Stimmt nicht. Sie haben nicht "nicht vorausschauend gewirtschaftet". Sie haben nicht "auf Kosten der zukünftigen Generationen Schulden gemacht". Sie haben fleißig gezahlt, ins Rentensystem, Steuern bezahlt, konsumiert und wieder bezahlt von dem, was sie erarbeitet hatten. Wer hier nicht vorausschauend gewirtschaftet und für zukünftige Generationen Schulden verursacht hat, das war der Staat, die Regierung, die Politiker, die "selbstverständlich" von unendlichem Wachstum für alle Zeiten ausgegangen sind, die nie daran gedacht haben, das Rentensystem auf eine Kapitalbasis zu stellen, die immer das von-der-Hand-in-den-Mund-System favorisiert haben, weil es für den Staat dadurch um so einfacher war, Überschüsse für andere Zwecke abzuschöpfen. Solange, bis sich die Zeiten änderten, bis das endlose Wachstum samt darauf basierendem "Generationenvertrag" als Irrtum entlarvt war, bis keine Überschüsse mehr vorhanden waren und selbst die aktuellen Bedürfnisse des Rentensystems nicht mehr gedeckt werden konnten. Wenn die arbeitenden Menschen von damals und Rentner von heute ihre Rentenbeiträge nicht an den Staat gezahlt, sondern in eine beliebige sichere Geldanlage - z. B. Kapitallebensversicherung - gesteckt hätten, stünden sie heute finanziell ganz anders da, weil sich Banken und Versicherungen eben nicht (immer) leisten können, was der Staat/die Politiker sich an faulen Versprechungen leisten.
Übrigens, "sichere" Berufe gibt es immer noch. Beamte und Soldaten werden immer noch eingestellt, wenn auch längst nicht mehr so viel oder einfach wie früher. Oder im boomenden Pflegebedarf - zwar nicht gut bezahlt und mit psychisch und physisch belastender Tätigkeit, aber dafür krisensicher, denn Pflegekräfte braucht man immer. Nur, wer will das heute noch machen, da die persönlichen Freiheiten im Vordergrund stehen und sich jeder viel Einkünfte und ein schickes Leben für Null Arbeitsleistung einbildet?
wo soll man da noch groß sparen? Beim Essen? Bei der Freizeit?
Früher hätte da die Antwort gelautet: Was für Freizeit? Man gönnte sich im Jahr vielleicht zwei Wochen Urlaub, und das war´s. Was man nicht beruflich geschuftet hat, hat man privat geschuftet - beim Häuslesausbau, im eigenen Garten, bei der Hausarbeit, beim Holzmachen für den Ofen... Freizeit war, mal nach Feierabend in der Kneipe ein Bier zu zischen, Sonntags nach der Kirche der Frühschoppen oder beim gemeinsamen Fernsehen abends die Füße hochzulegen. Eine Freizeitkultur wie heutzutage konnten sich damals nur die sehr Betuchten leisten, die ihr Geld für sich arbeiten lassen konnten.