Burbacher
Aktives Mitglied
Ach, lb. Nordrheiner, es ist schon ein Kreuz mit dir. Aber unter Gottes Himmel gibt es so`ne und so`ne, wie man hier im Pott zu sagen pflegt.
Du fragst:
"Und ich habe drei konkrete Fragen an Dich:
1) Was sind Deine Argumente, die sowohl für als auch gegen den Islam als gleichberechtigt neben katholischer und evangelischer Religion sprechen?
2) Welche Gemeinsamkeiten siehst Du im Vergleich "christliche Religion" und islamischer Religion - und dies aktuell heute - in Europa?
3) Sind Bibel und Koran miteinander vereinbar?
Zur ersten Frage antworte ich dir mit dem Hinweis auf unser Grundgesetz, das die freie Religionsausübung garantiert.
Das ist das entscheidende Kriterium. So lange die Ausübung der jeweiligen Religion in Übereinstimmung mit dem GG steht, so lange ist ihre Ausübung zu respektieren und wird ja auch von unserem Staat garantiert.
Wir leben in einer sich zunehmend säkular zeigenden Welt. Nicht nur der christliche Glaube wird kritisch hinterfragt, sondern in einer Zeit des wachsenden Rationalismus, der alles in Frage stellt, was nicht naturwissenschaftlichen Kriterien standhält, stehen alle Religionen unter der Lupe einer reinen naturwissenschaftlichen Welt - und Seins-Betrachtung. Dass damit aber die Welt und das Leben nicht hinreichend erklärt sind, sehe ich als eine gemeinsame Botschaft aller Religionen.
Dagegen versuchen alle Religionen Antworten zu geben. Das ist ihr gemeinsames Merkmal und Bemühen. Wenn ich dann noch unterstelle, dass jedem Mensch in seinem eigenen Fragen und Suchen eine religiöse Dimension zu eigen ist, dann antworten die Religionen darauf.
Wir Christen hätten nicht die Bibel, die Muslime nicht den Koran, wenn beide vereinbar wären. Es gibt sicher Schnittstellen, im Kern aber weisen sie verschiedene Wege.
Das allerdings unterscheidet sie nicht von auch innerchristlichen Kontroversen. Wir beide etwa haben doch in unseren diversen Schlagabtauschen schon exemplarisch vorgeführt, wie unterschiedlich Christen glauben und denken. Es gäbe doch nicht die so unterschiedlichen Konfessionen und Glaubensrichtungen innerhalb der christlichen Welt, hätten wir nicht auch sehr unterschiedliche Sichtweisen.
Ich kenne einen Menschen, den ich sehr schätze und dessen menschlichen Einsatz ich gar nicht genug würdigen kann.
Dieser junge Mann, er könnte mein Sohn sein, hat ein sehr besonderes Verständnis unseres Glaubens. Wie ich lehnt er die Trinitätslehre ab. Dann aber gehen unsere Auffassungen doch weit auseinander, ist er nämlich fest davon überzeugt, dass die Schöpfung vor 6000 Jahren geschah. Dabei kennt er sich aus, ist unglaublich belesen und alles andere als ungebildet.
Für mich jedoch ist er ein Christ, nicht zuletzt deshalb, weil er handelt, wie er handelt.
Lieber Nordrheiner, wenn wir denn davon ausgehen müssen, dass Gott so unendlich größer ist als wir, dann ist Bescheidenheit und Demut angesagt. Ich gehe für mich davon aus, dass wir auf die Fragen, die wir in unserem Leben nicht beantworten können, dann eine Antwort finden, wenn wir bei Gott ankommen.
Da etwa weiß ich mich einig mit Karl Barth und anderen protestantischen Theologen.
Gruß
Burbacher
Du fragst:
"Und ich habe drei konkrete Fragen an Dich:
1) Was sind Deine Argumente, die sowohl für als auch gegen den Islam als gleichberechtigt neben katholischer und evangelischer Religion sprechen?
2) Welche Gemeinsamkeiten siehst Du im Vergleich "christliche Religion" und islamischer Religion - und dies aktuell heute - in Europa?
3) Sind Bibel und Koran miteinander vereinbar?
Zur ersten Frage antworte ich dir mit dem Hinweis auf unser Grundgesetz, das die freie Religionsausübung garantiert.
Das ist das entscheidende Kriterium. So lange die Ausübung der jeweiligen Religion in Übereinstimmung mit dem GG steht, so lange ist ihre Ausübung zu respektieren und wird ja auch von unserem Staat garantiert.
Wir leben in einer sich zunehmend säkular zeigenden Welt. Nicht nur der christliche Glaube wird kritisch hinterfragt, sondern in einer Zeit des wachsenden Rationalismus, der alles in Frage stellt, was nicht naturwissenschaftlichen Kriterien standhält, stehen alle Religionen unter der Lupe einer reinen naturwissenschaftlichen Welt - und Seins-Betrachtung. Dass damit aber die Welt und das Leben nicht hinreichend erklärt sind, sehe ich als eine gemeinsame Botschaft aller Religionen.
Dagegen versuchen alle Religionen Antworten zu geben. Das ist ihr gemeinsames Merkmal und Bemühen. Wenn ich dann noch unterstelle, dass jedem Mensch in seinem eigenen Fragen und Suchen eine religiöse Dimension zu eigen ist, dann antworten die Religionen darauf.
Wir Christen hätten nicht die Bibel, die Muslime nicht den Koran, wenn beide vereinbar wären. Es gibt sicher Schnittstellen, im Kern aber weisen sie verschiedene Wege.
Das allerdings unterscheidet sie nicht von auch innerchristlichen Kontroversen. Wir beide etwa haben doch in unseren diversen Schlagabtauschen schon exemplarisch vorgeführt, wie unterschiedlich Christen glauben und denken. Es gäbe doch nicht die so unterschiedlichen Konfessionen und Glaubensrichtungen innerhalb der christlichen Welt, hätten wir nicht auch sehr unterschiedliche Sichtweisen.
Ich kenne einen Menschen, den ich sehr schätze und dessen menschlichen Einsatz ich gar nicht genug würdigen kann.
Dieser junge Mann, er könnte mein Sohn sein, hat ein sehr besonderes Verständnis unseres Glaubens. Wie ich lehnt er die Trinitätslehre ab. Dann aber gehen unsere Auffassungen doch weit auseinander, ist er nämlich fest davon überzeugt, dass die Schöpfung vor 6000 Jahren geschah. Dabei kennt er sich aus, ist unglaublich belesen und alles andere als ungebildet.
Für mich jedoch ist er ein Christ, nicht zuletzt deshalb, weil er handelt, wie er handelt.
Lieber Nordrheiner, wenn wir denn davon ausgehen müssen, dass Gott so unendlich größer ist als wir, dann ist Bescheidenheit und Demut angesagt. Ich gehe für mich davon aus, dass wir auf die Fragen, die wir in unserem Leben nicht beantworten können, dann eine Antwort finden, wenn wir bei Gott ankommen.
Da etwa weiß ich mich einig mit Karl Barth und anderen protestantischen Theologen.
Gruß
Burbacher