Es gibt zuviele Erwachsene, die angesichts ihrer Probleme völlig hilflos sind. Diesen Erwachsenen ist nicht mit einem Tipp geholfen.
Dummerweise erwartet man von mündigen Erwachsenen, daß sie ihr normales Alltagsleben selber bewältigen, einschließlich sämtlicher dabei auftretender Probleme (die ohnehin meist immer dieselben sind - Krankheiten, Geldprobleme, psychische Probleme, Probleme mit Familie, Beruf etc., das ganze Spektrum, das man in diesem Forum findet...). Da sollte ein Tipp, sei es gezielt einer zur Problemlösung oder ein Hinweis, sich an Hilfsdienste, Selbsthilfegruppen, Ärzte oder ähnliches zu wenden, wenn es etwas komplizierter ist, eigentlich ausreichen. Wer sein Leben gar nicht selber bewältigen kann, muß halt zusehen, daß er in ein Heim, eine Wohngemeinschaft kommt oder in seiner eigenen Familie die nötige Hilfe erhält. Ein Erwachsener ist nun mal kein Baby mehr, und sollte sich auch nicht wie eines verhalten.
kennst du das Gleichnis im NT des barmherzigen Samariters?
Ja, kenne ich. In dem Gleichnis ging es darum, daß die "wahren Gläubigen", die meinten, das Reich Gottes allein schon wegen ihrer Abkunft und ihres Vermögens "in der Tasche zu haben", achtlos an einem Hilfsbedürftigen vorbeigingen, erst das Mitglied einer ohnehin verachteten Gruppe, ein Samariter, war nicht zu hochnäsig, sich mit einem hilflosen Fremden zu belasten und sich die Hände dreckig zu machen.
Immer wieder kommt es zu Ereignissen, wie im Dritten Reich. Damals lebten Millionen Deutscher Tür an Tür mit Juden, mit politisch andersdenkenden Menschen, mit religiösen Menschen unterschiedlicher Religionen. Jeder war ein Vorbild und kehrte nur vor seiner Türe. So fiel vielen Deutschen die 38 KZ'S (Hauptlager) nur in Deutschland mit den über 100 Außenlagern nicht auf.
Und als die Nachbarn verhaftet wurde, blieben die meisten Deutschen ruhig und kehrten nur vor ihrer Türe (= Dein Ausdruck). Wenn nicht gerade vor Deiner Wohnungs- oder Haustüre ein Mensch zusammenbricht - würde Dir dieser Mensch nie auffallen, oder? Das waren andere Zeiten, in denen Antisemitismus in der "normalen" Bevölkerung weit verbreitet und ganz selbstverständlich war - kirchlichem Antisemitismus "sei Dank", Judenpogrome gab es bekanntlich schon lange vor der Erfindung von Faschismus und Rassentheorie - und es erheblich leichter war als heute, in froher "Obrigkeitshörigkeit" und "vorauseilendem Gehorsam" Menschen gegen alles Fremde aufzuhetzen (wenn man sich anschaut, wieviel Gegenwind Pegida & Co. erhalten) - wer mal über die menschenverachtende Einstellung vieler (hochgestellter, Adel - Militär) Personen der damaligen Zeit und früher nachlesen will, soll "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus lesen, gibt es in einer schönen kompakten Comic-Brühwürfelfassung - da bleibt einem das zynische Lachen immer wieder im Hals stecken...