahlt werden. Was ist, wenn das ein Arbeitgeber ist, wo es dann für alle Mitarbeiter (warum auch immer) eine Gehaltserhöhung gibt? Oder wo es einen leistungsorientierten Bonus gibt. Weihnachtsgeld. Die Gefahr ist groß, dass ähnlich wie bei Zeitarbeitsfirmen diese finanzierten Langzeitarbeitslosen zu Mitarbeitern zweiter Klasse werden. Oder sie darüber schweigen müssen. Oder dass die Gefahr entsteht, dass der Chef lieber zwei festangestellte Mitarbeiter raushaut, um sie durch zwei finanzierte zu ersetzen.

Die neuen Stellen sollen laut des Gesetzesentwurfs fünf Jahre lang gefördert werden, wenn die Betroffenen mindestens seit sechs Jahren Hartz IV beziehen und in dieser Zeit nur kurz erwerbstätig waren. In den ersten beiden Jahren soll der Lohn zu 100 Prozent des für die entsprechenden Tätigkeiten üblichen Lohns öffentlich bezuschusst werden.


Der Zuschuss soll dann um jeweils zehn Punkte pro Jahr auf am Ende 70 Prozent gekürzt werden. Alle Arbeitgeber sollen die neuen Helfertätigkeiten anbieten können - aber auch gemeinnützige Einrichtungen und Kommunen.

Was bedeutet "üblicher Lohn"? Was ist mit Branchen, wo allgemein eine Unterbezahlung herrscht. Was ist, wenn der Arbeitgeber dann nach zwei Jahren weniger zahlen möchte? Und solche finanzierten Mitarbeiter weniger verdienen, als die anderen? Was ist, wenn der Arbeitgeber mies ist und diese finanzierten Langzeitarbeitslosen aufhören möchten? Dürfen die das? Oder müssen die bleiben? Müssen die JEDEN Job annehmen?

Ich habe jetzt aber auch nicht den Gesetzesentwurf im Detail durchgelesen.

Der Grundgedanke ist gut, nämlich Langzeitarbeitslosen den Start in eine Arbeit zu erleichtern oder sie attraktiver zu machen für Arbeitgeber. Aber, die Gefahr des Missbrauchs ist auch sehr groß und dass es primär darum geht, dass Arbeitgeber profitieren und vielleicht finanzierte Billig-Arbeitskräfte bekommen, die sie dann wieder kicken und durch neue ersetzen können. Und dass die Langzeitarbeitslosen auf der Strecke bleiben. Vielleicht gezwungen sind, in Berufen zu bleiben, wo der Arbeitgeber schlecht ist oder sie gemobbt werden - weil sie werden ja finanziert. Und konnten sich vielleicht von Anfang an nicht aussuchen, ob und wo sie arbeiten wollen.

Man stellt sich ja auch dabei nicht die Frage, warum jemand Langzeitarbeitslos ist. Sondern macht es komplett an ihm fest. Es gibt aber auch Branchen, da ist es mittlerweile sehr schwer, etwas zu finden. Oder aufgrund von Krankheiten und Problemen können diese Betroffenen nicht mehr die Art von Anstellungen in ihren Branchen finden, wie sie diese brauchen. Nur, eine Umschulung zahlt das Arbeitsamt oft nicht. Oder nur sehr engmaschig.
 
Und was soll daran jetzt schlimm sein?
Man will Ewig-Arbeitslose wieder in einen Job bringen und zahlt dafür anstatt des Arbeitgebers. Das gab es früher auch schon mal in ähnlciher Weise.
Wäre es denn besser, die Leute auf alle Zeiten einfach abzuschreiben?

Ja und da hat es auch schon nicht funktioniert warum nicht, siehe Fifus Beitrag, nachdem die Förderung ausgelaufen war wurde der Arbeitslose auf die Straße geschmissen und sich der nächste geholt.

Ich meine darauf könnte man aber auch mal von alleine kommen und erst recht wenn man schon ein paar Jahrzehnte hier auf diesem Planeten abgerissen hat, nix für Ungut.

Für mich ist das wieder mal ein Bezuschusungssystem für Arbeitgeber nicht mehr und auch nicht weniger.
 
Wäre es denn besser, die Leute auf alle Zeiten einfach abzuschreiben?

Sie werden doch abgeschrieben. Man stellt Firmen ein Pool an staatlich subventionierten kostenlosen Arbeitskräften zur Verfügung und so wird das auch von den Arbeitgebern gesehen. Diese ganze "Den Langzeitarbeitslosen eine Chance geben"-Sozialromantik hat nichts mit der Realität zutun. Wenn es um den Langzeitarbeitslosen ginge, würde man ihm die Chance geben einen neuen Beruf zu lernen.
 
Ich habe vor zwei Jahren mal einfach interessehalber beim Arbeitsamt angefragt gehabt, ob ich finanzielle Unterstützung bekommen würde, wenn ich eine Umschulung mache. Da wollte ich auch schon einen sozialen, pflegerischen Beruf machen und konnte auch belegen, dass in meiner jetzigen Branche die Gehälter und Berufsperspektiven immer schlechter werden, was ich auch mit diversen Statistiken und Aufstellungen belegen konnte. Antwort: ich bin zu jung und gesund, um eine Umschulung zu machen und ich kann ja dann immer noch als ungelernte Aushilfskraft arbeiten. Oder mehrmals umziehen, um einen guten Job zu bekommen. Und ich müsste dann halt meine "Ansprüche" runterschrauben und so leben, dass ich mit dem Gehalt klar käme. 🙄

Hingegen habe ich eine Kundin, die hatte mehrere schwere Bandscheibenvorfälle und konnte irgendwann nicht mehr in ihrem letzten Beruf (Einzelhandel) arbeiten, weil auch der Rücken kaputt war. Sie war 50 oder Anfang 50, als sie angefragt hat, ob das Arbeitsamt ihr eine Umschulung bezahlen würde, das haben sie abgelehnt. Weil sie wäre "zu alt". Man hat ihr geraten, ein paar Jahre noch "durchzuhalten" und da sie ja "sowieso verheiratet ist" dann früher in Rente zu gehen.
 
Ich habe vor zwei Jahren mal einfach interessehalber beim Arbeitsamt angefragt gehabt, ob ich finanzielle Unterstützung bekommen würde, wenn ich eine Umschulung mache. Da wollte ich auch schon einen sozialen, pflegerischen Beruf machen und konnte auch belegen, dass in meiner jetzigen Branche die Gehälter und Berufsperspektiven immer schlechter werden, was ich auch mit diversen Statistiken und Aufstellungen belegen konnte. Antwort: ich bin zu jung und gesund, um eine Umschulung zu machen und ich kann ja dann immer noch als ungelernte Aushilfskraft arbeiten. Oder mehrmals umziehen, um einen guten Job zu bekommen. Und ich müsste dann halt meine "Ansprüche" runterschrauben und so leben, dass ich mit dem Gehalt klar käme. 🙄

Hingegen habe ich eine Kundin, die hatte mehrere schwere Bandscheibenvorfälle und konnte irgendwann nicht mehr in ihrem letzten Beruf (Einzelhandel) arbeiten, weil auch der Rücken kaputt war. Sie war 50 oder Anfang 50, als sie angefragt hat, ob das Arbeitsamt ihr eine Umschulung bezahlen würde, das haben sie abgelehnt. Weil sie wäre "zu alt". Man hat ihr geraten, ein paar Jahre noch "durchzuhalten" und da sie ja "sowieso verheiratet ist" dann früher in Rente zu gehen.

Da sag ich nur :kopfgegenwand::kopfgegenwand::kopfgegenwand: 🙄
 
Ich habe vor zwei Jahren mal einfach interessehalber beim Arbeitsamt angefragt gehabt, ob ich finanzielle Unterstützung bekommen würde, wenn ich eine Umschulung mache. Da wollte ich auch schon einen sozialen, pflegerischen Beruf machen und konnte auch belegen, dass in meiner jetzigen Branche die Gehälter und Berufsperspektiven immer schlechter werden, was ich auch mit diversen Statistiken und Aufstellungen belegen konnte. Antwort: ich bin zu jung und gesund, um eine Umschulung zu machen und ich kann ja dann immer noch als ungelernte Aushilfskraft arbeiten. Oder mehrmals umziehen, um einen guten Job zu bekommen. Und ich müsste dann halt meine "Ansprüche" runterschrauben und so leben, dass ich mit dem Gehalt klar käme. 🙄

Hingegen habe ich eine Kundin, die hatte mehrere schwere Bandscheibenvorfälle und konnte irgendwann nicht mehr in ihrem letzten Beruf (Einzelhandel) arbeiten, weil auch der Rücken kaputt war. Sie war 50 oder Anfang 50, als sie angefragt hat, ob das Arbeitsamt ihr eine Umschulung bezahlen würde, das haben sie abgelehnt. Weil sie wäre "zu alt". Man hat ihr geraten, ein paar Jahre noch "durchzuhalten" und da sie ja "sowieso verheiratet ist" dann früher in Rente zu gehen.

Widerlicher Verein. Da kotze ich im Strahl..... für was gibt diese verammte Amt eigentlich???
 
Und wenn ich dann lese, dass die Arbeitgeber quasi bezuschusst werden sollen mit vielleicht neuen Billig-Arbeitskräften und man nicht mehr investiert in Umschulungen und Weiterbildungen, dann finde ich ist es das Pferd von hinten aufzuzäumen oder man gibt dann halt auch mehr Budget für Umschulungen frei. Es ist doch viel sinnvoller, dass Menschen eine neue Chance erhalten und eine neue Ausbildung machen können, die sich vielleicht sehr viel mehr lohnt, als dass sie Jahre in der Statistik festhängen. Sie finden dann bessere Jobs, sind zufriedener, man spart sich bestimmt einige Langzeitarbeitslose oder überhaupt Arbeitslose ... Alle glücklich.

Das bedeutet ja nicht, dass man ungefiltert jeden ohne zu hinterfragen durchwinken muss und dass nicht jeder so wie er lustig ist ständig neue Ausbildungen machen dürfte, die dann finanziert werden.

Und wenn ich dann sehe, dass es wiederum Asylanten und Flüchtlinge gibt, die seit Jahren im Anfängerkurs Deutsch festhängen und denen man teurere Mieten bezahlt, dann denke ich mir "Und den Leuten, die die Wirtschaft vermutlich noch mehr ankurbeln würden und was Neues anfangen könnten, wollt ihr keine Umschulung bezahlen."

Wir hatten mal vor Jahren einen riesen Knatsch, weil unser Arbeitsamt mit einem Schlag alle Weiterbildungen eingestampft hat. Somit waren die Leute dann gezwungen, die teilweise sehr teuren Kurse (z. B. Business-Englisch) selbst zu bezahlen.

Achja und seit heute ist klar, die GEZ ist verfassungswürdig und alles tutti.

Ach kommt ... Was für eine riesen Verarsche.
 
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