Christen lügen meiner Meinung nach genau wie alle anderen Menschen auch
Du hast es nicht verstanden, was Lena sagen will. Menschen, die lügen, sind keine Christen.
Die Erde ist nicht 6000 Jahre alt (was hier auch nicht das Thema ist)
Das ist keine Lüge sondern eine Annahme, eine Weltsicht.
Ich kann weiterhin nicht verstehen, dass Menschen, die in einer Gruppe leben, von selbst drauf kommen müssen, dass es falsch ist, was sie tun. Auf welche Erfahrung stützt sich das? Die Geschichte der Welt zeigt im Grunde das genaue Gegenteil.
Dass es falsch ist, was der brasilianische Indianerstamm tut, beurteilst du auf Grundlage dessen, was du gelernt hast. Man kann aber nicht dort hingehen und denen das so sagen. In ihrem Umkreis, in ihrer Welt, ist das moralisch vertretbar, was sie tun. Es hat seine Berechtigung. Sonst würden sie es nicht tun.
Ich möchte jetzt nicht über den Artikel urteilen, dazu weiß ich zu wenig über den Film, kann also nicht sagen, ob das nun so ist, dass dieser brasiliansiche Stamm behinderte Kinder aussetzt, aber sicher gibt es dies bei indignen Stämmen. Manuel sprach das Problem mit den Albinos in Afrika an.
Das Thema, inwieweit man sich einmischen darf, finde ich schon sehr interessant. Ich beschäftige mich mit Schamanismus und kann mich ein klein wenig in die Welt eines südamerikanischen Indianerstamms eindenken.
Zunächst mal müsste man die Frage klären, um welche Art der Behinderung es sich gehandelt hat. Vielleicht war dieses Kind ja auch einfach zum Sterben verurteilt und für einige Indianerstämme ist es normal, zum Sterben in den Urwald zu gehen.
Wir müssen auch bedenken, dass das Überleben für diese Menschen nicht einfach ist und möglicherweise überfordert es einfach die Gruppe, einen Behinderten durchzuschleppen. Vielleicht geht es da um Ressourcen und der Stamm hatte keine andere Wahl.
Die Indianer gehen auch anders mit dem Tod um als wir. Für sie geht dieses Kind zurück in die Einheit, aus der wir alle kommen. Da ist das Verhältnis zum Tod ganz anders.
Ich möchte an der Stelle auch darauf hinweisen, dass es noch nicht so lange her ist, dass man in Deutschland unwertes Leben getötet hat. Wir sollten uns da also nicht zu sehr über diese Menschen stellen.
Die machen das warscheinlich schon seid Jahrzehnten oder Jahrhunderten so.
Tatsächlich machen sie das bereits seit Jahrtausenden so.
Ausserdem zeigt die Vergangen heit sehr gut, dass der Mensch eben Angst vor dem hat, was nicht unserem Weltbild entspricht (Erde ist nicht Mittelpunkt des Universums). Warum wohl hat die Kirche diese Leute die das behaupteten verfolgt? Sie hatten angst.
Da ging es eigentlich mehr um einen Herrschaftsanspruch und um Machtdenken. Hätte die katholische Kirche zugegeben, dass ihr Bild falsch ist, hätten sie damit ihre Unfehlbarkeit in Frage gestellt. Und das haben sie nur sehr ungern aufgegeben.
Wenn wir nun den Leuten alles im Leben umkrempeln wollen werden sie auch nur Angst haben. Und sie werden dann vllt. aus Angst vor "der Strafe der Götter" gleich noch mehr Menschen Opfern (Nur als Beispiel kann auch was anderes sein).
Die meisten südamerikansichen Indianerstämme hatten bereits Kontakt mit der westlichen Kultur und Menschenopfer gibt es dort heute nicht mehr. Sicher, man kann nicht ausschließen, dass irgendwo im dichten Busch noch ein paar sitzen, die völlig abgeschottet sind, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch.
Heute ist es eher so, dass man neu entdeckte Stämme so gut wie möglich in Ruhe lässt und eher eine Bannmeile um das Gebiet zieht. Gerade die brasilianische Regierung legt heute Wert darauf, dass abgeschottete Stämme keinen bis nur sehr geringen Kontakt zu unserer westlichen Kultur haben.
Vielleicht werden dort behinderte Säuglinge tatsächlich in den Wäldern ausgesetzt und dem Tod überlassen. Auf der anderen Seite sollten wir uns mal überlegen, dass in unserer Gesellschaft keineswegs alles wunderbar ist und bei uns alles von einem moralischen Standpunkt aus entschieden wird.
In diesem Forum kommen so viele Menschen zusammen, die auf die ein oder andere Weise verletzt worden sind, Frauen und Männer, die als Babys schon sexuell missbraucht worden sind. Oder eben auch Menschen, die in unserer Leistungsgesellschaft kaputt gehen. DAS geht uns in der Tat alle was an und da dürfen wir uns alle echauffieren und da dürfen wir alles daran setzen, dass wir das ändern.
Wenn wir das geschafft haben, können wir ja auf die Indianer im Regenwald zurückkommen. Und wenn wir dabei sind, uns mit denen zu beschäftigen, vielleicht gelingt es uns dann ja, lange genug still zu sein, um viel von diesen Menschen zu lernen. Es gibt da Stämme, die haben ein tolles soziales System. Da können wir uns eine dicke Scheibe von abschneiden. Und dann könnten wir vielleicht ja voneinander lernen.
Tuesday