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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Urghs. Das glaube ich nicht. Vielleicht hast du aber auch ein bisschen recht.

Haben wir beispielsweise auch die Sünde von Hitler, seinen Vasallen und Deutschland geerbt?


Ganz sicher nicht.
Jedoch die Fähigkeit, Falsches, Böses zu tun und entgegen unserer eigenen Erkenntnis, was gut und was böse ist, ist bei allen Menschen gleich. Hitler und seine Vasallen hatten den zweifelhaften "Vorteil", das Recht des Stärkeren auf ihrer Seite zu haben, zumindest für einige Jahre. Dem damaligen Gesetz nach handelten sie sogar rechtmäßig. Das reichte schon...

Gib einem Menschen sehr große Macht oder sehr viel Geld ... und dann schau mal, welche Dir bis dahin unbekannte Fähigkeiten zum Tun des Schlechten dann zum Vorschein kommen.
 
Schuld vor Gott, was verstehe ich darunter?

Mein Gottesbild beruht auf einem Wesen, dessen Beachtung erforderlich ist, welches Respekt fordert. Beachtung und Respekt erfolgen durch Erfüllung des höchsten Gebotes, welches lautet:

Liebe den Herrn, Deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit aller Deiner Kraft und Deinem Verstand! Und: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.

Die Aufforderung zur Liebe hat also drei „Beine“: Gott – Du selbst – Dein Nächster. Wenn Du Dich selbst nicht um Dich kümmerst, für Dich nicht das tust, was für Dich wichtig und gut ist, obwohl Du es weißt, beachtest Du das Gebot nicht. Dann entsteht Schuld vor Gott. Wenn Du Deinem Nächsten Unrecht zufügst, so entsteht Schuld gegenüber dem Nächsten und gegenüber Gott. Wenn Du Gott nicht respektierst, entsteht „nur“ Schuld gegenüber Gott. Die Krux, die ich in diesem Nicht-Respekt sehe, liegt darin: Respektiere ich Gott nicht, handel ich auf Grund meiner Definition von „gut“ und „böse“, schneider mir diese mehr oder weniger passend. Und so bekomme ich auch Probleme, mir und/oder dem Nächsten Gutes zu tun. Das Gute wird dann relativ....

LG, Nordrheiner

Danke für deine Erläuterung, Nordrheiner. Ich stimme dir sogar zu. Wenn es für mich einen Gott gäbe, würde ich ihn wahrscheinlich genau so sehen wie du.
 
Merkwürdige Konstruktion. Verstehe ehrlich gesagt nicht, was das mit Gottesglauben oder Schuld zu tun haben soll.
Sicher machen Menschen Fehler. Das ist seit Anbeginn der Zeit so und wird auch bis zum Ende der Zeit so sein.

Hallo, Tsunami,

zu Deinem Kommentar bezüglich meines Beispiels (Konstruktion) in Beitrag 179. Deine Frage bezieht sich auf mein folgendes Beispiel aus Beitrag 171:
„In einem anderen Faden schreibt ein Hilfesuchender, daß seine Exfreundin seine Unterschrift gefälscht und in seinem Namen Bestellungen durchgeführt hätte. Er sieht sich jetzt etlichen unberechtigten Forderungen gegenüber. Gerichtliche Mahnschreiben hat er ignoriert und dadurch Fristen versäumt. Seine Anwältin rät jetzt zum Bezahlen. Der Schreiber steht vor dem finanziellen Ruin. Das Ignorieren gerichtlicher Mahnschreiben war einfach fahrlässig. Jetzt sucht er nach Auswegen und stellt Fragen, sucht „mit aller Kraft“ wie er aus dem Dilemma rauskommen und das Bezahlen bzw. seinen Ruin vermeiden kann. Man kann sich die Frage stellen: Warum hat er nicht nach Antworten bzw. Lösungen gesucht, als noch Zeit war, als die Mahnschreiben ins Haus flatterten? Seine Ignoranz der Eingangspost war offensichtlich keine positive Lösung.“

Ich denke, jeder Mensch hat seine Freiheit zu wählen und seine Freiheit, auch aus Sicht anderer Menschen falsche Entscheidungen zu treffen. Es ist nicht meine Einstellung, meine Sicht der Dinge, jemandem aufzuzwingen. Daher denke ich: Jeder Mensch hat ein Recht, auch falsche Entscheidungen zu treffen.

In allen Wissenschaften bewundere ich die Menschen, die sich mit aller Kraft und allem Verstand über Jahre und Jahrzehnte dafür einsetzen herauszufinden, wie etwas funktioniert und was die Antworten auf Fragen sind.

Diese Haltung nicht einzunehmen, wenn es (aus meiner Sicht) um lebensentscheidende Fragen geht, finde ich fahrlässig. Diese Ignoranz der Eingangspost in meinem obigen Beispiel, dieses dicke Fell, ändert an den Tatsachen nichts, die jetzt dem Hilfesuchenden in dem o.g. Beispiel drohen. Er hat versäumt, rechtzeitig die Haltung einzunehmen, die für Wissenschaftler typisch ist."
-------------------------------------------------------------------

Der Zusammenhang mit „Schuld vor Gott“ und meinem obigen Beispiel ist folgender: Wenn der Mensch Gott ignoriert, Seine Existenz sogar leugnet (weil ihm Beweise fehlen?), handelt er schuldhaft vor Gott. Der Mensch lebt als Ignorant, wie der Schreiber in obigem Beispiel. Die Schuld der Ignoranz sehe ich vor allem dann gegeben, wenn der Mensch sich nicht wirklich bemüht, herauszufinden, ob es diesen Gott gibt. Siehe auch meinen letzten blauen Abschnitt. Die Frage, die sich mir manchmal stellt, lautet: Wenn der Mensch nicht weiß, ob es Gott gibt, warum begibt er sich dann nicht ernsthaft auf die Suche?
LG, Nordrheiner
 
[...]

Gib einem Menschen sehr große Macht oder sehr viel Geld ... und dann schau mal, welche Dir bis dahin unbekannte Fähigkeiten zum Tun des Schlechten dann zum Vorschein kommen.

Vielleicht, aber nicht unbedingt. Vielleicht würde auch das komplette Gegenteil passieren.

Stelle dir vor, dass jeder Erdenbürger 1 Million EUR oder US-Dollar "in die Hand gedrückt bekommt". Was würde dann passieren?
 
Den Gründen nachzugehen, sich mal genauer mit ihnen zu beschäftigen, finde ich schon wichtig.

Sehe ich auch so.

Die vorgenannten Gründe sind sicher nicht vollständig. Je länge ich mich damit beschäftige, fallen mir weitere Gründe ein. Heute fiel mir ein, dass diese Gründe auch nicht nur bei "mir" liegen müssen. Es gibt Zeitgenossen, die sich Mühe geben, das Gute zu stören und zu verhindern, welches "ich" tun möchte. Warum nur? Da kommen Dummheit oder auch Bosheit in Betracht.
Das habt Ihr sicher auch schon oft genug erlebt, oder?

Aus meiner Sicht ist Bösheit im Grunde Dummheit - gelehrt/gelernt oder selbst erschaffen. Irgendwo muss es ja herkommen. Vielleicht waren es aber auch "zufällige Umweltbedingungen".

Stark vereinfacht und sinnbildliches Beispielszenario: Ein Mann wirft von seiner Tribüne ein saftiges Steak oder ein warmes Brötchen in die Mitte einer Arena mit 10 hungrigen Menschen. Was wird wohl passieren?

Wer genau hat da wo die Schuld?
 
Ich schrieb: Das Aussprechen oder Denken der Worte „ich verzeih‘ Dir“ sind nichts wert, wenn Du nicht auch wirklich verzeihst. Genau so, wie die Annahme der Verzeihung ein echtes Bereuen voraussetzt, so setzt auch die Verzeihung eine echte Beteiligung Deines Herzens voraus. So seh‘ ich das.

Dein Beitrag 193
Tja, letzteres sehe ich nicht so. Es gibt den Spruch "Verzeihen tut man in erster Linie für sich selbst." Eine Verzeihung ist lediglich eine (eine!) Möglichkeit eines bewußten psychischen endgültigen Abschlusses einer Angelegenheit, mit der man sich nicht mehr länger seelisch befassen und belasten will oder muß. Der andere, dem man verzeiht, KANN davon profitieren (wenn ihm diese Verzeihung überhaupt wichtig ist, was ja nicht automatisch gesagt ist), muß aber nicht, man kann auch still für sich selbst verzeihen, ohne irgendjemandem was davon zu sagen. Aber das heißt halt nicht, daß man für denjenigen, dem man verziehen hat, plötzlich irgendwelche positiven Gefühle haben oder ihm gegenüber eine rosarote Brille aufsetzen muß, ein Ekel bleibt trotz Verzeihung ein Ekel, und wenn er sich erneut eklig benimmt, dann bekommt er konsequent eins auf die Nase statt einer weiteren Verzeihung. Eine Verzeihung ist kein Liebesbrief und kein Freifahrtschein für zukünftige Übeltaten und eine "Herzensangelegenheit" nur für denjenigen, der verzeiht - ein Schutz für das eigene Herz gegen völlig überflüssige, weil längst ausgestandene psychische Belastungen nämlich. Mehr als das braucht man nicht hineinphantasieren.
Und, ja, Verzeihung kann in einer direkten Konfrontation mit einem Übeltäter durchaus auch als erneute Demütigung verstanden werden, zum Beispiel dann, wenn eine verständnislose Umgebung eine Verzeihung erzwingen will, wo man noch lange nicht verzeihen kann und will.

Lieber Daoga,
aus meiner Sicht ist Verzeihen viel mehr als nur der psychische Abschluß einer Angelegenheit. Ersetze mal das Wort Verzeihung durch Vergebung. Im Wort Vergebung steckt das Wort Geben.

Wenn jemand Dir Unrecht zugefügt hat, kannst Du ihm nur dann vergeben, wenn Du ihm etwas gibst. Was könnte das sein?
Wir Menschen wollen glücklich sein. Trotzdem tun wir etwas, was dem Glück abträglich ist. Insofern unser Tun dem anderen schadet, gefährden wir unser eigenes Glück. Vergebung kann nur zustande kommen, wenn „ich“ das Schlechte meines Tuns erkenne und von Herzen bereue. Der schuldig gewordene Mensch benötigt daraufhin die Zusage, dass sein Gläubiger ihm nichts Böses will, obwohl der Schuldige dies verdient hätte. Diese Zusage muß von Herzen kommen, also echt sein – wie das Bereuen des Schuldners.

Vergebung bedeutet für mich übrigens nicht grundsätzlich Straffreiheit!


Der Gläubiger ist die Person, die ggf. das letzte Puzzleteil des Glücks in den Händen hält, welches der schuldig gewordene Mensch benötigt. Nimmt der schuldig gewordene Mensch die Vergebung, das letzte Puzzleteil für sein Glück, nicht an, sucht er es nicht zu erlangen, so läuft er mit der Last seiner Schuld herum. Man kann sich an Lasten gewöhnen ….

Die Person, der Unrecht geschah, ist in der betreffenden Situation äusserlich die Schwächere von beiden gewesen und vielleicht noch. Für sie bedeutet Vergebung die Erkenntnis in zweierlei Hinsicht: Kein Mensch ist perfekt, schuldfrei. Auch das Opfer benötigt Vergebung, um nicht unnötig mit Lasten herumzulaufen. Nur kannst Du nicht Vergebung haben wollen, heute oder morgen, wenn Du selbst nicht zur Vergebung bereit bist. Auch Dein Puzzleteil für Glück liegt in der Hand derer, denen Du schuldig wurdest, und sei es nur bei dem Menschen, dem Du Hilfe verweigert hattest (bis auf den Tipp sich selbst zu helfen….). Die zweite Erkenntnis ist eben die, dass Du das Puzzleteil in den Händen hältst, welches für den Schuldigen wichtig ist. In dieser Hinsicht bist Du die stärkere Person von Euch beiden. Du entlastest Dich selbst, wenn Du dieses Puzzleteil dem schuldig gewordenen Menschen zur Verfügung stellst – ob er es abholt oder nicht.
Vergebung bedeutet somit Entlastung meiner Verantwortung für den Mitmenschen. Ich mache mich nicht dadurch schuldig, dass ich dem anderen etwas vorenthalte – so dass ich mich nicht beklagen dürfte, wenn mir etwas (Vergebung) vorenthalten wird. Ich möchte Glück für mein Leben – trotz meiner Fehlerhaftigkeit und dies versage ich dem Anderen auch nicht. Und eine von der Umgebung erzwungene Vergebung ist keine.

Jedoch in einem gebe ich Dir Recht: Wenn ich verzeihe, dann benötige ich keine rosarote Brille. Vielmehr sehe ich ganz klar. Schuld ist und bleibt Schuld. Und Ekel bleibt Ekel. Und Verzeihung/Vergebung ist kein Freifahrtschein oder gar einen Einladung zur Wiederholung. Nur besteht halt ein großer Unterschied zwischen wirklich vergebener Schuld und unvergebener Schuld, mit der ich den anderen in "seine Hölle" schicke, in dem Moment sicher nichtsahnend, dass mir das Gleiche drohen könnte.

LG, Nordrheiner
 
Hallo, Tsunami,
zu Deinem Beitrag 203 folgendes:

Ich gebe Dir Recht: Bosheit ist in gewisser Weise Dummheit.
Wir alle wollen Glück. Der boshafte Mensch versucht es mit Bosheit. Vielleicht kommt er damit auch (bei Menschen) durch und erreicht seine Ziele, wie z.B. Macht und materiellen Reichtum. Aber er verhält sich trotzdem dumm: Er rechnet nicht mir Gott. Der boshafte Mensch läuft sein ganzes Leben mit wachsenden Schulden = Belastungen herum. Ich glaube gerne, dass Menschen mit dieser Methode äusserlich sehr erfolgreich sein können. Ich bezweifel allerdings, dass sie glücklich sind.
LG, Nordrheiner

PS. Den Sinn Deines Beispiels "Brötchen oder Steak" habe ich nicht wirklich verstanden
 
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