@Shorn: es gibt auch einen Spruch, wenn Gold fähig wäre, all das Leid, das daran klebt, durch Schreie zu äußern, würden die meisten Kirchen (und ganz besonders die goldverkrusteten lateinamerikanischen) durch den Schall einstürzen. Denn das Gold und Silber, das heute die Kirchen von Mexiko bis in den Vatikan ziert, wurde überwiegend durch Sklavenarbeit gewonnen. Versklavte Indianer, und als die wegen der ungewohnten Zwangsarbeit und den Krankheiten wegstarben, dann versklavte Afrikaner.
Wo hast Du das denn her? Quelle?
AT lesen, dazu ein paar Bücher, die sich kritisch mit der Zeit des AT auseinandersetzen plus ein paar Bücher über Nomadenvölker allgemein. Dann ist der Zusammenhang offensichtlich.
Es gibt noch mehr Hinweise, wie eine Geschichte im AT (weiß nicht mehr wo), wo erzählt wird, daß Alte dem Spott und Mutwillen der jungen Leute ausgesetzt waren. Geachtet waren Alte bei allen antiken oder Naturvölkern nur so lange, wie sie körperlich und geistig noch gut beisammen waren und trotzdem ihren Teil am täglichen Leben leisten konnten, aber sobald das wegfiel, galten sie als überflüssig und nutzlose Fresser, die bestenfalls noch als Pausenclowns dienten. Und sobald das "Volk Israel" seßhaft geworden war, war es halt nicht mehr so einfach, diese nutzlosen Fresser auf die einfache Art, nämlich per Zurücklassen irgendwo, loszuwerden. Das Zusammenleben auch mit hilflosen Alten mußte erst gelernt werden, auch davon erzählt das AT. Etwas verhuscht und zwischen den Zeilen, weil das zu dem Zeitpunkt, als das AT niedergeschrieben wurde (größtenteils um die Zeit des Babylonischen Exils, also Jahrhunderte nach dem Exodus), eben schon kein großes Thema mehr war, zu diesem Zeitpunkt hatte man sich schon dran gewöhnt, auch mit den nutzlosen Alten so lala auszukommen.
Jede Kultur "kümmerte" sich auf ihre Weise um die Alten. Bei bestimmten Völkern des nördlichen Amerika war es z. B. Sitte, daß Alte, die Krankheiten und Kriege und Hunger so lange überlebt hatten, bis sie hinfällig wurden (was damals die wenigsten schafften, die Sterberaten waren in jedem Lebensalter hoch), einfach sang- und klanglos und ohne großen Abschied in die Wildnis gehen mußten und dort allein den Tod erwarten, sobald klar war, daß sie nur noch eine Belastung für die Familie darstellten. Wenn sich ein Alter weigerte oder ein Affentheater machte, galt das für die ganze Familie als Schande und schwerer "Gesichtsverlust". Das heißt, da stand massiver sozialer Druck von der ganzen Gemeinschaft dahinter, nutzlose Alte nicht zu lange mit durchzuschleifen. Auch weil sich nomadische oder halbnomadische Völker (die zwischen Sommer- und Winterlager pendeln) eben keine hohe Belastung durch nutzlose Fresser leisten konnten, wenn selber ständig vom Hungertod bedroht, wenn etwa die Büffel zu spät kamen oder Unwetter die Ernte von Wildreis vernichtet hatten.