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Wie ein schwerfälliger Kahn auf Therapieabbruch zusteuernd

Vielen Dank Buntspecht.

Ich vermute, daß Du eigene Belastunssituationen verspürst, die Dich sagen lassen, daß Du das so gut verstehst. Und Dich zu den lieben Grüßen veranlaßt haben.

Ich schicke daher auch meine besten Wünsche und aufmunternde Gedanken zu Dir rüber.
 
Du darfst zu all dem Guten stehen, dass du aufgeschrieben hast, birdie.
Und ich bin ganz stolz auf dich.
Und jetzt tue folgendes ... leg sie auf deine linke Schulter. Und dann klopf dir ein paarmal drauf - als Anerkennung deiner jetzigen Leistung... 😀
🙂:herz:🙂

Und ich möchte dir ganz klar sagen: mit solchem Einreden kann man Kinder zu geistigen Krüppeln machen. Für ein Leben lang, wenn ihnen nicht geholfen wird - du siehst ja, wie es bei dir gewirkt hat.

Ich lege Wert auf die Feststellung, daß ich kein geistiger Krüppel bin...😉😛

Denn mit jedem Wiederholen prägen sich diese Suggestionen tiefer ein... Irgendwann identifiziert man sich damit, es wird wie eine zweite Haut. Ist es bei dir auch so gewesen?

Ja, so war das. Und ich habe mich entsetzlich geschämt, als mir klar wurde, daß ich das nie hinterfragt habe, nie mit meinem Erwachsenenblick in Frage gestellt habe.
Ich habe z.B. wirklich fest daran geglaubt, daß ich eine notorische Lügnerin bin. Heute sehe ich, daß ich ganz im Gegenteil sehr ehrlich bin. Ich lüge so gut wie nie. Ich behalte gelegentlich meine Meinung für mich, um jemanden nicht zu verletzen oder benutze schon mal Ausflüchte. Aber bewußt lügen? Nee, mache ich nicht. Aber wenn Du mich vor einigen Monaten noch nach meinen negativen Eigenschaften gefragt hättest, hätte trotzdem "Verlogen" ganz oben auf der Liste gestanden.

Eigentlich ist deine Mutter zu bedauern, denn ich nehme an, dass sie selbst das erlebt hat, was sie an dich weiter gegeben hat. Nur war sie nicht bereit, sich die Sachen anzuschaun, um sich selbst und auch dich zu erlösen - oder hat auch sie eine Therapie gemacht? Frag sie doch mal, wenn du möchtest, wieviel Aufmerksamkeit SIE in ihrer Kindheit, Jugend und Ehe erhalten hat. Und was man IHR alles eingeredet hat...

Ich weiß einiges. Sie ist hinter dem älteren Bruder nicht gesehen worden. Sie hat materielle Entbehrungen als Kind im Krieg erlebt, die dazu geführt haben, daß sie wirklich glaubt, materielle Sicherheit seien das einzig wichtige im Leben. Ein typischer Satz ist: "Es geht immer nur ums Geld." Sie glaubt z.B., daß Partner nur aus finanziellen Gründen beieinander bleiben. Ein anderer Grund ist für sie undenkbar oder vorgeschoben. Und auch für ein Kind ist materielle Versorgung das wichtigste. Unter der Prämisse, hat sie alles richtig gemacht. Es hat daran nicht gefehlt. Daß ich emotionale Nähe vermisst habe, das kann sie nicht verstehen, weil so etwas ganz, ganz weit hinten, hinter materieller Sicherheit in ihrer Werteskala rangiert. Ihr selbst ist emotionale Nähe wohl auch fremd und führt zu Unbehagen.

Und ich wiederhole meine Frage 😛: Was ist das vermeintlich Gute an dieser "Stärke"? Wir tun solche Dummheiten nur dann, wenn irgendwo etwas Angenehmes für uns herausspringt. Also welches ist der gefühlte "positive" Aspekt dann?

Ich weiß es nicht. Was könnte erstrebenswert sein an Selbstverurteilung? Nichts, oder?
Das "sich selbst klein machen"? Der Verurteilung durch andere zuvorkommen?
Wenn ich darüber nachdenke, habe ich so ein Gefühl, als müßte ich das tun, um eine gewohnte Ordnung wiederherzustellen. Mich selbst verurteilen und bestrafen, so wie es sich gehört. So wie es richtig ist. Ist schwer zu erklären. Ich weiß nicht.😱
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank Buntspecht.

Ich vermute, daß Du eigene Belastunssituationen verspürst, die Dich sagen lassen, daß Du das so gut verstehst. Und Dich zu den lieben Grüßen veranlaßt haben.

Ich schicke daher auch meine besten Wünsche und aufmunternde Gedanken zu Dir rüber.


Liebe Bird of Wire,

das ist ja lieb, das du mir schreibst,

Oh ja, ich kann dich so gut verstehen, denn ich hatte auch ein schweres Leben und trage an den Folgen.

Da können wir uns beide die Hände reichen.

Willst du deine Therapie fortsetzen?

Ich glaube, dein Therapeut hat sich verrannt und weiß nicht wie er zu dir zurück finden kann.

Vielleicht magst du ihm ja eine Chance geben und einen neuen Termin ausmachen?

Liebe Grüße

Buntspecht
 
🙂:herz:🙂
Sie ist hinter dem älteren Bruder nicht gesehen worden. Sie hat materielle Entbehrungen als Kind im Krieg erlebt, die dazu geführt haben, daß sie wirklich glaubt, materielle Sicherheit seien das einzig wichtige im Leben.
Nennt man das nicht "traumatisiert"? Sie hat Liebe nicht erfahren und konnte Liebe nicht weitergeben. Ich möchte nicht in der Haut deines Vaters so viele Jahre lang gesteckt haben.
Wie ist es bei ihm mit Liebe, Intimität, Gefühle erleben, ausdrücken und schenken gewesen?
Schätz mal, wieviel davon hast du übernommen?
Und wie ist es in deinen eigenen Partnerschaften/Liebschaften/Freundschaften ergangen? Wie frei warst du, Gefühle und Intimität zu erleben und zu geben? Wie kommst du mit emotionaler Nähe zurecht - bist du offen dafür oder fühlst du dich hin- und hergerissen von Sehnsüchten - und Ängsten??
Ich denke ja auch ans Theater - dort kann man viel Emotion spielen, ohne sie erleben zu müssen - erleben zu dürfen ... ?
Ist es manchmal eine Flucht aus der Realität gewesen?
Selbstverurteilung ist eine meiner Stärken
Was ist das vermeintlich Gute an dieser "Stärke"? Wir tun solche Dummheiten nur dann, wenn irgendwo etwas Angenehmes für uns herausspringt. Also welches ist der gefühlte "positive" Aspekt dann?
Was könnte erstrebenswert sein an Selbstverurteilung? Das "sich selbst klein machen"? Der Verurteilung durch andere zuvorkommen?
Wenn ich darüber nachdenke, habe ich so ein Gefühl, als müßte ich das tun, um eine gewohnte Ordnung wiederherzustellen. Mich selbst verurteilen und bestrafen, so wie es sich gehört. So wie es richtig ist.😱
Meine Liebe, wenn man sich nach etwas sehnt, ist man bereit sehr viel einzustecken, nur um das bisschen Zuneigung oder auch Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Nun, es ist die einfältige Gedankenfolge eines Kindes: wenn ich mich so gebe wie die Mutter das immer sagt dass ich wäre, dann müsste sie ja endlich dadurch, dass ich es zugebe, mich akzeptieren und lieben, weil ich mich nicht mehr dagegen wehre - und ich werde mich selbst verurteilen und bestrafen "wie es sich gehört" - nur für ein bisschen mehr Annahme, bitte, bitte... 🙁
Du bist dann nicht wirklich so, du gibst dich aber - und irgendwann verwischt sich die Grenze zwischen sein und spielen - du sprichst von "gewohnter Ordnung". Kein Wunder, wenn du irgendwann nicht mehr richtig weisst, was gut und was böse ist - was wahr und was gespielt ist. Kannst du was damit anfangen?
Aber diese Gedankenfolge stimmt nicht, denn eine Mutter kann nicht wirklich glücklich sein wenn ihr Kind so viele negative Muster mit sich herumträgt - und die Schwächen der Mutter spiegelt... Wolltest du ein Kind, das die gleichen Schwächen hat wie du - oder noch viel mehr - das dich täglich daran erinnert?
Aber sie konnte so vielleicht ihren Frust ablassen - am schwächsten Glied der Familie. War es so?
 
Zuletzt bearbeitet:
Willst du deine Therapie fortsetzen?

Ja, das würde ich wirklich gern. Ich habe ja schon in anderen Bereichen sehr schöne Fortschritte durch die Therapie machen dürfen. Entspannterer und souveränerer Umgang mit Panikattacken. Hätte ich vorher nie für möglich gehalten, daß ich das irgendwann so händeln kann. Viel weniger Scham in vielen Bereichen. Viele, viele Gedankenanstöße. Viele kleine Schritte Richtung Selbstakzeptanz. Ich habe die Möglichkeit der Therapie immer als Geschenk gesehen. Und empfinde eine große Dankbarkeit dafür.

Um so schockierter bin ich über mein eigenes Verhalten in der letzten Zeit. Und verzweifelt über meine Unfähigkeit.

Ich glaube, dein Therapeut hat sich verrannt und weiß nicht wie er zu dir zurück finden kann.
Vielleicht magst du ihm ja eine Chance geben und einen neuen Termin ausmachen?

Nein, das glaube ich nicht. Die Vorstellung ist mir vollkommen fremd. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er so denkt. So verkorkst bin nur ich. Er ist natürlich ein strahlender Held, der sich nie verennt. Das kann gar nicth sein 😉😛😉

Nee, Quatsch, das glaube ich auch nicht. Ich glaube abwechselnd - je nachdem wie gut oder schlecht ich gerade drauf bin
  • daß er souverän und geduldig abwartet, bis ich von selbst wieder kommen kann und mir diese Erfahrung einräumt oder
  • daß er sich sorgt, aber aus seinem Selbstverständnis als Therapeut heraus meinen Willen respektiert und abwarten muß oder
  • daß er gleichgültig ist und es ihm völlig egal ist oder
  • daß er mich vergessen hat, froh ist, mich auf diesem Wege losgeworden zu sein und meinen Platz längst vergeben hat oder
  • sauer ist über mein Verhalten und sich von einer doofen unzuverlässigen Patientin doch nicht auf der Nase rumtanzen läßt
Oder eine Kombination aus all dem- je nachdem wie er gerade drauf ist.

Tja, das habe ich auch der Entwicklung der letzten 1 1/2 Jahre zu verdanken, daß ich diese Gedanken und Ängste mit einer gewissen Distanz betrachten kann.
Trotzdem ist es immer noch schwer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schätz mal, wieviel davon hast du übernommen?
Und wie ist es in deinen eigenen Partnerschaften/Liebschaften/Freundschaften ergangen? Wie frei warst du, Gefühle und Intimität zu erleben und zu geben? Wie kommst du mit emotionaler Nähe zurecht - bist du offen dafür oder fühlst du dich hin- und hergerissen von Sehnsüchte - und Ängsten??

Verdammt :wein::wein::wein:
 
Verdammt :wein::wein::wein:
Liebes, es geht nur so, dass du durch diesen Prozess der Trauer hindurch gehst. Tränen sind dabei ein wunderbares Ventil, das dir helfen kann, Altes aufzuweichen, zu lösen, loszulassen und abzuschließen - und Heilung zu erlangen. Natürlich tut das weh - aber ich bin und fühle mit dir. Und alle deine Schutzengel ebenso.
Es ist wie eine verschmutzte und verkrustete Wunde: die Krusten werden erst aufgeweicht, der Schmutz entfernt - das tut wieder weh, aber das Ende ist absehbar -, und dann wird die Heilsalbe aufgelegt, und man bekommt einen neuen Verband...
Nun, die Heilsalbe ist schon da, und der saubere Verband auch...
Ich bitte dich, dabei zu bleiben - ich begleite dich. Und die Anderen hier ebenfalls.
Es ist kein Zufall, dass du hier gelandet bist.
Fühle dich geliebt - und gewiegt, birdie...
(Und mein Angebot steht immer noch)
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebes, es geht nur so, dass du durch diesen Prozess der Trauer hindurch gehst. Tränen sind dabei ein wunderbares Ventil, das dir helfen kann, Altes aufzuweichen, zu lösen, loszulassen und abzuschließen - und Heilung zu erlangen.

Ja.

Natürlich tut das weh

Ja.

aber ich bin und fühle mit dir. Und alle deine Schutzengel ebenso
Ich bitte dich, dabei zu bleiben - ich begleite dich. Und die Anderen hier ebenfalls.

Danke schön.

Es ist kein Zufall, dass du hier gelandet bist.

Ja.

Fühle dich geliebt - und gewiegt, birdie...

:wein:
 

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