Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Recht schwierig das ganze. Lohnnebenkosten senken wollte ja auch die Hartz 4 Reform. Aus Lohnnebenkosten werden aber eben Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Rentenbeiträge und co finanziert.
 
Wieso soll das schwierig sein? Diese Sozialversicherungen werden dann ( langsam ansteigend ) durch die Energiesteuer finanziert.
Im Prinzip hatten ( oder haben ) wir ganz ähnliches durch die zusätzliche Steuer auf Kraftstoffe, die in die Rentenkassen wandert.
 
Er meint natürlich nur die Frühverrentungen von Gesunden, aus politischen Gründen oder warum auch immer. So wie in Griechenland, wo jeder, der mal für ein oder zwei Jahre für den Staat gearbeitet hat, bis ans Lebensende eine fette staatliche Rente kassieren konnte (und noch kann? Das war ja mit einer der Gründe für die Staatspleite dort - neben der chronischen Steuerhinterziehungsmentalität dort.) Und da stimme ich auch zu, solche Frühverrentungen sind nicht in Ordnung, aber diese Praxis war vorübergehend üblich, wurde auch entsprechend scharf kritisiert und wird so heute - jedenfalls in den Behörden, von denen ich weiß - nicht mehr praktiziert.
Kranke die nix dafür können Frührentner zu sein sind - wie immer in diesem Thread - entschuldigt.

A propos Polizeibeamter, wenn die aus dem Polizeidienst entlassen werden oder selber gehen, warum auch immer, werden die immer noch gerne (falls körperlich tauglich und mit "weißer Weste") von privaten Sicherheitsdiensten oder anderen staatlichen Stellen genommen. Ich kenne jemand, der jahrelang bei der Polizei war und danach zum ... Finanzamt überwechselte, ist dort jetzt Sachgebietsleiter, nein, nicht in der Vollstreckung ("Aufmachen! Finanzamt!" 😀 LOL), sondern in der... Grundstücksbewertung.

Womit du wieder an der Thematik vorbeiziehst, denn es ging darum, dass diese dann durchaus in Hartz kommen können.
Und es ging darum, dass solche Kosten für Frühpensionierte auch eben versteckt werden und keinerlei Sanktionen befürchten müssen.
Manche arbeiten zudem noch zusätzlich.

Zudem ging es mir natürlich um arbeitsfähige Beamte, wo ich einfach die gleichen Maßstäbe ansetze.
Es ist interessant, wie diese hier verschont bleiben... 🙂

Wie es im Strang eben immer wieder unterstellt wird, wohl nicht bewiesen, dass es eine Faulheit geben soll, die mit Steigerung des Einkommens ebenso ansteigen würde.
Könnte man doch dann nicht auch folgern, mehr Fleiß bei den Beamten auszulösen, die ebenfalls wie alle anderen auch, den Druck der ARGE zu erwarten hätten? 😀

 
Den Beamten sitzt in der Regel der eigene Chef samt Statistik im Nacken. Um die brauchst Du Dir echt keine Sorgen machen. 😀
 
Du hast zunächst einmal vollkommen Recht, dass Frühverrentungen- oder -pensionierungen auf Kosten der Allgemeinheit nicht in Ordnung sind.
Wenn du aber eine Solidargemeinschaft wünschst, in der alle einzahlen, dann müssen auch die Bedingungen für alle gleich sein. Ein Schritt könnte sein, dass der Staat bei Neueinstellungen nur noch in absoluten Kernbereichen verbeamtet. Ich bin und war nie Fan, dass alles im öffentlichen Dienst verbeamtet wird. Arbeit im öffentlichen Dienst hat Vor- und Nachteile.

Warum brauchen wir den besonderen Beamtenstatus?
Andere Länder haben den auch nicht!
Und warum können Beamte nicht in der normalen Kranken- Renten- und Pflegeversicherung sein, wenn sie neu eingestellt werden?
Wäre doch billiger für den Staat! (Wenn er nicht vor hat zu tricksen!)

Es ist aber ein bisschen naiv zu glauben, wir würden die Sozialkassen retten wenn wir Beamte mit ins Boot holen. Du unterstellst ja mehr oder weniger, dass Beamte gut verdienen und den Staat ne Menge Geld kosten.

Unterstellen hieße aber, es wäre lediglich eine Vermutung... Es ist aber nachweislich so!
Über die wahren Kosten wird doch hinweggetäuscht, indem keine Pensionsrücklagen gebildet werden.
Mittlerweile ist die Politik so dreist, dass sie bei den versprochenen Pensionen auch einsparen, wobei sie bei sich selbst tüchtig die Altersversorgungen hochschrauben.


Jetzt können wir uns herrlich darüber unterhalten, was viel ist, aber wenn ich sehe dass ein Freund von mir als Polizeibeamter nach abgeschlossenem Studium gut 2100 € netto verdient, dann ist das sicher kein hohes Einkommen nach einem Studium und für einen Beruf, wo man auch schon mal sein Leben riskieren kann (darauf legst du ja Wert...).

Verstehe ich jetzt nicht... Worauf lege ich Wert?
Du willst mir jetzt nicht sagen, dass ein Polizist nicht ein höheres Gesundheitsrisiko trägt, als sein Kollege in der Verwaltung.
Das gilt auch für die Leute in Schicht- und Feiertagsarbeit.
Bei der Polizei gibt es wenigstens eine Höhergruppierung, bei anderen nicht.

Zudem hinkt dein Beispiel, weil da noch Zulagen zukommen und die Besoldung stark progressiv ist.
Dazu kommt, dass eben ein Nichtbeamteter noch Aufwendungen für die Renten- und Arbeitslosenversicherung trägt.
Von der notwendigen privaten Vorsorge mal abgesehen.


Ehrlich gesagt sehe ich auch nicht ein, warum der in Sozialkassen einzahlen soll. Warum? Sein Arbeitgeber wird nie pleite gehen, seine Tätigkeit wird immer nachgefragt sein, er wird nie arbeitslos sein. Und wenn er dennoch entlassen würde? Er hätte nix wirtschaftstaugliches gelernt, könnte außer beim Staat nirgendwo arbeiten.

Dann machen wir doch alle zu Beamten! 🙂:daumen:
Dann wäre auch das BGE Makulatur!

Zudem gibt es Firmen, die sind älter als die BRD, die machen ihre Angestellten auch nicht zu

Beamten. Im Gegenteil, überall werden Errungenschaften beschnitten.

Dein letzter Satz, sorry, ist aber schon Quatsch, oder?
Interessiert es jemanden, wenn in der freien Wirtschaft jemand bei Arbeitslosigkeit in seinem Beruf weiter arbeiten kann?
Ich kenne einen Ing. der in der Entwicklung Kernkrafthochtechnologie war, dem sagte man beim "Motivierungsgespräch“, er solle sich darauf einstellen, bei einem Pharmariesen Pillen zu verpacken...
Fordern eben...


Jaja, die hohen Beamtenpensionen. Da kann ich dich beruhigen Rhenus. Die wurden bereits schrittweise gesenkt und werden es auch in Zukunft weiter. Genau wie Beamten kontinuierlich Urlaubs-, teilweise Weihnachtsgeld gestrichen und Arbeitszeiten erhöht wurden. Oder sie haben im Gegensatz zu ihren tariflichen Kollegen einfach mal keine Lohnerhöhung bekommen.

Weißt du, immer solche Tricks...
Du willst mir ernsthaft vorhalten, was ich vor dir kritisierte?
Ich war doch für das Streikrecht der Beamten und darum geht es doch gar nicht, es geht um die Sozialleistungen.
Zumal das ja auch nicht stimmt, was du schreibst, teilweise wurden die Sonderzahlungen auf Monatssätze umgelegt und so Bestandteil des Gehaltes.
Und clever biste auch nicht, denn dann hätte du ja nicht das Polizistenbeispiel genommen...


Es geht nicht blind um Solidarität, es geht darum, dass es ein fundamentaler Unterschied ist ob du Schuhe verkaufst oder auf zur Not sogar auf Menschen schießen darfst. Bei einem Auto ist es mir egal, ob der Verkäufer qualifiziert ist. Im Zweifel kauf ich woanders. Bei Polizei, Feuerwehr, Bauamt und co muss ich mich aber darauf verlassen können, dass die qualifiziert sind.

Danke schön, dann sind eben in der Privatwirtschaft z. B. Ärzte, Pflegepersonal oder was weiß ich wer... Piloten, Lokführer usw. nicht qualifiziert oder unterliegen keiner besonderen Verantwortung?

Der öffentliche Dienst hat schon heute extreme Probleme qualifizierten Nachwuchs zu bekommen. Wir sehen es doch aktuell, wie schnell es kriselt weil wir so viele Polizeikräfte eingespart haben. Wie soll das erst sein wenn man die letzten Privilegien abschafft? Wer hält für uns den Kopf noch hin?

Ich muss mich wiederholen, das Beamtentum ist in dieser besonderen Form, eine deutsche Besonderheit und nicht mehr zeitgemäß.
Das der Beamtenstatus nicht mehr so attraktiv ist, hat etwas mit der Besoldungsstruktur zu tun.
Und das wiederum mit den Pensionen.
Was ich übrigens für unsozial halte.
Ob jetzt ein Mangel an Bewerbern herrscht, kann ich so nicht sagen, ich bezweifele das aber.
Ein Faktor dürfte die zunehmende Kritik am Berufsbeamtentum und das Auswahlverfahren sein, was dem Ansehen der Leute schadet.
Daher sollten sie, durch Abschaffung des zweifelhaften Sonderstatus, aus der Schusslinie gebracht werden.


Aber wer will es verdenken, wenn jemand zur ARGE geht, als "Kunde" (die Verhöhnung schlechthin) angesprochen wird, wobei er doch angesichts seiner Zahlungen zuvor, eigentlich Arbeitgeber ist...

Man KANN nicht alles gleich machen.

Was ist gleich?
Es geht doch um rausragende Privilegien oder hast du jemals gehört, dass es im öffentlichen Dienst nach "fördern und fordern" geht?
Beförderungen nach Dienstalter und damit garantiert satt mehr Geld, dem kann man sich doch nur durch den Tod entziehen... Wenn man nicht vorzeitig lukrativ ausgemustert wird...


Du missverstehst meinen letzten Absatz. Ich habe nicht gesagt, dass alle Hartz 4 Empfänger faul sind. Ich habe die Frage in den Raum gestellt, ob es mit dem BGE mehr Menschen geben wird, die sich auf die faule Haut legen. Damit meinte ich, dass es ein Teil (!) der Hartz 4 Empfänger faul ist (übrigens gibs auch faule Beamte . Wer es heute darauf anlegt nicht arbeiten zu WOLLEN, dem würde ein BGE entgegenkommen.

Nein völlig falsch, dem kommt vielmehr ein Hartz entgegen, weil das der Arbeitende nicht bekommt!!!

Das macht es jetzt nicht besser, weil du wieder ein Klischee bedienst.
Du setzt den Faktor Arbeit mit lohnabhängiger Arbeit gleich.
Eine minimale Einkommenssicherung wird bei dir zur rhetorisch Unterstellung genutzt, Faulheit zu attestieren oder möglich zu machen.

Es unterscheidet uns also in der Sichtweise wie menschliches Tun zu beurteilen wäre.

Also führe ich das mal weiter...

Frage:
Du würdest also selbst faul, wenn du ein BGE bekämst?

Denkst du, das Alaskas Bürger fauler sind als andere, weil sie im Jahr so rund 1.900 $ vorbehaltlos bekommen?

Denkst du, dass alle Menschen sich auf Grundsicherung wohlfühlen, nicht nach mehr streben und sich auch über Arbeit zufrieden machen?

Was meinst du, warum da, wo man Menschen an Arbeit hindert, Arbeit so ein kostbares Gut ist?

Warum gibt es Menschen, die umsonst arbeiten, es mehr tun würden, wenn sie Lebensunterhalt hätten?

Was schätzt du, wie viele Menschen, sagen wir mal vorsichtig nach einer Eingewöhnungszeit, bereit wären auf allen Luxus zu verzichten?
Wären es nicht vielmehr nur die, die sich jetzt auch verweigern?

Sollte man deiner Meinung nach, eine Mehrheit für eine absolute Minderheit leiden lassen.
Ihnen etwas aus vordergründig erzieherischen Gründen vorenthalten, was Freiheit und Selbstbestimmung einschneidet?

Glaubst du, dass es faule Soldaten gibt?
Obwohl es keine Gruppe gibt, die mehr Disziplin, Befehl, Gehorsam und Sanktion unterliegt?

Glaubst du, dass der Grad der Faulheit am Einkommen gemessen werden kann?

Glaubst du, dass alle Menschen gleich fleißig sind, die (annähernd) den gleichen Lohn bekommen?

Meinst du, dass Menschen nicht das Recht haben sollten, ihre Kinder selbst und nicht fremd erziehen zu lassen?
Ihre Kleinkinder nicht aus dem Schlaf reißen wollen.

Meinst du, dass Hausarbeit, Haushaltsführung, Erziehung, keine Arbeiten darstellen?

Kann es sein, dass du der Meinung bist, dass es keine geistige oder künstlerische Leistung gibt und damit keine Arbeit darstellt, wenn man sie dennoch leistet?

Kann es sein, dass man Menschen stigmatisiert, für die es keine Arbeit gibt oder die nicht voll arbeitsfähig sind?
Wärst du dafür, dass ihnen der Rechtfertigungsdruck genommen würde?

Ist dir bekannt, dass nach einer IMAS Umfrage - gäbe es in Deutschland ein Grundeinkommen - rund 72 Prozent aller Erwerbstätigen weiter arbeiten wie bisher?

Weiter:
Rentner, Arbeitslose und Hausfrauen würden im Durchschnitt sogar mehr arbeiten als bisher.
Ein Viertel derjenigen, die zur Zeit der Befragung illegalen Beschäftigungen nachgingen, will das dann unterlassen.

Sollte man dann nicht vielmehr seine Mitmenschen vor eigenen Vorurteilen bewahren und seinen Standpunkt überdenken?

Zusatz für PortionControl
Ich suche hier keine Koalitionen und vertrete lediglich meine eigene Meinung, daher ist mir persönlich nicht wichtig, ob ich 100%er Teil einer von dir erwarteten Falange bin.
Ich sehe das nicht als törichtes Mannschaftspiel, wo abweichende Meinungen nicht gerne gesehen werden, sondern als gesellschaftlich ernstzunehmendes Thema.

Ich sehe hier also auch keinen Fraktionszwang, sich so oder nur so zu äußern.
Dafür gehen auch die einzelnen Meinungen zu weit auseinander.
Politische Diskussion bedeutet immer, dass wenn man etwas tatsächlich beschließt, dass man zu Kompromissen kommt.
Da wir hier weder beschließen, noch Fachgespräche führen, ist es völlig Wurscht ob Andreas zu mir Differenzen in der Meinung äußert, er ging dir auf den Leim, ich nicht... 🙂

Ja Andreas, PC versucht es mit Divide et impera (teile und herrsche)...🙂
 
Zudem ging es mir natürlich um arbeitsfähige Beamte, wo ich einfach die gleichen Maßstäbe ansetze.
Es ist interessant, wie diese hier verschont bleiben... 🙂

Ist auch interessant wie es dir am Herzen liegt das Beamtentum zu hinterfragen 😛

Vielleicht 10 % der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten im öffentlichen Dienst, sagen wir mal 5% sind Beamte. Die meisten davon fallen nie in Hartz 4, die meisten brauchen wenige bis fast gar keine Sozialleistungen. Glaubt irgendjemand ernsthaft wenn diese 5% in welcher Form auch immer in ein wie auch immer geartetes System einzahlen (und entnehmen) lassen, rettet das unser Sozialsystem!?

Ich schlage einfach mal vor, wenn es dir so missfällt, dass Beamte Vor- und Nachteile haben, dies in einem separate Thread zu diskutieren. Ich werde mich da gerne und auch ergebnisoffen (versprochen!) beteiligen.
 
Um nochmal die Beamten (sorry) zu erwähnen: wie ich bereits schrieb, kam der Staat erst so in den 80ern/90ern zu der Erkenntnis, daß hohe Verbeamtung in den 60ern zu deftigen Pensionszahlungen ca. 40 Jahre später führen werden, wenn die Leute nach und nach ins Pensionsalter kommen, und seine erste Reaktion war nicht etwa, für die Pensionen endlich Rücklagen aufzubauen, sondern... eine rigorose Einstellungsbeschränkung. Es ist nicht so wie Rhenus meint, daß das Beamtendasein heute nicht mehr so erstrebenswert wäre wie früher, sondern die Zahl der jährlichen Einstellungen hängt allein von den Entscheidungen der oberen Behörden - samt aktueller politischer Lage - ab, und es gibt zusätzlich natürlich die Zahl der Abspringenden, die noch während der Ausbildung oder danach, noch vor dem "lebenslänglich" in die freie Wirtschaft überwechseln. Einstellungsstopp für ein paar Jahre bedeutet allerdings, daß ein paar Jahre lang kein Nachwuchs in den Ämtern ausgebildet wird, und das gerade in der Zeit, in der die alten, erfahrenen Hasen in Pension gehen - und ihr Wissen über Tipps, Tricks, Abkürzungen & Schleichwege nicht mehr an den Nachwuchs weitergeben können. Der Begriff "Dienst nach Vorschrift" ist unter Beamten ein Synonym für Bummelstreik, denn wenn sich die Beamten immer haarklein an sämtliche Dienstvorschriften hielten, liefe in den Ämtern so gut wie gar nichts mehr. Ein bißchen Laissez-faire in der großen Grauzone zwischen den Dienstvorschriften, wie es die alten erfahrenen Beamten beherrschen, kommt auch den Kunden zugute, eben weil da hin und wieder der offizielle Dienstweg ein wenig verbogen oder abgekürzt werden kann, das "leben und leben lassen", das allen beteiligten Parteien zugutekommt und Amtsvorgänge beschleunigt. Ein junger Beamter ohne erfahrene Anleitung dagegen kann gar nicht anders als starren "Dienst nach Vorschrift" samt vielbeklagter Korinthenkackerei, weil es keine inoffiziellen Handbücher der heimlichen Schleichwege und Hintertürchen jeder einzelnen Amtsstelle gibt. Wer also eine "menschliche" Verwaltung will... der muß für Kontinuität in den Ämtern sorgen, die für einen ebenso "elastischen" wie effektiven Umgang mit den Vorschriften sorgt.
 
Um nochmal die Beamten (sorry) zu erwähnen: wie ich bereits schrieb, kam der Staat erst so in den 80ern/90ern zu der Erkenntnis, daß hohe Verbeamtung in den 60ern zu deftigen Pensionszahlungen ca. 40 Jahre später führen werden, wenn die Leute nach und nach ins Pensionsalter kommen, und seine erste Reaktion war nicht etwa, für die Pensionen endlich Rücklagen aufzubauen, sondern... eine rigorose Einstellungsbeschränkung.
Es ist nicht so wie Rhenus meint, daß das Beamtendasein heute nicht mehr so erstrebenswert wäre wie früher, sondern die Zahl der jährlichen Einstellungen hängt allein von den Entscheidungen der oberen Behörden - samt aktueller politischer Lage - ab, und es gibt zusätzlich natürlich die Zahl der Abspringenden, die noch während der Ausbildung oder danach, noch vor dem "lebenslänglich" in die freie Wirtschaft überwechseln.

Wo habe ich das behauptet? 😕
Das Beamtendasein ist vielmehr sehr erstrebenswert!


Einstellungsstopp für ein paar Jahre bedeutet allerdings, daß ein paar Jahre lang kein Nachwuchs in den Ämtern ausgebildet wird, und das gerade in der Zeit, in der die alten, erfahrenen Hasen in Pension gehen - und ihr Wissen über Tipps, Tricks, Abkürzungen & Schleichwege nicht mehr an den Nachwuchs weitergeben können. Der Begriff "Dienst nach Vorschrift" ist unter Beamten ein Synonym für Bummelstreik, denn wenn sich die Beamten immer haarklein an sämtliche Dienstvorschriften hielten, liefe in den Ämtern so gut wie gar nichts mehr.

Das ist Quatsch!
Dann würde das im Umkehrschluss heißen, Beamte arbeiten sonst nicht nach Vorschrift? 😱
Ich erwarte vom jedem Beamten, dass er sich an die Vorschriften hält und seinen Dienst mit der nötigen Raschheit, jedoch nicht überstürzt, versieht... 😀
§ 34 Satz 1 BeamtStG

Ein bißchen Laissez-faire in der großen Grauzone zwischen den Dienstvorschriften, wie es die alten erfahrenen Beamten beherrschen, kommt auch den Kunden zugute, eben weil da hin und wieder der offizielle Dienstweg ein wenig verbogen oder abgekürzt werden kann, das "leben und leben lassen", das allen beteiligten Parteien zugutekommt und Amtsvorgänge beschleunigt.

Ich weiß nicht, ob das nicht alles Dienstvergehen sind!
Verstoß gegen (§ 34 Satz 3 BeamtStG) und (§ 33 Satz 2 BeamtStG) fallen mir spontan ein.


Die nächste Stufe deiner "Laissez-faire" (sinngemäß "lass laufen oder nicht hinschauen“) wäre was? Korruption?
Bei einem genau, bei anderem übergenau?


Ein junger Beamter ohne erfahrene Anleitung dagegen kann gar nicht anders als starren "Dienst nach Vorschrift" samt vielbeklagter Korinthenkackerei, weil es keine inoffiziellen Handbücher der heimlichen Schleichwege und Hintertürchen jeder einzelnen Amtsstelle gibt.

Das heißt also, der "alte" Beamte nimmt für sich in Anspruch, Vorschriften zu beugen, nach seinem Dünken auszulegen?
Obwohl er jeden Bürger gleich behandeln muss?

Das wäre für mich ein klassischer Fall von Dienstvergehen!


Wer also eine "menschliche" Verwaltung will... der muß für Kontinuität in den Ämtern sorgen, die für einen ebenso "elastischen" wie effektiven Umgang mit den Vorschriften sorgt.

Menschliche Verwaltung kommt durch menschliche Gesetze, Vorschriften und Ausführungsbestimmungen. Und dem Bewusstsein, dass man als Beamter nicht Vorgesetzter der Bürger ist, der mutwillig Macht ausüben aber auch gleichzeitig unterlassen kann, so wie es ihm nach der Nase und Aussehen des Bürgers beliebt.
In deinen Schilderungen tun sich mir Abgründe auf!
Denn es ist der klassische Verstoß gegen die Amtstreue und eben (§ 33 Satz 2 BeamtStG)

Wie wäre es denn dem Beamten das Wissen mitzugeben, dass auch er morgen vor dem Schreibtisch stehen könnte?
Denn man erlebt bei Hartz tagtäglich, dass eben nicht Vorschriften zum Wohle der Bürger angewendet werden, sondern die einer Willkür!

Beispiel:
Für 10 Cent klagt eine Behörde bis zum höchsten Gericht....
Ich denke, da wäre doch dringender Handlungsbedarf nach der Disziplinarordnung.

Jobcenter knickt ein und zieht 10 Cent Hartz IV Klage zurück

Was das dem Staat gekostet hat... 😱 Und welche Akribie, ich nenne es sogar Bösartigkeit, dahinter steckt!

Ich erwarte, dass ein Beamter sich an Recht und Gesetz hält, seine Dienstpflichten 100% erfüllt und sich nicht nach Gutsherrenart nach dem Motto, dem einen gebe ich dem anderen verweigere ich... verhält.
Denn das ist Missbrauch seiner besonderen Stellung im Staat.
 
Ist auch interessant wie es dir am Herzen liegt das Beamtentum zu hinterfragen 😛

Ja Gerechtigkeit allgemein liegt mir am Herzen...

Aber du antwortest nicht auf meine Fragen.
Hättest du mir zustimmen müssen? 🙂

Beamte:
Weil es keine Kasten in Deutschland geben sollte.
Und weil man im Sozialsystem Ungerechtigkeiten abschaffen und Solidarität fördern sollte und zudem nicht nebenbei Ärzte fördern muss.
Denn ein Beamter ist durch das System teurer in den Krankenkosten.

Vielleicht 10 % der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten im öffentlichen Dienst,

Etwa 4,6 Millionen!

sagen wir mal 5% sind Beamte.

1,87 Millionen!

Die meisten davon fallen nie in Hartz 4, die meisten brauchen wenige bis fast gar keine Sozialleistungen.

Hartz ist nicht die alleinige Sozialleistung!
Ich sprach von Kranken- und Pflegeversicherung und von der Rente und EU-Rente!
Dennoch können sie in Hartz kommen!
Bei Entfernung aus dem Dienst, Kündigung, Altersarmut.

Bei Letzterem ist es eben, sofern über 67, Sozialhilfe.

Glaubt irgendjemand ernsthaft wenn diese 5% in welcher Form auch immer in ein wie auch immer geartetes System einzahlen (und entnehmen) lassen, rettet das unser Sozialsystem!?

Ja klar! Ich und mit mir viele Leute in der Politik! 🙂

Sozialsysteme definieren sich aus möglichst hohen Mitliederzahlen und Beitragshöhen.
Wenn alle in diese Kassen einzahlen, dann würden sich zweierlei ändern:
Gerechtere Solidargemeinschaft. Weil gesetzliche Kassen unter Mindestlohn, Familienversicherung und Arbeitslosen inkl. Hartz, leiden.
Es bräuchte jetzt z. B. keinen Zusatzbeitrag für die ges. Krankenkassen, wo der Beitragszahler letztlich andere Sozialdienste mitfinanziert.
Daran müssten beamte sich mit beteiligen, wobei gerade sie unter den hohen Beiträgen der Privatversicherer im Alter leiden.
Diese schöpfen die demografische Sahne leistungsfähiger und gesunden jungen Beamten ab, wären die gesetzliche Kasse jeden (auch jetzt die Flüchtlinge zum Mindestsatz) nehmen müssen.

Ich schlage einfach mal vor, wenn es dir so missfällt, dass Beamte Vor- und Nachteile haben, dies in einem separate Thread zu diskutieren. Ich werde mich da gerne und auch ergebnisoffen (versprochen!) beteiligen.

Es gehört aber zu der hier geführten Diskussion, auch wenn du kneifen möchtest... 🙂
Es sei denn, (du beantwortest ja auch keine Fragen), du wärst der Meinung, dass Beamte vom BGE ausgenommen gehörten... 😀
 
Allmählich geht mir euer Off Topic gequatsche auf den Wecker. Brauchen wir Mods oder könnt ihr euren Beamtenkäse auch ohne Moderation mal stecken lassen?
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
Esox Ergebnis zu einer Studie zu einem Grundeinkommen Gesellschaft 41

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben