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Warum gibt es heutzutage in Deutschland so viele Singles?

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Hinter dem "kaufen" steckte wohl der Gedanke, dass viele Prostituierte das nicht freiwillig machen, aber eben das Geld brauchen und da gibt es immer einen bitteren Beigeschmack.

Zum eigentlichen Thema, vielleicht ist es einfacher geworden auch ohne Partner gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Das mit dem ständigen Austauschen von Partnern kenne ich so nicht, nichtmal in meinem Bekanntenkreis, die sich alle um die 20 bewegen.
Es ist sicherlich auch so, dass das Suchen schwieriger geworden ist durch die erhöhte Mobilität. Heute arbeite ich in den USA, morgen in Thailand...da ist es schwer sich zu binden.
 
ich denke, dass es auch viel mit den Medien zu tun hat.
wenn man drauf achtet, werden z.b. bei Filmen die Darsteller immer attraktiver. langfristig beeinflusst das die Wahrnehmung der Menschen und man wird unbewußt anspruchsvoller.

und da wir wahre Meister im Anpassen sind, wird uns das in dem Fall zu Verhängnis, da unsere Ansprüche steigen.
das muß auch nicht viel sein, aber bereits wenige Prozente mehr, entsprechen gleich mehreren Tausend Singles, die sich aufgrund höherer optischen Ansprüche bereits nicht mehr die Chance geben sich gegenseitig näher kennenzulernen.

neben optischen Merkmalen steigen auch unbewußt die Anforderungen was den Charakter betrifft, das soziale Umfeld, den Job usw, wodurch das ganze sich stark überproportional auswirkt.

ich will die Medien dafür übrigens nicht verteufeln und bin auch kein Mediengegner oder so.
aber mir ist dieser Effekt schon öfters aufgefallen und es ist quasi unmöglich sich dem zu entziehen.
im Bereich "Sex" kennt man dieses Phänomen bereits. viele Männer haben aufgrund der hohen Reizüberflutung Probleme dabei.


Skynd
 
Eine berechtigte Frage, oder?
Ich habe heute im Net gelesen, dass in Deutschland mindestens 12 Millionen Menschen Singles und ohne Partner sind.
Nur jeder Dritte davon ist noch bereit, einen Flirt anzufangen... wie ich finde, eine erschreckende Zahl.
Vor allem die Zahl der ewigen Singles (weiblich sowie männlich) steigt!
Allerdings ist es doch auch so... wenn man lange alleine ist, dann empfindet man das Flirten aber auch als aufwendig und es fehlt einem einfach die Motivation dazu.
Was ist los mit den Deutschen?
Woran liegt es, dass viele so flirtmüde geworden sind und sich damit abfinden, Single zu sein und vielleicht auch zu bleiben?
In den Medien liest man nur sehr wenig, aber wer mal ein wenig googlet, der stellt fest, dass das Verhältnis zwischen Mann und Frau in der heutigen Zeit gespalten ist.
Wie denkt ihr darüber?

Ich glaube es liegt daran, dass wir in einer Wegwerf-Gesellschaft leben. Auch Partner sind für viele Menschen offenbar eine Art Gebrauchs- und Wegwerfartikel geworden. Harte Zeiten (die in jeder Beziehung kommen und nur natürlich sind) werden nicht mehr gemeinsam durchkämpft - zu viel Aufwand! Entweder der Partner bewirkt für einen selbst immer nur tolle Gefühle oder man entsorgt ihn und tauscht ihn aus.

Mein Gefühl hierbei ist, dass es zwei Sorten Menschen gibt: Einmal jene Egozentriker die nach oben beschriebener Denkweise leben. Sie sind letztlich immer die Gewinner... denn sie haben nach solch einer gescheiterten Beziehung, die ja meist nur sie selbst beenden, meist ganz schnell die nächste "Liebe", sind also fast nie allein und tragen kaum Narben davon. Und dann gibt es noch die andere, altmodische Art Mensch die mit dem rasanten Ex und Hopp unserer Zeit nicht mehr ganz mitkommt, zu "altmodisch" denkt und fühlt, also Beziehungen und Liebe wirklich ernst nimmt, daran glaubt mit demjenigen alt werden zu können, treu und füreinander da zu sein, alles miteinander durchzustehen, auch wenn es schwer wird.... Diese zweite Art Mensch verkraftet oft genau wegen ihrer "altmodischen" Einstellung das heutige abserviert werden und immer wieder von null beginnen zu müssen nicht, trägt schlimme Narben, einen Schock, verlorenes Ur-Vertrauen usw. davon und kann einen einmal geliebten Menschen kaum einfach so wieder aus dem Herzen streichen. Geschweige denn danach einfach direkt einfach weitermachen. Jene Sorte Mensch ist diejenige die damit oft zum (unfreiwilligen) Dauersingle wird. Es bleibt nach dem abserviert werden zu wenig Selbstwertgefühl, stattdessen zerstörtes Vertrauen in andere Menschen und Beziehungen. Ein Scherbenhaufen... und riesige Angst wieder so verletzt zu werden! Wie soll man, wenn man selbst nicht mehr daran glauben kann liebenswert zu sein, wenn man erlebt hat dem Menschen den man liebte nichts wert und weggeworfen worden zu sein, wieder aufgeschlossen genug auf andere Menschen zugehen bzw. sich öffnen können, so dass es zu einer neuen Beziehung überhaupt kommen kann?

Ein weiteres Phänomen ist aber natürlich auch die zunehmende Oberflächlichkeit in unserer Gesellschaft und damit immer höhere Ansprüche an das was ein potentieller Partner zu erfüllen habe. Und ich spreche hier nicht von menschlichen Eigenschaften, sondern davon, dass viele verlangen der andere müsse auf der selben Karriere- und Einkommensstufe stehen, perfekt aussehen samt Fitnessstudio-durchgestyltem Körper, stylischen Klamotten, perfekten und künstlich aufgehellten Zähnen etc. Die Liste ist unendlich lang! Achja, und ganz wichtig: Probleme soll derjenige bitteschön auch keine haben! Er gilt nur als sozial erfolgreich und damit begehrenswert genug wenn er einen riesigen Freundeskreis hat, ständig coole Sachen unternehmen kann, eine tolle Familie hat und selbst psychisch absolut unbelastet ist. Und ja nie für den Partner zu einer "Last" werden kann. Auch dies gilt natürlich alles wieder nur für eine gewisse Art Mensch, nicht für alle. Aber all die anderen, nicht so perfekten oder anspruchsvollen fallen dann eben durchs Raster und bleiben allein. Teils weil sie wirklich nicht alle Ansprüche erfüllen können, teils jedoch auch, weil sie sich einfach überfordert fühlen von all dem und das Gefühl haben nie perfekt genug zu sein. Und daraus folgt dann auch wieder, dass man kaum noch auf andere zugehen und die Initiative ergreifen kann um eine Beziehung entstehen zu lassen.

Jedenfalls ist praktisch niemand gern allein oder gar freiwillig! Deshalb ja auch der boomende, Milliarden bringende Partnersuche-Markt. Es ist schrecklich immer allein leben zu müssen und gerade als Dauersingle ist man in dieser Gesellschaft oft isoliert und scheint regelrecht als Mensch zweiter Klasse angesehen und behandelt zu werden. Früher gab es ja noch Familien- und Dorfstrukturen oder genügend zwischenmenschliche Wärme und Mitgefühl die jemanden der ohne Partner war auffingen. Heute ist solcher Halt dagegen weitestgehend weggebrochen. Es gilt: Wer allein ist und dadurch in harten, sehr traurigen Situationen alles mit sich allein ausmachen und einsam sein muss, hat selbst schuld. Denn er war ja nicht ERFOLGREICH genug sich einen Partner zu suchen. Mit IHM stimmt also etwas nicht. "Selbst schuld."

Die Geschichte vom supertollen, freien Singleleben welches genießerisch voller Spaß ausgekostet wird, ist jedenfalls nur ein dummes Märchen. Es trift höchstens mal für ein paar Monate und nur für eine bestimmte Art unverbindlicher Menschen zu und verliert meist auch spätestens jenseits der 25 Jahre seinen Reiz. Ich selbst finde es unglaublich schwer auch nur einmal einen Menschen zu finden mit dem man etwas für mich so kostbares, bedeutsames wie eine echte Beziehung und Liebe aufbauen kann... anderen dagegen gelingt es offenbar völlig spielend am laufenden Band eine Beziehung nach der nächsten zu finden... als sei es gar nichts. Es scheint mir als kann jemand wie ich bei diesem Tempo einfach nicht mithalten, mich auf dem Konkurrenz-Markt nicht schnell genug behaupten, mich nicht schnell genug öffnen etc... Es ist mir absolut unbegreiflich wie andere das wirklich andauernd immer wieder so hinkriegen. Ich kenne Leute die allein in den letzten 5 Jahren mindestens 5 bis 10 Beziehungen hatten. Sie brauchen nach einem Bruch auch keine Zeit sich davon zu erholen oder ein gebrochenes Herz zu heilen... absolut unfassbar für mich - da stehe ich davor und schlackere so zu sagen mit den Ohren, denn bei diesem Tempo komme ich nicht mit, kann nicht mithalten. Es scheint alles auch etwas mit unserer Leistungsgesellschaft zu tun zu haben: Man muss auch das, Beziehungen und sich an andere zu vermarkten, KÖNNEN müssen - erfolgreich darin sein. Irgendwie kommt man sich wie ein Versager vor wenn man das nicht packt und auf der Strecke bleibt...
 
Zuletzt bearbeitet:
@Portion Control:

Nein. Sex anzubieten ist etwas anderes als putzen zu gehen, wenn man dazu gezwungen ist.
Ich jedenfalls sehe das so und würde meinen Körper freiwillig niemals verkaufen, aber ich sehe auch ein, dass es Situationen gibt, in denen viele keinen anderen Ausweg sehen.
 
Kommt darauf an, was du unter "gezwungen werden" verstehst. Wenn ich aus dem Ausland nach Deutschland verschleppt wurde, hier die Sprache nicht beherrsche und mit dem Tode bedroht werde wenn ich nicht anschaffen gehe, kann ich dir zustimmen.

In allen anderen Fällen nicht und das dürfte ja wohl der Grossteil sein.

Denn das Problem, sich "gezwungen" sehen arbeiten zu müssen weil wir uns schließlich versorgen müssen hat so ziemlich jeder. Und dann braucht mir auch niemand erählen sie müsse deshalb auf den Strich gehen. Entweder hätte ich mindestens Hartz IV oder ich kann in diesem Falle auch als ungelernte putzen gehen oder ähnliche Niedriglohnjobs annehmen.
 
ich denke, dass es auch viel mit den Medien zu tun hat.
wenn man drauf achtet, werden z.b. bei Filmen die Darsteller immer attraktiver. langfristig beeinflusst das die Wahrnehmung der Menschen und man wird unbewußt anspruchsvoller.

und da wir wahre Meister im Anpassen sind, wird uns das in dem Fall zu Verhängnis, da unsere Ansprüche steigen.
das muß auch nicht viel sein, aber bereits wenige Prozente mehr, entsprechen gleich mehreren Tausend Singles, die sich aufgrund höherer optischen Ansprüche bereits nicht mehr die Chance geben sich gegenseitig näher kennenzulernen.

neben optischen Merkmalen steigen auch unbewußt die Anforderungen was den Charakter betrifft, das soziale Umfeld, den Job usw, wodurch das ganze sich stark überproportional auswirkt.

ich will die Medien dafür übrigens nicht verteufeln und bin auch kein Mediengegner oder so.
aber mir ist dieser Effekt schon öfters aufgefallen und es ist quasi unmöglich sich dem zu entziehen.
im Bereich "Sex" kennt man dieses Phänomen bereits. viele Männer haben aufgrund der hohen Reizüberflutung Probleme dabei.

Da hast du auch recht. Man sieht ja ganz klar was die Medien propagieren und wie der Grossteil der Menschen sich diesem propagierten Blödsinn anpasst. Rianna lässt sich Sternchen tätowieren, ein paar Monate später haben 80% der Teenies plötzlich Sternchen tätowiert. Ich kann einfach nicht verstehen wie man sich derart der Masse anpassen kann und sich derart manipulieren lassen kann. Das gleiche gilt für die propagierten Schönheitsideale...glatte Schmierlappen gelten hier als "sexy Männer".. ich bin mittlerweile ein richtiger Mediengegner. Auch hat es meiner Meinung nach damit zu tun, dass es die meisten Menschen mittlerweile nur noch Geld und Karriere im Kopf haben. Vor allem bei den Frauen fällt mir das auf. Vor allem ja jetzt wo sie ja so emanzipiert sind und es den Männern "zeigen" wollen. Fast jede Frau ist doch nur noch danach bestrebt, eine Karriere-Power-Frau zu werden... und welche Karriere-Power-Frau möchte schon einen Mann haben der nicht mal "Akademiker" ist (*würg* bei dem Ausdruck kommt mir bereits das Kotzen). Frauen haben das Bedürfnis nach einem Mann und einer haltenden Beziehung meiner Meinung nach auch immer weniger. Sie wissen dass sie sich holen können worauf sie Lust haben. Meiner Meinung nach verdrehen sich die Rollen. Frauen werden zu Männern, und die Männer sind in dieser Situation einfach nur noch Versager und verloren.
 
Ich glaube es liegt daran, dass wir in einer Wegwerf-Gesellschaft leben. Auch Partner sind für viele Menschen offenbar eine Art Gebrauchs- und Wegwerfartikel geworden. Harte Zeiten (die in jeder Beziehung kommen und nur natürlich sind) werden nicht mehr gemeinsam durchkämpft - zu viel Aufwand! Entweder der Partner bewirkt für einen selbst immer nur tolle Gefühle oder man entsorgt ihn und tauscht ihn aus...
...
..
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Wow ein toller Beitrag von dir! Ich stimme dir in jedem Punkt zu.
 
Nun, wie fast immer, man kann nicht über den Menschen sprechen, der single ist..

Es wird viele, verschiedene Gründe geben.. Sehr viele..

Manche wollen erst einmal ein wenig Ruhe haben; nach zig negativen Erfahrungen..
Andere würden gerne, finden aber niemanden..

Traditionen greifen nicht mehr wie früher.. Man ist jetzt voll für sich verantwortlich, das eigene Leben zu gestalten..
Du bist für dein Leben verantwortlich.. Das ist dein Problem..

Die Strukturen insgesamt machen es leichter, in der (Teil)isolation zu leben.. Isolation mit oder ohne Anführungszeichen.

Manche Automatismen haben nicht mehr die Wirkungskraft, die sie noch vor einigen Jahrzehnten hatten..

Ein weiterer Grund, der diesen Zustand noch verstärkt, ist, dass die Kontaktfreudigkeit in Deutschland insgesamt, im Vergleich z.B. zu Ländern in wärmeren Gegenden dieser Welt, nicht gerade sehr ausgeprägt ist..

Letzteres stimmt tatsächlich! Ich war einige Male in den USA - auch ganz allein. Dort wird man bei jedem Ladenbesuch, auf der Straße etc. ständig von irgendwem angequatscht. Die Leute machen einfach nette Komplimente, fragen woher man kommt und wie es einem geht. Wir Deutschen nennen die Amerikaner dann spöttisch und abwertend "oberflächlich, all dies sei doch eh nicht ernst zu nehmen und nichts wert. Aber wie ist es denn in Wirklichkeit bei uns? Interessieren wir uns auch nur auf dieser oberflächlichen Ebene für unsere Mitmenschen, kämen wir hier auf die Idee jemandem auf der Straße einfach mal etwas nettes zu sagen, einfach mal ein Lächeln zu schenken oder ein nettes, kleines Gespräch mit jemandem zu führen? Wir Deutschen sind so vernagelt! Von vornherein wird so vieles abgewertet und bewertet. Zum Beispiel haben mich in den USA all diese ach so "oberflächlichen" Gespräche und die Komplimente die ich auf der Straße bekommen doch immer ein Stück fröhlich gemacht und bewirkt, dass ich mich dort viel weniger allein gefühlt habe. Wenn man angelächelt wird, lächelt man selbst. Und in vielen anderen Ländern sind diese Dinge sehr alltäglich. Bei uns nicht. Wir laufen meist mit ernster Miene durch die Gegend. Die meisten Menschen reagieren mit Misstrauen und schotten sich eher ab, wenn sie hier einfach mal jemand Fremdes nett anspricht. Sie haben ihr festes Umfeld und sind kaum an jemand neuem interessiert, lassen also auch selten jemanden hinein. Wie soll man so als Einsamer oder Single hier jemanden kennenlernen? Wir Deutschen haben so wenig Leichtigkeit im Umgang miteinander und erst recht beim Kennenlernen neuer Menschen - da ist nichts spielerisch und deshalb eben auch die Hürde, die Angst und Unsicherheit viel höher.
 
Spreche ich mal eine Frau an dann kommt als Reaktion nichts anderes als ein hööö wer bist du denn was willst du denn??!! Nein, Frauen ansprechen mach ich nicht mehr.
 
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