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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Wenn Menschen äußerst aggressiv auf das tatsächlich oder vermeintlich Böse in anderen reagieren, versuchen sie dadurch, von ihren eigenen bösen Anteilen abzulenken und diese zu verleugnen.

Ich denke, das kann so sein. Das muß aber nicht der Fall sein.


Das Böse ist ein integraler Bestandteil des Menschseins. Wenn man gelernt hat, es in sich selber anzunehmen, kann man sachlicher und distanzierter mit der Thematik umgehen und tiefer blicken.

Der Mensch hat einen angeborenen Drang, sich als etwas Besseres zu sehen und sich über andere zu erheben. Man kann das erkennen und diesem Drang etwas entgegen setzen.

Was meinst Du mit "Annahme des Bösen"?
 
Gut und Böse sind zwei Seiten der Münze, die "Mensch" heißt. Du kannst zwar eine Seite blankpolieren, obenauf sein lassen und damit angeben und die andere unterbuttern und im Dreck liegen lassen, aber eine Münzseite ohne die andere geht nicht.
 
Was meinst Du mit "Annahme des Bösen"?

Ganz schlicht die Erkenntnis, daß die böse Seite in mir und in jedem von uns steckt. Einfach weil es angeboren ist, weil es Teil unseres tierischen Erbgutes ist. Neid, Zorn, Maßlosigkeit, Überheblichkeit... alles Teil des Menschen. Willst Du wissen, was "böse" ist, schau Dir die christlichen Todsünden an, die drücken es ziemlich gut aus... wenn man sie richtig lesen kann. (Mehr dazu morgen, hab heute keine Zeit mehr.)
 
Genau, mit der Annahme des Bösen meine ich die Erkenntnis, dass das Böse in mir genauso steckt wie in anderen Menschen. Indem ich mich damit auseinandersetze, lerne ich, damit umzugehen und meine diesbezüglichen Impulse zu beherrschen.

Das Böse zu verleugnen und eine heile Welt vorzuspielen ist fatal.
 
Die sieben Todsünden nach christlichem Verständnis:

Stolz/Hochmut, Habsucht/Gier, Neid, Zorn, Unkeuschheit/Wollust, Unmäßigkeit/Völlerei, Trägheit/Überdruß.
Als Todsünden gelten sie, weil das, was aus ihnen folgt, meist explizit negativ ist, sowohl für die Person, die diesen Trieben folgt, als auch für die Umgebung dieser Person (einzelne Personen oder die Gesellschaft insgesamt).

Habsucht/Gier und Neid fallen eigentlich in eine Kategorie, nämlich was haben zu wollen, was ein anderer schon hat, und das üblicherweise mit Hilfe von unerlaubten Mitteln. "Positiver" Neid, der zu eigenen Leistungen anspornt, also explizit nicht zu Straftaten (von übler Nachrede bis Bereicherung durch kriminelle Handlungen) führt, ist davon ausgenommen und kulturell mehr oder weniger stark durchaus akzeptiert, z. B. in USA, wo Eigenleistung sehr viel zählt - während die Deutschen als "Neidkultur" im besten negativen Sinne gelten - Neid auf andere ja, eigener Leistungswillen trotzdem nein, ein "echter" Neidhammel geht davon aus, daß er gefälligst alles umsonst und noch mit Dankeschön nachgeworfen bekommen muß, wofür ein anderer vielleicht lange geschuftet hat (was der Neidhammel "großzügig" ignoriert).
Ergo: unerwünscht.

Stolz/Hochmut, Überheblichkeit, die Überhöhung des eigenen Egos, des Selbstwertgefühls, meist mit dem expliziten Ziel, andere im Vergleich abzuwerten. Im Englischen wird gern der Begriff "holier than thou" verwendet, (ich bin) "heiliger als du", woraus sich der quasi-religiöse Zusammenhang schon ergibt, ich bin Gott und deshalb per Definition unfehlbar und du bist Dreck, du bist Nichts. Diese Sünde kommt deshalb sehr häufig auch bei religiösen Menschen vor, deren Gott nichts anderes ist als das eigene "heilige" Ego, lediglich um eine Potenz erhöht und auf ein "unantastbares" Podest gestellt. Wer das Konstrukt Gott angreift, greift das Selbstwertgefühl der Person an, und letzteres (!) ist unverzeihlich, eine Blasphemie.
Ergo: unerwünscht.

Zorn: vor allem der blinde Zorn, der blindlings zu- und um sich schlägt, als Reaktion auf irgendein (echtes oder zumindest empfundenes) Unrecht. Beim Begriff der Todsünde muß man auch immer an die Zeiten denken, in der die Begriffe definiert wurden, nämlich Zeiten, in denen jeder Mensch als Allzweckwerkzeug ein Messer am Gürtel hatten und "im ersten Zorn" dieses ziemlich häufig "ausrutschte". Im Zorn tun Menschen häufig Dinge oder sagen Dinge, die verletzen, nicht selten auch Unschuldige, die gar nichts dafür können, und die sie später bereuen, aber nicht mehr ungeschehen machen können.
Ergo: unerwünscht.

Unkeuschheit/Wollust betrifft Menschen, die nur für ihr Vergnügen leben, egal ob sexuell oder sonstwie, und ganz ehrlich, wer möchte nicht den ganzen Tag nur Spaß haben? Bei dieser Sünde spielt natürlich der religiös-gesellschaftliche Hintergrund eine wichtige Rolle, in der Selbstbeherrschung (auch sexuell) und Selbstüberwindung (auch unerfreuliche Teile des Lebens zu akzeptieren, wie Arbeit statt Spaß) wichtige Bestandteile sind für Ruhe, Ordnung und stabile Strukturen in einer Gruppe, egal ob Familie, Dorf oder landesweite Gemeinschaft. Besonders wichtig natürlich in einer explizit patriarchalischen (männerdominierten) Gesellschaft, wie sie das Christentum seit 2000 Jahren festschreibt und in der Frauen wegen ihrer "unkeuschen" (aber biologisch dummerweise so festgelegten...) Wirkung auf Männer generell als Störfaktoren gelten.
Ergo: unerwünscht.

Unmäßigkeit/Völlerei: hat natürlich mit Ungleichheit in den Lebensgrundlagen zu tun, während der eine pausenlos frißt und am Ende vor Verfettung krepiert, verhungert der andere. (Was nicht nur für Nahrung, sondern auch für viele andere Dinge gilt - von Energieverbrauch bis zu sozialen Kontakten.) Ungleichheit ist Ungerechtigkeit und führt deshalb früher oder später immer zu Streit und gesellschaftlichen Unruhen, von den unmittelbaren und offensichtlichen Folgen für den Fresser wie für den Hungernden abgesehen.
Ergo: unerwünscht.

Trägheit/Überdruß: Der Mensch ist nicht dafür gemacht, untätig zu sein. Schon von Natur aus nicht, ein "natürliches" Leben erfordert tägliche stundenlange Nahrungssuche (moderne Version: Geldverdienen fürs tägliche Brot) und Kümmern um den Nachwuchs der Familiengruppe (moderne Versionen, wer keine Kinder hat: Haustiere, Hobbys...). Ein Mensch, der durch die Umstände (egal welche) daran gehindert wird, diese Tätigkeiten auszuüben, wird träg und faul und oft übergewichtig, weil er meistens trotzdem wie ein arbeitender Mensch Essen konsumiert, er zieht sich in sich selbst zurück und grübelt sich stattdessen das Hirn zuschanden, weil das menschliche Hirn genauso wie der Körper für Beanspruchung und Benutzung gemacht ist, es läßt sich aber nicht so leicht "abschalten" und ruhigstellen wie der Körper, der einfach vor dem Fernseher geparkt wird. Bis dann das Hirn irgendwann wie ein dummer Computer in einer Logikschleife hängenbleibt (Frageforen sind voll von Themen, die für "unterbeschäftigte Hirnzergrübler" typisch sind) und psychische Probleme wie Depression ("Überdruß" - wenn nichts auf der Welt mehr gut genug erscheint) auftreten. Vom Verlust für die Gesellschaft, wenn jemand weder arbeitet noch sonst etwas (Kindererziehung...) leistet, ganz zu schweigen.
Ergo: unerwünscht.
 
Die sieben Todsünden nach christlichem Verständnis:

Stolz/Hochmut, Habsucht/Gier, Neid, Zorn, Unkeuschheit/Wollust, Unmäßigkeit/Völlerei, Trägheit/Überdruß.
Als Todsünden gelten sie, weil das, was aus ihnen folgt, meist explizit negativ ist, sowohl für die Person, die diesen Trieben folgt, als auch für die Umgebung dieser Person (einzelne Personen oder die Gesellschaft insgesamt).

Auch wenn ich zustimme, dass die „7 Todsünden“ (angeblich christliche Bezeichnung) zu vermeiden sind, so halte ich diese Aussage für kirchenkonform, aber im Grunde für sehr unchristlich.

Ich halte sie für unchristlich, weil der Anschein erweckt wird, als ob man nur vermeiden müsse, diese Handlungen und Einstellungen zu leben, und schon könnte man dem (ewigen) Tod entgehen.

Und dann kämpfen Menschen gegen ihre eigenen schlechten Neigungen. Das finde ich gut. Aber es scheint oft ein Kampf zu sein, den wir so manches mal verlieren.

In diesem Zusammenhang fiel mein Blick heute auf Matthäus 11 V. 28:
„Kommt her zu mir alle ihr Mühseligen und Beladenen und ich werde Euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“ (Elberfelder Übersetzung)

Ich denke, dass in diesem Vers die Lösung steht für Kämpfe, die wir so oft verlieren, weil wir eben Menschen sind.

LG, Nordrheiner
 
Die Tage wurde mir nahe gelegt zu schreiben, warum ich solche Diskussionsfäden anzettel. Diese Person nahm mich im persönlichen Erleben anders wahr, als ich hier auf so manchen Zeitgenossen auf Grund meiner sachlichen Art wirken würde.

Also will ich dem Gedanken nachkommen und mitteilen, dass es mir nicht darum geht, Recht zu behalten oder alles besser zu wissen. Vielmehr geht es mir darum, dass im Endeffekt der Einzelne einen Gedanken erfährt, der ihm hilft, dass seine Probleme etwas kleiner werden und sein Glück etwas größer. Welcher meiner Gedanken das jeweils sein könnte, kann ich nicht im voraus sagen. Das ist bestimmt auch von Person zu Person verschieden. Und um einen möglichst gut verständlichen und um einen so richtig wie möglich guten Gedanken geht es mir.

Wenn es um Menschen geht, dann ist es mir wichtig, mir Mühe zu geben bei dem was ich schreibe. Wenn Gott Euch liebt, sollte ich dann etwas Gedankenloses dahinschreiben? So ist es mir wichtig, um der Liebe Gottes willen, das Beste zu schreiben, was mir einfällt. Das kann ein Widerspruch sein oder die Darstellung eines Sachverhaltes aus meiner Sicht.

Ich lese im NT, dass Gott die Menschen so sehr liebte, dass er seinen Sohn Jesus schickte. Und die Mission für Jesus war eine Rettungsaktion. So ist das grundlegende Problem (aus meiner Sicht) nicht die Völlerei oder einer der anderen „Todsünden“ des Menschen, sondern das Leben außerhalb der Liebe Gottes.

Der Mensch scheint immer gegen „wen oder was auch immer“ zu kämpfen, sei es eine schlechte Angewohnheit in ihm selbst oder gegen schlechte Lebensumstände. Im Wesentlichen kämpft er immer für sich und alleine. Und nicht wenige Menschen haben aufgehört zu kämpfen, weil ihnen die Kraft ausging oder sie keinen Erfolg bemerkten.

Und Jesus bietet da seine Lösung an. Wir müssen sie nur annehmen.

LG, Nordrheiner
 
Da gibt es nur ein kleines Problem. Der jüdische Schriftgelehrte namens Jesus ist seit 2000 Jahren tot, und seine ursprüngliche Lehre, die sich um eine Reformierung der damaligen jüdischen Lehre drehte, ist so verfälscht und verzerrt worden, daß sie heute wie ein sehr dehnbarer Gummiflicken auf jedes Problem paßt, egal welcher Art, auch auf solche, die nicht das geringste mit den echten Intentionen von Jesus damals zu tun haben.

Ich halte sie für unchristlich, weil der Anschein erweckt wird, als ob man nur vermeiden müsse, diese Handlungen und Einstellungen zu leben, und schon könnte man dem (ewigen) Tod entgehen.
Ich denke, dass in diesem Vers die Lösung steht für Kämpfe, die wir so oft verlieren, weil wir eben Menschen sind.

LG, Nordrheiner
Dem Tod entkommt keiner, diesen Kampf verliert am Ende ganz unvermeidlich jeder. Aber da die meisten Menschen Angst vor dem Tod haben, machen Religionen fette Geschäfte damit, den Leuten einzureden, es gäbe zwei Tode, den unvermeidlichen biologischen und hinterher noch einen, und zumindest dem letzteren könne man entkommen und ewig leben, indem man sich irgendwie "richtig" verhält, und dieses jeweilige "richtig" definiert "natürlich" die jeweilige Religion. War zu Zeiten der alten Ägypter schon so (mit Mumifizierung und allem) und ist bei den heutigen Religionen genau das gleiche.

Aber wenn eh jeder stirbt und keiner sicher weiß (und beweisen kann!) was danach kommt und ob überhaupt etwas danach kommt, geht es eben nicht ums Sterben, sondern um ein gutes Leben vorher. Und da jeder Mensch in erster Linie ein körperbestimmtes Wesen ist, gibt es da mein persönliches kleines "Mantra für ein gutes Leben", das im wesentlichen aus 5 Punkten besteht:
- gut essen und trinken
- gut denken
- gut arbeiten
- gut schlafen
- gut scheißen und pissen (ja, auch das 😀)
Wer hinter jeden dieser fünf simplen Punkte ein Häkchen machen kann, der kann sich für seelisch und körperlich einigermaßen gesund erklären und hat schon mal die wichtigsten Grundzutaten für ein gutes Leben, denn wenn es nur an einem der fünf Punkte fehlt, dann ist schon der Wurm drin.
Alles andere wie Geld oder Familie oder Reisen oder Eigentumswohnung oder was weiß ich sind Zubehör, Extras, die dem Leben ein Ziel und Anspruch und Pfiff geben. Aber zur Zufriedenheit im Leben gehört nicht zwangsläufig viel Geld oder ein Ehepartner oder eine schicke Villa. Und wer mit dem eigenen Leben zufrieden sein kann, der hat weder vor dem Tod noch großartig Angst noch - viel schwieriger - vor dem Leben allgemein.
 
Die Tage wurde mir nahe gelegt zu schreiben, warum ich solche Diskussionsfäden anzettel. Diese Person nahm mich im persönlichen Erleben anders wahr, als ich hier auf so manchen Zeitgenossen auf Grund meiner sachlichen Art wirken würde.

Also will ich dem Gedanken nachkommen und mitteilen, dass es mir nicht darum geht, Recht zu behalten oder alles besser zu wissen. Vielmehr geht es mir darum, dass im Endeffekt der Einzelne einen Gedanken erfährt, der ihm hilft, dass seine Probleme etwas kleiner werden und sein Glück etwas größer. Welcher meiner Gedanken das jeweils sein könnte, kann ich nicht im voraus sagen. Das ist bestimmt auch von Person zu Person verschieden. Und um einen möglichst gut verständlichen und um einen so richtig wie möglich guten Gedanken geht es mir.

LG, Nordrheiner

Eine Person, die sich ernsthafte Sorgen macht um Dein seelisches Wohl, mutmaße ich mal fromm. (Vor allem im Dauerzwist mit mir. Wenn wir zwei uns verbal die Kissen um die Ohren hauen daß die Federn nur so fliegen, kommen andere leicht auf falsche Gedanken 😉 )

Der beste gute Gedanke in einem Hilfeforum sieht imho so aus, den Leuten zu zeigen, daß sie mit ihren jeweiligen Problemen keineswegs allein dastehen, daß es andere gibt, die genau das gleiche erlebt haben, unter Nennung von realen Beispielen - und die einen individuellen Weg fanden, damit umzugehen. Das Schildern sowohl des Problems als auch des Weges, den man ging oder gehen kann, um es zu bereinigen, ist was solch ein Hilfeforum so wertvoll macht, weil es Lösungen aufzeigt für jeden mit einem vergleichbaren Problem, das noch akut und unbereinigt ist.

Ich bin ziemlich sicher, daß hier erheblich mehr Gäste, die sich niemals selbst zu Wort melden, mitlesen als Leser tatsächlich ihre eigenen Probleme posten - einfach weil sie vielleicht in der Vielzahl der bereits existierenden Threads genau "ihr" Problem wiederfinden samt Lösungen und Ratschlägen dazu.
 
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