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Was passiert beim Neurologen/Psychiater?

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Hallo Brummbärchi,

willkommen im Klub!

ja, das weiß ich noch. Ich habe meinen Geldbeutel im Supermarkt liegen gelassen. Hatte keine Folgen, ich habs daheim gemerkt und glücklicherweise hat die Kassiererin ihn aufgehoben. Aber das war der Auslöser damals. Seitdem habe ich halt die wichtigen Dinger immer öfter kontrolliert. Das war damals noch überschaubar. Da habe ich noch zu Hause gelebt und die Verantwortung für die meisten Dinge (Herd, Wasserhähne, Türen etc.) hatten ja damals noch meine Eltern. In dem Ausmaß ist es erst, seit ich ausgezogen bin, also ca. 6 Jahre. Wenn ein Ende in Sicht wäre, könnte ich an einzelnen Dingen arbeiten, aber es wird schleichend mehr und mehr statt weniger. Beispiel: mein Freund leerte seinen Aschenbecher, passte nicht auf, Asche war noch heiß und der Mülleimer begann zu rauchen => Aschenbecher meines Freundes wurde zu einem neuen "Kontrollobjekt"

Mhmmm, der Verlust deiner Geldbörse war dann also quasi die Initialzündung. Dazu die Sache mit dem Aschenbecher, die deine Ängste, etwas könnte passieren, sicher weiter angefacht haben.

Du kannst ja mal so etwas wie eine Strichliste führen: schnapp dir einen Block und notiere täglich in einer Spalte, welche Handlungen du zwanghaft ausgeführt hast, von denen dir bewusst war, dass sie eigentlich unnütz sind und dir nur Zeit & Kraft rauben. Und in der anderen Spalte daneben notierst du dann, ob es wirklich notwendig gewesen ist den Herd x-mal zu kontrollieren bevor du ausgehst, oder ob der Herd nicht tatsächlich sowieso aus war. Ich bin sicher du wirst herausfinden, dass deine Handlungen unnütz sind und obendrein zeitraubend.

Vielleicht kommst du so deinen Gedanken ein wenig bei, wenn du dir im Laufe der Zeit verinnerlichst, dass in Wirklichkeit gar keine Gefahr besteht und dass die Bude nicht in Flammen steht, wenn du sie verlässt ohne den Herd zu kontrollieren.

Ein gewisses Risiko, die Geldbörse zu verlieren, das Fenster trotz Regen offen zu lassen oder aus Versehen eine Jeans bei 90° zu waschen, besteht im Alltag immer, aber gerade die Bemühungen, das alles zu verhindern und risikofrei leben zu wollen, bringen den Stress in den Alltag.

Ja, richtig. Das hat alles mit Unsicherheit zu tun bzw. mit Verantwortung. Die Dinge, die wichtig sind und für die ich die Verantwortung habe, 'müssen' kontrolliert werden. Andere nicht. Mein Haustürschlüssel muss immer kontrolliert werden. Wenn ich ihn verliere, wird das teuer. Mein Freund hat auch einen Haustürschlüssel und er ist weitaus "schusseliger" als ich. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ihn verliert, ist höher als die, dass ich meinen je verloren hätte (auch "früher", als ich noch keine Zwänge hatte). Trotzdem kontrolliere ich seinen Haustürschlüssel nicht. Für seinen bin ich nicht verantwortlich. Verliert er ihn, wird das genauso teuer, aber ICH bin nicht Schuld daran. Irgendwie bekloppt, ich weiß, aber so läuft mein Hirn dummerweise.

Jaja, ich kenne das. Man weiß durchaus, was da abläuft und inwiefern man sich selbst im Weg steht, aber in der Umsetzung hapert´s. Daran kann man mal wider sehen, dass wir mehr oder weniger von unserem Hirn diktiert werden.

Was aber nicht bedeutet, dass man nicht auch wieder umlernen kann. Zum ersten bist du nicht „bekloppt“, sondern hast eben durch deine Erfahrungen eine entsprechende Prägung ausgebildet. Dafür kannst du ja nix und freiwillig entschließt sich ja auch niemand zu einem Verhalten von dem er eigentlich weiß, dass es einen behindert.

Ein Zwanghaftes Verhalten, ein Kontrollwahn, gaukelt einem eine vermeintliche Sicherheit vor, in der Annahme, es würde ganz bestimmt etwas gravierendes schief gehen, wenn man dies oder jenes nicht tut. Aber letztendlich setzt man sich mit einem Kontrollzwang selbst nur unter Stress, so dass die Wahrscheinlichkeit ehr zunimmt, etwas kaputt oder verkehrt zu machen. So hatte ich das zuvor ausdrücken wollen.

Paradox nicht? Aber gerade die Bemühung, etwas NICHT zu tun, führt oftmals zum Entstehen des Problems, welches man verhindern wollte. Das liegt daran, dass das Hirn keine Negationen befolgen kann...versuch mal, 5 Minuten nicht an einen rosa Elefanten zu denken...

Danke! Schau ich gleich rein und informier mich.

Den „Sedona“ – Link hab ich dir geschickt, damit du vielleicht Gedanken, die dich dazu bringen, eine Handlung immer und immer wieder durchzuführen, mal überdenkst und versuchst, loszulassen. Wenn es dir gelingt, deinem Gehirn eine Alternative zum Befolgen dieser Zwangshandlungen anzubieten und damit diese Gedanken allmählich loslässt, bist du nicht nur ein großes Stück weiter, sondern vielleicht sogar schon frei davon.

Danke 🙂. Richtig, hier hat mich niemand gebissen. Ehrlich gesagt: auch wenn ich die ganze neue, moderne "Technik" verfluche.. wenn es das Internet nicht gäbe, hätte ich mich nie so informieren können, wäre nie in Foren wie diesem gelandet und hätte wahrscheinlich auch so schnell nicht gemerkt, dass mich keiner beißt, weil ich das Thema im 'richtigen' Leben gar nicht anspreche. (Mein Freund kriegt es halt dummerweise mit, lässt sich nicht vermeiden, wenn man zusammenlebt)... Schreiben ist halt auch einfach leichter. Man haut alles in die Tasten, schickt es ab, macht den PC aus und dann wieder an, wenn man bereit ist. Noch dazu sieht es keiner, wenn man zittert, rot wird oder sonstwas dämliches tut. Spricht man etwas jemanden gegenüber an, kann man schlecht sagen "ich muss weg!" und die körperlichen Reaktionen kann man halt auch nicht verstecken.

Ja, die Anonymität macht es leichter und angenehmer, sich anderen anzuvertrauen und über Probleme zu sprechen. Und trifft man dann in so einem Forum doch mal auf einen Stinkstiefel (oder Stinkpömps), dann antwortet man demjenigen einfach nicht mehr und gut is. Im „Realleben“ wird man ehr angreifbar, wenn man etwas von sich preisgibt. Da ist mehr Vorsicht geboten. Und moderne Technik...nun, die muss man eben nur zu nutzen wissen, dann geht´s.

Aber wird schon werden! Ich habe in 3 Wochen diesen Termin und mach mir schon seit einer Woche deswegen in Hose. Ich leide doch nicht insgesamt 4 Wochen, um dann den Termin verstreichen zu lassen, nee,so blöd bin ich nicht, dass ich mir das umsonst antue.

Sei ruhig mal etwas zuversichtlicher was deinen Termin angeht, du bekommst dort Hilfe, sofern du ehrlich deine Problematik schilderst. Sieh diesen Termin als deine Chance an und nicht als Bestrafung für dein vermeintliches „Fehlverhalten“. 🙂

LG,
Rocky
 
Mhmmm, der Verlust deiner Geldbörse war dann also quasi die Initialzündung. Dazu die Sache mit dem Aschenbecher, die deine Ängste, etwas könnte passieren, sicher weiter angefacht haben.

Hallo Dr. Rock 🙂 - genau, der Geldbeutel war der Auslöser. Alles andere kam nach und nach dazu. Entweder "einfach so" oder weil irgendeine Kleinigkeit passiert ist (wie eben mit dem Aschenbecher).

Das hauptsächliche Problem war wohl, dass ich mir nicht mehr trauen konnte, denn ich war mir zu 100% sicher, dass ich diesen Mist-Geldbeutel eingepackt habe. Ich weiß bis heute nicht, wie das passiert is 😕

Du kannst ja mal so etwas wie eine Strichliste führen: schnapp dir einen Block und notiere täglich in einer Spalte, welche Handlungen du zwanghaft ausgeführt hast, von denen dir bewusst war, dass sie eigentlich unnütz sind und dir nur Zeit & Kraft rauben. Und in der anderen Spalte daneben notierst du dann, ob es wirklich notwendig gewesen ist den Herd x-mal zu kontrollieren bevor du ausgehst, oder ob der Herd nicht tatsächlich sowieso aus war. Ich bin sicher du wirst herausfinden, dass deine Handlungen unnütz sind und obendrein zeitraubend.

Vielleicht kommst du so deinen Gedanken ein wenig bei, wenn du dir im Laufe der Zeit verinnerlichst, dass in Wirklichkeit gar keine Gefahr besteht und dass die Bude nicht in Flammen steht, wenn du sie verlässt ohne den Herd zu kontrollieren.

Das ist ja das lustige. Ich WEISS, dass meine Handlungen unnütz sind. Ich habe sogar schon Fotos gemacht von meinen kontrollierten Dingen. Selbst die haben mich nicht beruhigt. Ich wusste "alles ok", musste aber trotzdem schauen.

Ich habe auch schon (wegen dem Druck, den mein Freund mir macht) das alles komplett eingestellt. Dabei hat sich alles auf andere Dinge verlagert. Ähnlich einem Alkoholiker, der nicht mehr trinkt, dafür aber Beruhigungstabletten schluckt und so von einem Übel ins andere latscht. Nur, dass ein Zwang gefühlsmäßig mit einer Sucht nicht zu vergleichen ist.


Was aber nicht bedeutet, dass man nicht auch wieder umlernen kann. Zum ersten bist du nicht „bekloppt“, sondern hast eben durch deine Erfahrungen eine entsprechende Prägung ausgebildet. Dafür kannst du ja nix und freiwillig entschließt sich ja auch niemand zu einem Verhalten von dem er eigentlich weiß, dass es einen behindert.

Stimmt ja. Zeit totschlagen ließe sich auf angenehmere Weise 🙂 - aber was man irgendwie gelernt hat, kann man hoffentlich auch wieder loswerden. Muss ja, sonst wären sämtliche Therapeuten arbeitslos 😉


Ein Zwanghaftes Verhalten, ein Kontrollwahn, gaukelt einem eine vermeintliche Sicherheit vor, in der Annahme, es würde ganz bestimmt etwas gravierendes schief gehen, wenn man dies oder jenes nicht tut. Aber letztendlich setzt man sich mit einem Kontrollzwang selbst nur unter Stress, so dass die Wahrscheinlichkeit ehr zunimmt, etwas kaputt oder verkehrt zu machen. So hatte ich das zuvor ausdrücken wollen.

Paradox nicht? Aber gerade die Bemühung, etwas NICHT zu tun, führt oftmals zum Entstehen des Problems, welches man verhindern wollte. Das liegt daran, dass das Hirn keine Negationen befolgen kann...versuch mal, 5 Minuten nicht an einen rosa Elefanten zu denken...

haha, das mit dem rosa Elefanten war jetzt fies 😉 - ich mag deine Art. Du denkst rational, handelst normal und so, dass mir manches soviel einfacher erscheint als vor einer Woche noch und bringst mich auch noch dazu, an rosa Elefanten zu denken 😛

Weißt du - wenn der Arzt auch so 'selbstverständlich' damit umgeht wie du, fallen mir noch ein paar weitere Steine vom Herzerl.

Aber an den Negationen ist etwas dran. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich bestimmte Dinge positiv auswirken und andere negativ. Stress und "nein, lass das" negativ - ja, ist ja gut, ich finde mich damit ab eher positiv. Wenn "ja ist ja gut" auf Dauer da wäre, würde es wohl klappen, aber zwischendurch ist es halt einfach zum Mäuse melken, weil Rückschläge wütend machen und eben zu Stress führen.


Den „Sedona“ – Link hab ich dir geschickt, damit du vielleicht Gedanken, die dich dazu bringen, eine Handlung immer und immer wieder durchzuführen, mal überdenkst und versuchst, loszulassen. Wenn es dir gelingt, deinem Gehirn eine Alternative zum Befolgen dieser Zwangshandlungen anzubieten und damit diese Gedanken allmählich loslässt, bist du nicht nur ein großes Stück weiter, sondern vielleicht sogar schon frei davon.

ja, der Ansatz gefällt mir und klingt sinnvoll. Im Grunde muss ich das Wissen nur umsetzen und verinnerlichen. Und vielleicht hin und hier einen Arschtritt kriegen, damit man nicht den scheinbar "bequemen" Weg wählt.


Ja, die Anonymität macht es leichter und angenehmer, sich anderen anzuvertrauen und über Probleme zu sprechen. Und trifft man dann in so einem Forum doch mal auf einen Stinkstiefel (oder Stinkpömps), dann antwortet man demjenigen einfach nicht mehr und gut is. Im „Realleben“ wird man ehr angreifbar, wenn man etwas von sich preisgibt. Da ist mehr Vorsicht geboten. Und moderne Technik...nun, die muss man eben nur zu nutzen wissen, dann geht´s.

jap, im Internet kann man mit Stinkstiefeln gut umgehen. Im Real Life muss man halt aufpassen, aber das ist okay. Ich habe kein Problem damit, vorsichtig zu sein, das bin ich ohnehin, sonst würde ich aus einem Arzttermin wohl auch nicht so ein "Drama" machen.

Aber ich danke dir, sehr sogar. Ich weiß nun, dass ich mich nicht vor JEDEM schämen muss deswegen. Das ist wichtig für mich und hilft mir, die Zeit bis zum Termin etwas lockerer zu sehen. Und so finde ich vielleicht auch mal wieder erholsamen Schlaf. 🙂 (Die letzten Tage war ich glaube ich länger am PC als im Bett ;-))


Sei ruhig mal etwas zuversichtlicher was deinen Termin angeht, du bekommst dort Hilfe, sofern du ehrlich deine Problematik schilderst. Sieh diesen Termin als deine Chance an und nicht als Bestrafung für dein vermeintliches „Fehlverhalten“. 🙂

Durchschaut ;-) Direkt auf den Punkt gebracht, aua! Für mich hatte das echt was von "juhu, ich Depp geh freiwillig auf die Folterbank". Jaja, ich neige dazu, unbekanntes zum Drama zu machen und bin einsame Spitze darin, mir das schön bildlich vorzustellen, mich reinzusteigern und dann => selbsterfüllende Prophezeiung und "wusst ichs doch!". Aber ich bin nun Gott sei dank am umdenken.

Ach weißt du. Ich sag einfach mal Danke. Es ist schön, dass vollkommen fremde Menschen sich für Probleme anderer interessieren und dann auch noch bewirken können, dass die Welt wieder andere Farben als "schwarz" hat. Danke! Du hast mir sehr geholfen und mir jede Menge Stress "genommen" 🙂

Liebe Grüße
 
Moin Brummbärchi! 😛

Das hauptsächliche Problem war wohl, dass ich mir nicht mehr trauen konnte, denn ich war mir zu 100% sicher, dass ich diesen Mist-Geldbeutel eingepackt habe. Ich weiß bis heute nicht, wie das passiert is

Das verlorengegangene Selbstvertrauen kannst du dir aber auch wieder aneignen bzw. dir wieder antrainieren. Dein Fokus lag jetzt lange zeit auf diese beiden Situationen „Geldbörse“ und „qualmender Mülleimer“, denk aber doch auch mal an all die unzähligen Situationen, in denen nichts passiert und alles glatt gelaufen ist...

Das ist ja das lustige. Ich WEISS, dass meine Handlungen unnütz sind. Ich habe sogar schon Fotos gemacht von meinen kontrollierten Dingen. Selbst die haben mich nicht beruhigt. Ich wusste "alles ok", musste aber trotzdem schauen.

Na ja, wie gesagt, etwas zu wissen bedeutet nicht dass man es auch sofort umsetzen kann. Ich kann das in vielen Dingen auch noch nicht und übe. Wer sein Problem erkannt hat und den Mut hat, dem entgegenzutreten, der ist schon verdammt weit und übt dann eben. Und das ist alles, was man tun kann, denke ich.

Ich habe auch schon (wegen dem Druck, den mein Freund mir macht) das alles komplett eingestellt. Dabei hat sich alles auf andere Dinge verlagert. Ähnlich einem Alkoholiker, der nicht mehr trinkt, dafür aber Beruhigungstabletten schluckt und so von einem Übel ins andere latscht. Nur, dass ein Zwang gefühlsmäßig mit einer Sucht nicht zu vergleichen ist.

Vielleicht doch? Ein Alkoholsüchtiger steht unter dem Zwang, immer wieder dem gleichen Verhalten, nämlich der Befriedigung einer Sucht, nachgehen zu müssen, es ist dann doch ebenso ein Zwang, wie täglich 39 Mal den Herd zu überprüfen, oder?
Beide wissen, dass ihr Verhalten schädlich für sie ist, entwickeln vielleicht Schuldgefühle (was kontraproduktiv ist) und suchen einen Ausweg

Stimmt ja. Zeit totschlagen ließe sich auf angenehmere Weise - aber was man irgendwie gelernt hat, kann man hoffentlich auch wieder loswerden. Muss ja, sonst wären sämtliche Therapeuten arbeitslos

Das kann man, wenn man sich und sein Anliegen ernst nimmt und auch Besserung WILL. Viele Menschen wünschen sich eine lila Fee, die ihnen ihre Probleme wegzaubert...aber man muss etwas tun, damit es einem besser geht. Man kann eben nur dann eine Situation für sich zum positiven wenden, wenn man aktiv wird. Und da du den Willen und die Bereitschaft dazu hast...

haha, das mit dem rosa Elefanten war jetzt fies - ich mag deine Art. Du denkst rational, handelst normal und so, dass mir manches soviel einfacher erscheint als vor einer Woche noch und bringst mich auch noch dazu, an rosa Elefanten zu denken

Och fies...es war das beste Beispiel, hehe. 😉

Ich bin sehr pragmatisch und mache mir immer alles so einfach wie möglich – wozu sich unnötig belasten? Die Schwierigkeit bei vielen Dingen liegt nicht in/an den Dingen selbst, sondern welche Sichtweisen wir auf diesen Dingen haben. Wenn ich mir eine Situation oder eine Gegebenheit bereits im Vorfeld als „stressig“ ausmale, hab ich gute Chancen auf schweißnasse Axelhöhlen... 🙄

Weißt du - wenn der Arzt auch so 'selbstverständlich' damit umgeht wie du, fallen mir noch ein paar weitere Steine vom Herzerl.

Einem Dok ist das, was du ihm sagst, sicher nicht fremd, der hört tagtäglich traurige Geschichten und Leid. Damit umgehen zu können ist sein Job. Und es ist keine Schande, ein Problem mit etwas zu haben, wieso? Wenn du ein Problem mit deiner Lunge hast, gehst du ja auch zum Dok.

Aber an den Negationen ist etwas dran. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich bestimmte Dinge positiv auswirken und andere negativ. Stress und "nein, lass das" negativ - ja, ist ja gut, ich finde mich damit ab eher positiv. Wenn "ja ist ja gut" auf Dauer da wäre, würde es wohl klappen, aber zwischendurch ist es halt einfach zum Mäuse melken, weil Rückschläge wütend machen und eben zu Stress führen.

Rückschläge sind aber das Normalste der Welt. Der Mensch ist sehr komplex und sehr kompliziert – und ich hab zumindest noch niemanden kennengelernt, der einen Knopf hinterm Ohr hatte, auf dem er drücken konnte um sein Verhalten abrupt und dauerhaft zu ändern.

Seine Denk- und Verhaltensweisen zu ändern ist harte Arbeit und nimmt viel zeit in Anspruch. Rückschläge musst du einkalkulieren, denn wie gesagt, auf Knopfdruck geht das nicht. Aber mit Optimismus und gutem Willen kommt man immer weiter!

ja, der Ansatz gefällt mir und klingt sinnvoll. Im Grunde muss ich das Wissen nur umsetzen und verinnerlichen. Und vielleicht hin und hier einen Arschtritt kriegen, damit man nicht den scheinbar "bequemen" Weg wählt.

Wenn du gelenkig genug bist, kannst du dir selbst einen Arschtritt verpassen. 😛


Fürs Umsetzen musst du lange üben, ein Verhalten zu relativieren ist sehr schwierig, aber wenn die Erkenntnis und die Bereitschaft da sind, wirst du sicher erfolgreich sein. Du musst üben...und dafür brauchst du Ausdauer und Durchhaltevermögen.

Bequem kannst du es dir aber durchaus machen, beispielsweise kannst du dich belohnen, wenn du es geschafft hast, einen Tag ohne Zwangshandlungen zu leben – dann gehst du mit deinem Freund lecker essen oder so. Warum sich nicht für eine gute Leistung belohnen? 😎

Durchschaut ;-) Direkt auf den Punkt gebracht, aua! Für mich hatte das echt was von "juhu, ich Depp geh freiwillig auf die Folterbank". Jaja, ich neige dazu, unbekanntes zum Drama zu machen und bin einsame Spitze darin, mir das schön bildlich vorzustellen, mich reinzusteigern und dann => selbsterfüllende Prophezeiung und "wusst ichs doch!". Aber ich bin nun Gott sei dank am umdenken.

Auch das ist doch einfach nur menschlich. Was uns unbekannt ist und fremd, stellt ehr eine Gefahr für uns dar und ängstigt uns. Du bist schon gut, wenn es dir gelingt, neuen Situationen neutral gegenüberzutreten.

Ach weißt du. Ich sag einfach mal Danke. Es ist schön, dass vollkommen fremde Menschen sich für Probleme anderer interessieren und dann auch noch bewirken können, dass die Welt wieder andere Farben als "schwarz" hat. Danke! Du hast mir sehr geholfen und mir jede Menge Stress "genommen"

Freut mich sehr dass ich dir ein paar graue Gedanken „austreiben“ konnte. Die Welt ist sicher nicht schwarz, es gibt viel Gutes, man muss es nur erkennen können und sich seine eigene Welt entsprechend zusammenbasteln. 😉

Viel Erfolg bei deinem Termin und alles Gute! 😀
Dr. Rock
 
Moin Brummbärchi! 😛



Das verlorengegangene Selbstvertrauen kannst du dir aber auch wieder aneignen bzw. dir wieder antrainieren. Dein Fokus lag jetzt lange zeit auf diese beiden Situationen „Geldbörse“ und „qualmender Mülleimer“, denk aber doch auch mal an all die unzähligen Situationen, in denen nichts passiert und alles glatt gelaufen ist...

guuuten Morgen (13 Std. Schlaf, ausgeschlafenes und gut gelauntes Brummbärchi 🙂)

ja, die Situationen, in denen nichts passiert ist, überwiegen eindeutig. Hätte ich schon immer ein bombiges Selbstvertrauen gehabt, wäre es vermutlich (vielleicht?) auch nie dazu gekommen, dass ein Ereignis reicht, um sowas ins Rollen zu bringen. Bestünde ja dann auch keine Notwendigkeit.


Na ja, wie gesagt, etwas zu wissen bedeutet nicht dass man es auch sofort umsetzen kann. Ich kann das in vielen Dingen auch noch nicht und übe. Wer sein Problem erkannt hat und den Mut hat, dem entgegenzutreten, der ist schon verdammt weit und übt dann eben. Und das ist alles, was man tun kann, denke ich.

Stimmt. Ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen. - Ist halt, als müsste man wieder laufen lernen, da fliegt man auch erstmal oft auf die Schnauze. Nur haben Kinder da wohl eine bessere Frustrationstoleranz, wäre ja blöd, wenn sies nicht trotzdem immer wieder versuchen würden. Tjaja, da sieht mans, auch von Kindern kann man lernen 🙂


Vielleicht doch? Ein Alkoholsüchtiger steht unter dem Zwang, immer wieder dem gleichen Verhalten, nämlich der Befriedigung einer Sucht, nachgehen zu müssen, es ist dann doch ebenso ein Zwang, wie täglich 39 Mal den Herd zu überprüfen, oder?
Beide wissen, dass ihr Verhalten schädlich für sie ist, entwickeln vielleicht Schuldgefühle (was kontraproduktiv ist) und suchen einen Ausweg

Stimmt.... im Grunde hast du Recht. Es gibt tatsächlich viele Parallelen. Für mich eigentlich nur einen kleinen Unterschied: wenn ich 3 Tage nicht geraucht habe und mir dann ne Kippe gönne, habe ich "positive" Gefühle. Karussell fahren und irgendein "Flash" im Hirn. Wenn ich mein Zeug kontrolliere, habe ich nur ein negatives Gefühl kurzfristig abgebaut, habe aber dabei kein positives Gefühl. Aber das ist auch schon der einzige Unterschied. Aber grad aus dem Grund denke ich, bin ich ganz gut "bedient", weil durch das Unterlassen ja zumindest nichts positives wegfällt, sondern sich "nur" Druck aufbaut.


Das kann man, wenn man sich und sein Anliegen ernst nimmt und auch Besserung WILL. Viele Menschen wünschen sich eine lila Fee, die ihnen ihre Probleme wegzaubert...aber man muss etwas tun, damit es einem besser geht. Man kann eben nur dann eine Situation für sich zum positiven wenden, wenn man aktiv wird. Und da du den Willen und die Bereitschaft dazu hast...

Mittlerweile ja. Ich muss aber zugeben, dass ich anfangs auch dachte: kann mir nicht irgendein Heini Tabletten geben und dann gehts von alleine? Die Motivation hielt sich also lang in Grenzen. Was tun: meinetwegen, aber was tun, was anstrengend ist: ne, bitte nicht. Aber mittlerweile hab ichs geschnallt.


Och fies...es war das beste Beispiel, hehe.

Ich bin sehr pragmatisch und mache mir immer alles so einfach wie möglich – wozu sich unnötig belasten? Die Schwierigkeit bei vielen Dingen liegt nicht in/an den Dingen selbst, sondern welche Sichtweisen wir auf diesen Dingen haben. Wenn ich mir eine Situation oder eine Gegebenheit bereits im Vorfeld als „stressig“ ausmale, hab ich gute Chancen auf schweißnasse Axelhöhlen...

ja, so einfach wie möglich ist in dem Fall das einzig richtige. Und vor allem gut, weil mir diese Sichtweise meist völlig entgeht. Ideal, dass gerade du hier reingestolpert bist ;-D


Einem Dok ist das, was du ihm sagst, sicher nicht fremd, der hört tagtäglich traurige Geschichten und Leid. Damit umgehen zu können ist sein Job. Und es ist keine Schande, ein Problem mit etwas zu haben, wieso? Wenn du ein Problem mit deiner Lunge hast, gehst du ja auch zum Dok.

ja klar. Jetzt muss ich wieder grinsen wegen dieser einfachen Sichtweise. Problem mit Lunge, Arzt. Herd kaputt, Elektriker. Psyche hat nen Knacks: wie hast du das denn angestellt, was hast du falsch gemacht, kann nicht sein. Ja, falsch. Psyche hat nen Knacks, geht nicht allein, Arzt. fertig. gut. Hat sich seinen Job ja auch ausgesucht, wird ja seinen Grund haben.


Rückschläge sind aber das Normalste der Welt. Der Mensch ist sehr komplex und sehr kompliziert – und ich hab zumindest noch niemanden kennengelernt, der einen Knopf hinterm Ohr hatte, auf dem er drücken konnte um sein Verhalten abrupt und dauerhaft zu ändern.

Seine Denk- und Verhaltensweisen zu ändern ist harte Arbeit und nimmt viel zeit in Anspruch. Rückschläge musst du einkalkulieren, denn wie gesagt, auf Knopfdruck geht das nicht. Aber mit Optimismus und gutem Willen kommt man immer weiter!

Gut, den Knopf habe ich auch gesucht und festgestellt, dass er nicht vorhanden ist. Genug Zeit habe ich ja. Wer stundenlang "Zeit" hat, zu kontrollieren, hat auch stundenlang Zeit, was dagegen zu machen. Eindeutig ein Vorteil.


Wenn du gelenkig genug bist, kannst du dir selbst einen Arschtritt verpassen.

na na, ich werd fei auch langsam alt.😛 - aber wenn es mir nicht immer selbst gelingen sollte, habe ich den besten Freund der Welt, der das gerne übernimmt, falls ich mal schwächel.


Fürs Umsetzen musst du lange üben, ein Verhalten zu relativieren ist sehr schwierig, aber wenn die Erkenntnis und die Bereitschaft da sind, wirst du sicher erfolgreich sein. Du musst üben...und dafür brauchst du Ausdauer und Durchhaltevermögen.

Bequem kannst du es dir aber durchaus machen, beispielsweise kannst du dich belohnen, wenn du es geschafft hast, einen Tag ohne Zwangshandlungen zu leben – dann gehst du mit deinem Freund lecker essen oder so. Warum sich nicht für eine gute Leistung belohnen? 😎

ja. Gut daran ist ja, dass es viele viele Kontrollobjekte sind. Da könnte es zumindest "Step by Step" funktionieren. Ein Alkoholiker kann ja schlecht nur 3 Liter statt 4 Liter trinken und langsam reduzieren. Ich hingegen kann zumindest erst die weniger gefährlichen Dinge weglassen und mich so nach oben arbeiten.

Apropos lecker essen: das ist ein Zeichen, ich hab heute Nacht geträumt, dass der Lieferservice mir 3 Döner bringt. Mal schauen, wann ich mir die verdient hab :unschuldig:


Auch das ist doch einfach nur menschlich. Was uns unbekannt ist und fremd, stellt ehr eine Gefahr für uns dar und ängstigt uns. Du bist schon gut, wenn es dir gelingt, neuen Situationen neutral gegenüberzutreten.

Freut mich sehr dass ich dir ein paar graue Gedanken „austreiben“ konnte. Die Welt ist sicher nicht schwarz, es gibt viel Gutes, man muss es nur erkennen können und sich seine eigene Welt entsprechend zusammenbasteln.

So ist es. Danke :blume:


Viel Erfolg bei deinem Termin und alles Gute! 😀
Dr. Rock

Danke, ich melde mich danach wieder und berichte, wie es gelaufen ist. Aber es kann nur besser werden. 🙂

nochmal vielen Dank und bis dann. 🙂
 
Oki-Doki, wie Kollege Ned Flanders immer sagt, bin dann mal gespannt auf deinen Bericht. Keep me up to date, please! 😉😎
 
hallöchen!

Morgen vormittag bitte Daumen drücken, da hab ich den Termin! Nun ging die Zeit doch soo schnell vorbei.

Jetzt les ich nochmal den Thread, damit ich wieder cool werd. Danke nochmal. Das ist der Vorteil am Internet: man kann nochmal nachlesen 😎

Ich berichte morgen oder wenn ich ein heulendes Elend bin, übermorgen. Nein, ich denke positiv, also bis morgen. 🙂
 
Hey, wir wollen nur Positives von dir lesen, ok? 😉

Wird schon nicht so schlimm werden, es erwartet ja niemand etwas Bestimmtes von dir, du musst nur zu dir selbst ehrlich sein und sagen, wo dich der Schuh drückt.
 
hallo 🙂

du hattest Recht. Es war gar nicht so schlimm. Ich hab ihm in ca. 2 Sätzen "an den Kopf geschmissen", was los ist und dann war eigentlich schon alles 'klar'. Noch 2 Fragen von ihm und ich war 'fertig'.

Jetzt hab ich erstmal Tabletten bekommen, damit ich (hoffentlich) ein bisschen besser/stressfreier leben kann, v.a. was Arbeit betrifft. Sonst bin ich den Job bald los, weil ich dabei mehr kontrolliere als arbeite.

Danke für die Unterstützung 🙂
 
Moin! 🙂

Also...ein bisschen mehr Engagement von dem Neurologen hätte ich doch schon erwartet - was hat er dich denn gefragt? Und was hat er dir verschrieben? Gab es keine Fragen zu der Entstehung deiner Zwänge, nichts, um der Sache auf die Spur zu kommen?

Etwas ausführlicher bitte! 😉😛
 

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