🙂:herz:🙂
Sie ist hinter dem älteren Bruder nicht gesehen worden. Sie hat materielle Entbehrungen als Kind im Krieg erlebt, die dazu geführt haben, daß sie wirklich glaubt, materielle Sicherheit seien das einzig wichtige im Leben.
Nennt man das nicht "traumatisiert"? Sie hat Liebe nicht erfahren und konnte Liebe nicht weitergeben. Ich möchte nicht in der Haut deines Vaters so viele Jahre lang gesteckt haben.
Wie ist es bei ihm mit Liebe, Intimität, Gefühle erleben, ausdrücken und schenken gewesen?
Schätz mal, wieviel davon hast du übernommen?
Und wie ist es in deinen eigenen Partnerschaften/Liebschaften/Freundschaften ergangen? Wie frei warst du, Gefühle und Intimität zu erleben und zu geben? Wie kommst du mit emotionaler Nähe zurecht - bist du offen dafür oder fühlst du dich hin- und hergerissen von Sehnsüchten - und Ängsten??
Ich denke ja auch ans Theater - dort kann man viel Emotion spielen, ohne sie erleben zu müssen - erleben zu dürfen ... ?
Ist es manchmal eine Flucht aus der Realität gewesen?
Selbstverurteilung ist eine meiner Stärken
Was ist das vermeintlich Gute an dieser "Stärke"? Wir tun solche Dummheiten nur dann, wenn irgendwo etwas Angenehmes für uns herausspringt. Also welches ist der gefühlte "positive" Aspekt dann?
Was könnte erstrebenswert sein an Selbstverurteilung? Das "sich selbst klein machen"? Der Verurteilung durch andere zuvorkommen?
Wenn ich darüber nachdenke, habe ich so ein Gefühl, als müßte ich das tun, um eine gewohnte Ordnung wiederherzustellen. Mich selbst verurteilen und bestrafen, so wie es sich gehört. So wie es richtig ist.
😱
Meine Liebe, wenn man sich nach etwas sehnt, ist man bereit sehr viel einzustecken, nur um das bisschen Zuneigung oder auch Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Nun, es ist die einfältige Gedankenfolge eines Kindes: wenn ich mich so gebe wie die Mutter das immer sagt dass ich wäre, dann müsste sie ja endlich dadurch, dass ich es zugebe, mich akzeptieren und lieben, weil ich mich nicht mehr dagegen wehre - und ich werde mich selbst verurteilen und bestrafen "wie es sich gehört" - nur für ein bisschen mehr Annahme, bitte, bitte...
🙁
Du bist dann nicht wirklich so, du gibst dich aber - und irgendwann verwischt sich die Grenze zwischen sein und spielen - du sprichst von "gewohnter Ordnung". Kein Wunder, wenn du irgendwann nicht mehr richtig weisst, was gut und was böse ist - was wahr und was gespielt ist. Kannst du was damit anfangen?
Aber diese Gedankenfolge stimmt nicht, denn eine Mutter kann nicht wirklich glücklich sein wenn ihr Kind so viele negative Muster mit sich herumträgt - und die Schwächen der Mutter spiegelt... Wolltest du ein Kind, das die gleichen Schwächen hat wie du - oder noch viel mehr - das dich täglich daran erinnert?
Aber sie konnte so vielleicht ihren Frust ablassen - am schwächsten Glied der Familie. War es so?