Ich finde Waren im Supermarkt gehören erst konsumiert, wenn man sie bezahlt hat.
Mir wurde das von klein an beigebracht und ich bin nie auf die Idee gekommen vorher was auszupacken und zu essen.
Kinder, die sowas einfach nehmen und essen, sind wohl von den Eltern zu sehr verwöhnt worden , wenn die meinen: wenn ich was haben will, dann nehme ich mir das eben einfach.
Ich weiß aus eigener Erfahrung , dass man Kindern sowas schon beibringen kann, wenn man als Elternteil denn will.
Genauso bin ich auch erzogen worden. Schon als Kleinkind hatte ich das so verinnerlicht, dass ich (laut Erzählung meiner Mutter) in einem Geschäft mal gesagt haben soll: "Wenn man kein Geld hat, kann man nichts kaufen. Gaaaar nichts!" Meine Eltern haben mich zum Glück nicht zu einem dieser verzogenen Brätschblagen erzogen, die allen Leuten auf den Wecker gehen.
Ich halte es auch für falsch, jedes "Bedürfnis" eines Kindes sofort zu befriedigen. Man lässt es ja nicht gleich verhungern, nur weil es im Supermarkt keine Quengelware bekommt. Man zieht sich mit dieser Verwöhnung nur Egoisten heran, die später im Leben scheitern, wenn sie merken, dass sie nur für ihre Eltern, nicht aber etwa für Gleichaltrige, Lehrkräfte und Vorgesetzte Prinzessinnen und Prinzen sind. Auch Frustrationstoleranz will gelernt sein; denn man bekommt nun mal im Leben nicht jeden Wunsch auf Knopfdruck erfüllt.
Mit Kinderfeindlichkeit hat das überhaupt nichts zu tun.
Gut erzogene Kinder können sich auch über Kleinigkeiten freuen. Kürzlich kam mir auf der Straße ein kleines Mädchen an der Hand seiner Mutter entgegen und strahlte mich an, offenbar aus Freude darüber, dass es kurz zuvor einen schönen Luftballon bekommen hatte. Da ging einem das Herz auf, weil es wirklich etwas Anrührendes hatte. Ich strahlte also zurück. Die Mutter allerdings - wie könnte es auch anders sein?! - guckte mich total muffig an, so als ob sie mich fressen wollte. Aber wenn man dann auf die durchaus niedlichen Kinder solcher Übermuttis, die ihre Kinder als ihr persönliches Eigentum betrachten, eines Tages gar nicht mehr reagiert, um keine missbiligenden Blicke zu kassieren, gilt man natürlich gleich als kinderfeindlich.
Vielleicht sollten sich gewisse Leute erst mal an ihre eigene Nase fassen, bevor sie anderen pauschal Kinderfeindlichkeit unterstellen.
Allerdings sind mir auch schon öfters Leute begegnet, die sich gefreut haben, wenn man ihr Kind angelächelt oder ein paar freundliche Worte zu ihm gesagt hat.