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Ich brauche hilfe und rat

Hallo Günter!
Vielen Dank für deine Nachricht.

Ich glaube du hast da etwas falsch verstanden was meine Familie angeht. Es war niemand aus der Familie der mich …. Hat. Es war ein Freund der Familie mit dem aber keiner mehr Kontakt hat.
Es ist nicht so das ich nur nehmen will in einer Beziehung ich will auch geben. Wenn ich jemanden in den Arm nehme oder mich jemand in den Arm nimmt, dann haben doch in einer glücklichen Beziehung doch beide etwas von oder nicht?
Ich bin kein Mensch der andere ausnutzt. Dafür habe ich ein viel zu gutes Herz und wenn es jemandem schlecht geht dann bin ich immer da. Ich denke eigentlich immer erst an die anderen und dann an mich. Ich weiss das es nicht immer richtig ist. Ich bin dabei auch manches zu ändern.
 
Hallo Schmetterling,

ich wollte dir nur schreiben, dass ich dich aus eigener Erfahrung heraus gut verstehen kann, und ich weiß auch, wie furchtbar das ist, wenn ich eigentlich viel zu geben hätte, es aber einfach nicht kann, weil ich so voller Angst bin...

Es braucht leider viel Zeit, zwischen den Menschen wieder unterscheiden zu lernen, sich selbst und anderen wieder zu vertrauen. Und es braucht sehr viel Verständnis und Mut, für die Verletztheit, für die eigenen Grenzen, für das Wohlwollen der anderen, und das ist ja leider nicht immer gegeben.

Achte selbst auf dich und pass gut auf dich auf. Dann werden es die anderen auch viel eher tun, die eigenen Grenzen zu respektieren, das ist meine sehr lehrreiche Erfahrung dazu geworden.

Liebe Grüße Traumatisierter
 
Hallo schmetterling268

Ich hatte Dich richtig verstanden. Du hattest Dein Elternhaus als streng beschrieben, und dass Du Dich auch ungerecht behandelt gefühlt hast. Das für sich kann schon ausreichen, Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit zu entwickeln, und gleichzeitig Angst davor zu haben, zu vertrauen. Es gibt viele Menschen, in deren Vergangenheit nichts Auffälliges geschehen ist, die sich den Widerspruch Sehnsucht - Angst vor Nähe nicht erklären können.

Ich wollte Dir Deine Sehnsüchte nicht zum Vorwurf machen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie sie entstanden sein könnten, und wie Du mit ihnen vielleicht umgehen könntest.

Günter
 
Hallo Schmetterling,

ich wollte dir nur schreiben, dass ich dich aus eigener Erfahrung heraus gut verstehen kann, und ich weiß auch, wie furchtbar das ist, wenn ich eigentlich viel zu geben hätte, es aber einfach nicht kann, weil ich so voller Angst bin...

Es braucht leider viel Zeit, zwischen den Menschen wieder unterscheiden zu lernen, sich selbst und anderen wieder zu vertrauen. Und es braucht sehr viel Verständnis und Mut, für die Verletztheit, für die eigenen Grenzen, für das Wohlwollen der anderen, und das ist ja leider nicht immer gegeben.

Achte selbst auf dich und pass gut auf dich auf. Dann werden es die anderen auch viel eher tun, die eigenen Grenzen zu respektieren, das ist meine sehr lehrreiche Erfahrung dazu geworden.

Liebe Grüße Traumatisierter


Danke Traumatisierter

Du hast recht ich muss mehr auf mich Achten und das werde ich.
Das leben ist viel zu kurz und zu Kostbar um es sich Kaputt machen zu lassen. Ich werde kämpfen und ich werde es schafen. Ich verstehe und akzeptiere lansam, dass ich nicht schuld bin an dem was pasiert ist. Und das ist denke ich sehr wichtig und die Basis.

Liebe Grüße Schmetterling
 
Hallo schmetterling268

Du hast recht ich muss mehr auf mich Achten und das werde ich.
Das leben ist viel zu kurz und zu Kostbar um es sich Kaputt machen zu lassen. Ich werde kämpfen und ich werde es schafen.
Das ist doch eine gute Grundlage. 🙂

Dieser Mißbrauch ist nicht Dein Leben. Er ist ein Teil davon, eine Erfahrung, die Du leider machen mußtest. In Therapien kannst Du schauen, inwieweit er Dein aktuelles Leben beeinflußt, und was Du daran ändern könntest.

Ich verstehe und akzeptiere lansam, dass ich nicht schuld bin an dem was pasiert ist. Und das ist denke ich sehr wichtig und die Basis.
Es ist wirklich ein wichtiger Punkt. Über Schuldgefühle blockierst Du Dich nur selber, da geht es einfach nicht weiter. Indem Du dem Täter die Schuld gibst, rückst Du Deine Vergangenheit ins richtige Licht. Und über die Wut über den Täter, der den kleinen Schmetterling benutzt hat, wirst Du handlungsfähig. In welche Richtung Du dann arbeitest, liegt ganz bei Dir.

Günter
 
Was ich auch nicht verstehe ist, es ist jetzt 14 J. her als es aufgehört hat und es kam erst anfang dieses jahres richtig hoch bei meinem psychologen. vorher hat ende letzten jahres ein guter freund etwas gemerkt, wir sind uns etwas näher gekommen und dann habe ich abgeblockt und angst gezeigt meinte er und er kennt jemanden die auch missbraucht wurde und hat mich drauf angesprochen. ich habe ihm gesagt das er da nicht so unrecht hat. mehr konnte ich ihm aber nicht sagen. er hat mir dann den psychologen empfohlen. Er hat mir echt geholfen, sonst würde ich mein leben weiter so leben wie bis her. aber es gab viele jahre wo ich nicht daran gedacht habe. wie kommt das??
 
Hallo schmetterling268

Ich glaube, das Ausblenden, Vergessen, Verdrängen von Erinnerungen ist eine ganz normale Technik des Gehirns. Nach meiner Erfahrung kann ich mich an alles in meinem Leben gut erinnern, was in meinen aktuellen Lebensplan passt, während ich mich an alles, "was ich gerade nicht brauchen kann" nicht gut erinnern kann, oder es ganz vergessen habe.

Vor vielen Jahren konnte ich mich an meine ganze Kindheit und Jugend nicht erinnern. Die Erinnerung hätte Entscheidungen von mir gefordert, zu denen ich damals noch nicht in der Lage war. Entsprechend konnte ich mich nicht erinnern, ohne dass mir das als ungewöhnlich auffiel.

Vor ein paar Tagen habe ich nach mehreren Jahren noch einmal mit einer Bekannten telefoniert. Ich bin darüber erschrocken, dass sie sich gut an diese Zeit erinnern kann, während bei mir nur noch undeutliche Bilder vorhanden sind. Offenbar kann ich diese Erinnerungen gerade wieder einmal nicht brauchen. Sie würden mein aktuelles Leben in Frage stellen.

Diese Bekannte hat in den vergangenen zwei Jahren mehrfach einen Schnitt in ihrem Leben gemacht. Scheidung, neuer Partner, Kind, Berufstätigkeit. Sie knüpft dabei an Punkte in ihrer Vergangenheit an, kann diese Erinnerung also gebrauchen.

Ich habe mir schon überlegt, ob ich diesen Kontakt weiter pflegen soll. Während sie fröhlich auf mich zugegangen ist, war ich eher reserviert.

Dieser Aspekt Deiner Vergangenheit, Schmetterling, ist für Dich unangenehm. Wenn Du Dich an ihn erinnert hast, hast Du Scham empfunden, Schuld, Schmerz und Angst. Und Du konntest bisher nichts an diesen Gefühlen ändern. Die Erinnerung hätte Dich Kraft gekostet, wäre Dir im Wege gestanden. Also hast Du sie vergessen. Wie sinnlos die Erinnerung für Dich gewesen wäre, kannst Du daran ermessen, wieviel Kraft es Dich kostet, Dich jetzt zu erinnern und darüber zu sprechen, und welche Auswirkungen das auf Dein ganzes Leben hat.

Jetzt sind mehrere Dinge geschehen. Einmal bist Du einem jungen Mann näher gekommen, und hast abgeblockt. Deine Vergangenheit hat zu aktuellen Konsequenzen geführt, auch wenn Dir der Zusammenhang noch nicht bewußt war. Dann ist dieser Mann auf Dich eingegangen, und hat Dir ermöglicht, den Zusammenhang auszusprechen.

Inzwischen bist Du bei einem Therapeuten, und spricht mit ihm über Deine Vergangenheit. Das wäre eine Gelegenheit, Dich einem Menschen anzuvertrauen, und auszusprechen, was damals geschehen ist. Jetzt passt Deine Erinnerung in Dein Leben, zumindest so halb. Sie passt, und irgendwo passt sie doch nicht. Du weiß noch nicht, wie Du mit ihr umgehen sollst, falls Du sie zuläßt.

Günter
 
Hallo Schmetterling,

ja, das ist Verdrängung. Ein ehemals notwendiger Schutzmechanismus, um überhaupt die Verletzung überleben zu können. Aber das funktioniert nicht auf Dauer. Irgendwann kommt es doch wieder hoch. Zumeist durch ein triggerndes Ereignis, wozu die von dir geschilderte Situation wohl auch gehört.

Wenn die Probleme dann nicht erneut verdrängt werden können, dann hilft nur noch die Verarbeitung des Trauma weiter, so ist es auch bei mir. Zu dem Problem mit der Verdrängung der Verletzung kommt noch hinzu, dass auch wichtige Bedürfnisse gleich mit verdrängt werden, um nicht erneut verletzt zu werden. Auch das kann dazu führen, dass die Ursachen der Verletzungen irgendwann nicht mehr verdrängt werden können.

Liebe Grüße
Traumatisierter
 
ich wurde als kind mit 8 J.das erste mal sexuell missbraucht. es belastet mich sehr. ich will drüber reden, ich will ein normales leben leben, aber ich bin wie gelehmt.Ich kann nicht darüber reden. wie kann ich das ändern?

>> @ schmetterling268
oh mann.. wie soll ich es bescheiben? also ich fang so an.. ich wurde mit 11 jahren von meinem bis dahin sehr geliebten opa sexuell misshandelt. er stand unter alkohol einflus und hat das ganze nicht mitbekommen. nach dem er fertig war, ging ich auf die terrasse (das ganze ist im garten passiert) und fing an zu malen ich weiß bis heute nicht warum aber ich habe es getan.. meine oma ist dann aufgestanden und merkte wohl gleich das i-was nicht stimmt.. sie fragte was los sei und ich erzählte ohne nachzudenken.. sie meinte sie würde das klären, und ich glaubte ihr.. so verletzt und verstörrt wie ich war habe ich nicht gemerkt das meine großeltern mich auf eine art und weise zu beeinflussten, meinen etern nichts zu erzählen. ich habe es in mich reingefressen ohne das ich es wollte, für einige zeit vergaß ich sogar was passiert war. doch dann als ich mit meiner mutter in die schule musste wegen einem elternsprechtag, sah ich ein plakat es traf mich. meine mutter merkte wohl wie ich dieses plakat anstarrte und fragte ob was mit mir sei. (auf dem plakat wurde kindermisshandlung dargestellt und dokumentiert) ich erzählte meiner mutter alles was ich noch wusste(das war letztes jahr im märz). bis november letzten jahres habe ich mich nicht getraut zur poizei zu gehen und ihn anzuzeigen obwohl meine mutter mich förmlich dazu gezwungen hat. als ich auf der polizei war.. ging es mir besser und dann als ich alles erzählt hatte noch besser. ich hatte eine anzeige wegen sexueller misshandlung an minderjährigen gemacht, und leider wurde bis heute nichts unternommen, weil meine oma nicht aussagen will. das ist zwar schade aber es hat mir geholfen. versuche einfach mal mit einer vertrauensperson zu reden. geh zu einer therapie! ich wünsche dir viel erfolg!
 
Ich kenne das auch alles sehr gut, sich selbst gegenüber fremd zu fühlen und auch den belastenden Erinnerungen gegenüber. Ich denke, das ist auch ganz normal bei Verdrängungen, die lange gewährt haben. Vor allem dann, wenn sie hoch kommen.

Ich bin aber nach langer Aufklärungsarbeit zu dem Schluss gekommen, dass sich diese Belastungen verarbeiten lassen, dass die Erlebnisse reintegriert werden können, so dass sie einen nicht mehr so stark belasten. Kompetente Hilfe natürlich vorausgesetzt.

Es ist sogar so, dass es im Grunde sogar sehr gute Heilungschancen gibt bei traumatischen Belastungen und Dissoziationen. Das Problem ist wohl, dass davon Betroffene nicht immer die geeignete Hilfe finden, weil es leider auch des öfteren gar nicht erst zu den richtigen Diagnosen kommt. Die Traumaforschung ist noch relativ jung.

Mir hat unter anderen diese Webseite sehr dabei geholfen, um die Problematik besser zu verstehen:

Komplexe Dissoziative Strungen - Startseite Betroffene

Das ist ein Infonetzwerk für Betroffene und für Therapeuten, vielleicht könnt ihr dort ja auch etwas mehr Verständnis dafür gewinnen, wie sich eine solche Belastung darstellt und wie sie erfolgreich behandelt werden kann.

Alles Gute für euch!
Traumatisierter
 

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