Hallo, lieber Gast,
Deinem Beitrag widerspreche ich. Es geht nicht um Recht "sich etwas zu erknuddeln."
Der emotional warmherzige Umgang mit einem Kind ist aus meiner Sicht generell gut.
Wenn Kinder bocken oder blocken, ist das zu respektieren, aber einer Akzeptanz im Sinne "das ist gut so" kann ich nicht zustimmen. Bocken und blocken sind abwehrende Verhaltensweisen. Als Vater frage ich mich: Warum?
Welche Gründe liegen für das Kind vor? Aus Abwehr, auch aus begründeter Abwehr, sollte Zuwendung werden.
Diese Zuwendung lässt sich nicht erzwingen und ein Zwang z.B. zum Knuddeln sollte auf keinen Fall versucht werden.
Jedoch denke ich als Vater darüber nach, wie ich meinem Großmaß an Zuwendung ein Großmaß an Offenheit des Kindes erreichen und Blockadegründe auflösen kann. Dazu ist in jedem Fall viel Liebe erforderlich, aber auch viel Zeit und nicht nachlassende Geduld.
LG, Nordrheiner
Hi Nordrheiner, ich versuchs dann noch einmal mit Hilfe deines Beitrags mich hier zu erklären, damit jetzt wirklich kein falscher Eindruck von mir entsteht.
Ja, ich finde auch, dass ein emotional warmherziger Umgang mit einem Kind, vorallem einem schutzbefohlenen Kind, generell gut ist und sogar sehr wichtig.
Ich habe auch nie ein Kind gezwungen mich zu knuddeln. Auf so eine Idee käm ich garnicht, schon allein aus persönlichen Erfahrungen.
Ich würde mich auch keinem Kind aufdrängen und es umknuddeln, obwohl es dicht gemacht hat. Aber ich würde doch mich immer wieder mal rantasten und es auch mal anlächeln und dabei auch ansprechen, vllt kurz kitzeln... dann wieder etwas Zeit verstreichen lassen, und es wieder versuchen. Damit meine ich aber jetzt wirklich ein Kind, was schon sehr introvertiert ist und tagelang sehr traurig und das Gegenteil von lebhaft ist. Da braucht man wirklich viel Geduld und Zeit, damit es sich öffnen kann. Und manchmal vllt sogar therapeutische Hilfestellung, wenn es garnicht mehr fröhlich sein kann oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt.
Aber die Tochter vom TE ist ja jetzt nicht so ein Extremfall, kein vllt sogar traumatisiertes Kind, sondern ein Kind was vllt nicht immer ganz klar und direkt ausdrücken kann was es will, was ja nicht so einfach ist in dem Alter...
Aber es kam jetzt von den Erzählungen her jedenfalls nicht sehr verschreckt rüber. Darum gab ich ja den Tipp mit dem Knuddeln.
Wenn es vllt gerade ein NEIN bekommen hat, und dadurch dann bockt, dann kann man es schon wieder auftauen und mal locker anstubsen und vllt leicht kitzeln usw... normalerweise lacht es dann iwann mit.
🙂
Kurz was Persönliches:
Hätte mich jemand damals aufmerksamer beobachtet und ich hätte einen regelmäßigeren Umgang mit meiner Mutter (Geschäftsreisen) gehabt... dann wäre ihr vllt aufgefallen, dass ich von meinem Stiefvater über Jahre sexuell missbraucht wurde.
Und als ich dann mit 11 Jahren zu meiner eigenen Sicherheit in eine Pflegefamilie kam, da lernte ich, worauf man achten kann. Denn dort wurde später ein Kind geboren, was jetzt 8 Jahre alt ist. Ich habe dieses Kind also von Geburt an erleben dürfen. Kenne Trotzphasen. Ich kam mit ihm sehr gut zurecht, wenn ich es versuchte durch Lockerheit und Spaß anzuknuddeln und fröhlich zu sein. So konnte sich das Kind immer gut öffnen und lernte sich mitzuteilen, und ich lernte sogar auch noch was, was ich selbst als Kind verpasst hatte.
Ich vermute jetzt einfach mal, ich weiß wovon ich rede.... und ich weiß, dass man als Kind wirklich nicht immer zeigen kann was man will, oder was einem Angst macht. Aber ich lerne natürlich sicher noch weiterhin so einiges über Kinder und eben Menschen allgemein.
Genauso weiß ich, dass ich mich auch nicht immer gut ausdrücken kann. Ich übe.
🙂
Argh, noch was ganz schnell für den TE:
Denk jetzt nicht, dass du deine Tochter fragen musst, ob sie evtl. Übergriffigkeiten erlebte... sowas geht nach hinten los. Man darf einem Kind solche Sätze nicht in den Mund legen, weil die damit vllt ganz anders umgehen als Erwachsene. Therapeuten, die sich um vllt traumatisierte oder missbrauchte Kinder kümmern, die stellen auch keine direkten Fragen. Sondern die haben ihre Möglichkeiten es anders zu erfahren... damit die Kinder sich von sich aus öffnen können.
Sorry, dass ich jetzt soweit vom eigentlichen Problem weggekommen bin.
Es hatte sich im Laufe der Beiträge etwas dahin entwickelt... also jetzt weiter mit deinen Fragen.