Moral ist in meinen Augen je nach Kultur, Zeit und Religion durchaus verschieden. Mein Eindruck ist, dass Moral im Allgemeinen wechselhafter und unbeständiger ist, als Religion. Wenn ich an die christliche Religion denke, so gibt es auch dort Anpassung an Gegebenheiten, jedoch im Wesentlichen sind die moralischen Vorstellungen zeitneutral.
Religion ist beständiger als gesellschaftliche Moral?
Komisch, ich würde das fast drehen: Religion ist starr, festgeschrieben und unflexibel. Ihre Zeitneutralität erwächst einzig daraus, dass Menschen sie immer wieder neu interpretieren, je nach Zeitgeist und vorherrschender Moral. Religion kennt keine Moral, sondern läuft dieser nur hinterher.
Meiner Meinung nach ist Religion nicht Gottes Botschaft sondern eine Sammlung damaliger Moralvorstellungen, für deren Legitimation ein Gott erfunden wurde.
Je nachdem was moralisch gerade in ist, wird als Fundament die Bibel bzw. Gott benutzt. Meistens ist die Moral aber schon wieder einen Schritt weiter wenn die Kirche die Bibel zurecht interpretiert hat.
Gut, ich habe von dir gelernt Gott und Kirche zu trennen, verstehe es bitte als Kritik an der Kirche und nicht an Gott oder deinem persönlichem Glaubensbild
🙂
Wenn zwei Religionen aufeinander treffen habe ich immer das Gefühl es kämen ganz viele nette aufgeschlossene Menschen zusammen, aber jeder trägt ne Fußfessel (seinen Glauben), die es ihm unmöglich macht auf andere zuzugehen.
(p.s. gilt aber auch für manch Ungläubige, denen es schwer fällt auf Gläubige einzugehen)