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Warum vermietet niemand eine Wohnung an Hartz 4 Empfänger?

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Damit hartz 4 Empfänger nicht obdachlos werden hat der Staat ein eigenes Sozialbausystem errichtet, das primär Menschen mit niedrigem Einkommen versorgen soll. Tatsache ist auch, dass in Anbetracht der hohen Wohn- und Mietpreise etliche Menschen, die aufgrund eines oft nur temporär niedrigen Einkommens, diese günstigen Sozialwohnungen bekommen, diese auch dauerhaft behalten wollen,obwohl sie sich auch eine Wohnung am freien Wohnungsmarkt leisten könnten oder obwohl für sie selbst gar kein dringender Wohnbedarf mehr gegeben ist. Das unsolidarische Verhalten innerhalb der Bezieher von niedrigeren Einkommen führt daher oft zu einer zusätzlichen Verknappung von sozialem Wohnraum. Wer unter diesen Gesichtspunkten den moralischen Zeigefinger gegenüber Menschen erhebt, die ihr Leben lang gearbeitet und gespart haben um sich eine Immobilie zu erwirtschaften, und von diesen fordert, dass sie ihre Immobilie quasi als erweiterten sozialen Wohnraum betrachten müssen, vergreift sich m.M.n auch moralisch.

Ja, es gibt diese Sozialwohnungen. Es werden aber schon lange kaum noch welche gebaut, sodass man sagen kann, dass sich Leistungsberechtigte welcher Art auch immer darum "prügeln" müssen. Das Angebot kommt der Nachfrage einfach nicht mehr nach. Und nun? Soll jetzt der Großteil von Bedürftigen ins Obdachlosenheim abgeschoben werden? Wie kannst du hier Moral predigen, während du Arbeitslose als Bürger zweiter Klasse betrachtest, die es gar nicht oder weniger verdienen, ein Dach über dem Kopf zu haben?
 
Nur weil ich das Recht auf Privatbesitz und ein damit verbundenes Recht auf freie Verfügung im Rahmen der Rechtsordnung anerkenne, erkläre ich keinen Menschen zum Menschen zweiter Klasse. Bei dieser Argumentation fehlt mir eine für mich logisch nachvollziehbare Argumentation.
abgesehen davon, wollte ich zum Thema noch folgendes anmerken.
Die Einkommen von Hartz4 Empfängern und einfachen Arbeitern und Angestellten unterscheiden sich nach Transferleistungen nur geringfügig, weshalb man /frau davon ausgehen kann dass "Leistungsbezieher"(😉) und "Leistungsträger"(😉) beim "Kampf um Wohnraum" ähnliche Bedingungen vorfinden, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass hartz4 Empfänger, vorallem dann, wenn sie Kinder haben, aufgrund ihres Status bei der Wohnungsvergabe einen "Wettbewerbsvorteil"(😉), gegenüber zum Beispiel alleinstehenden Berufseinsteigern, haben.
Die alleinstehenden Berufseinsteiger werden wegen der Reihungskriterien zur kommunalen Wohnungsvergabe eher auf den hinteren "Listenplätzen" dahindümpeln. Die hartz 4 Empfänger haben somit am staatlich subventionierten Wohnungsmarkt i.d.R die besseren Chancen eine Wohnung zu finden. Im Sinne einer Weitung des Gerechtigkeitshorizontes
könnte man die besseren Chanchen von "Leistungsträgern" am freien Wohnungsmarkt auch als marktinhärentes ausgleichendes Gerechtigkeitsprinzip verstehen.
Abschließend möchte ich vorbeugend noch feststellen, dass ich mich ohne Einschränkung zu den
Menschenrechten bekenne, auch zu den materiellen. Gerade auch Hartz 4 wurde deshalb eingeführt um unter schwieriger werdenden wirtschaftlichen Bedingungen den materiellen
Menschenrechten jedes Bürgers gerecht zu werden. Menschen die Hartz 4 für menschenverachtend halten, verdrängen m.M.n die Lebenswirklichkeiten und Lebensbedingungen
die Menschen in anderen Ländern, auch EU Ländern vorfinden.
Die Ansprüche an Wohnraum sind ebenso wie die Ansprüche an Lebensqualität in den letzten
30 Jahren m.M.n unverhältnismäßig, weil nachhaltig offenbar nicht finanzierbar, gestiegen.
Auch in den 60er,70er und 80er Jahren des 20.jht herrschte Wohnungsknappheit und der Wohnraum wurde intensiver genutzt. Die Allgemeinheit brauchte keine 40-60 qm Singlewohnung
zu finanzieren, weil es die kaum gab, weil von vornherein nicht finanzierbar und die allermeisten Menschen die Haltung hatten: "Brötchen die ich nicht gebacken habe, nehme ich nur wenn es tatsächlich nicht anders geht."
Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mich mit meiner Schreibe hier in die Nesseln setzte.
Aber die Vollkaskomentalität die Viele an den Tag legen ärgert mich nicht zuletzt auch deswegen, weil ich sie für geistige Trägheit halte, die m.M.n das Prinzip der Mündigkeit untergräbt. Ideologische Paraphrasen sind in meinen Augen keine Argumente, selbst dann nicht
wenn sie sich in den Dienst des Schönen, Guten und Wahren zu stellen meinen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Spiegelleitartikel unter der Überschrift "Das Spiel mit den Armen" setzte sich damit auseinander, dass hartz4, das eigentlich eingeführt worden war um die soziale Sicherheit aufrechterhalten zu können, plötzlich von Menschen in Anspruch genommen wurde, die ihre sozialen Verhältnisse "drehen" mussten um Leistungsbezieher werden zu können. Menschen die auch aus Statusgründen zuvor nicht um Sozialhilfe, die ja von H4 abgelöst wurde, angesucht hätten. Das Resultat war/ist dass der Bezieherkreis viel größer und die Kosten viel höher geworden sind als geplant.
Auch das mag ein Grund sein warum dem Staat nach und nach das Geld für den sozialen Wohnbau ausgeht.
 
Die Einkommen von Hartz4 Empfängern und einfachen Arbeitern und Angestellten unterscheiden sich nach Transferleistungen nur geringfügig, weshalb man /frau davon ausgehen kann dass "Leistungsbezieher"(😉) und "Leistungsträger"(😉) beim "Kampf um Wohnraum" ähnliche Bedingungen vorfinden, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass hartz4 Empfänger, vorallem dann, wenn sie Kinder haben, aufgrund ihres Status bei der Wohnungsvergabe einen "Wettbewerbsvorteil"(😉), gegenüber zum Beispiel alleinstehenden Berufseinsteigern, haben.
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Menschen die Hartz 4 für menschenverachtend halten, verdrängen m.M.n die Lebenswirklichkeiten und Lebensbedingungen
die Menschen in anderen Ländern, auch EU Ländern vorfinden. Die Ansprüche an Wohnraum sind ebenso wie die Ansprüche an Lebensqualität in den letzten 30 Jahren m.M.n unverhältnismäßig, weil nachhaltig offenbar nicht finanzierbar, gestiegen.
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Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mich mit meiner Schreibe hier in die Nesseln setzte.

Vielleicht der beste Beitrag bis jetzt. Das Wohnungsproblem ist kein Hartz 4 Problem, sondern ein generelles Probem der schwächeren Einkommensschichten die im urbanen Raum wohnen wollen, wobei der nicht Hartz4 empfangende Single ohne Anspruch auf sozialen Wohnungsraum oft sogar am schlechtesten dran ist.

Mietobjekte haben gerade in zinsschwachen Zeiten veiele Vermieter als Investitionsmöglichkeit entdeckt. Renovieren und denn mehr Miete kassieren, natürlich kann sich so eine Wohnung nicht mehr jeder leisten. Statt das Problem auf Hartz 4 abzuwälzen sollte man aber nach den Ursachen fragen.

p.s. Nesseln sind garnicht so unbequem, sie brennen aber ein bisschen 😀
 
Ein Spiegelleitartikel unter der Überschrift "Das Spiel mit den Armen" setzte sich damit auseinander, dass hartz4, das eigentlich eingeführt worden war um die soziale Sicherheit aufrechterhalten zu können, plötzlich von Menschen in Anspruch genommen wurde, die ihre sozialen Verhältnisse "drehen" mussten um Leistungsbezieher werden zu können. Menschendie auch ausStatusgründen zuvor nicht um Sozialhilfe, die ja von H4 abgelöst wurde, angesucht hätten. Das Resultat war/ist dass der Bezieherkreis viel größer und die Kosten viel höher geworden sind als geplant.
Auch das mag ein Grund sein warum dem Staat nach und nach das Geld für den sozialen Wohnbau ausgeht.

Dass HartzIV eine "soziale Schicht" aufrechterhalten soll - du lebst wohl hinter'm Mond. HartzIV hat vor allem den Nutzen, die Armen arm zu halten (was man auch daran erkennt, dass Anspruch erst dann besteht, wenn man NICHTS mehr besitzt, außer Tausend bis Zweitausend Euro; ein Auto kann man mit HartzIV auch nicht finanzieren).
Ich kann dir sagen, warum kaum noch Sozialwohnungen gebaut werden: Weil man keinen zusätzlichen Wohnraum für Migranten schaffen will.
 
Soso, einmal und nie wieder, bedeutet, du hast es mit einem Versucht vielleicht auch mehreren bist auf die Nase gefallen, ohne näher bestimmten Grund und deswegen sind Hartz IV Bezieher als Mieter böse ....
Ich kann allein auf Grund meiner Erfahrungen nicht sagen, dass alle Hartz-IV-Bezieher böse sind. (Das glaube ich nicht einmal selbst, dass die alle nichts taugen.) Aber wenn man mit einer Sorte Mieter schlechte Erfahrungen gemacht hat, rechnet man natürlich damit, dass die Wahrscheinlichkeit, mit dieser Sorte auf die Nase zu fallen, möglicherweise höher ist als bei anderen. Und dann hat man natürlich keine Lust darauf, sich sowas nochmal ans Bein zu binden. Da geht ich lieber auf Nummer Sicher, eh mich das nochmal Tausende von Euros und einige Nerven kostet.

Natürlich könnte ich auch fünfmal an Hartz-IV-Empfänger vermieten und erst dann, wenn ich zum fünften Mal auf die Nase falle, wach werden. Aber soviel Geld zum aus-dem-Fenster-Werfen hab ich auch nicht. Ich muss auch hart arbeiten für meine Kohle.


@puuusteblume: Deine kommunistischen Phantasien, nach denen nicht selbstgenutztes Wohneigentum im Erbfalle verstaatlicht werden solle, kannst du hier natürlich gerne äußern, noch gilt hier in Deutschland aber das Grundgesetz, und das schützt nicht nur das Eigentum als Grundrecht, sondern auch das Erbrecht.

Ich wüsste auch nicht, wozu ich den Wohnraum mit viel Geld aufwändig in Schuss halten sollte, wenn er hinterher einfach an den Staat statt an meine Kinder fiele.
 
Ich kann dir sagen, warum kaum noch Sozialwohnungen gebaut werden: Weil man keinen zusätzlichen Wohnraum für Migranten schaffen will.

Du unterstellst, das Migranten vorwiegend soziale Brennpunkte und Armenviertel aufsuchen? Ich dachte das seien alles sehr gut ausgbildete Fachkräfte? 😕

Also wenn fleissige deutsche ins Ausland auswandern um dort ihr berufliches Glück zu suchen hausen sie für gewöhnlich dort nicht im Gulli. Ist das umgekehrt anders?
 
Du unterstellst, das Migranten vorwiegend soziale Brennpunkte und Armenviertel aufsuchen? Ich dachte das seien alles sehr gut ausgbildete Fachkräfte? 😕

Also wenn fleissige deutsche ins Ausland auswandern um dort ihr berufliches Glück zu suchen hausen sie für gewöhnlich dort nicht im Gulli. Ist das umgekehrt anders?

Ähm, du glaubst das Fachkräfte-Märchen?

Ich will keinesfalls Migranten über einen Kamm scheren und sagen, dass diese alle arm seien. Nein. Aber ein nicht unerheblicher Teil ist es.

Wenn Deutsche ins Ausland auswandern, erwarten sie dort für gewöhnlich andere Bedingungen als hier. Ich möchte jetzt keine Äpfel mit Birnen vergleichen.

Anstatt etwas an der Einwanderungspolitik zu feilen, versucht man den Zustrom an Migranten nun auf diese Weise einzudämmen, indem man weniger Wohnraum schafft. Ist doch logisch. Gut finde ich das nicht, habe ich ja nicht behauptet.
 
Menschen die Hartz 4 für menschenverachtend halten, verdrängen m.M.n die Lebenswirklichkeiten und Lebensbedingungen die Menschen in anderen Ländern, auch EU Ländern vorfinden.

Die Ansprüche an Wohnraum sind ebenso wie die Ansprüche an Lebensqualität in den letzten
30 Jahren m.M.n unverhältnismäßig, weil nachhaltig offenbar nicht finanzierbar, gestiegen.
Auch in den 60er,70er und 80er Jahren des 20.jht herrschte Wohnungsknappheit und der Wohnraum wurde intensiver genutzt. Die Allgemeinheit brauchte keine 40-60 qm Singlewohnung
zu finanzieren, weil es die kaum gab, weil von vornherein nicht finanzierbar und die allermeisten Menschen die Haltung hatten: "Brötchen die ich nicht gebacken habe, nehme ich nur wenn es tatsächlich nicht anders geht."
Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mich mit meiner Schreibe hier in die Nesseln setzte.
Aber die Vollkaskomentalität die Viele an den Tag legen ärgert mich nicht zuletzt auch deswegen, weil ich sie für geistige Trägheit halte, die m.M.n das Prinzip der Mündigkeit untergräbt.

Die "Lebenswirklichkeit" ist die, dass einige Milliarden Menschen sich weltweit Tag für Tag abrackern und dennoch nur gerade das Notwendigste zum Leben haben ..... wenn überhaupt.
Während ein Großteil der erarbeiteten Werte in die Taschen eines verschwindend geringen Teils der Menschheit fließt, der von goldenen Tellerchen isst und in goldene Schüsselchen scheißt und den Brauchbarsten seiner Helferlein zumindest so viel gönnt, dass diese sich deutlich genug von der Masse abgrenzen können.

Es gibt in diesem globalen, vom Raubtier Mensch ersonnenen System, im Grunde keinen einzigen mündigen Menschen.
Es gibt nur brauchbares und unbrauchbares Personal, wobei die Brauchbarkeit sich auf den Menschen in seiner Eigenschaft als Konsument, Produktionshelfer und Dienstleister bezieht....

Würde es so etwas wie ein "Prinzip der Mündigkeit" geben, dann würden pausenlos die Köpfe rollen bis jeder Mensch ein angemessenes Dach über dem Kopf hat und über ein Einkommen verfügen kann, das ihm eine menschenwürdige Existenz ermöglicht.
 
Die "Lebenswirklichkeit" ist die, dass einige Milliarden Menschen sich weltweit Tag für Tag abrackern und dennoch nur gerade das Notwendigste zum Leben haben ..... wenn überhaupt.
Während ein Großteil der erarbeiteten Werte in die Taschen eines verschwindend geringen Teils der Menschheit fließt, der von goldenen Tellerchen isst und in goldene Schüsselchen scheißt und den Brauchbarsten seiner Helferlein zumindest so viel gönnt, dass diese sich deutlich genug von der Masse abgrenzen können.

Es gibt in diesem globalen, vom Raubtier Mensch ersonnenen System, im Grunde keinen einzigen mündigen Menschen.
Es gibt nur brauchbares und unbrauchbares Personal, wobei die Brauchbarkeit sich auf den Menschen in seiner Eigenschaft als Konsument, Produktionshelfer und Dienstleister bezieht....

Würde es so etwas wie ein "Prinzip der Mündigkeit" geben, dann würden pausenlos die Köpfe rollen bis jeder Mensch ein angemessenes Dach über dem Kopf hat und über ein Einkommen verfügen kann, das ihm eine menschenwürdige Existenz ermöglicht.

Danke, Danke, DANKE fuer diesen beitrag!
 

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