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wachsende Intoleranz und (Nicht-) Religion

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Als Beispiel, wie ich mir höhere Werte vorstelle, dient die Ethik von Albert Schweitzer:


ETHIK der Liebe
- Ehrfurcht vor dem Leben = Als Wille zum Leben inmitten von Wille erfasst sich der Mensch in jedem Augenblick in dem er über sich selbst und über die Welt um sich herum nachdenkt.
- Lebensbejahung ist die geistige Tat, in der der Mensch aufhört dahinzuleben und anfängt, sich seinem Leben mit Ehrfurcht hinzugeben, um es auf seinen wahren Wert zu bringen. Lebensbejahung ist die Vertiefung, Verinnerlichung und Steigerung des Willens zum Leben.

Der große Fehler aller bisherigen Ethik ist, dass sie es nur mit dem Verhalten des Menschen zum Menschen zu tun zu haben glaubten. In Wirklichkeit aber handelt es sich darum wie er sich zur Welt und allem Leben, das in seinem Bereich tritt, verhält. Ethisch ist er nur, wenn ihm das Leben als solches, das der Pflanze und des Tieres wie das des Menschen, heilig ist und er sich dem Leben, das in Not ist, helfend hingibt.
Nur die universelle Ethik des Erlebens der ins Grenzenlose erweiterten Verantwortung gegen alles was lebt, lässt sich im Denken begründen.

Die Ethik des Verhaltens von Mensch zu Mensch ist nicht etwas für sich, sondern nur ein Besonderes, das sich aus jenem Allgemeinen ergibt. Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben begreift also alles in sich, was als Liebe, Hingebung, Mitleiden, Mitfreude und Mitstreben bezeichnet werden kann.
Sie geht darauf aus, Werte zu schaffen und Fortschritte zu verwirklichen, die der materiellen, geistigen und ethischen Höherentwicklung des Menschen dienen.
 
Gibt es denn Menschen, die so argumentieren? Obwohl es deiner Aussage nach häufig vorkommt, habe ich noch nie jemanden so reden hören. Die mir bekannten Unreligiösen sind eigentlich alle recht verantwortungsbewusst.
Doch doch, das habe ich schon oft gehört: dass Leute sagen: "Das geht mich nichts an, ich bin schließlich nicht Jesus" oder sowas in der Richtung. das habe ich schon wirklich sehr oft gehört und das geht halt immer mit einer generellen Wurschtigkeit einher.
Wie gesagt: Das muss und sollte so natürlich nicht sein. Aber es geht ja eben auch anders. Das ist eben der Unterschied zwischen Atheismus mit und Atheismus ohne Ideale.
Genauso, wie es eben Religion mit und ohne Ideale gibt: Wer einfach nur blind in die Kirche rennt, könnte es genauso gut sein lassen.

Ich sehe in Religionen auch keine "höheren Ideen", sondern lediglich Blicke zurück in die Vergangenheit.
Das ist meiner Meinung nach zu kurz gedacht: denk doch zB an Personen wie Dietrich Bonhoeffer: Das hat nun wirklihc nichts mit bloßer Rückwendung in die Vergangenheit zu tun.
Auch Leute wie Ghandi, Mandela usw lebten ihren Glauben doch sehr gegenwartsbezogen: Sie schöpften ihre Energie für ihre Aufgaben eben aus ihrem Glauben- so wie das auch im kleinen viele Leute tun. Ich kann daran nichts rückgewandtes sehen. Wenn es und im hier und jetzt beflügelt ist es doch gegenwärtig.
Ebenso könnte man sagen: Leute, die klassische Musik hören leben in der Vergangenheit. Sie leben ja aber dennoch heute und im hier und jetzt. Nur weil sie Spaß und Energie aus etwas altem ziehen, heißt das doch nicht, dass ihr LEBEN nicht sehr präsent sein kann.
Genauso ist das doch mit dem Glauben: Im Grunde ist es doch vollkommen egal, woher ein Mensch seine positiven Lebensenergiene zieht, oder? Ob das aus etwas aktuellem, oder etwas altem ist: warum sollte das eine Rolle spielen? Eine Rolle spielt, was man daraus macht! das allein ist wichtig und das ist auch das einzige, was die anderen Menschen etwas angeht! Der rest ist privatsache!

Vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir unter "höheren Werten" verstehen? Vielleicht können wir mal eine kleine Definition versuchen? Was würdet Ihr unter diesem Begriff verstehen und was nicht?
Hab ich doch schon in meinem Beitrag vorhin versucht!
 
Genauso ist das doch mit dem Glauben: Im Grunde ist es doch vollkommen egal, woher ein Mensch seine positiven Lebensenergiene zieht, oder? Ob das aus etwas aktuellem, oder etwas altem ist: warum sollte das eine Rolle spielen? Eine Rolle spielt, was man daraus macht! das allein ist wichtig und das ist auch das einzige, was die anderen Menschen etwas angeht! Der rest ist privatsache!

Solange der Glauben bzw. die Religion nicht dafür verwendet wird, andere Menschen (Anders- oder Nichtgläubige) abzuwerten oder zu diskreditieren, stimme ich aus vollem Herzen zu.

Wenn wir alle zu der Überzeugung gelangen, dass Religionen Privatsache sind, dann ist schon viel gewonnen, würde ich sagen.
 
Was genau meinst Du damit?

Dass ich es gut finden würde, wenn die Zugehörigkeit und die Ausübung zu bzw. von Religionen als Privatsache angesehen werden würde. Niemand würde mehr anderen Menschen Vorhaltungen machen, weil er nicht derselben Weltanschauung angehört wie man selbst. Man könnte sich über die eigene Religion oder Nichtreligion neutral unterhalten wie über den Beruf.

"Welches ist eigentlich Ihre Religion?"
"Ich bin ungläubig. Und wie ist es bei Ihnen?"
"Ich bin Katholik. Freut mich, Sie kennenzulernen."

Und dann könnte man sich interessiert über die unterschiedlichen Sichtweisen unterhalten, ohne sich gegenseitig überzeugen zu wollen.
 
Das wird bei Religionen aber nicht funktionieren. Man ist auch noch weit davon weg das als Privatsache zu betrachten, solange sich Gesetze auf Religionen beziehen.
 
Das wird bei Religionen aber nicht funktionieren. Man ist auch noch weit davon weg das als Privatsache zu betrachten, solange sich Gesetze auf Religionen beziehen.

Das ist auch erforderlich! Gäbe es das Recht auf freie Religionsausübung und damit auch auf freie Meinungsäusserung nicht, wäre auch in Deutschland das Gefängnis das Zuhause für in Religionen beheimatete Menschen.
 
Das ist auch erforderlich! Gäbe es das Recht auf freie Religionsausübung und damit auch auf freie Meinungsäusserung nicht, wäre auch in Deutschland das Gefängnis das Zuhause für in Religionen beheimatete Menschen.
Je nach Ausrichtung der offiziellen Weltanschauung können durchaus auch die Nichtgläubigen in Gefahr geraten, ins Gefängnis zu kommen (siehe Ägypten, wo derzeit die Ungläubigen zur Gefahr für die Gemeinschaft erklärt werden).
 
Ich sehe in Religionen auch keine "höheren Ideen", sondern lediglich Blicke zurück in die Vergangenheit.

Religionen gehören zu der Geschichte des Menschen und machten ihn zu dem, der er heute ist.

Schau Dir mal die Zeit an, in der das Christentum entstand, was da für Chaos herrschte. Damals hatte man nicht darüber gestritten, ob es einen Gott gibt, sondern darüber dass es nur "einen" Gott gibt. Wie kann es nur einen Gott geben, der alles regelt, wenn es so viele verschiedene Dinge in der Welt gibt? Luft, Wasser, Erde, Liebe, Fruchtbarkeit, Kunst/Inspiration, Krieg, Tod, Sonne, Mond ... usw. Es gab damals viele Götter und jede kleine Gruppe von Menschen betete andere Götter an, was wiederum zu einem heillosen Durcheinander führte, zu Mißgunst, Neid, Beschuldigungen, Angst ... und so schlugen sich die Menschen permanent die Köpfe gegenseitig ein.

Die Idee von dem "einen" Gott - war damals bahnbrechend. Und es wurden Verhaltensrichtlinien gleich mitgeliefert ... die Idee von Himmel und Hölle. Hölle als Strafe für diejenigen, die ungehorsam sind. Himmel für diejenigen, die sich gut benehmen und nett zu einander sind. Diese simple Idee führte zu der Welt, wie wir sie hier bei uns kennen.

Und weißte was? Wenn ich mir so den Teil über Vergebung in der Bibel anschauen würde (mach ich jetzt nicht, weiß nicht genau wo das steht, aber gehört habe ich das schon ^^), dann können sich Viele Leute auch heute noch davon eine Scheibe abschneiden! Oder die 7 Todsünden ... müsste sich JEDER nochmal angucken, wie ich finde. Also "höhere" Ideen ... stimmt historisch auf jeden Fall ... aktuell ist davon immernoch so Einiges, finde ich 😉

... ich sollte wohl nochmal erwähnen, dass ich keiner Religion angehöre. Ich stehe dem aber offen gegenüber - historisch gesehen ist das ein echt spannende Sache. Ich liebe Dokus über Archäologen und Historiker, die Bibel-Forschung betreiben ^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Solange der Glauben bzw. die Religion nicht dafür verwendet wird, andere Menschen (Anders- oder Nichtgläubige) abzuwerten oder zu diskreditieren, stimme ich aus vollem Herzen zu.

Genau das sollte ja das Ziel sein: Religion, Ideale oder Glaube sollen ja dazu beitragen, dass wir frei sind uns zu entfalten: Und echte Freiheit schließt auch ein, dass wir anderen diese Freiheit zugestehen können. Religion, die ihre Ideale nur für wenige zur Verfügung sehen will, ist doch kein Ideal, sondern eher ein abschreckendes Beispiel, woran sich das schlechte im Menschen zeigt.
Leider passiet das ja mehr denn je: Das ist ja das schreckliche. deswegen ist es ja so wichtig, für seine Ideale und Werte einzutreten: Da ist es schon wichtig, in die Öffentlichkeit zu gehen und sich und anderen zu ihren freiheitlichen Rechten zu verhelfen. Aber woraus ein jeder die Energie zieht, für diese Rechte einzustehen, ist doch jedem selbst überlassen: Ob das nun eine teife Mitmenschlichkeit ist, oder ein tiefer Glaube zu einem Gott oder mehreren Göttern.
Für freiheitliche Ideale einzuttreten, bedeutet NICHT andere zu irgendeiner Religion bekehren zu wollen, sondern anderen zu helfen, diese Ideale auch leben zu können, bzw sich gegen diejenigen zu stellen, die anderen ihre Rechte nehmen wollen.
Würden alle Gläubigen dieser Welt sich nicht untereinander bekämpfen, sondern jeder für die freiheitlichen Rechte ALLER Menschen kämpfen, sähe die Welt doch ganz anders aus.
Wie viel Energie wird doch leider immer wieder verschwendet, um andere zu irgendeinem Glauben zu bekehren,oder andersgläbige zu bekämpfen: Was man mit dieser Energie alles sinnvolles machen könnte....

Der Gedanke, man müsste Leute in eine Religion zwingen hat der Welt schon so viel Elend gebracht! Dieser Weg kann niemals gut sein: Der ist immer falsch!
 
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